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Weltmacht Google - wie gefährlich ist der Internet-Gigant?

Google strebt auf vielen Gebieten nach vorn. Das marktführende Suchportal hat sich längst als innovatives, aber auch datenhungriges Unternehmen profiliert. Das führte zu heftiger Kritik und Warnungen. Ihre Meinung: Wie gefährlich ist der Internet-Gigant?

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mat76 14.08.2010, 11:17
1170.

Zitat von medienquadrat
angesichts dessen, dass mit Google Earth und Streetview weltweit meine Intimssphäre detailliert veröffentlicht wird, kann ich nicht gerade behaupten, dass diese von Ihnen zitierte Gesetzeskonformität mich beruhigt. Ist es denn noch niemandem aufgefallen, dass geltendes Recht auf diese Hydra nicht mehr anwendbar ist? Gehören Sie zu den Unfelxiblen, die sich an alten gesetzen festklammern, die schon lange nicht mehr die Innovationen unserer Neuzeit berücksichtigen? Sie können fragen, wen Sie wollen, das World Wide Web wird mit Gesetzesanpassungen so gerade in den einzelenen staatlichen Rechtssystemen verwaltet. Es ist Flickwerk mittels Grundsatzurteilen, gefällt von Richtern, die nicht einmal mehr die Zusammenhänge dessen begreifen, worüber sie angebliches Recht sprechen. Es bedarf eines neuen Rechts, was u.a. einschließt, dass Sie nicht einfach die Fassade meines Hauses zu fotografieren haben, wenn Sie beabsichtigen, diese rund 7 Mrd. Erdenbewohnern zur freien Verfügung jederzeit sichtbar zu machen. Wenn Sie dieses Ihrerseits begreifen, dann werden Sie auch verstehen, worum es bei der Diskussion wirklich geht.
Der einzige der hier nichts begreift sind sie. Ihre Ansichten sind maßlos übertrieben. Es geht um die Fassade und nicht darum, wann sie was in Ihrem Haus machen. Wenn sie sich an einem öffentlichen Platz bewegen und jemand fotografiert ein Denkmal oder ähnliches und sie latschen ins Bild, dann sind sie mit drauf. Ihrer Forderung nach, müsste derjenige das Bild löschen. Wo kommen wir denn da hin? Die Gesetztesgrundlage zum Recht am eigenen Bild ist so, wie es ist gut. Da muss nix verändert werden und um sie mal zu ziteren: "basta".

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JSR_Dortmund 14.08.2010, 11:21
1171. Welcher Politiker läßt pixel - welcher nicht?

Wen interessiert das?

Es wird nichts zu sehen geben was man sich nicht schon lange ansehen könnte - wenn man wollte. Ich glaube fast die meisten Politiker müssen nicht mal was pixeln lassen, weil die Gebäude so weit von der Strasse stehen das sie gar nicht sichtbar sind. Kommt man nicht ran - wie im richtigen Leben... Spannender wäre die Frage warum soviel Deutsche von eigenen Haus das sich pixeln ließe soweit entfernt sind wie lange nicht.

Liebe Streetview-Kritiker, meine volle Unterstützung für den sensiblen Umgang mit Datensammlern! Aber ich glaube hier ist, mit Erlaub, der Sack Reis bereits umgefallen.

Wenigstens fahren die Google-Mobile ja nicht in Ihren Garten und fotografieren die gedeckten Tisch auf der Terrasse. "Das wär ja noch schöner!" denken Sie? Dann mal schön zu bing.com/maps surfen, dem sympathischen GoogleMaps Konkurenten von Herrn Bill Microsoft Gates - da kann man Ihr Haus drehen und von allen Seiten betrachten..

Wie gesagt, wenn man wollte.

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Modalverb 14.08.2010, 11:21
1172.

Zitat von altais
"Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) kündigte ein Gesamtkonzept zur Regulierung des Internets an." Wenn ich das lese, stellen sich mir die Haare auf.
Da liegt doch der Hase im Pfeffer:
Jeder noch so krude Anlass wird gewählt, um Ressentiments gegen das hochkriminelle, privatsphärenverletzende und übermächtige Internet zu schüren.

Nur weil einige Parteien und Politiker versäumt haben, ihre Ideologie anzupassen an eine aufgeklärte, mündige und autark informierte Netzgeneration, die jetzt die Verdumpfungsindustrie gefährdet, müssen alle Register gezogen werden, um das neuronale Netzwerk der neu entstehenden Bildungseliten zu kontrollieren und zu eliminieren.

Wer sich vor dem dumpfen Karren spannen lässt, indem er in Reaktion auf eine diffuse Angst vor irgendwas gegen die Egalisierung öffentlich verfügbarer Weltansichten opponiert, der sollte sich mal klar darüber werden, wem er wirklich dient, und was dies langfristig mit seinem heißgeliebten Recht auf Privatheit anrichtet...

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toniclife 14.08.2010, 11:24
1173. Angst vor was?

Ich frage mich, wovor konkret die Street-View-Gegner solche Angst haben. Vor Einbrechern, die sich so die Objektsuche einfacher machen? ich bitte Sie - diese Einbrecher müssten dennoch anreisen und sich genauer informieren. Günstige gegenden wie reine Wohngebiete etc. sind auch ohne Street-View überall leicht zu finden.

Eingriff in meine Privatsphäre? - Ich habe leider keine Ahnung, wie man von einer Hausfassade, für die ich ja - wenn ich nicht gerade ein eigenes Haus habe - auf irgendetwas Privates oder Intimes schließen sollte.

Auf der Welt gibt es allerlei Naturkatastrophen und viele andere Gefahren für mein Leib, mein Leben und mein Wohlbefinden. Unsere Politiker haben diesen Problemen nur leider nichts Greifbares entgegenzusetzen (siehe die diversen sinnfreien Klimakonferenzen). Also lenken sie die öffentliche Aufmerksamkeit auf solche Lapalien wie Street-View, die niemandem ernsthaften Schaden zufügen werden, zu denen sie aber vermeintlich einfache Lösungen präsentieren, die unkomplex sind und sich so zu populistischen Argumentationen eignen.

In Berlin freut man sich gewiss darüber, die Bevölkerung mit einem derartigen Thema von den wirklich wichtigen Fragen unserer Zeit abgelenkt zu haben. Die Bevölkerung wird verarscht und merkt es nicht einmal. Herzlichen Glückwunsch, sie hat es offenbar nicht anders verdient.

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lodermulch 14.08.2010, 11:25
1174. toll

wildwestfotografie:
westerwelle
will
wohnung
weghaben,
warnt:
wehe!

---------------

mal im ernst:

wenn ausnahmsweise mal weder der aussenwuwu, noch der vizekanzler,noch der fraktionsvorsitzende der möwenpigs was zu melden hat, gibt es halt eine "doofe-meinung-zu-sachen-die-ich-nicht verstehe" von der PRIVATPERSON?

also bitte, SPON - verschont uns. je weniger kasperwellen am samstagmorgen an meinen schreibtisch schwappen, um so besser. das nächste mal also bitte derartige nullnachrichten der konkurrenz überlassen, gell?

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Fritz Motzki 14.08.2010, 11:25
1175. Auch Westerwelle will sein Haus pixeln lassen?

Ist das jetzt im Trend, oder haben die immer noch nicht begriffen, daß man "lohnende" Objekte so besser findet. Genau so, wie man einen Baum im Wald versteckt, geht es mit einem Haus in der Stadt. Alternativ könnte man ein Schild "Fotografieren verboten, hier wohnt jemand der anonym bleiben will" aufstellen.:-)

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Trashosaurus 14.08.2010, 11:31
1176.

Zitat von medienquadrat
angesichts dessen, dass mit Google Earth und Streetview weltweit meine Intimssphäre detailliert veröffentlicht wird, kann ich nicht gerade behaupten, dass diese von Ihnen zitierte Gesetzeskonformität mich beruhigt. Ist es denn noch niemandem aufgefallen, dass geltendes Recht auf diese Hydra nicht mehr anwendbar ist? Gehören Sie zu den Unfelxiblen, die sich an alten gesetzen festklammern, die schon lange nicht mehr die Innovationen unserer Neuzeit berücksichtigen? Sie können fragen, wen Sie wollen, das World Wide Web wird mit Gesetzesanpassungen so gerade in den einzelenen staatlichen Rechtssystemen verwaltet. Es ist Flickwerk mittels Grundsatzurteilen, gefällt von Richtern, die nicht einmal mehr die Zusammenhänge dessen begreifen, worüber sie angebliches Recht sprechen. Es bedarf eines neuen Rechts, was u.a. einschließt, dass Sie nicht einfach die Fassade meines Hauses zu fotografieren haben, wenn Sie beabsichtigen, diese rund 7 Mrd. Erdenbewohnern zur freien Verfügung jederzeit sichtbar zu machen. Wenn Sie dieses Ihrerseits begreifen, dann werden Sie auch verstehen, worum es bei der Diskussion wirklich geht.
Das Problem ist, dass mache Leute ihre Intimsphäre so weit ausdefinieren, dass man diesen Menschen entgegenhalten muss, dass geht so nicht. Der Anblick einer von einer öffentlichen Straße einsehbaren Häuserfront gehört nicht zu Ihrer oder irgendwelchen Intimsphäre. Intimität oder Privatsphäre hat einen ausschließenden Faktor zur Grundlage. Diesen Ausschluss kann ich soweit definieren, wie ich nicht die Rechte anderer verletze. Wenn Sie z.B. nicht möchten, dass Ihnen jemand von der Straße aus ständig in den Garten schaut, dass muss jetzt nicht Google sein, dann können Sie sich Ihre Intimsphäre schaffen indem Sie z.B. eine Hecke pflanzen. Wenn Sie nicht möchten, dass der Nachbar von seinem Fenster in Ihr Schlafzimmer schaut, dann müssen Sie Vorhänge aufhängen.

Es gibt schützenswerte Güter und Werte. Das Recht auf die eigene Häuserfront gehört, in meinen Augen, Gott sei Dank nicht dazu. Ich sehe diese Sache einfach so. Mit jedem neuen Gesetz erhöhen wir den Wald an Gesetzen die wir ohnehin schon haben. Jedes neue Gesetzt zieht einen Wust an Zusätzen nach sich.

Sie sprechend 7Mrd Menschen an. Diese 7 Mrd. Menschen haben heute schon die Möglichkeit zu Ihnen vor Ihr Haus zu kommen und dieses zu fotografieren. Überlegen Sie sich mal die Auswirkung eines solchen Gesetzes. Bilder in der Zeitung? Gehen nicht mehr... Bilder in Blogs gehen nicht mehr. Jede Veröffentlichung im Internet, egal ob der Privatblog von Berta Maier oder große Internetpräsenz würde sich sofort "strafbar" machen. Da sag ich hier muss ein ganz klare Grenze gezogen werden und auch einmal stets Schwarzsehenden Bürgern gesagt werden "Bleibt mal Locker".

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Berliner Löwe 14.08.2010, 11:35
1177. @einervondrei

Zitat von Berliner Löwe
Datenschützer sollten sich mal um die wirklichen Defizite kümmern die den Bürger betreffen...
Antwort @Einervondrei: Die da wären?

Na, da sind sie aber spät dran heute, gestern und vorgestern...Die vielen Defizite des Datenschutzes sind doch schon in vielen anderen Kommentaren breitgetreten worden, scrollen sie mal was zurück...

Zitat von Einervondrei
Genau, und wenn einer andere Klamotten trägt oder sonst eine andere Meinung hat, -> Einsperren, erschießen???? Na ja, Sie werden den Leuten schon beibringen wie man sich zu benehmen hat. Das Wort Toleranz kennen Sie nicht, oder? Wer nicht so spielt wie sie es wollen ist doof.
Na, das eine hat nichts mit dem anderen zu tun, aber sie vermischen gerne alles miteinander wie ich vermute...
..und ja, meine Toleranz hat Grenzen und auch ja, manche Verhaltensweisen halte ich für doof...

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ploxystar 14.08.2010, 11:37
1178. Verboten

Die Gesetze sind doch doch im Grunde recht eindeutig. Denn im Zuge der Panoramafreiheit, die es erlaubt, fremde Gebäude zu fotografieren heißt es, das keine Hilfsmittel eingesetzt werden dürfen.
Wenn ein Auto mit einer Roboter-Kamera kein Hilfsmittel ist, weiß ich auch nicht.

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DieAnna 14.08.2010, 11:38
1179. .

Zitat von jenzinger
Also Leute, was ihr bei Euren schlauen Ausfuehrungen zum Thema Datenschutz vergesst: niemand interessiert sich fuer Euch und euren kleinkarierten Vorgarten! Ob euer Bild dann im Internet weltweit verfuegbar ist oder nicht - kein Hahn kraeht danach.
Wenn sich niemand dafür interessieren würde, gäbe es hier nicht gefühlte 100 (Neu)Nutzer, die "uns Gegner" als paranoid (=geisteskrank), Nazis, ewig gestrige, dummdeutsch, überängstlich, Idioten, Uninformierte, ... bezeichnen würden und die soviel Zeit darauf ver(sch)wenden, "uns Gegner" dazu zu zwingen, diesen Müll mitmachen zu müssen.

Zitat von
Euer Grundproblem ist, dass ihr euch viel zu wichtig nehmt
Meine Familie, unser Eigentum und unsere Privatsphäre, unsere Grundrechte (informationelle Selbstbestimmung, Recht am eigenen Bild, ...) sind mir nun einmal das Wichtigste auf der Welt. Nur, weil irgendwelche DJs irgendwelche "Partylocations" (= Festsäle, Kellerräume, ...) vorab mal gerne auf einer drei Jahre alten Aufnahme begutachten möchten, irgendwelche Autofahrer sich Erkenntnisse über vor drei Jahren freie Parkplätze erhoffen, all denen indes gemeinsam ist, dass sie dies garantiert nicht in meiner Umgebung tun werden, lasse ich nicht Google alles abfotografieren respektive das Abfotografierte veröffentlichen.

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