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Wahlen in Brasilien : Angst vor der Urne
Joedson Alves/ EPA-EFE/ REX/ Shutterstock

Brasiliens Wahlen sind automatisiert: Elektronische Wahlurnen beschleunigen die Auszählung. Doch die Sorge vor Manipulation ist in diesem Jahr so groß wie nie zuvor.

Renoir7 28.10.2018, 16:12
1. Wenn das elektronische Wählsystem

so sicher ist, dann frage ich mich wieso es nicht längst überall auf der Welt wird. Das zeitaufwendige Zählen der Zettel könnte gespart werden und das Ergebnis wäre sofort sichtbar.

Warum wird es nicht überall auf der Welt verwendet ?

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quark2@mailinator.com 28.10.2018, 16:30
2.

Elektronische Wahlzähler (das Wort "Urne" muß die Digitalisierung möglichst nicht überleben (npi), es ist so schon unangenehm genug) ... also elektronische Wahlzähler sind inherent gefährlich, solange man nicht ein paar Grundregeln einhält - also parallel mit Papier arbeitet, das auch normal ausgewertet wird und die Dinger keinerlei Online-Funktion haben (so daß das Wahlverhalten nicht bößartig remote ausgelesen werden kann, solange die Wahl noch läuft). Verzichtet man auf eins von beiden, hat man keine Sicherheit mehr, daß das Ergebnis auch stimmt.

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geotie 28.10.2018, 16:59
3. Vorschlag für Wahlbehörde TSE und andere

Ich finde, man sollte zu der Wahl mit dem Automaten auch einen Zettel mit dem Kandidaten ausdrucken, der dann geheim in die Urne zur Kontrollauszählung kommt.
Noch besser sollte es einen weiteren Ausdruck geben, der einen Barcode und einer willkürliche einmaligen Nummer aufzeigt, um später einen weiteren Wahlbetrug ausschließen zu können. Die Nummer könnte zum sofortigen Annullierung des Wahlscheines benutzt werden, falls man sich vertippt hatte. Natürlich darf der Wahlzettel noch nicht in die Urne gelangt sein und muss sofort vernichtet werden. Der Vorgang muss sofort erfolgen! Diesen Kontrollschein sollte allein nur der Wähler haben, kein Helfer oder sonst wer. Bei Unstimmigkeiten sollte nur das autorisierte Wahlpersonal darauf zugreifen können.
Denke, man sieht was wirklich in die Urne kommt und anhand der Auszählung kann man das Vergleichen, ist also geheim. Und die Kosten dafür wären erträglich. Die Nummern mit der Wahlentscheidung könnte man sogar veröffentlichen. Wer die noch hat, kann da auf die Richtigkeit überprüfen. Ein Name ist nicht mit der Nummer feststellbar, also geheim!

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bsb 28.10.2018, 17:21
4. Niemals!

Niemals würde ich einer rein elektronischen Wahl über den Weg trauen. Das ist m.E. ein völliger Irrweg.

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amon.tuul 28.10.2018, 19:09
5. es gibt keine Möglichkeit

jeder Bürger ist mit guter Schulbilfung imstande den Wahlvorgang im Wesentlichen nachzuvollziehen und wenn nötig zu prüfen.

Niemand jedoch ist imstande systemstische Fehler oder geschickte Manipulationen digitaler Wahlmaschinen zu kontrollieren.

Höchstens ein Team unsbhängiger Experten mit Zugang zu allen Informationen.

Deren Macht dann aber zu groß wäre, womit ihre Unabhängigkeit infrage steht.

Wer möchte dich darauf verlassen, ohne Not?

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amon.tuul 28.10.2018, 19:20
6. Warum das existierende Wahlsystem leider grob fehlerhaft ist

wir wissen alle, dass ein Teil der Wähler in der Kabine erst überlegt wen er wo ankreuzen muss.

Oft werden sogar dabei Fehler gemacht, in der Aufregung auch.

Wir wissen, dass oft 8 oder 12 oder mehr Alternativen zur Wahl stehen.

Oben stehen die Parteien oder Kandidaten, die in früheren Wahlen erfolgreich waren.

Wähler, die aus Hektik oder Ratlosigkeit eher 'oben' kreuzen, stimmen daher ungewollt statistisch gesehen für den Status quo, weil dieses Verhalten dominiert.

Das Wahlrecht sieht das nicht vor, der Effekt der Bevorzugung der Altparteien wird nicht korrigiert, obwohl das so geht:

Es werden verschiedene Versionen von Wahlzetteln mit gleichmäßig durchmischter Reihenfolge der Parteien gedruckt und verwendet.

Erst dann ist der Fehler weg.

Der Fehler mach nach meiner Schätzung gut 2-3% aus und ist daher beachtlich und wird bisher verschwiegen.

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paulo_matias 28.10.2018, 19:44
7. Attack amplification

"Eine Urne kann höchstens 400 Stimmabgaben registrieren, sodass mehr als 5000 Maschinen manuell manipuliert werden müssten, um die Wahlen um einen Prozentpunkt zu manipulieren" -- Well, if one manages to exploit the software installation step, just like our team (led by Aranha) did in the Tests, you can amplify the attack to 50 urns per installation card. This way, one only would need to manipulate 100 cards. And that is for an external attacker: an internal attacker would be overly powerful.

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Stäffelesrutscher 28.10.2018, 19:58
8.

Interessant ist, dass Bolsonaro Sorgen äußert. Ist er sich seines Sieges doch nicht so sicher, wie er tut? Denn bisher haben ja immer die Rechten dank wundersamer Computerabstürze oder sonstiger Zählmethoden gewonnen (z. B. Mexiko mehrfach, Florida).

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horstenporst 28.10.2018, 22:33
9.

Diebold ist absolut nicht vertrauenswürdig. Das zeigt die Erfahrung aus den USA.
https://abcnews.go.com/Politics/Vote2004/story?id=203866&page=1
https://www.nytimes.com/2003/12/02/opinion/hack-the-vote.html
https://www.nytimes.com/2003/11/09/business/machine-politics-in-the-digital-age.html

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