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Verschwörungstheorien: Zweifeln ist ja so geil
DPA

Der Zweifel ist eine Basis moderner, aufgeklärter Gesellschaften. Heute aber ist statt echter Skepsis die Pseudoskepsis auf dem Vormarsch. Und zwar nicht nur bei "Lügenpresse"-brüllenden Pegida-Demonstranten.

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locke27 04.02.2015, 15:34
1. sorry aber....

Verschwörungstheorien entstehen wenn fragen unbeantwortet bleiben. auf fragen von so genannten Verschwörungstheoretikern wird garnicht oder ungenügend geantwortet sodass jeder versucht selber an die Wahrheit zu gelangen. und das ist nur allzu menschlich, das gehirn gibt sich nicht mit einem halben Puzzle zufrieden! seit jahren wurde gemauschelt über die totale Überwachung. alles Verschwörungstheoretiker? ne, seit edward snowden nicht mehr. es wird so lange von Verschwörung und theorie gesprochen bis die wahrheit ans licht kommt und von da an spricht man von einem skandal! sorry aber dieser beitrag von herrn lobo ist nonsens!

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lupenreinerdemokrat 04.02.2015, 15:34
2. Berechtige Zweifel durch gesunden Menschenverstand

"Zweifeln als Herangehensweise an Welt und Wahrnehmung, als Grundeinstellung gegenüber dem unablässigen Behauptungshagel, fast schon eine Form von Notwehr."

Zweifeln als Herangehensweise an Propaganda.
Das wäre die inhaltlich richtige Aussage für den zunehmenden Zweifel in der Gesellschaft. Gerade die Welt und Wahrnehmung driftet zusehends weg von dem, was durch meist staatliche Propaganda mit einem gewissen Hang zur Deutungshoheit in den Medien verbreitet wird.
Der gesunde Menschenverstand, objektive Recherche und zunehmende Lebenserfahrung, wie auch die immer zutreffende Aussage "qui bono?" entlarven so einiges, was dem Bürger als "Nachrichten" aufgetischt wird, als tendenziöse Berichterstattung, wenn nicht als simple Propaganda zur Meinungsmache.
Auch und gerade die aktuellen Ereignisse, allen voran die Anti-Russland-Propaganda der deutschen Medienwelt lassen wiederum "quod erat demonstrantum" als passende Zuordnung erscheinen.

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Jobst4.0 04.02.2015, 15:36
3. Danke

Herr Lobo, auf so einen Aetikel habe ich kange gewartet. Fallunabhängig geschrieben, trifft er auf die Bachmanns, Jebsens und noch viele andere zu.
Vielen Dank

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externaleffect 04.02.2015, 15:36
4. Grossartig

Lieber Sasha Lobo,
Volltreffer. Auch wenn ich einige Aussagen von Dir skeptisch betrachte, denke ich, dass Dein Artikel sehr gut beschreibt was ich auch länger beobachte: der Einfluss neurotischer Pseudoskeptiker in der Gesellschaft. Nicht desto trotz bleibt die Herausforderung bei den Skeptikern eben diese zu entlarven bzw. zu unterscheiden zwischen denen die narzistische Weltbilder aufbügeln und denen die einfach skeptisch sind. Ich denke häufig erkennt man dies an den Ton mit dem Skeptiker sich artikulieren. Häufig klingt das vorsichtiger und fragender.
Beste Grüße und Danke für Ihren Denkanstoss.

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prefec2 04.02.2015, 15:36
5. Wo er recht hat

hat er recht. Die Argumentation wenn Hypothese A falsch dann ist Hypothese B wahr wird von vielen gerne verwendet. So z.B. von Kreationisten, von Politikern in Talkshows, von Impfgegnern, von Mond-Verschwörern, von Hypochondern und von vielen anderen auch. Das Filtern von Information ist klassischer Bias, wie man ihn leider auch in den Wissenschaften findet, aber eben auch im Rest der Bevölkerung.

Nur bei einer Sache muss ich widersprechen. Zwar glauben jene Menschen vom Prenzelberg sie seien die Bildungselite. Und es wäre auch richtig, dass Bildung helfen würde. Aber sie sind nicht die Bildungselite, sonst würden sie ihre Bachblüten-Globoli-Kultur in die Tonne drücken. Aber sie haben auch kein Problem einen großen Wagen zu fahren und über den hohen Umweltverbrauch zu jammern. Als Bildungselite sollte man doch in der Lage sein. Schritt für Schritt diese Lebenslügen aufzulösen.

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professorA 04.02.2015, 15:42
6. Zunächst einmal

zweifle ich an der Kompetenz des Verfassers, der so groß daherredet.

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adissu 04.02.2015, 15:45
7. Sehr schön auf den Punkt gebracht, aber ...

... es bleibt die Frage offen, was die Ursache für das Verhalten ist. Der Grund hierfür - und das fehlt dem Artikel meiner Meinung nach - ist eine schier unendliche Informationsflut, der der einzelne nicht mehr gewachsen ist. Ergo fokusiert man und verliert die Themen, die nicht im persönlichen Fokus stehen aus den Augen bzw. überimmt dort vermutlich den Main-Stream Konsens.

Und wie schon im Artikel beschrieben, kann man nicht alles auf den dummen User schieben. Ich bin kein Impfgegner. In meiner Familie sind alle geimpft. Aber dass es eine so ablehnende Haltung gegenüber z.B. Pharmakonzernen gibt, haben diese durch ihr Verhalten größtenteils selbst verschuldet. Das selbe gilt für die aktuell laufenden Freihandelsabkommen mit Kanada und USA. Bislang konnte mir noch kein Beführworter (also z.B. Frau Merkel) erklären, was denn die Vorteile (abgesehen von 0,05 % prognostiziertem Wirtschaftswachstums) dieser Abkommen sind. Die Gegner dieser Abkommen listen dagegen viele, gut nachvollziehbare Argumente auf, die einem am Verstand eines Politikers zweifeln lassen, der diese Abkommen für absolut notwendig hält. Oder mit Merkels Worten: alternativlos.

Zurück zum Artikel: Die Pseudoskepsis, also das fehlende Hinterfragen der eigenen Position, ist nicht richtig, aber Resultat einer viel zu hohen Informationsdichte und damit Fall viel öfter eine unbewußte Entscheidung als eine Bewußte. Die Haltung der Impfgegner erklärt das allerdings zugegebenermaßen nicht, höchstens ein hohes Misstrauen/Skepsis gegenüber (Pharma-)Konzernen.

Diese wiederum teile ich!

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großwolke 04.02.2015, 15:46
8.

Geniales Schriftstück... jeder echte Skeptiker geht gerade tief getroffen in sich und fragt sich, ob er nicht selbst schon die Grenze ins "Schiefe" überschritten hat. Davon abgesehen hier noch zwei Punkte zum Nachdenken.

Zum ersten: nicht jeder ist gebildet und zu kritischem Denken fähig, weil die OECD ihn bei der Zählung der Akademikerquote berücksichtigt. Gerade Berlin, mit seiner Politik, seiner Unterhaltungsindustrie und den eigens für die Lobbyarbeit dorthin verschobenen Konzernglaskästen zieht eine Menge Absolventen von Bildungsgängen an, in denen ein scharfer Geist sicher hilft, wenn er vorhanden ist, aber auch durchaus mit anderen Qualitäten kompensiert werden kann. Von daher sollte man sich nicht zuviele Sorgen um die Aufkonzentration von Blödsinn in Berlin machen. Aufs ganze Land gerechnet sind wir in Deutschland sicher nicht wunderlicher geworden.

Zum zweiten: Man muss sich vor dem Gedanken hüten, dass es in solchen Episoden wie der Pegida-Debatte nur einen gültigen, richtigen Standpunkt gibt. Hierbei geht es um Werte, um Befindlichkeiten, um am Leben gewachsene Weltsichten. Man kann da sicher immer ein paar Extrema ausschließen, wie Gewalt und Rassismus. Aber nicht alles ist so klar schwarz und weiß zu trennen. Von daher finde ich diesen Beitrag von Herrn Lobo fast besser, als alles, was bisher sonst so in dem Zusammenhang hier aufgetaucht ist. Er könnte damit den einen oder anderen dazu bringen, die wichtige Basis eines jeden Denkmodells, nämlich die Realitätsprüfung, zu überarbeiten.

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michelinmännchen 04.02.2015, 15:48
9. Fehlgeleitete Satte

Hallo Sascha,

ist mir etwas zu sehr über einen Kamm: natürlich sind die meisten (auch Akademiker - anderes Thema) Prenzelberger leicht mit Schwachsinn, wenn er denn nur gut vorgetragen ist, zu überzeugen. Allerdings gibt es viele Informationen, deren Wahrheitsgehalt man wahrlich prüfen muss. Und da bevorzugt über alternative Quellen, fernab der klassischen Medien, um zu verifizieren. Manches Mal klappt eine Verifizierung nicht, also macht man sich sein eigenes Bild. Und hier kommt es dann dazu, dass das selbstgemachte Bild von dem fremdgemachten Bild abweicht. Das findet sich dann in den Foren, wir hier, wieder. Zurecht sehe ich z.B. die kritische Auseinandersetzung mit Themen wie TTIP oder der Ukraine-Situation. Genau dafür ist das Internet da, lass es uns nutzen, solange es noch geht.

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