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Verschärfte Debatte: FDP kritisiert geplante Kinderporno-Sperren

Die FDP konkretisiert ihre Bedenken gegen die geplanten Kinderporno-Sperrlisten. Die Partei fürchtet, dass die gewählte Regelung eine generelle Zensur ermöglicht - abgesehen davon, dass die BKA-Sperrlisten das Problem nicht lösten. IT-Experten sehen das ähnlich.

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sprawler 09.04.2009, 17:39
1. Unsinn

Zensur hilft doch in erster Linie den Nutzern von kinderpornographischen Inhalten, da durch solche Maßnahmen diese Menschen nur weiter in den Untergrund rücken, was eine Verfolgung erschweren dürfte. Und, was warscheinlich noch entschieden wichtiger ist: Diese "Sperren" sind schlicht viel zu einfach zu umgehen. Man brauch nicht einmal grundlegendes Wissen hierzu.

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DocSchmock 09.04.2009, 18:32
2. komischer Ansatz

Abgesehen von der Sinnlosigkeit der Sperren, da leicht zu umgehen und die angesprochenen Bedenken der weiteren Zensur, macht mir die Grundmentalität sorgen.

Keinem Kind ist geholfen wenn man in D diese Seiten nicht sieht und das auch nur im WWW, es gibt noch mehr im Netz, ich sage nur P2P und Usenet, private Foren etc. Ansonsten anderer DNS-Server, Proxy, TOR usw.

Ich hoffe die Mentalität des Wegschauens und "Decke drüber" breitet sich nicht aus, ansonsten wird man demnächst überfallen und ein freundlicher Polizist kommt vorbei und baut davor ne Spanische Wand auf.

*kopfschüttelnde Grüsse* Dr.Schmock

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Blautopas 09.04.2009, 19:08
3. Zensur

Es geht hier doch gar nicht um die KiPo, denn mit diesen lächerlichen Maßnahmen, die so leicht zu umgehen sind, bekommt man dies nicht in den Griff.

Es geht hier einzig um Etablierung von Zensur des "Alltagsgeschäfts" im Internet. Und die Argumentation erinnert schon sehr deutlich an China.

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cobra77 09.04.2009, 19:16
4. ....

Zitat von Blautopas
Es geht hier doch gar nicht um die KiPo, denn mit diesen lächerlichen Maßnahmen, die so leicht zu umgehen sind, bekommt man dies nicht in den Griff. Es geht hier einzig um Etablierung von Zensur des "Alltagsgeschäfts" im Internet. Und die Argumentation erinnert schon sehr deutlich an China.
Das Problem ist: Eine Zensur bleibt häufig weitgehend unemerkt, außer man sucht gezielt danach.
Und ist die Pandora erst einmal entsiegelt, gibt es kein Halten mehr. Behördenwillkür ist quasi vorprogrammiert.

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Rainer Helmbrecht 09.04.2009, 19:52
6. 1. Bitte geben Sie einen Titel für den Beitrag an!

Zitat von cobra77
Das Problem ist: Eine Zensur bleibt häufig weitgehend unemerkt, außer man sucht gezielt danach. Und ist die Pandora erst einmal entsiegelt, gibt es kein Halten mehr. Behördenwillkür ist quasi vorprogrammiert.
Das Problem ist doch fehlende Aufklärung und falscher Umgang mit Sexualität. Es gibt da einen alten Kalauer, da fragt jemand, ob er einem anderen ein Pornoheft geben dürfte. Da antwortet der, nein Danke, ich bin noch sexuell aktiv.

Ich denke, dass das eine Erklärung für diesen riesen Markt gibt. Es ist Langeweile und Konsumverhalten. Junge Leute haben einen Anspruch darauf, es steht ihnen zu, gehört zur Freiheit. Ohne dass sie selbst so ein Interesse hätten.

Ich hatte LKW Fahrer als Kundschaft, manche Fahrerhäuser waren voll mit Pornoheften, trotzdem gab es da große Unterschiede. Mich hat es immer sehr gestört, wenn da Väter mit 2-3 Töchtern wirklich widerliches Zeug mit leuchtenden Augen rumzeigten. Sie hatten wirklich nette Ehefrauen und ich konnte das nicht verstehen, diese Bewusstseinsspaltung.

Aber Verbote helfen da nichts, bestenfalls Aufklärung.

MfG. Rainer

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bengelsk 09.04.2009, 20:15
7. Stoppschild statt Anzeige?

Wenn schon der Versuch der Beschaffung von Kinderpornographie strafbar ist (vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Kinderp...hes_Strafrecht), warum soll den Leuten eigentlich nur ein Stoppschild gezeigt werden? Warum werden die Leute nicht gleich identifiziert und angezeigt?

Es könnte natürlich etwas aufwändig werden, wenn wie in Norwegen bei knapp 5 Mio. Einwohner bis zu 18.000 mal täglich(!) das Stoppschild angezeigt wird (http://www.ksta.de/html/artikel/1233584170685.shtml).

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DocSchmock 09.04.2009, 21:51
8. Bloss nicht

Zitat von bengelsk
Wenn schon der Versuch der Beschaffung von Kinderpornographie strafbar ist (vgl. ), warum soll den Leuten eigentlich nur ein Stoppschild gezeigt werden? Warum werden die Leute nicht gleich identifiziert und angezeigt? Es könnte natürlich etwas aufwändig werden, wenn wie in Norwegen bei knapp 5 Mio. Einwohner bis zu 18.000 mal täglich(!) das Stoppschild angezeigt wird ().
Tja, dann steht man schon mit einem Bein im Knast, wenn man Prefetching aktiviert hat, da muss man nur auf eine Seite kommen, wo jemand so einen Link in das Gästebuch geschmiert hat, ohne dies selbst zu sehen.

Tolle Zukunft...

Wenn man dann noch die Berichte über die anderen Sperrlisten gelesen hat, die auf eine Quelle verweisen die man auch ansehen kann (die besondere Wikiseite für aufgetauchtes, ja ich hab schon bedenken den Link zu nennen), da sind kaum KiPo Seiten drauf.

Vermehrt Teen-Seiten, Schwulenseiten (komischerweise) und bei manchen auch Zensur kritische Seiten. Da sieht man ja, wo die Stücke hinfallen, Salamitaktik eben. Als nächstes kommen Hassprediger, Terroristenunterstützer, "Raubkopierer", Politische Seiten, Falschparker(höhö) etc..

Wer überwacht die Überwacher?

Wenn der Besuch einer Seite schon strafbar ist, kann niemand diese überprüfen, eigentlich nett ausgedacht wenn man auf sowas steht. Oben angedeutete Seite steht bestimmt auch schon auf dem Entwurf der zukünftigen Liste.

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nvf 09.04.2009, 22:23
9. *willkeinenTitelfürdenBeitragangeben*

Zitat von bengelsk
Wenn schon der Versuch der Beschaffung von Kinderpornographie strafbar ist (vgl. ), warum soll den Leuten eigentlich nur ein Stoppschild gezeigt werden? Warum werden die Leute nicht gleich identifiziert und angezeigt?
Schonmal ohne Popup-Blocker und ähnliches gesurft? Auf fast jeder Seite gibts Dreck, der einen auf sonstiges Pronoseiten weiterleitet. Was, wenn da jemand aus versehen mal draufklickt? Soll er/sie dann auch angezeigt werden?


Und ich sehe das auch so, Geldverschwendung und der Ansatz für beschnittene Recht und zwar nicht die, der Leute, die eigentlich gesucht werden sollten.
Lieber Verteiber von Kinderpornografie oder Konsumenten bzw. Sexualstraftäter verknacken. Ich rede nicht von nem Jugendlichen, der sich mal irgendwo aus Jux im Park ausgezogen hat um Omas zu erschrecken. Diese Leute lebenslang hinter Gitter ohne Aussicht jemals wieder rauszukommen. Das würde helfen.

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