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Vertrauensverlust: Woran "die Medien" wirklich schuld sind
DPA

Für viele Menschen sind Medien unglaubwürdig, wenn nicht gar die Hauptschuldigen am Übel dieser Welt. Das stimmt zwar nicht, aber die Medienhäuser tragen eine Mitverantwortung - und müssen sich ändern.

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kritischer-spiegelleser 19.10.2017, 15:40
160. "die Medien"

Die Medien rechnen sich den Eliten zu und meinen deshalb, dem Bürger sagen zu können, wie dessen Welt auszusehen hat! Und weil der Bürger sich das nicht gefallen lassen will gibt es die Spaltung im Land!

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schwabenstreich 19.10.2017, 15:45
161. Naja... ich vermute die Journalisten haben nicht mehr genügend Zeit...

..im Internetzeitalter (zum recherieren, nachfragen, hinterfragen), ansonsten kann ich diesen Blödsinn heutzutage mir nicht mehr erklären... Überreginale Zeitungen unterschlagen sehr Vieles , bei bestimmten nicht erwünschten Themen (Tipp: lesen sie die Thematik des Artikel nochmals in der regionalen Zeitung = dies sind nicht so sehr von Werbung einiger Großkunden abhängig) ..zumdem wundert mich es wie nach der Wahl die Journalisten auf einmal über Fehler des Staates täglich berichten.. wäre dies Branche gleich offener und ehrlicher gewesen und nicht immer die Kaschiererei (das kannten die EX-DDR Bürger schon, raten Sie mal warum sie was gewählt haben)... wenn ich an dieses "Gedruckse" im Staatsfernseher ARD + ZDF am LKW-Weihnachtsmarktanschlag in Berlin denke.. die Privaten haben das sehr wahrscheinliche "Kind" gleich beim Namen genannt !

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apfelkorn 19.10.2017, 16:13
162. Nutznießung oder Fortschritt?

Die Medien setzen auf soziale Gerechtigkeit und auf Chancengleichheit. Wer aber die Gleichheit aller will, der schmälert die Allgemeinnützlichkeit eines Landes. Wenn Krankenschwestern die Rolle von Chefärzten übernehmen, dann ist es im Sinne der Chancengleichheit vielleicht gerecht, aber im Sinne der Nutznießung für jedermann völlig ungerecht, denn wenn der Patient verblutet, weil die Schwestern die Blutung nicht stillen können, dann hat nur das Beerdigungsinstitut die allgemeine Nutznießung. Also eine gewisse intellektuelle Ungleichheit ist schon angebracht.

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Patrik74 19.10.2017, 16:27
163. Sein oder nicht sein

Zitat von mostly_harmless
Ich sags mal so: Rund 50% der Bürger dieses Landes kennen den Namen des aktuell noch amtierenden Innenministers nicht. 39% haben ein Problem mit der Evolution. 40% der Bürger dieses Landes kennen den Unterschied zwischen Diktatur und Demokratie nicht. etc. pp. Aber wenns um komplexe Sachverhalte wie sagen wir mal Die No-Bailout-Klausel geht, dann weiss er Bescheid, der deutche Michel?
Die Kernfrage ist also: "Ist der Michel schlicht zu doof?"

Ich glaube das nicht. Es mag viele geben, die das Thema schlicht nicht interessiert, andere haben anderes zu tun als sich mit diesem zu beschäftigen und - ja, auch die gibt es - einige mögen mit gewissen Sachverhalten schlicht überfordert sein.

Umso wichtiger ist es, dass "die Medien" sehr sauber trennen zwischen:

- Faktenlage (oft schon schwer genug)
- Interpretation der Fakten (mit der Möglichkeit, dass hier auch der schlaue Journalist falsch liegen kann)
- Meinung hierzu (wie gehabt)

Es hat sich leider etabliert (überdeutlich seit der Finanzkrise), dass "die Medien" sich zunehmend entscheiden "zweckdienlich" zu sein, und eine Meinung gebildet aus einer (tendenziösen) Interpretation am Ende als Fakt dargestellt wird.

Aber spätestens beim inszenierten sog. "Kanzler-Duell" muss doch auch dem letzten aufgegangen sein, dass "die Medien" keineswegs die Rolle ausfüllen, die man ihnen theoretisch als "vierte Macht im Staat" gerne zurechnen würde - nämlich kritisch immer wieder den Finger in die Wunde zu legen (das ewige Rumreiten auf dem einen Flüchtlingsthema angesichts der zahlreichen anderen Missstände in diesem Land ist kein Beweis des Gegenteils).

Vielleicht müsste man dazu übergehen nicht nur die "Meinung" von der "Nachricht" deutlicher zu trennen, sondern eben in die drei deutlich getrennte Abschnitte, wobei der zweite Abschnitt sehr deutlich "UNSERE Interpretation" der Faktenlage stehen sollte. Das wäre dann sehr transparent.

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im_ernst_56 19.10.2017, 16:31
164. @Nr. 162

Zitat von masterrobin93
Ich lese zwar gerne den Spiegel, schaue das Morgenmagazin, aber die bewertenden Thesen und Meinungen in den Artikeln nerven teilweise dann doch. Der Spiegel braucht meines Erachtens eigentlich keine Meinungsseite, als Nachrichtenmagazin ist die Meinung von Redakteuren eigentlich nebensächlich.
Diese Meinung teilen Sie wahrscheinlich mit vielen Mitforisten, aber nicht vielen Redakteuren. Grund: Die meisten Nachrichten stammen von den selben Nachrichtenagenturen, der Anteil selbst rechechierter Nachrichten wird immer geringer. Dadurch wird ein großer Anteil journalistischer Arbeit Interpretation, sprich Meinung. Dem Medienkonsumenten, der natürlich nicht genügend Kenntnisse hat, wie es auf der Welt aussieht und daher die Nachrichten nicht richtig einordnen kann, muss das erklärt werden, sonst zieht er ja die falschen Schlüsse oder, horribile dictu, setzt sich die falsche politische Brille auf. Man kann es auch betreutes Denken oder Nanny-Journalismus nennen.

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Patrik74 19.10.2017, 17:07
165. Es gibt ein Wort dafür

Zitat von im_ernst_56
Man kann es auch betreutes Denken oder Nanny-Journalismus nennen.
Haltungsjournalismus.

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Nachtheinigte 19.10.2017, 18:16
166. Die Medien sind Schuld.

Da ist schon was dran !
Auffällig ist doch, dass die gemeldeten Informationen in allen Medien gleich
sind. Unterschiede gibt es nur in der Reihenfolge und in der Darstellung.

Oft wird in den Meldungen die Meinung der Regierenden vertreten.

Auch bedienen alle Medien die gleiche Betrachtungsweise. Beispiel
Russland. Die Phobie ist grenzenlos. Alles was dazu gemeldet wird hat einen negativen Touch, Das geht bis zu Fiktionen , etwa wenn die ARD meldet dass die einstige Sowjetunion eine Atombombe auf dem Mond zünden wollte. Hierbei
blieb die ARD allerdings auf ihrer dubiosen Meldung sitzen. Den anderen war das doch meist zu platt.

Auch geht es bei Medien offensichtlich um die Einschaltquoten. Das ist der falsche
Gradmesser, Sie ist das Goldene Kalb der Medien. Also was will die wahrscheinlich die Mehtheit hören, das wird verfasst und gesendet.

Weiter, die demkroatische Kontrolle durch die Rundfunkbeiräte ist doch sehr parteipolitisch geprägt. Beispiel MDR, hier ist offensichtlich, dass Sachsen immer in ein günstiges Licht gestellt wird.

Das sind nur einige Aspekte, die in keiner Analyse angesprochen werden.

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pygmy-twylyte 19.10.2017, 18:39
167. Verbrüderung

Die Lösung der Krise, in der sich die klassischen Medien befinden, kann nur im Qualitätsjournalismus (gründliche Recherche) und in der Ausübung der Vierten Gewalt (Stichwörter: Kontrolle des Staates, der staatlichen Organe; Kontrolle der Politik; "Verbrüderung" mit dem Volk; Wahrhaftigkeit im Sinne von objektiver, insbesondere ideologiefreier Berichterstattung) liegen. Die Verlagshäuser, die auf den Angriff durch das Netz bisher nur panisch, ideenlos und mit der Verschlankung der Redaktionen reagiert haben, was zum Verlust von Qualität und in der Folge auch Glaubwürdigkeit und Vertrauen geführt hat, werden das nach und nach einsehen.

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peeka(neu) 19.10.2017, 19:09
168. Es gab und gibt immer noch

Zitat von mwroer
Ja, war er. Henkel ist einer der wenigen Wirtschaftsgrößen die in Talkshows zu finden waren und ist bzw. war Journalist mit einer eigenen Kolumne im Handelsblatt. Seine Auftritte in Talk-Shows hatten, zu der Zeit, eher weniger damit zu tun welche Partei er unterstützt hat. So um 2005 rum hat er die FDP unterstützt. Bis etwa 2011. Von daher hat mit Henkel die AfD einen Vertreter in den Talk-Shows gehabt. Unwesentlich 'verfrüht' wenn man so will weil spätestens mit dem Einzug in die Landtage 2014 wären sie da ohnehin aufgetaucht. Da die AfD damals die einzige Partei war die dem Euro kritisch bis ablehnend gegenüberstand waren die Einladungen in Talk-Shows aber auch 2013, rein vom journalistischen Standpunkt her, absolut nachvollziehbar. Das war alles noch vor Eurem Sommertheater 'Einwanderungskrise' 2015 als mit der AfD noch relativ unverkrampft umgegangen wurde.
diverse rechte Kleinstparteien, die schon an etlichen Wahlen teilgenommen haben und nie in solchen Talkshows auftauchen durften, zum Beispiel die unsägliche "Bürgerinitiative Solidarität".
Im Unterschied zur AfD aber waren das eben nicht bekannte Mediengrößen.
Die AfD besteht ja in Wirklichkeit aus etablierten Personen, die eben den Medienapparat von innen her kennen und deshalb wissen, wie sie Aufmerksamkeit generieren und ihre Kontakte spielen lassen können.
Die Blaulackierten sind ja in Wirklichkeit keine Outlaws sondern spielen diese nur.

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moritz27 19.10.2017, 19:16
169. Nun, Herr Lobo,

mit Ihrer Anmerkung am Schluss haben Sei uns mitgeteilt, dass Sie zur Mehrheit der deutschen Journalisten zählen: Mehr links, als die Gesamtbevölkerung und auch "linker" als die eigenen Leser (dazu gab es eine Studie, in der Journalisten vor etlichen Monaten befragt worden sind). Die Medien "leiden" heutzutage an der Tatsache, dass die publizierte Meinung mit dem objektiven Geschehnissen des Lesers oft nicht übereinstimmt. Nehmen wir die Flüchtlingsdebatte 2015/2016, die von der Otto-Brenner-Stiftung kürzlich mit äußerst schlechten Noten für alle Medien beurteilt worden ist. Da wurde schlicht Vertrauen verspielt. Und dies wieder zu gewinnen dauert lang.

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