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Von der Leyens "Agenda für Europa": Die nächste Uploadfilter-Debatte beginnt
Peter Gercke/ DPA

Ursula von der Leyen fordert ein Digitale-Dienste-Gesetz, es geht um strengere Haftungs- und Sicherheitsregeln für Plattformen. Zur Debatte steht damit ein Grundprinzip des Internets.

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zimond 16.07.2019, 18:37
20. Ich bins so leid

Immer und immer wieder kommen zu dem Thema Kommentare daher die von Kostenlos Kultur und anderen Märchen faseln. Es ist nur noch ermüdend und frustrierend immer und immer wieder die gleichen, schon hunderte Male sorgfältig widerlegten Argumente lesen zu müssen.

Informiert euch endlich richtig!

Es ist nahezu unmöglich auf Youtube mit den Werken anderer Geld zu machen, a7ch wenn her Voss diese Lüge noch so oft wiederholt. Urheber sind bereits übergeschützt! Wer auf Yt die große Asche machen will MUSS eigene Werke produzieren. Genau das aber wird mit der Urheberrechtsreform bald kaum noch möglich sein! Ein Urheberschutz der die Einkommensgrundlage von vielen echten Urhebern zerstören wird. DAS passiert gerade!

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draco2007 16.07.2019, 18:38
21.

Zitat von flytogether
soll heißen, dass jeder jeden Mist hochladen kann und dann die Betroffenen in aussichtslosen Bemühungen gegen riesige Konzerne klagen sollen. Mir wäre es recht wenn sich dieses Grundprinzip fundamental ändert.
Unsinn.

Das aktuelle System funktioniert so: Sie finden einen Urheberrechtsverstoß, melden den, z.B. bei YouTube und das Video wird innerhalb kürzester Zeit gesperrt.

Durch den Uploadfilter haben sie als Urheber selbst verschissen, denn SIE müssen YouTube erstmal beweisen, dass ihr Inhalt auch von ihnen ist. Sonst müssen sie gesperrt werden, denn YouTube muss davon ausgehen, dass sie keine Rechte haben.
Sie kennen das sicher von der GEMA.

Wenn das ihre fundamentale Grundprinzipänderung ist die sie wollen, bitteschön. ICH finds Mist.

Es gibt genügend Ideen für Reformierungen am Urheberrecht, was für alle Seiten profitabel ist. Aber die Medienindustrie ist schlicht dagegen, da deren Uraltmodelle nicht mehr funktionieren würden.

Deshalb läd man auch als Medienindustrie die führenden EU-Politiker zum Abendessen direkt vor der Abstimmung ein....

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draco2007 16.07.2019, 18:41
22.

Zitat von rainer-rau
das anonym im Internet angerichtet wird, bräuchte man eine zweifelsfreie Zuordnung der Nutzer und unmissverständliche Regeln, wie beispielsweise Autokennzeichen und StVO. Natürlich finden Kriminelle auch hier Auswege, aber es wäre eine Verbesserung. Strafandrohung nutzt bei unseren Gerichten wohl nicht sehr viel, auch dort gäbe es Verbesserungsbedarf.
Sowas haben sie schon. Nennt sich IP-Adresse. Ihr ISP kann jederzeit ihre IP in ihre Anschrift auflösen.

Damit sind sie im Internet deutlich einfacher zuzuordnen als im echten Leben. Sofern niemand ihren Ausweis in die Finger bekommt, können sie Straftaten begehen wie sie wollen, also Kleinigkeiten wie Hetze oder Beleidigung. Im echten Leben praktisch nicht zu verfolgen, wenn sie die Person nicht kennen oder einen Zeugen haben, der die Person kennt.

Aber das Internet ist ja ein rechtsfreier Raum...denken zumindest Leute wie sie.

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ackermart 16.07.2019, 18:44
23. Was darf von dieser beunruhigenden Offenheit gehalten werden ...

, wo man doch vor der Bestätigung im Amt eigentlich 'gehalten' sein sollte, dem EU-Bürger nicht seine absolute Ohnmacht gegen die weitere Beschränkung seiner Grundrechte schmerzlich klar zu machen? Ist es die absolute Gewissheit des siegreichen Zieleinlaufes nach dem "bumpy Start", eine sicher teuer "beratene" Formulierung die uns wohl die Street-Bumps zur Verkehrsberuhigung suggerieren sollte und sie selbst als diese mit dem E-Roller am Rande umfahrende Frohnatur mit "wehender" Frisur.

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MatthiasPetersbach 16.07.2019, 18:56
24. nun ja...

"Internet" ist ja im Prinzip erst mal ne Veröffentlichung.
Und für MICH ist da AUCH der Veröffentlicher selbstverständlich verantwortlich dafür, was veröffentlich wird.

Dieses "ich bin nur die Plattform" ist ja so feige und peinlich und vorgeschoben, das gibts ja garnicht. Auf der Welt muß jeder dafür einstehen, was er so anleiert (und mit dem er Geld verdient).

Und wenn dann das internet anders aussieht als heute, weine ich dem anderen keine Tränen nach. Dann ist das eben ein Medium, in dem Hetze, Rechtsverletzungen und Aufrufe zur Gewalt nicht vorkommen. Wie in jedem anderen Medium auch.

Es kann doch nicht sein, daß da ne Parallelgesellschaft entsteht, für die alle Regeln und Beschränkungen nicht gelten, mit denen sich Leute im wirklichen Leben auseinandersetzen müssen - ob z.B. Zeitung oder Marktbetreiber.

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MatthiasPetersbach 16.07.2019, 19:01
25.

Zitat von sholsth
Genau dadurch würde die Meinungsfreiheit in massiver Weise eingeschränkt, Zitate wären nicht mehr möglich, weil technisch nicht erkennbar, Satire wie die Kalkhofe-Videos wäre nicht mehr möglich, weil das Zitatrecht technisch nicht erkennbar ist, unbedeutende Hintergrundmusik würde zu einer Sperre führen, wenn die Rechte an dem Song nicht von Youtube gekauft wurden, obwohl nach der Prägetheorie des BGH diese Rechte gar nicht notwendig sind.
Nun ja, das könnte man unter "Problem des Internets" zusammenfassen. Es ist eben für gaaaaanz viele Dinge schlicht ein völlig ungeeignetes Medium.

Das jetzt damit korrigieren zu wollen, daß man für bestimmte Gesetze und Bestimmungen "dem Internet" einen Freibrief erteilt, ist doch einigermaßen hanebüchen..

Es TAUGT nicht für das, was man hier mit veranstalten will. Es KANN dafür garnicht taugen.

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quark2@mailinator.com 16.07.2019, 19:06
26.

Es war mir immer klar, daß der Staat das Internet irgendwann komplett unter Kontrolle bekommen würde. Zugang nur noch mit lizensierten Geräten, die eine persönliche Identifikation ermöglichen, am besten indem man den Personalausweis einstecken muß. Was war es für eine Befreiung, wenigstens mal für ein paar Jahre einen offenen Kanal zu haben, wo staatliche Strukturen noch fehlten und jeder machen konnte, was er wollte. Nicht die schlechteste Zeit zum Leben :-) ...

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draco2007 16.07.2019, 19:07
27.

Zitat von MatthiasPetersbach
"Internet" ist ja im Prinzip erst mal ne Veröffentlichung. Und für MICH ist da AUCH der Veröffentlicher selbstverständlich verantwortlich dafür, was veröffentlich wird. Dieses "ich bin nur die Plattform" ist ja so feige und peinlich und vorgeschoben, das gibts ja garnicht. Auf der Welt muß jeder dafür einstehen, was er so anleiert (und mit dem er Geld verdient). Und wenn dann das internet anders aussieht als heute, weine ich dem anderen keine Tränen nach. Dann ist das eben ein Medium, in dem Hetze, Rechtsverletzungen und Aufrufe zur Gewalt nicht vorkommen. Wie in jedem anderen Medium auch. Es kann doch nicht sein, daß da ne Parallelgesellschaft entsteht, für die alle Regeln und Beschränkungen nicht gelten, mit denen sich Leute im wirklichen Leben auseinandersetzen müssen - ob z.B. Zeitung oder Marktbetreiber.
1. Im Internet gelten alle Regeln und Beschränkungen des echten Lebens. Alles andere ist Unfug.

2. Sie sagen es selbst: "Und für MICH ist da AUCH der Veröffentlicher selbstverständlich verantwortlich dafür" und der "Veröffentlicher" ist eben NICHT die Plattform.
Ist es für sie ein Unterschied ob ein Urheberrechtsverstoß auf YouTube oder auf einer privat gehosteten Webseite passiert?
Für mich nicht.

3. Gibt es bereits ein funktionierendes System. Melden und Löschen bzw Anzeigen. WENN sie einen Urheberrechtsverstoß finden, haben sie das Recht dagegen vorzugehen. YouTube löscht solche Verstöße sehr schnell und wenn sie rechtlich dagegen vorgehen wollen, finden sie vermutlich hunderte Anwälte, die ihnen beim Abmahnen liebend gerne helfen wollen.

4. "Wie in jedem anderen Medium auch." Da ja das Internet der angeblich rechtsfreie Raum ist, hierzu mal eine Frage:
Wenn ich mich auf den Marktplatz stelle und das neueste Taylor Swift Lied singe, begehe ich eine Urheberrechtsverletzung. Wie hoch sind meine Chancen dafür erwischt zu werden, sofern mich niemand erkennt? Richtig, gleich NULL.
Obwohl ich damit hunderte Leute erreiche und womöglich sogar noch Geld damit verdiene.
Gleiches gilt für Hetze oder Beleidigungen. Vermutlich haben sie nichtmal Konsequenzen zu befürchten, wenn sie den Holocaust leugnen.
Für YouTube sollen jetzt andere Standards gelten. Und auf mehr als ein paar Hundert Views kommt kein urheberrechtlich geschützter Titel, schlicht weil er dann gemeldet und gelöscht wird.
Also muss die Stadt zukünftig dafür sorgen, dass das Spielen von urheberrechtlich geschützen Songs in Fußgängerzonen unterbleibt.
Schließlich ist die Stadt ja die Plattform...

Also WAS ist der rechtsfreie Raum? Das Internet ist es jedenfalls nicht, da hinterlassen sie immer Spuren, im besten Fall eine IP Adresse.

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draco2007 16.07.2019, 19:08
28.

Zitat von MatthiasPetersbach
Das jetzt damit korrigieren zu wollen, daß man für bestimmte Gesetze und Bestimmungen "dem Internet" einen Freibrief erteilt, ist doch einigermaßen hanebüchen.
Wo gibt es im Internet einen Freibrief für irgendwas? Ernsthaft, ich will mal ein Beispiel....

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Menschundrecht 16.07.2019, 19:18
29. Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt*

Zitat von ctrader62
Irgendwie wäre ich ja froh, wenn man in Brüssel arbeitsfähig wird. Aber andererseits frage ich mich, warum die Nummer mit vdL so hart durchgepeitscht wurde (ich gehe fest davon aus, dass das Parlament sie bestätigt, da wird man wie in anderen Parlamenten auch genug Zuchtmeister haben). Frau Lagarde wird die im Februar konzeptionell vom IWF und EZB veröffentlichte Währungsreform (Abwertung von Bargeld) "alternativlos" durchziehen, vdL sorgt für die Aufrüstung auf europ. Basis unter klarer Führung von Frankreich und seinen Interessen und die Überwachung und Einschränkung des Internets läuft wie bisher von Hr. Axel Voss gegen alle Widerstände ("Fake-Petitionsunterzeichner") einfach so über die Bühne. So stelle ich mir die EU wirklich nicht als Wunsch vor, so sehe ich auch keine große Akzeptanz bei den Bürgern. ich denke das Wohl der Völker und dass sie nie wieder aufeinander losgehen, sollte im Vordergrund stehen. Wenn man wie ich sehr viele authentische Erzählungen vom Krieg hat, dann macht mir die Entfremdung der EU von den Bürgern und die schlimme Lage der jungen Generation im Süden große Sorgen. Hoffentlich habe ich Unrecht !
... und lange Leitung, langes Leiden.

Sie haben nicht Unrecht, aber vor Allem sind Ihre Bedenken schon recht alt und die politische Wirklichkeit, gegen die sich Ihre sinngemäß lautend schon vor zwanzig Jahren formulierten Bedenken richten, ist längst traurige Realität.

Wo formuliert? Bei Spiegel online.

*Zitat J.C.Juncker ohne Anführung, weil Beitragstitel

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