Forum: Netzwelt
Vorstoß: Gruner Jahr plant Online-Kiosk

Schneller ist ein Trend selten über den Atlantik geschwappt: Der deutsche Verlag Gruner Jahr ("Stern") folgt dem Beispiel von US-Verlagen und plant eine firmenübergreifende Vermarktungsplattform. Der Gedanke dahinter: Will man Bezahlinhalte durchsetzen, geht das nur in Kooperation.

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A.M.HB 30.11.2009, 12:26
1. Zum Gelde drängt doch alles...

Zitat von sysop
Schneller ist ein Trend selten über den Atlantik geschwappt: Der deutsche Verlag Gruner Jahr ("Stern") folgt dem Beispiel von US-Verlagen und plant eine firmenübergreifende Vermarktungsplattform. Der Gedanke dahinter: Will man Bezahlinhalte durchsetzen, geht das nur in Kooperation.
Ja, konnte man lesen: Gruner+Jahr plant zusammen mit Mitbewerbern von usern zu bezahlende Internet-Angebote.

Will der "Spiegel" jetzt per Forum ausloten, wie dessen Leser dazu stehen und sich gegebenenfalls an dieser Plattform beteiligen?

Die meisten Angebote im Internet sind kostenlos und erfreuen sich gerade deswegen großer Nachfrage. Das wird sich zumindest durch private Nutzer ändern, wenn bezahlt werden soll. Und zwar zusätzlich zu den Werbekosten, die der Verbraucher ja auch finanziert.

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bepekiel 30.11.2009, 13:20
2. Mal wieder wurde in Deutschland geschlafen!

Haben vor ca. 4-5 Jahren ein solches Konzept schon gehabt.
Zeitungen, Zeitschriften etc. unterschiedlicher Verlage in einem Kiosk anzubieten.
Die Software von Adobe gekauft, domain angemeldet, den shop voll programmiert, mit allen möglichen Sicherheitseinstellungen, Bezahlmöglichkeit, eigener Bereich eines jeden Benutzers etc.. Haben ca. 6 Monate für die Realisierung gebraucht:
Was war das Resultat bei Nachfragen in deutschen Zeitungsverlagen: kein Interesse, oder haben unsere Ausgaben auf der eigenen Seiten zur Verfügung gestellt, oder die Ausgaben stehen nur dem Printabonnenten zur Verfügung, etc. etc..
Wir hatten nur Kopfschütteln übrig und mussten dann unser Projekt einstellen.
Für mich hängt was technologische Anwendungen immer zurück, da hier immer sehr konservative Denkungsarten angesagt sind.

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olivetti 30.11.2009, 13:35
3. Appsolutely!

Das WWW wird seinen freien Charakter behalten und weiter verstärken. Von Insellösungen würde ich jedem Verlag nur abraten - nicht zuletzt das Scheitern von AOL (= Premium Services und Inhalte für Premium User) sollte dafür Beispiel und Warnung genug sein. Ich würde eine schlüssige Channelstrategie empfehlen: Kostenlos, realtime und interaktiv im WWW - kostenpflichtig, zeitversetzt und hintergründig in geschlossenen Kiosksystemen: Zeitschriftenkiosk (Print), Itunes und Amazon Kindle etc. (Digital). Damit bleiben die Anbieter auf allen Kanälen präsent, können Synergien und Quersubventionierungen realisieren und der Leser weiß zu differenzieren, wofür er ggf. wo etwas bezahlen soll oder auch nicht.

Strategien wie Murdochs News nur noch in Bing oder Springers iPhone Diskriminierung (iPhone User bezahlen für freie www Inhalte auf dem iPhone) dagegen sind zum Scheitern verurteilt, da a.) für den Leser nicht schlüssig und b.) kein Mehrwert dahintersteckt. Vielversprechender scheint dagegen die angekündigte Spiegel App für das iPhone: Printausgabe auf dem iPhone - kostenpflichtig, zeitversetzt und hintergründig. Sicherlich zunächst etwas zu klein auf dem iPhone, aber wenn erstmal das Mac Tablet erscheint, dann genau richtig - Kompliment Spiegel!

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Kabe 30.11.2009, 13:41
4. Wenn das Apple macht...

...wird's ein Erfolg.

Vermutlich versuchen sie es den Verlagen gerade zu verkaufen, und diese glauben, das können sie doch besser alleine...

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frubi 30.11.2009, 13:49
5. .

Zitat von sysop
Schneller ist ein Trend selten über den Atlantik geschwappt: Der deutsche Verlag Gruner Jahr ("Stern") folgt dem Beispiel von US-Verlagen und plant eine firmenübergreifende Vermarktungsplattform. Der Gedanke dahinter: Will man Bezahlinhalte durchsetzen, geht das nur in Kooperation.
Man sieht doch am Pay-TV wie sehr die Deutschen die Schnauze voll haben für jede Sache Geld auf den Tisch zu legen. Ich persönliche gehe gar nicht davon aus, das SPON mir das selbe bietet wie die Printausgabe. Muss auch nicht. SPON ist für mich eine kurzfriste Sache. Ich lese mir bei SPON auch keine langen Berichte durch sondern schau eher auf aktuellere Artikel. Mit der Printausgabe bin ich allerdings fast die ganze Woche über beschäftigt und les mir diese zu 90% durch. Dafür zahle ich auch gerne. Aber alles andere geht mir eindeutig zu weit. Sollen die ruhig machen. Danach aber bitte keine Klagelieder wie die Jungs und Mädels von SKY. Der böse deutsche Konsument. Gibt kein Geld mehr aus welches er nicht hat.

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prenzberger 30.11.2009, 14:13
6. Da muss dann aber auch Qualität her

Wenn ich für die jetzt kostenlos abrufbaren Online-Zeitungen und -Magazine etwas bezahlen muss, dann will ich aber auch Qualität sehen. Zusammengestümperte Kurzartikel, haufenweise Schreibfehler und sogenannte "Journalisten", die das Thema ihres Artikels nicht mal ansatzweise selbst begriffen haben, sowas bringt niemanden dazu, den virtuellen Geldbeutel zu zücken.

Allerdings habe ich da wenig Hoffnung - in den Printausgaben sieht es leider zunehmend genauso aus.

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Emil Peisker 30.11.2009, 14:19
7. Nach dem Weberaufstand der Druckeraufstand?

Wenn man den Printbereich aus den Überlegungen der Verlage herausnimmt, dann stellt sich natürlich die Frage, wie die enormen Summen der Anzeigeneinnahmen des Printbereiches im Online generieren.

Langfristig wird der Printbereich zusammenschmelzen, er wird nur noch für eine kleine Gruppe von Lesern unverzichtbar bleiben.

Die Frage ist nur, wie schnell ist diese Entwicklung.

Die E-Books in der Aktentasche, die einem Nachrichten im Onlinetempo aufs E-Book senden, können die Tageszeitungen schnell ersetzen.

Bleibt auch hier die Frage nach den Anzeigeneinnahmen.

Nach dem Weberaufstand der Druckeraufstand?:-))

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semper fi 30.11.2009, 14:31
8. -

Zitat von sysop
Schneller ist ein Trend selten über den Atlantik geschwappt: Der deutsche Verlag Gruner Jahr ("Stern") folgt dem Beispiel von US-Verlagen und plant eine firmenübergreifende Vermarktungsplattform. Der Gedanke dahinter: Will man Bezahlinhalte durchsetzen, geht das nur in Kooperation.
Ach nee, und der Spiegelverlag gehört mit 25,5% zu Gruner & Jahr. Zufall? Ist auch die Schreibe Zufall? Z. B.:

"Schneller ist ein Trend selten über den Atlantik geschwappt"

Welcher Trend bitte? Murdoch und das Wall Street Journal sind jetzt schon "ein Trend"? (Abgesehen davon, dass die WSJ-Inhalte auch schon kostenpflichtig waren bevor Murdoch den Laden gekauft hat.) Der Rest von Murdochs Imperium steht noch aus, dito natürlich der Erfolgsnachweis.
Der Spiegel-Verlag verdient doch klotzig mit der Printausgabe (frecherweise muss ja für eine zusätzliche PDF-Ausgabe noch einmal extra bezahlt werden). Angabegemäss verdient der Spiegel auch mit dem kostenfreien SPON Geld.

Ich kann nur sagen: Macht mal Leute, und Ihr werdet schon sehen, was Ihr davon haben werdet. Nämlich: Null, nada, nix. (Für den Schrott, ja auch auf SPON, noch Geld haben wollen - ich fasses net.)

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Schwencky 30.11.2009, 14:45
9. Preiskartell

Bin sicherlich kein Fachmann, aber so weit reicht sogar mein Geist:
Wenn man alle mit ins Boot holt, dann nennt sich das Preiskartell und das ist nicht nur marktwirtschaftlich eine Frechheit, sondern auch ganz schlicht verboten. Ein Blick ins GWB (und man muss nicht mal weiter als bis § 1 GWB gucken) macht das ziemlich deutlich?!
Naja, vieleicht interessiert das keinen...?

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