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Videospiel-Kritiken: Die unheimliche Macht des Durchschnitts

Der*Markt für Videospiele ist von einer*gewaltigen Macht erobert worden: Anonyme Punktewertungen. Portale wie*Metacritic errechnen aus den Kritikerzahlen Mittelwerte. So bestimmen*sie den Erfolg eines Spieles, Händlerrabatte, die Bezahlung der Entwickler*- und*sogar Aktienkurse.

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unpolit 30.11.2011, 07:37
1. oben ohne

Mein erster Gedanke: Der Artikel ist so wichtig wie die Info, dass in Bagdad ein Fenster offen steht. Was soll das?

Aber es steckt mehr dahinter: Da jeder beim Kauf Orientierung sucht - und in vielen Märkten ist das ähnlich wie in einem Ruderboot auf dem Pazifik - sucht man nach Leuchttürmen. Ideal wäre der kundige Verkäufer - den lassen wir gerade aussterben, weil wir seine Leistung in Anspruch nehmen und diese nicht mit einem Kauf honorieren. Geiz ist eben in erster Linie doof.

Also brauchen wir User-Meinungen. Darauf bauen ebay und amazon und und und, ist aber mühsam, alles zu lesen, und oft noch mühsamer, es zu verstehen. Also wird in Punkte gegossen - grundsätzlich gut, wenn ich nicht nur einen Wert habe - sondern Anforderungen beschrieben sind und die Werte einzeln ausgewiesen werden.

Dass das zum Manipulieren einlädt ist klar - aber dagegen hat der Otto Normalverbraucher ja nichts - sonst würde er keine Werbung sehen.

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Leser161 30.11.2011, 08:09
2. Automobilisierung

Scheint so, als wenn sich die Spielepresse immer mehr der Automobilpresse annähert. Auch dort sind Testergebnisse scheinbar sehr wichtig, auch dort ist ein Teil der Bewertung objektiv nicht messbar (Design z.B.). Und wenn man länger die entsprechende Presse liest kommt man nicht umhin zu schlussfolgern, dass gewisse Produkte gezielt gehypt werden.

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flippert0 30.11.2011, 08:42
3. Wahrscheinlich unvermeidbar

An einer solchen "Tyrannei des Durchschnitts" gibt es vermutlich viel zu kritisieren, aber es gibt nun mal viele Dinge, die man vorher nicht selbst ausprobieren kann, aber gerne haben würde, wenn sie denn "gut" wären.

Ich nehme solche Portale auch oft als ersten Anhaltspunkt, aber verlass mich nicht ausschliesslich auf sie.

Bloss bei einem Genre ist mir die Mehrheitsmeinung herzlich egal und zwar bei Musik.

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electroDad 30.11.2011, 08:52
4. Seltsam

Wenn ich das mal auf den Punkt bringen darf, dann beklagt sich hier ein Journalist (einer etablierten Medienmarke) darüber, dass die Aussagen von Journalisten etablierter Medienmarken tatsächlich ernsthafte Konsequenzen im richtigen Leben haben.
Genau dieser Verantwortung sollte er sich bewusst sein und sie mit bedacht und Überzeugung nutzen.

Erschütternd finde ich es nicht, dass jemand angefeindet wird dafür, dass er öffentlich seine Meinung vertritt (das Rampenlicht hat er gewählt), auch wenn der Still eine Katastrophe ist - das nichts neues für allen guten Journalisten, quasi Berufsrisiko und einige der guten verfahren gerne frei nach dem Motto "viel Feind viel Ehr'".

Spielen ist ja nicht erst seit dieser Woche ein sehr ernsthaftes Geschäft und wer darüber schreibt (mit Reichweite und hoffentlich Qualifikation) beeinflusst das und wer Einfluss hat, auf den wird (versucht) Einfluss zu nehmen...

Als Journalist sollte man sich freuen, dass die professionelle Meinung Gewicht hat - wer Angst davor hat, hat nichts in dem Job verloren. Andererseits beklagt sich nämlich die halbe Zunft darüber, dass die professionelle Presse an Einfluss verliert.

Kindergarten!

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spatenheimer 30.11.2011, 08:57
5. hmm

Die besten Erfahrungen hab ich bisher mit 4players.de gemacht. Deren Rezensionen sind meistens sehr aussagekräftig.

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drhk 30.11.2011, 08:58
6. !

Der Artikel ist interessant - er vergißt allerdings zu erwähnen, dass es nicht nur bei Videospielen so läuft!

Führt man das neudeutsche Wort "Rating" ein, dann wird schon klarer, was ich damit meine: Banken, Unternehmen, ganze Volkswirtschaften werden mit ein paar Zahlen "gehyped" oder am Boden zerstört.
Ähnlich verhält es sich mit der Politik und Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen. Nur dass dabei die Medien die Funktion der Ratingagenturen übernehmen.

Und wenn wir schon dabei sind: bereits früh im Leben wird jeder von uns mit Ratings konfrontiert, und zwar mit Schulnoten. Etwas differenzierter und fundierter im Bestfall, aber auch hier wird eine komplexe Struktur - nämlich eine Person mit individuellen Stärken oder Schwächen - durch einfache Kennzahlen charakterisiert.

Ob man das im Einzelfall gutheissen will, oder nicht: Ratings sind teil der Meinungsbildung. Leider ein ZU GROSSER Teil.

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Kourosh 30.11.2011, 08:59
7. Metacritic

Das Metacritic System mag einige Fehler haben, aber im Prinzip ist es besser als alle anderen Bewertungsysteme die wir in Produktmärkten besitzen. Jeder andere Markt ist untransparenter als der Spielemarkt. Das einzige Problem das ich sehe ist das scheinbar einige Computerspieleredakteure Angst haben sich mal gegen den Strom zu stellen. Das sagt mehr über diesen Berufszweig als über das Bewertungssystem aus.

Ich fände es gut wenn wir etwas wie Metacritic bei fast allen Produkten hätten die der Markt so anbietet. Es ist zumindest ein halbwegs objektives Verfahren. So objektiv ein Verfahren eben sein kann das auf rein subjektiven Meinungen beruht. Es ist kein perfektes System aber besser als andere. Ein bisschen wie die Demokratie, wenn ich das mal so anmerken darf.

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Der Meyer Klaus 30.11.2011, 09:05
8. Auf Thema antworten

Beispiel Battlefield 3: Wird an vielen Stellen zum Spiel des Jahres und zum Spiel mit bester Grafik allerzeiten erkoren aber auf Amazon hat kaum etwas so viele negative Bewertungen. Man könnte verwirrt sein, wenn man nicht wüsste das es dabei um Origin geht, die illegale Spyware die mitgeliefert wird und installiert werden muss.

Egal nach welchen Punkten man sich nun richtet, ohne den Text zu lesen zieht man die falschen Schlüsse.

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tetaro 30.11.2011, 09:15
9. Das Gesetz der großen Zahl

...scheint mir zuverlässiger zu sein, als auf ein bis zwei lokale Magazine zu schauen, die mit ihrer Wertung dann markrelevant sind.

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