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Weltmacht Google - wie gefährlich ist der Internet-Gigant?

Google strebt auf vielen Gebieten nach vorn. Das marktführende Suchportal hat sich längst als innovatives, aber auch datenhungriges Unternehmen profiliert. Das führte zu heftiger Kritik und Warnungen. Ihre Meinung: Wie gefährlich ist der Internet-Gigant?

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mekrico 14.08.2010, 15:31
1340.

Zitat von altais
Nun erklären Sie mir vermutlich gleich noch, dass Sie eine feste IP-Adresse haben, sprich eine Standleitung ins Internet. Man kann keine IP-Adressen zuorden, die werden dynamisch vergeben. Definitiv. Immer.
Blödsinn

Feste IP-Adressen bekommen Sie für EUR 54,- inkl. Telefon- und Internetflat bei der Telekom. Habe ich auch schon und viele meiner Bekannten auch. Also nicht ungewöhnliches.

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Modalverb 14.08.2010, 15:34
1341. ...fertig argumentiert?

Zitat von Mathi83
Ich verabschiede mich hiermit aus der Diskussion
Viel Spaß bei der Pflege von Ansichten, die sich im Diskurs als gefährdet erweisen. Schöne, aufrechte Haltung, wenn man nur so lange mitredet, bis die Chance auf Fundamentalmission schwindet.

Wie wäre es mit ein wenig Empathie, Perspektivwechsel? Es ist noch lange nicht alles gesagt, siehe weiter unten...

Was ist mit der Täterschaft, die darin besteht, Welt als Besitz zu beanspruchen?

Hier schreiben Leute, die sich erdreisten, mit ihrem eingenommen Grundbesitz nicht nur die Gestaltungshoheit, sondern auch noch das Copyright auf die vorgenommene Fassaden und Gartengestaltung zu nehmen.

Dass man mit dem Besitz von Eigentum die Verantwortung für diesen erwirbt ist teil der Privilegien, dass ich dennoch über eine Hecke fotografieren kann, um den Blick auf Kreidefelsen oder das per Privatanwesen verstellte Bergtal zu bekommen, das bleibt mir unbelassen.

Wenn ich auf den Service einer Firma zurückgreife, die mir die Verrenkungen abnimmt, dann ist das eine Angelegenheit zwischen mir, dem (übrigens langjährigen) Nutzer und dem Dienstleister. Ob der nun Google heißt oder Heinzelmann-Panoramaservice, das spielt keine Rolle.

Dass man mich, den Nutzer, nun mit der Berufung auf Privatsphäre davor beschützen will, die Bausünden anderer nicht ohne physische Anwesenheit zu betrachten ist nichts als kruder Traditionalismus, der den Menschen biologistisch festzuschreiben versucht.

Medientheoretisch gefragt: was berechtigt einen anderen Menschen, mir die Wahl des Mediums und dessen Reichweite vorzuschreiben? Wenn ich nun blind wäre, und nur mittels einer am Sehnerv angeschlossenen Kamera zu sehen in der Lage wäre, wer fände das verwerflich?

Wenn ich nun diese Kamera mit einem Kabel verlängern würde, und sie in die Luft hielte, auf 2,60m (ja, ich bin so groß), dann wäre es nach der Vorstellung vieler hier ein Rechtsbruch? Und wenn ich nun anstatt der Kamera am Auge eine Webcam einspeisen würde, dann stellte dies so ziemlich das Szenario von Google StreetView dar.

Ich frage mich, und zwar ernsthaft, wie man denn rechtsethisch/juristisch dieses Vorgehen ablehnen könnte?

Im Endeffekt laufen die hier praktizierten Widerspruchsszenarien doch auf nichts anderes als einen verkappten Biologismus der übelsten Sorte hinaus: Wer nicht mit seinen Augen, die im eingeborenen Kopf festsitzen, physisch an dem Ort präsent ist, den er sich gerade "vor Augen führt", der versetzt die Privatsphäre derjenigen, die diesen Ort territorial okkupiert haben?

Wie muss ich mir das vorstellen: Weil jemand irgendwo seinen Besitz, seinen Körper, oder seine Liegenschaften platziert, dann ist er nicht nur in der Lage, anderen seinen Kleidungs- oder Heckenschnittstil aufzudrängen - nein dann ist der auch in der Lage, mir als einziges legales Betrachtungsmedium meine vor Ort in Stellung gebrachten Augen vorzuschreiben?

Da würde ich gerne mal von den Privatsphären-Heinis eine Replik drauf erhalten...

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SunSailor 14.08.2010, 15:37
1342.

Zitat von Justitia
Oder aber um bestimmten Hausadressen bestimmte WLAN-Daten zuordnen zu können, zu denen auch die IP-Adresse gehört. Bei statischen IP-Adressen kann Google dann für bestimmte Hausadressen Google-Nutzungsprofile erstellen und zuordnen....
Keine Angst, selbst bei einer festen IP entspricht die IP des W-Lans eigentlich nicht derer, mit der man im Internet unterwegs ist, Stichwort NAT. Aber gut, darüber muss man als technischer Laie erst einmal aufgeklärt werden, aber ich hoffe, das ist damit geschehen.

Zitat von Justitia
Aber um bei Ihrem Beispiel zu bleiben, mit welcher Berechtigung meinte den Google, meine WLAN-Daten für einen Navigationsdienst nutzen und anbieten zu dürfen?
Musst Du selbst in der Urteilsbegründung des AG Wuppertal nachlesen, dieses entschied aber die Tage, dass das keine Straftat ist. Ist im Prinzip aber wahrscheinlich wie mit den Photonen Deiner Hausfassade. Energetische Abstrahlungen, die Dein Grundstück verlassen, sind nicht Deine. Sie aufzufangen damit per sé auch kein Problem, für die Verschlüsselung, also nichtzugänglichkeit der Daten hast Du ebenfalls selbst zu sorgen.

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SunSailor 14.08.2010, 15:40
1343.

Zitat von Mathi83
(1) Wer öffentlich, in einer Versammlung oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) zu einer rechtswidrigen Tat auffordert, wird wie ein Anstifter (§ 26) bestraft.
Nein, er, und auch ich, wollen wissen: Um den Aufruf zu WELCHER Straftat soll es sich denn handeln? Und ich betone auch noch einmal die STRAFtat!

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SunSailor 14.08.2010, 15:44
1344.

Zitat von altais
Naja gut, der Datenschutzbeauftragte klagt. Der ist quasi qua Amt fast dazu verpflichtet. Wäre ja auch noch schlimmer, wenn nur unserer so einen Tanz macht. Die Schweizer sind uns halt doch a bisserl wesensverwandt. (Sorry liebe Schweizer, ist nicht persönlich gemeint.)
Erschwerend kommt hinzu, dass es hier in erster Linie darum geht, das anscheinend die Autokennzeichenverpixelung in der Schweiz versagt. Und das kann auch ich gut verstehen, denn die Autokennzeichen in der Schweiz sind öffentlich einsichtig. Da würden in der Tat Persönlichkeitsrechte verletzt, das muss funktionieren. Vorher kann SV in der Schweiz nicht an den Start und das ist auch gut und richtig. Aber auch ist in dem Artikel zu lesen, dass die Bevölkerung, von Ausnahmen abgesehen, keine Probleme mit SV hat.

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Modalverb 14.08.2010, 15:51
1345. Diskurskultur und Konservatismus...

[QUOTE=Justitia;6036360]Aaah, wohl ein Mitarbeiter von Google?/QUOTE]

Weltverschwörer-Paranoia, Leberwurst-Habitus - teilweise ist die Seite der Gegner doch eher "ad personem"-fixiert.

Zitat von Mathi83
Lieber Gruß zum Abschied (besonders an DieAnna die am meisten denunziert und über das normale Niveau angegriffen wird)
Ich bringe in Erinnerung:

Zitat von DieAnna
Wenn sich niemand dafür interessieren würde, gäbe es hier nicht gefühlte 100 (Neu)Nutzer, die "uns Gegner" als paranoid (=geisteskrank), Nazis, ewig gestrige, dummdeutsch, überängstlich, Idioten, Uninformierte, ... bezeichnen würden und die soviel Zeit darauf ver(sch)wenden, "uns Gegner" dazu zu zwingen, diesen Müll mitmachen zu müssen.
Wer selbst so schreibt, macht sich doch zum Opfer. Opferlogik scheint ohnehin eine der treibenden Motivationslagen zu sein, die hier permanent zum Einsatz kommt.

Aber auch der auf dem recht zweifelhafte "Ruhm" der häufigen SPON-Aktivität beruhende Gestus anderer läuft nur auf Unsachlichkeit hinaus:

Zitat von Kurt G
Lieber Jung-Forist, 11 ihrer 12 Postings sind pro Google. Sie sollten Ihre Spuren ein wenig mehr verwischen. Kurt G
Wer auch immer was sagt aus welchen Gründen: Argumente zählen, nicht Amt und Adel...

Zitat von Kurt G
Irgendwie scheinen Sie nicht zu verstehen, das es einen großen Unterschied gibt zwischen a) einzelnen Panorama und Sehenswürdigkeitsbildern b) einer geschlossnenen und umfassenden Geo-Bilddatenbank Es ist der Unterschied zwischen einem kleinen Privatdedektiv und enem BIBBROTHER. Kurt G
Hier finden wir dann die bedingungslose Diabolisierung. Der Weltkraken greift zum letzten Gral.

Dass eben die Möglichkeit, egalitär und hürdenfrei auf diese Geo-Bilddaten zuzugreifen den Souverän des Volkes stärkt, das passt wohl manchen preußischen Geistern nicht so ganz...

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titurel 14.08.2010, 15:56
1346. Das ist aber

Zitat von tweet4fun
Da auch ich in Kalifornien lebe, darf ich Ihnen wohl berechtigterweise den Kopf waschen! Ich wiederhole hier Ihre Liste mit anderen Vorzeichen. ... Google ist da gar nichts im Vergleich.
kein Gegenargument. Macht die Sache nicht besser!

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garry deville 14.08.2010, 15:57
1347. Nichts für ungut

Zitat von Usambaras
Wohl wahr ! Meine Lebensqualität ist durch Google Maps und Street View ganz erheblich gestiegen. ... Mal abgesehen davon frage ich mich, welches Recht die Bewohner (Mieter?) einzelner Wohnungen (wie unser Super-Guido) haben, "ihr" Gebäude komplett pixeln zu lassen ? Dann bliebe ja wirklich kaum noch etwas übrig, da sich sicherlich in jedem Wohnhaus irgendein Sicherheitsfanatiker oder Querulant finden wird.
Ich empfehle vor allem die phantastischen Landschaften in den Hinterhöfen von Castrop-Rauxel oder die Häuserschluchten von Hamburg-Mümmelmannsberg. Besuchen Sie auch mit SV die heimelige Versmolder Straße im Landkreis Osnabrück. Das steigert ungemein die Lebensqualität.....

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tweet4fun 14.08.2010, 15:58
1348. Nun ja...

Zitat von Justitia
Da wird Leuten, die gegenüber SV kritisch sind, immer wieder Unkenntnis vorgeworfen, dabei sollte sich die hier tätige Presseabteilung von Google lieber selbst mal informieren: In der Schweiz besteht ein großer WIderstand gegen SV, der sogar schon zu einem Verfahren vor dem höchsten Gericht der Schweiz führte, das vom staatlicher Seite eingeleitet wurde.
Allerdings gehört die Schweiz im Allgemeinen auch eher zu den konservativ-verschlossenen Ländern. Nicht, daß ich das böse meine! Ist aber so.

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altais 14.08.2010, 16:01
1349. Uff

Zitat von mekrico
Blödsinn Feste IP-Adressen bekommen Sie für EUR 54,- inkl. Telefon- und Internetflat bei der Telekom. Habe ich auch schon und viele meiner Bekannten auch. Also nicht ungewöhnliches.
Jaja, gibt es auch. Ist aber noch längst nicht die Regel. Die "normalen" Router bekommen bei Einwahl eine dynamische IP. Einmal am Tag eine neue, weil es, vermutlich gibt es das immer noch, ich kümmer mich aktuell nicht darum, einmal am Tag eine Zwangstrennung mit sofortigem Wiederverbindugnsaufbau gibt.

Wollen wir noch ein paar Haare spalten?

Tatsache ist, dass diese IPs für Google nicht verfügbar sind. Auch feste nicht. Es sei denn, der Google-Mitarbeiter aus dem Streetview-Car geht die Häuser ab und fragt die Bewohner, welche IP sie im Moment zugewiesen bekommen habe. Alternativ schreibt er bei diesem Rundgang die Klingelschilder ab.

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