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Videospiel-Kritiken: Die unheimliche Macht des Durchschnitts

Der*Markt für Videospiele ist von einer*gewaltigen Macht erobert worden: Anonyme Punktewertungen. Portale wie*Metacritic errechnen aus den Kritikerzahlen Mittelwerte. So bestimmen*sie den Erfolg eines Spieles, Händlerrabatte, die Bezahlung der Entwickler*- und*sogar Aktienkurse.

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cor 30.11.2011, 10:02
20. Bf3

Zitat von Der Meyer Klaus
Beispiel Battlefield 3: Wird an vielen Stellen zum Spiel des Jahres und zum Spiel mit bester Grafik allerzeiten erkoren aber auf Amazon hat kaum etwas so viele negative Bewertungen. Man könnte verwirrt sein, wenn man nicht wüsste das es dabei um Origin geht, die illegale Spyware die mitgeliefert wird und installiert werden muss. Egal nach welchen Punkten man sich nun richtet, ohne den Text zu lesen zieht man die falschen Schlüsse.
Richtig. Wobei das gar nicht so schlecht ist. Vielleicht merkt EA irgendwann ja mal, dass der Kunde nicht alles mit sich machen lässt. Wobei ich da meine Hoffnung schon aufgegeben habe. Das Spiel besticht, mittlerweile EA-untypisch, durch eine überdurchschnittlich hohe Qualität. Das ist genau der Kracher, auf den EA gewartet hat, damit sie Steam Konkurrenz machen können.

Zum Thema: Mich wundert es immer wieder, dass es noch Spieler gibt, die tatsächlich Reviews der Fachpresse lesen. Diese ist, ganz offensichtlich, bereits seit Jahren von den Publishern gekauft. Wer eine halbwegs objektive Rezession haben will, liest die jeweiligen Foren oder die Reviews von Spielern.

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Nonvaio01 30.11.2011, 10:02
21. Kunden feedback

Also ich lese nur die Kommentare von Kunden, von den sogenanten testern/experten habe ich genug. Das ist bei Filmen so wie bei Musik. Was dort manchmal mit 4-5 Sternen versehen wird kann ich nicht nachvollziehen, und was ich gut finde bekommt meist nur 1-2 Sterne weil es eben ein anderes genre ist.
Als ich mir ein Smartphone kaufen wollte habe ich mir auch die Kaufbewertungen von Kunden durchgelesen. es ist ein Galaxy S2 geworden.

Bei games lese ich nur die Kundenbewertungen, und nie die Expertenbewertungen, denn die sind ehrlich, ich denke das wenn man 10 gelesen hat, hat man eine gute information zum product, auch mal auf verschiedenen seiten schauen, nicht nur Amazon...etc
Nur auf die vergebenen Punkte zu schauen finde ich nicht hilfreich, da jeder andere kreterien hat, darum sollte man immer den text des bewerters lesen.

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Giraffenzebra 30.11.2011, 10:09
22. Fast könnte man ...

Fast könnte man den Eindruck haben, hier einen Artikel über die 3 großen amerikanischen Rating-Agenturen zu lesen. ;-)
Ich spiele zwar nicht sehr viel (vielleicht ein oder zwei gute Spiele im Jahr), aber ich fand diese ganzen Punktewertungen, die man überall im Internet und sonstwo findet, für mich persönlich total nutzlos. Sicher soll die Grafik halbwegs gut und die Spielewelt schön gestaltet sein mit vielen Details, aber für mich stehen die erzählte Geschichte, die Handlung und die Atmosphäre des Spiels immer absolut im Vordergrund und nur danach wähle ich aus. Spiele wie Bioshock, Fallout 3 + Fallout New Vegas, Wolfenstein, Metal Gear Solid oder Silent Hill finde ich erstklassig, obwohl die nicht immer die besten Wertungen hatten, aber die Hintergrundgeschichten waren immer herausragend. Irgendewelche reinen Ballerspiele à la Battlefield oder Modern Warfare sind da nix für mich und sei die Grafik auch noch so gut.

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Chinainteressierter 30.11.2011, 10:20
23. Durchaus gerechtfertigt

Zitat von sysop
Der*Markt für Videospiele ist von einer*gewaltigen Macht erobert worden: Anonyme Punktewertungen. Portale wie*Metacritic errechnen aus den Kritikerzahlen Mittelwerte. So bestimmen*sie den Erfolg eines Spieles, Händlerrabatte, die Bezahlung der Entwickler*- und*sogar Aktienkurse.
Tatsächlich ein schwieriges Thema. Metacritics ist heute sicher einer der entscheidenden Kriterien für den Kauf eines Spiels, und in der Regel ist die Durchschnittswertung auch richtig. Es ist durchaus möglich, Spiele bis zu einem gewissen Grad objektiv zu bewerten - wesentlich besser als zB. bei einem Buch.

Es gibt aber sicher auch einige Fälle, in denen Wertungen nicht gerechtfertigt waren. Ein Beispiel: Black&White. Aufgrund einer beispielloses Hypewelle wurden Fantasywertungen gegeben, die den zahlreichen Schwächen des Spiels nicht gerecht wurden. Gamestar war damals die einzige Zeitung mit realistischer Wertung - und steckte anfangs massive Kritik ein.

Ein Gegenbeispiel ist "Witcher". Damals testete Gamestar das Spiel eine unbekannten polnischen Studios scheinbar nur wenige Stunden. Der Test war ein Veriss, kritisiert wurde unter anderem die Story - logisch, wenn nur der Anfang getestet wird, kann der Tester die geniale Handlung und Auflösung nicht kennen. Tatsächlich war Witcher eins der besten Spiele des Jahres. Nach massiver Kritik am Test versuchte Gamestar nun mit fadenscheinigen Begründungen (guter Patch!) die Wertung nachträglich der Metascore anzugleichen.

Starke Abweichungen gegenüber dem Metascore können also gerechtfertigt sein, idR. weisen sie jedoch auf mangelhafte Qualität des Tests hin. Die ist um so ärgerlicher, da diese Wertungen die Metascore verfälschen und so Entwicklern schaden können. Übrigens hat ua. auch die Metascore zu einer wesentlich besseren Qualität im Spielesektor geführt.

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rst2010 30.11.2011, 10:21
24. ratings

wenn der handel sich nur noch auf diese ratings verlässt, um sein sortiment zusammenzustellen, dann führt das zu einem langweiligen einheitsbrei, überall dasselbe. schöne neue welt. und ich dachte, das system der ratingagenturen in der finanzwelt ist so schlimm, das wird sich kein anderer antun....aber die dummheit siegt. irgendwie passt das überhaupt nicht dazu, dass sich jeder gerne als individualist sieht, statt als dumpfes herdentier.

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LondoMollari 30.11.2011, 10:21
25. Das erinnert in fataler Weise ....

... an die Kasperei an den Börsen.

Da spielen Fundamentaldaten auch immer weniger eine Rolle. Vergilichen mit irgendwelchen obskuren "Analysten"-meinungen die sich diese anhand noch obskurerer Indices und Chartanalysen und Cumputrermodelle zusammengebastelt haben.

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SPON-tan 30.11.2011, 10:23
26. Alternativen?

Bewertungssysteme haben immer irgendwelche Nachteile.
Bloß was sind die Alternativen?
Das negative Gegenbeispiel kennen wir bei Filmen:
Einspielergebnis, insbesondere erstes Wochenende.
Das ist völlig sinnlos, weil das nur den Erfolg des Marketings beschreibt und praktisch nichts über die Qualität eines Filmes aussagt. Außerdem gehen manche Leute auch in schlechte Fortsetzungen, nur um den Plot weiterzuverfolgen.

Dass Journalisten schlecht arbeiten, weil sie Angst haben, dass ihre Familie in die Hölle kommt, das ist kein Problem des Konsumenten.

Wenigstens hat man bei vielen Spielen die Chance, sich über Demos selbst ein Bild zu machen. Vernünftige Spieler werden das vor der Investition tun. Spiele ohne Demo hätten bei mir allenfalls dann eine Chance, wenn ich das Spielkonzept/eine Reihe schon kenne oder es ist ein Grabbeltischangebot.

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Chinainteressierter 30.11.2011, 10:23
27. .

Zitat von unpolit
Aber es steckt mehr dahinter: Da jeder beim Kauf Orientierung sucht - und in vielen Märkten ist das ähnlich wie in einem Ruderboot auf dem Pazifik - sucht man nach Leuchttürmen. Ideal wäre der kundige Verkäufer - den lassen wir gerade aussterben, weil wir seine Leistung in Anspruch nehmen und diese nicht mit einem Kauf honorieren. Geiz ist eben in erster Linie doof.
Das sehe ich nicht so, da Verkäufer i.d.R. nicht objektiv sind.

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movieking 30.11.2011, 10:28
28. Naja...

Die Tests geben zwar schon eine Richtung vor entscheiden aber nicht unbedingt immer über den Erfolg des Produkts.

Beispiel: Die Schlümpfe (Film)...verrissen von der Kritik, 30% bei Metacritic und was war: Der Film wurde so ein gigantischer Erfolg das die nächsten 5 Schlümpfe Filme schonmal gesichert sind.

Was sagt einem das ? Das die Kritiken nicht immer den Geschmack der Kunden entsprechen (Vielleicht wurden "Die Schlümpfe" nur von Leuten getestet die einen Oscar-Film mit Drama und Tiefe erwartet haben).

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moex 30.11.2011, 10:28
29. Keine "illegale Spyware"...

Zitat von Der Meyer Klaus
Beispiel Battlefield 3: Wird an vielen Stellen zum Spiel des Jahres und zum Spiel mit bester Grafik allerzeiten erkoren aber auf Amazon hat kaum etwas so viele negative Bewertungen. Man könnte verwirrt sein, wenn man nicht wüsste das es dabei um Origin geht, die illegale Spyware die mitgeliefert wird und installiert werden muss. Egal nach welchen Punkten man sich nun richtet, ohne den Text zu lesen zieht man die falschen Schlüsse.
...wie die C't unlängst feststellte.Nur mal wieder übertriebene Hysterie.

Zum Thema: Ich vertraue bei Produktbewertungen schon seit langem lieber auf Userwertungen bei Shopppingportalen,Preissuchmaschinen oder eben metacritic.com.Gerade bei Spielemagazinen wie z.B. PCGames hab ich die Erfahrung gemacht,dass sogenannte "Blockbusterspiele" von großen Publishern,die entsprechend gehypt und beworben wurden (Bsp. die CoD Modern Warfare Reihe),durch die Bank bessere bewertungen bekamen als eher unbekannte Spiele kleiner Entwicklerstudios.Dabei waren es letztere,die mir wesentlich mehr Spaß gemacht haben (Bsp. Amnesia: The Dark Descent,Revenge of the Titans).Vor allem,nachdem schnell und billig zusammengebastelte Spiele wie Dragon Age 2 oder ein Crysis 2,das vom Gameplay und der Grafik schlechter als sein 4 Jahre alter Vorgänger ist,hohe Wertungen bekommen haben,drängt sich mir da der Verdacht auf.

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