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Weltmacht Google - wie gefährlich ist der Internet-Gigant?

Google strebt auf vielen Gebieten nach vorn. Das marktführende Suchportal hat sich längst als innovatives, aber auch datenhungriges Unternehmen profiliert. Das führte zu heftiger Kritik und Warnungen. Ihre Meinung: Wie gefährlich ist der Internet-Gigant?

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medienquadrat 14.08.2010, 11:01
1160. ...

Zitat von boysetsfire
Ist es so schwierig zu begreifen? Wenn ich jetzt zu Ihnen komme und Ihr Haus fotografiere wird das auch dann noch nicht zur Straftat, wenn Sie und andere User da noch stundenlang drauf rumreiten. ICH darf IHR Haus fotografieren, wenn ich auf einer öffentlichen Strasse stehe. Ihre persönliche Befindlichkeit steht nach wie vor nicht über dem Gesetz.


angesichts dessen, dass mit Google Earth und Streetview weltweit meine Intimssphäre detailliert veröffentlicht wird, kann ich nicht gerade behaupten, dass diese von Ihnen zitierte Gesetzeskonformität mich beruhigt.

Ist es denn noch niemandem aufgefallen, dass geltendes Recht auf diese Hydra nicht mehr anwendbar ist?

Gehören Sie zu den Unfelxiblen, die sich an alten gesetzen festklammern, die schon lange nicht mehr die Innovationen unserer Neuzeit berücksichtigen?

Sie können fragen, wen Sie wollen, das World Wide Web wird mit Gesetzesanpassungen so gerade in den einzelenen staatlichen Rechtssystemen verwaltet. Es ist Flickwerk mittels Grundsatzurteilen, gefällt von Richtern, die nicht einmal mehr die Zusammenhänge dessen begreifen, worüber sie angebliches Recht sprechen.

Es bedarf eines neuen Rechts, was u.a. einschließt, dass Sie nicht einfach die Fassade meines Hauses zu fotografieren haben, wenn Sie beabsichtigen, diese rund 7 Mrd. Erdenbewohnern zur freien Verfügung jederzeit sichtbar zu machen.

Wenn Sie dieses Ihrerseits begreifen, dann werden Sie auch verstehen, worum es bei der Diskussion wirklich geht.

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Pennypacker 14.08.2010, 11:04
1161. traurig

In Pakistan leiden mehrere millionen Menschen unter den Folgen der Flutkatastrophe.
Das Titel-Thema vom SPON : Westerwelle will sein Haus pixelen lassen.
Grossartig!

Ein Spenden-Aufruf fuer einen Anti-Google_Fond waere hierzulande warscheinlich erfolgreicher als einer fuer die Hilfe von Flutopfern.

("pixeln" ist uebrigens eine absolut bescheuerte Wortschoepfung.
Verbildpunkten. Was soll das sein ? Digital fotografieren ? Dokumente einscannen vielleicht ? Nochmal : Grossartig!)

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Monsterpudel 14.08.2010, 11:06
1162. Ich bewohne ein unsichtbares Haus

Was ist eigentlich das Problem daran, dass Hausfassaden sichtbar sind?

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altais 14.08.2010, 11:07
1163. Frau Aigners Ankündigung

"Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) kündigte ein Gesamtkonzept zur Regulierung des Internets an."

Wenn ich das lese, stellen sich mir die Haare auf.

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Beutz 14.08.2010, 11:08
1164. .

Gut das unsere Politiker überhaupt nicht wissen, was da passiert. Sie würden (oder werden) begeisterte Goole-Kunden. Die Stasi war dagegen doch ein Vorgartenzwergesammelverein...

Liebe Grüße.

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Modalverb 14.08.2010, 11:09
1165. Stoppt die Privatsphären-Missbraucher!

Zitat von mundi
Ich vermute, dass die gepixelten Häuser wie ein Magnet auf diverse Fotoamateure wirken werden. Die Häuser kann man dann gesondert im Internet bewundern. Vielleicht sogar mit Namen und Anschrift.
Ich habe selbst schon überlegt, wie sich am besten so ein Projekt realisieren ließe - Man müsste irgendwie an eine Liste kommen, wo sich die entsprechenden Adressen befinden. Im Rückgriff auf eine liberale Community können dann Fotos von den Häusern über Flicker oder Panoramio o.Ä. auf den google-Maps zur Verfügung gestellt werden.

Die Fotos könnten noch irgendeinen Sketch oder mini-Performance vor dem Haus enthalten, womit eine fotografische Onlinestellung rechtlich nicht verhinderbar wäre.

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miru77 14.08.2010, 11:12
1166.

Zitat von medienquadrat
angesichts dessen, dass mit Google Earth und Streetview weltweit meine Intimssphäre detailliert veröffentlicht wird,
Was mache so unter Intimsphäre verstehen... kaum zu glauben, man kommt aus dem Kopfschütteln nicht mehr raus.

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altais 14.08.2010, 11:13
1167.

[QUOTE=Einervondrei;6034753]Et vize versa.

Ähem: wegen des Wortspiels: Vize, das ist der Wwsterwelle.
Vice würde sich in das von Ihnen Gedachte einfügen...
;-)

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Trashosaurus 14.08.2010, 11:14
1168. Sommertheather und Nebenkriegsschauplätze

Was ich in der ganzen Diskussion lächerlich finde:

Der Koalition kommt dieses Thema wunderbar gelegt, kann man doch damit so vorzüglich von Themen ablenken, die eigenes Versagen untermauern.
Ich würde den Herrendamen Westermerkel empfehlen zunächst sich auf die fundamentalen Problemen zu fokussieren und versuchen Lösungen zu entwerfen, mit welchen alle Teile der Gesellschaft leben können.

Für die Medien ist dieses Thema natürlich der ideale Füller für das Sommerloch. Es passiert ja so furchtbar wenig, dass die Bild über den ganzen Tag an prominenter Stelle seines Online-Auftrittes ein Video einer Frau zeigt, die anscheinend einen Orgasmus auf einer Achterbahn bekommt.

Für die deutschen ist dieses Thema sowieso wie geschaffen. Es ist einfach der perfekte Stoff für typisch deutsche Diskussionen. Man kennt sich nur wage in der Materie aus, bezieht sein Wisse zum Thema aus Boulevard-Medien bzw. aus Medien seiner Wahl, übernimmt deren Meinung und haut kräftig mit der Faust auf den Tisch. Rechtliche Grundlagen, egal. Technisches Hintergrundwissen, egal.

Auf die Google-Jungs hat man sich ohnehin schon eingeschossen, weil eben der Durchschnittsbürger nicht versteht was die da machen und mit was die ihr Geld verdienen. Man weiß nur vor 10 Jahren kannte ich Google noch nicht und plötzlich sind die so mächtig. Das muss unweigerlich mit Betrug oder Verschwörung zu tun haben. Das Google im Vergleich zu anderen Unternehmen aber fast schon transparent ist, lässt man nicht gelten. Ich habe noch nie gehört wie jemand von Daimler, Bosch oder Siemens verlangt Internas zum Geschäftsmodell oder den gespeicherten Daten zu veröffentlichen.

Google ist eins von 1000 Unternehmen die vor 10 Jahren eine gute Idee hatten und damit Erfolg hatten. Ähnlich wie die Herren Daimler und Benz vor 100 Jahren eine gute Idee hatten und damit Erfolg hatten. Das es im Internet auch zu Konzentrationen kommt halte ich für normal. Es gibt eine Dutzend Big-Player: Google, Facebook, Apple und Microsoft sind wohl hier noch die Prominentesten. Wie viele große Automobilhersteller gibt es den weltweit? Zwar gibt es heute noch viele tolle neue Ideen im Internet und für Startups bietet das Internet noch immer die geringsten Eintrittsbarrieren, aber es gibt jetzt eben auch die großen Fische. Darüber brauch man sich nicht aufregen. Darüber braucht man nicht zu lamentieren. Es ist der Lauf der Dinge. Google ist nicht gefährlicher als Daimler, Siemens, BMW oder sonst irgend eine Bigcompany. Das sie versuchen Geld zu verdienen und ihren Markt verteidigen, sollte jedem Menschen klar sein, der auch nur halbwegs über unternehmerisches Denken verfügt.

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kein Ideologe 14.08.2010, 11:16
1169. nein,1211212121

Zitat von klausm0762
Warum hat sich noch nie einer über Google-Maps beschwert, wo man auch Personen, Fahrzeuge und Wohnungen sehen kann, und jetzt dieser Zirkus um Streetview? Weil die Google-Maps ein paar Jahre alt sind? Die Streetview Ansichten sind ja auch nicht mehr aktuell, die Aufnahmen wurden ja längst gemacht.
es ist einfach ein Modethema.

Vielleicht wird da wirklich ein Stück Privatsphäre oder so tangiert. Aber es handelt sich hier ganz sicher um eine totale Nebensächlichkeit. Fassaden, die schon immer dazu dienten, das zu zeigen was man zeigen wollte, und das zu verbergen was man besser nicht zeigen wollte.

Ich habe Angst vor der Datenspur die meine Kinder mal bei Facebook hinterlassen werden, in dem Zeitfenster in dem ich es nicht mehr verhindern kann und sie noch nicht die ausreichende Medienkompetenz haben. Und sagt mir keiner, facebook und Co wären freiwillig, sozusagen opt-in. Das stimmt nur theoretisch. Wer selber Kinder hat, oder sich erinnern kann, weiß warum.
Aber da ist die Diskussion theoretisch, beim Pixelaktionismus macht sogar unser Außenminister mit, man muß dem armen Menschen sein PR-Berater bearbeitet haben. Ich hätte ihn für so schlau gehalten, so ein Thema einfach lässig liegen zu lassen.

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