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Von der Leyens "Agenda für Europa": Die nächste Uploadfilter-Debatte beginnt
Peter Gercke/ DPA

Ursula von der Leyen fordert ein Digitale-Dienste-Gesetz, es geht um strengere Haftungs- und Sicherheitsregeln für Plattformen. Zur Debatte steht damit ein Grundprinzip des Internets.

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peterputzig 16.07.2019, 19:59
40.

Zitat von draco2007
Sie sind nicht anonym im Internet, es sei denn sie legen es darauf an....
Stimmt, ich meine auch nur, dass beim Konsumieren von Inhalten gerne alles beim alten bleiben darf.......das Veröffentlichen wiederum sollte nur nach eindeutiger Identifizierung erlaubt sein.

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peterputzig 16.07.2019, 20:12
41.

Zitat von gruenerwaldgeist
Na, dann haben Sie ja in etwa dasselbe Demokratieverständnis wie unsere Politiker. Herzlichen Glückwunsch.
Herzlichen Glückwunsch auch Ihnen. Ihre Grundhaltung nennt sich dann eher Anarchieverständnis?
Es gibt nun einmal Regeln in einer Gesellschaft. Ausserdem ist es doch ein Zeichen von Demokratie wenn hier diskutiert wird und da können Sie dann auch gerne mit inhaltlich passenden und fundierten Beiträgen dazu kommen.....Polemische Kommentare ohne jeweden Beitrag zur Diskussion zeugen eher von einer unreifen Person, die noch nicht wirklich verstanden hat was eine Gesellschaft ausmacht und die nicht in der Lage ist andere Meinungen zu akzeptieren und, - Gott bewahre, - wenn die Mehrheit vielleicht sogar die Regeln anpasst, das mit dem Untergang der Zivilisation gleichsetzt.

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draco2007 16.07.2019, 20:13
42.

Natürlich ist es technisch "leicht" seine IP zu verändern.

Aber was meinen sie wieviele das machen, die bei YouTube tatsächlich Urheberrechtsverstöße hochladen? 1%? Weniger?
Oder wie bekommen die ganzen Abmahnanwählte ihre IPs her? (da sind es zwar vermehrt Torrents, aber selbst da schützt sich scheinbar kaum jemand)

Der VPN verändert auch erstmal nur ihre IP. Es ist etwas aufwändiger aber eine Strafverfolgung ist dazu in der Lage auch das auflösen zu können. Da kommen dann so Dinge wie "Browser Agent", "versehentliche" Logins ohne VPN und anderes.

Wir reden hier NICHT über Dinge wie Pirate Bay oder ähnliches. Die Betreiber werden garantiert alle Vorsichtsmaßnahmen treffen die möglich sind. Die sind aber auch ohne irgendwelche Veränderungen am Urheberrecht illegal unterwegs und für die ändert sich auch nix.

Und selbst im Dark-Net wurden schon einige heftige Waffen/Drogen-Händler hops genommen, die wirklich alle Techniken genutzt haben um sich anonym zu bewegen.

Anders, sie sind NICHT anonym im Netz, niemals, sie hinterlassen immer Spuren. Alles eine Frage des Aufwandes den man bereit ist zu investieren. Ich tippe darauf, dass sie 90% der Fälle über die IP abfrühstücken könnten, wenn denn unsere liebe Polizei wüsste was eine IP ist. Nochmal 9% mit etwas mehr Aufwand "Fangschaltung", "Browser Agent", ich könnte ins Detail gehen, aber das sprengt den Rahmen.

Aber nochmal, wir reden von YouTube. KEIN Video, dass einen echten Urheberrechtsverstoß (also nicht nur Radio im Hintergrund an) wird mehr als ein paar Hundert, vielleicht Tausend Klicks bekommen ehe es verschwindet. Abmahnung hinterher in den meisten Fällen.

Mal noch 1-2 Sätze dazu, da ich vom Fach bin.
"Und das ist sogar sehr nützlich, da mit zusätzlicher Verschlüsselung Internetverkehr auch mit öffentlichem WiFi sicherer wird."
Mit zusätzlicheri Verschlüsselung meinen sie wahrscheinlich HTTPS oder beim WiFi WPA. Beides macht sie NICHT Anonym, sondern verschlüsselt nur ihren Inhalt.

"Und das ist gut so. Mittlerweile haben sogar Firmen, die ihre Identität schützen, VPNs im Programm zu ihrer eigenen Sicherheit."
Firmen schützen per VPN NICHT ihre Identität, sondern ihre Daten. Bestimmte Bereiche des Intranets (also Server die der Firma gehören) sind NICHT über das "normale" Internet erreichbar, sondern nur über einen gesondert authentifizierten Tunnel (VPN). Auch hier sind sie identifizierbar. Sogar sehr gut. Ihre Firma weiß zu jedem Zeitpunkt wer mit welchen Account im VPN eingeloggt ist und was er macht.

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draco2007 16.07.2019, 20:15
43.

Zitat von soulspider
Mit welcher Nonchalance bei SPON die die angeblich so befreiende Kraft des Internets vor geltende Gesetze geschoben wird, macht mich sprachlos. Jede Zeitung, jedes Radioprogramm würde vor Gericht gezerrt werden, wenn rechte Spinner darin zu Mord aufrufen, oder kinderpornografische Bilder veröffentlicht werden. Und zu Recht. Aber Youtube und Facebook sind plötzlich "too big to regulate". Und eine Impressums-Pflicht von Beiträgen das Ende der Freiheit. Patrick Beuth oder Sascha Lobo sollten vielleicht mal ein paar Monate in China, Nordkorea, Turkmenistan oder dem Iran verbringen, damit sie verstehen, was Zensur wirklich bedeutet.
Woher wissen sie, dass die Poster von Mordaufrufen nicht hinter Gitter landen?
Wenn sie am Bahnhof jemandem mit Mord drohen, ist dann die Deutsche Bahn verantwortlich?

Strafverfolgung im Netz ist problemlos möglich und DA sollte man ansetzen, nicht bei irgendwelchen Änderungen am Urheberrecht, die NICHTS verbessern, sondern nur schlechter machen.

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draco2007 16.07.2019, 20:24
44.

Zitat von peterputzig
Stimmt, ich meine auch nur, dass beim Konsumieren von Inhalten gerne alles beim alten bleiben darf.......das Veröffentlichen wiederum sollte nur nach eindeutiger Identifizierung erlaubt sein.
Interessanter Ansatz, funktioniert dann aber nur in D respektive EU.
Kein anderes Land würde sich daran halten. Und wie macht z.B. die Identität fest? Anhand der IP.

Wenn sie wissen sie müssten PostIdent durchführen um bei YouTube was hochzuladen steigt die Motivation sich mal kurz ne russische IP zu besorgen. Reicht auch für die Registrierung, sonst dürften Amerikaner nichts mehr aus Deutschland hochladen.

Aber den Ansatz finde ich richtig, denn er setzt eben nicht an irgend einer unmöglichen Verschlimmbesserung am Urheberrecht an.

Mein Ansatz ist anders.

1. Polizei muss sehr einfach das Recht bekommen, dass ein ISP eine IP auflösen muss. Im Prinzip so: Die Polizei bekommt eine IP eines illegalen Uploads in die Finger -> Meldung bei ISP und sofortige Speicherung der Auflösung IP zum Namen -> nach richterlichem Beschluss werden die Informationen offengelegt

2. Liegt die IP zu dem Zeitraum nicht mehr vor, weil der Urheberrechtsverstoß zu spät festgestellt wurde (einige ISPs speichern die IP für ein paar Wochen, andere eher nur Tage), wird der Plattformbetreiber verpflichtet eine "Fangschaltung" zu schalten. Bedeutet, loggt sich der User erneut ein, geht sofort eine Meldung an den ISP (oder zuerst an die Polizei) und die IP Auflösung kann wieder durch richterlichen Beschluss durchgeführt werden.

Mit diesen beiden Möglichkeiten erwischen sie LOCKER 90% aller Urheberrechts-Brecher. Beim Rest geht es nach Verhältnismäßigkeit. Wird ein bestimmter User immer und immer wieder auffällig, versteckt sich aber per VPN/Dark Net/whatever, kann man mit mehr Aufwand auch diesen erwischen. Bei einem kleinen Fisch eher nicht.
(Man schießt auch nicht auf einen Ladendieb)

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draco2007 16.07.2019, 20:25
45.

Zitat von peterputzig
Herzlichen Glückwunsch auch Ihnen. Ihre Grundhaltung nennt sich dann eher Anarchieverständnis? Es gibt nun einmal Regeln in einer Gesellschaft. Ausserdem ist es doch ein Zeichen von Demokratie wenn hier diskutiert wird und da können Sie dann auch gerne mit inhaltlich passenden und fundierten Beiträgen dazu kommen.....Polemische Kommentare ohne jeweden Beitrag zur Diskussion zeugen eher von einer unreifen Person, die noch nicht wirklich verstanden hat was eine Gesellschaft ausmacht und die nicht in der Lage ist andere Meinungen zu akzeptieren und, - Gott bewahre, - wenn die Mehrheit vielleicht sogar die Regeln anpasst, das mit dem Untergang der Zivilisation gleichsetzt.
Ja es gibt Regeln in der Gesellschaft. Und diese gelten im Internet genauso.

Ich warte immer noch auf ein Beispiel, wo Regeln im Internet nicht gelten, die aber im echten Leben gelten.

Bisher habe ich keine gesehen...

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dr.schnabel 16.07.2019, 20:39
46.

Zitat von sholsth
Kurzum: Art 5 I S. 1 GG wäre vollständig ausgehöhlt.
Sie könnten schlimmstenfalls Ihre Meinung wieder - wie früher - in der Kneipe, im Bus, beim Elternabend oder bei der Arbeit kundtun. Ich wüsste nicht, dass Art. 5 GG weltweite Mediengarantie umfasst. Natürlich würde in der Kneipe usw. wieder kaum einer zuhören, aber das macht im Internet auch kaum einer.

Ich wüsste auch nicht, dass 1979 die Demokratie ohne Internet signifikant schlechter war. Offen gesagt habe ich oft den Eindruck, das ist sie heute.

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peterputzig 16.07.2019, 20:47
47.

Zitat von draco2007
Strafverfolgung im Netz ist problemlos möglich und DA sollte man ansetzen, nicht bei irgendwelchen Änderungen am Urheberrecht, die NICHTS verbessern, sondern nur schlechter machen.
Ist es eben zur Zeit nicht!!! (Gerade weil Sie ja angeblich vom Fach sind, sollten Sie diesen Unsinn lieber nicht schreiben)
Daher aufheben der Anonymität für Content Publisher! Das regelt dann automatisch alle nachfolgenden Verstösse. Damit ist eine Strafverfolgung erst möglich. Das Urheberrecht ist ein Teil der geregelt werden muss. Noch wichtiger ist mir allerdings das Unterbinden von Hetze. Beides lässt sich durch Aufhebung der Anonymität (für die Publisher) bestens in den Griff bekommen.

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peterputzig 16.07.2019, 21:00
48.

Zitat von draco2007
Interessanter Ansatz, funktioniert dann aber nur in D respektive EU. Kein anderes Land würde sich daran halten. Und wie macht z.B. die Identität fest? Anhand der IP. Wenn sie wissen sie müssten PostIdent durchführen um bei YouTube was hochzuladen steigt die Motivation sich mal kurz ne russische IP zu besorgen. Reicht auch für die Registrierung, sonst dürften Amerikaner nichts mehr aus Deutschland hochladen. Aber den Ansatz finde ich richtig, denn er setzt eben nicht an irgend einer unmöglichen Verschlimmbesserung am Urheberrecht an. Mein Ansatz ist anders. 1. Polizei muss sehr einfach das Recht bekommen, dass ein ISP eine IP auflösen muss. Im Prinzip so: Die Polizei bekommt eine IP eines illegalen Uploads in die Finger -> Meldung bei ISP und sofortige Speicherung der Auflösung IP zum Namen -> nach richterlichem Beschluss werden die Informationen offengelegt 2. Liegt die IP zu dem Zeitraum nicht mehr vor, weil der Urheberrechtsverstoß zu spät festgestellt wurde (einige ISPs speichern die IP für ein paar Wochen, andere eher nur Tage), wird der Plattformbetreiber verpflichtet eine "Fangschaltung" zu schalten. Bedeutet, loggt sich der User erneut ein, geht sofort eine Meldung an den ISP (oder zuerst an die Polizei) und die IP Auflösung kann wieder durch richterlichen Beschluss durchgeführt werden. Mit diesen beiden Möglichkeiten erwischen sie LOCKER 90% aller Urheberrechts-Brecher. Beim Rest geht es nach Verhältnismäßigkeit. Wird ein bestimmter User immer und immer wieder auffällig, versteckt sich aber per VPN/Dark Net/whatever, kann man mit mehr Aufwand auch diesen erwischen. Bei einem kleinen Fisch eher nicht. (Man schießt auch nicht auf einen Ladendieb)
Sicherlich wird es immer Mittel und Wege geben ein System auszuhebeln. Generell ist das Dilemma auch ähnlich wie beim Thema Klima - wenn nicht Internationaler Konsenz erreicht wird, wird es schwieriger etwas zu erreichen.
Allerdings dürfte bei diesem Thema ein Konsenz einfacher zu erzielen sein.
Ein fertiges technisches Konzept habe ich auch nicht.
Ein Ansatz wäre für mich, das Provider bei Uplod-Streams einen Key in die Datei integrieren der Zeitpunkt und IP-Adresse der Quelle und des Ziels festhält. Hier sind sicherlich auch die Produzenten der Betriebssysteme gefragt. Wie gesagt, habe ich keine fertige Lösung. Aber wenn es technisch möglich ist Uploadfilter zu bauen, dann ist es auch möglich diese schon direkt am Anschluss zu aktivieren (Provider) und dann eben nicht Filtern, sondern loggen), damit liegt dann die Verantwortung nicht mehr bei den Content-Hostern und auch kleine Anbieter können überleben, die sich die Technik nicht leisten können. Denn das sehe ich als einziges akzeptables und wichtiges Argument der Gegner von Upload-Filtern.

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peterputzig 16.07.2019, 21:14
49.

Zitat von draco2007
Ja es gibt Regeln in der Gesellschaft. Und diese gelten im Internet genauso. Ich warte immer noch auf ein Beispiel, wo Regeln im Internet nicht gelten, die aber im echten Leben gelten. Bisher habe ich keine gesehen...
Es geh nicht um die Regeln, sondern um die Reichweite. Außerhalb der Medien ist nun mal die Reichweite sehr gering und damit mögliche Auswirkungen auch entsprechend unwahrscheinlicher bzw weniger Präsent. Mein Thema ist auch weniger das Urheberrecht. Das finde ich schon wichtig, aber nicht so sehr wie Hetze und Aufruf zu Straftaten. Das ist das zentrale Problem. Bei allen anderen Sachen geht es nur um schnöden Mammon und da ist auch außerhalb des Internets Hopfen und Malz verloren, wenn selbst Kindergärten Gema zahlen sollen, wenn Sie mit den Kindern entsprechende Lieder singen.....auch ausserhalb des Netzes ist das aktuelle Urheberrecht sicherlich nicht in allen Aspekten frei von Kritik.
Ein anderer Aspekt ist nicht so sehr die Regel, sondern der "Mut" von Leuten. Nur durch die vermeintliche oder ggf. auch tatsächliche Anonymität (wenn er clever ist), trauen sich 99% dieser Vollpfosten diese Inhalte zu publizieren. Denn auf einem Marktplatz hat keiner die Traute.

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