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Vernetzte Fahrzeuge: Darauf müssen sich deutsche Autohersteller einstellen
DPA

Das Auto wird digital, und die deutsche Industrie muss sich endlich darauf einstellen. Behandelt sie die Vernetzung weiterhin so stiefmütterlich, droht ihr ein ähnliches Schicksal wie Nokia.

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Iggy Rock 25.02.2015, 18:00
60. Digitalwahn

So interessant ich Herrn Lobos Ausführungen auch finde, ganz logisch sind sie im Kern nicht.
Die deutschen Automobilkonzerne sind auf private Verbraucher ausgerichtet, testen derzeit autonome Wagen und Carsharingmodelle, machen ihren Umsatz aber, wie eh und je, mit Emotionen, Fahrspaß und der Ideologie der Freiheit auf vier Rädern. Von A nach B konnte man auch mit einem Trabant kommen, von A nach B wird man auch künftig noch ohne Google, Apple und Co kommen.

Alleine die Vorstellung von Schnüffelkonzernen oder einem geschlossenen System abhängig zu sein, mir vorschreiben zu lassen, wie ich mich womit fortbewege, führt den Kapitalismus, wie wir ihn kennen völlig ad absurdum.
Chinesen kaufen Automobile deutscher Nobelmarken, weil sie aus so einem System gerade ausgebrochen sind. Die wollen sich nicht mehr diktieren lassen, die wollen die freie Entscheidung, die eigene Unvernunft.

Vor Jahren wurden meiner Generation einmal großspurig verkündet, dass wir künftig gar nicht mehr auf hohe Mobilität angewiesen sein werden, weil die Rechner das Heimbüro zur normalen Arbeitsstätte mutieren lassen. Das Gegenteil ist eingetreten, Autoren wie Herr Lobo genießen diese Vorzüge gewiss, der Rest der Republik sitzt im Stau, ob mit geteilten Elektrofahrzeugen, im PKW oder im ÖPNV ist dabei nebensächlich.

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nachdenklich289 25.02.2015, 18:05
61. Viele Alte

Schon mal davon gehört, dass im Jahr 2020 48% aller Deutschen über 50 sein werden? Und die (mich eingeschlossen) wollen garantiert keinen Elektronik-Schnickschnack, sondern das, was sie seit 30 Jahren gewohnt sind, ein Auto, in das man einsteigt und wo man nichts überlegen muss.

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GJC 25.02.2015, 18:09
62. Ein interessantes Thema,

aber ich bin noch sehr skeptisch, ob sich das Auto als Produkt so einfach mit dem Telefon vergleichen lässt. Die Leistung des Telefons, die Kommunikation, wird nunmal im wesentlichen von Software erledigt, insofern ist deren Bedeutung in diesem Bereich nicht verwunderlich. Transport wird sich aber auch in Zukunft nicht von Software erledigen lassen, sondern dort wird immer ein großer Teil Hardware nötig sein. Ob diese ganzen Dienste á la Uber sich wirklich durchsetzen wird sich noch zeigen müssen. Letzten Endes setzt sich nur das durch, was Geld bringt... Und ob Transportdienstleistung die große Zukunftsbranche ist...?
Dazu würde ich bei den vielen Artikeln, die in den letzten Tagen zu diesem Thema auftauchen auch mal einwerfen wollen, dass die Software in den Autos deutscher Hersteller nicht so schlecht ist, wie oft dargestellt. In meinem BMW mit Connected Drive geht mir als digitalem Native die Vernetzung schon beinahe zu weit. Das genannte Beispiel mit der Sicherheitslücke bei BMW war sehr gut! Interessanter als dessen vorhanden sein, ist allerdings die Lösung, denn die wurde over the air durchgeführt, ohne dass je ein Fahrer etwas davon gemerkt hat. Soo rückständig kann man da nicht sein...

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bratwurst007 25.02.2015, 18:29
63.

Zitat von kumiori
sehr schön geschrieben :) Es ist interessant diesen Thread zu verfolgen. Spiegeln die negativen Postings doch genau das wider was Sascha schreibt, bzw. bemängelt. Es geht hier um einen Blick in die Zukunft, um MÖGLICHE Szenarien, um sich abzeichnende Tendenzen. Und darum, vor diesen Dingen die Augen nicht zu verschließen. Nicht darum, ob der eine oder andere ein Auto als Statussymbol oder schönen Schmuckgegenstand sieht. Nicht darum, ob der heutige Stand der Technik die Visionen schon realisierbar macht und schon gar nicht darum, ob man ein Recht darauf hat, mit 200 kmh durch die Serpentinen des Schwarzwalds zu rasen. Mobilität WIRD sich grundlegend verändern und Digitalisierung und Vernetzung WERDEN hier eine maßgebliche Rolle spielen. Sicher wird es noch etliche Jahre dauern, bis diese Dinge allgemeine Realität/Standard werden. Aber wenn Google 2013 schon 1 GB/Sek. verarbeitet hat, müssten es nach Moore Ende des Jahres ja schon ungefähr 4 GB sein ;)
Ihr Beitrag ist dann aber fast eine Binse - ähnlich dem Lobos, wenn ich Sie richtig verstehe. Es gehört heute oder in gar keiner fernen Zukunft mehr zum Allgemeingut, dass die Vernetzung voranschreitet. Das Internet wird in einer Zukunft, die wir wahrscheinlich noch erleben werden, nur noch - je nach Standpunkt - müde belächelt, krotesk verklärt oder als "Wegbereiter" geadelt werden. Natürlich wird der Prozess in diese Richtung weiterlaufen. Der Homo analogus wird sich im digitalen Zeitalter verflüchtigen. Doch gerade deshalb ist es doch wichtig, immer wieder darauf hinzuweisen, dass es eben NICHT egal ist, wer etwas über einen weiß, dass es eben NICHT NUR von Vorteil ist, wenn das Auto immer sendet, WO es gerade ist, dass es eben NICHT nur Vorteile hat, wenn jeder Arzt ihre ganze Krankengeschichte per Mouse (oder eher Touch) sehen kann. Es ist auch NICHT von Vorteil, wenn der Arbeitnehmer alles über Sie weiß, weder für Sie, noch für ihn usw.

Diese Dinge kommen, welch Wunder, gerade politisch leider viel zu kurz. Die Generation "der Piraten" sollte endlich erwachsen werden und begreifen, dass sie es sind, die in 20 Jahren die Geschicke einer heute nur vorstellbaren, digitalisierten Welt lenken werden. Und die "analogen Bürger" im Übrigen auch.

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bijae 25.02.2015, 19:08
64.

Sehr geehrter Herr Lobo,

ich bin ja oft Ihrer Meinung, aber dieses mal kann ich Ihnen nicht zustimmen.


Sie schwärmen in so grossen Tönen, von den Software Firmen die alles umkrempeln und nach Ihrer Meinung die Lösung für fast alles sind.
Aber:
1.)
Z.B die von Ihnen extra erwähnten Airbnb und Uber, handeln zu einem grossen Teil an der regulären Wirschaft vorbei.
Führen dadurch zu weniger sozialpflichten Jobs und weniger Steuereinahmen für den Staat und damit zu einer Ego-Isierung der Wirtschaft. Wir leben aber noch in einer sozialen Marktwirtschaft. Wie soll diese sich aber finanzieren, wenn das geld daran vorbei gewirtschaftet wird. Bsp. Steuermoral in Griechenland und deren folgen, die wir nun alle als sozial Gemeinschtschaft tragen müssen.

2.)
Nennen Sie mir ein Produkt von Google, Appel oder einem anderen grossen Softwarekonzern, dem sie ohne bedenken ihr Leben anvertrauen würden?
Würden Sie echt wollen, dass selbstfahrende Fahrzeuge von diesen Unternehmen entworfen und auf die Straße gebracht werden?
(Ich weiss auf den Straßen fahren Sie schon herum, aber immer mit einem Menschen, der sie zur Not stoppen kann)

Ich verstehe, dass die jungen Unternehmen, voller Tatendrang und dem nötigen Geld alles neu Erfinden wollen.
Ich bin selbst sehr technikbegeistert.

Aber mir macht es Angst, wenn ein Android oder ein iOS Auto auf der Strasse unterwegs ist. Da müsste sich noch sehr viel tun bevor ich es wirklich als Serienreif sehe.

MfG

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Dengar 25.02.2015, 19:09
65. Lieber Herr Lobo

So gerne ich Ihre Kolumnen mag, aber hier muss ich Ihnen mal vehement widersprechen, und Sie auch fragen, wie dieser Ihrer plötzlicher Software-Goodwill mit Ihrer bisherigen NSA-Kritik konform gehen kann. Ich bin doch nicht so blöd und setze mich in ein fernsteuerbares abgehörtes Auto. Da greife ich lieber auf mein Veloziped zurück. Ist auch gesünder:-))

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zeisig 25.02.2015, 19:45
66. Hui, um was geht es hier ??

Ich bin leicht irritiert, weil ich nicht kapiere, um was es hier geht. Mein Auto hat vier Räder, einen Motor, ich gebe Gas, habe Spaß und das Auto fährt mich dahin, wo ich will. Und wenn meine Frau neben mir sitzt, fühle ich mich wie ein König. Ja, und das isses eigentlich schon. Ich will eigentlich nicht mehr. Mir reicht der Fortschritt z.B. gegenüber einem Pferdegespann völlig aus.

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Hammer_MC 25.02.2015, 20:04
67. So ein Schmarrn...

Ganz ehrlich: dieser Artikel ist mit das Ignoranteste was ich seit Jahren gelesen habe! Schon klar, wir buchen ja alle unsere Taxis mit Uber und alle unsere Übernachtungen mit AirBnB. Dass es sich dabei um lächerliche kleine Datenbankanwendungen handelt, die mit einem Milliardenbudget gehypt werden und die trotzdem keiner benutzt ignorieren wir jetzt mal. Und dass ein Auto ein millionenfach komplexeres System ist auch gleich. Motor, Fahrwerk, Karosserie, den ganzen überflüssigen Blödsinn ersetzen wir einfach mal durch Software, schließlich fahren wir Digital Natives ja auf der Datenautobahn!
Dann ignorieren wir mal, dass ein durchschnittliches deutsches Mittelklassefahrzeug inzwischen längst komplett vernetzt ist und über ca. 80-100 Steuergeräte, also kleine Computer inkl. Software, verfügt, die vom Blinker bis zum Spurhalteassistent ALLES steuern. Und auch dass längst an einer Vernetzung mit der Umwelt gearbeitet wird.

Als nächstes ignorieren wir mal, dass noch kein normaler Mensch je mit einem Google-Auto gefahren ist oder eins auf offener Straße gesehen hat, während Audi erst kürzlich einige ihrer Journalisten-Kollegen autonom vom Silicon Valley nach Las Vegas gekarrt hat (hier ein sehr interessantes Video: http://www.stern.de/auto/news/jack-das-selbstfahrende-auto-von-audi-erstmals-auf-einer-deutschen-autobahn-2174446.html), und dass alle anderen deutschen Hersteller ähnliche Karren in der Mache haben. Eine kleine Suche bei Google (!!) diesbezüglich hätte ihrem Artikel hier sicher mehr als gut getan. Aber schon klar, nur Google und Apple können sowas. Die können alles. Machen nie Fehler. Natürlich kein gehypter Blödsinn, sind ja Google und Apple. Die machen das!

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km_spon 25.02.2015, 20:09
68. es ist eine Prognose

und es geht nicht vordergründig darum, ob sie Herrn Lobo oder uns gefällt ...
Hoffnung stirbt zuletzt, die gesellschaftliche Entwicklung muß und wird sich mit der digitalen Entwicklung stärker auseinandersetzen, ob uns das Ergebniss aus heutiger Sicht gefallen wird?
Auch in einem heutigen "normalen" Neuwagen werden schon nahe 1 GB verarbeitet; bei mehreren 100 Sensoren, um die 100 Prozessoren, Dutzende Motoren, ... Es funktioniert irgendwie, wird aktuell aber schon nicht mehr wirklich beherrscht.
Ich gehe voll mit, dass sich das Mobilitätskonzept verändern wird (muß). Nur war man vor vielleicht 30 Jahren der Meinung, dass viel mehr Intelligenz in der Infrastruktur steckt und nicht alle im Fahrzeug (also aktive Baken, Ampeln, Verkehrszeichen, Leiteinrichtungen ...) Um eine besitzunabhängige Mobilität bezahlbar zu machen / zu halten, müßten das wieder stärker einbezogen werden, was aber Engagement der Gesellschaft / des Staates bedürfte.
Und auch autonome Fahrzeuge müssen an sich sicher sein, wie auch bei der Vernetzung - und da sehe ich leider weder den Willen noch die Fähigkeiten weder bei den aktuellen Autoherstellern noch bei den aktuellen digitalen Firmen.

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fuxx2 25.02.2015, 21:20
69. Nokiasierung

Die Nokiasierung wird ganz bestimmt kommen. Das sieht man schon anhand der ganzen Kommentare hier, die sich nicht im entferntesten vorstellen können, wohin die Digitalisierung und Vernetzung des Individualverkehres führt: Es geht hier nicht um Internet-Zugang oder irgendwelche Sonderanwendungen während der Fahrt. Es wird zukünftig um autonomes Fahren, Abschaffung von Ampeln, Staus und Reduzierung von Unfällen gehen, in dem der größte Risikofaktor beim Autofahren (der Mensch) aus der aktiven Rolle herausgenommen wird! In 40-50 Jahren wird man in sein Auto einsteigen, per Sprachbefehl sagen wo man hin möchte und kann sich dann entspannt zurücklehnen!

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