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Weltmacht Google - wie gefährlich ist der Internet-Gigant?

Google strebt auf vielen Gebieten nach vorn. Das marktführende Suchportal hat sich längst als innovatives, aber auch datenhungriges Unternehmen profiliert. Das führte zu heftiger Kritik und Warnungen. Ihre Meinung: Wie gefährlich ist der Internet-Gigant?

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weissich 15.08.2010, 13:35
1440.

Zitat von archelys
Die Gedanken sind frei: ja Die Information ist frei: nein, sie ist profitabel und damit ein Machtfaktor der Geldherrschaft.
Denken Sie bitte daran, wer hier wirklich mit lautloser Gewalt alle wirklich wichtigen Daten über uns sammelt.
Noch mal.
Selbst Ihre Hausbank kann und darf nicht ihre Kontobewegungen mit denen Ihrer anderen Bankkonten abgleichen und verknüpfen - die Datenkrake Staat in Persona des Finanzamtes aber sehr wohl.
Wer hat hier also wirklich die die Macht - die Unternehmen oder Staat in Persona seiner Beamtenbürokratur?
Schumpeter hat diese verhängnisvolle Entwicklung übrigens schon vorausgesehen, als an solche Staatsbürokraturen wirklich noch nicht zu denken war - 1949.
Orwell hat übertrieben aber es geht etwa in die Richtung.
Die Internetzensur wurde doch schon diskutiert von der obersten Politikerkaste.

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hellih 15.08.2010, 13:36
1441.

Zitat von DieAnna
Ja, was denn nun? Schonmal darüber nachgedacht, dass wenn ALLE Einwohner SV ablehnen, SV dann eben keine Existenzberechtigung hat?!
Irgendwie muss Ihnen beim Plädoyer für das Diktat der Mehrheit entfallen sein zu überprüfen, worauf sich die Meinungsbildung ("SV ablehnen") denn bezieht.

Google hat (ebenso wenig wie Bing oder sightwalk) keine personalisierten Daten vorliegen. Google bildet auch nicht 24/7 live ab, was bekannt gewordene "Widerständler" offenbar annehmen. Wenn die Masse Unsinn glaubt, sind Sie dafür, es derselben von Staats wegen (Gesetz!) recht zu machen? Darf man das dann auf alle medial aufgemachten Kampagnen ausdehnen (Moscheenbau, Kinderpornographie, Ausländerintegration, HartzIV)?

Ach, ich übersah, mit Ihren Warnungen vor den Banden stoßen Sie ja ins selbe Horn...

Das ist, mit Verlaub gesagt, unredlich.

Allen Widersprüchlern sollten auch Sie mitteilen, dass erst durch den schriftlichen Einspruch Google überhaupt personalisierte Daten zu den Bildern/Orten von Privatmenschen erhält. Das nennt man - wie im Fall der bei RP dargestellten Anwohner - gewöhnlich "epic fail".

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mobileresident 15.08.2010, 13:37
1442.

Zitat von DieAnna
Das tun sie sogar so erfolgreich, dass die erste Polizeiaktion gescheitert ist und fast zwei Beamten ums Leben gekommen wären, weil die Verbrecher durch ihre guten Vorkenntnisse entkommen konnten.
Bitte, haben Sie es noetig, sich hier zum Clown zu machen?
Gute Vorkenntnisse? Ueber Google Earth? Wenn man dann ein paar Jahre nach dem die Bilder aufgenommen wurden dort tatsaechlich ankommt und feststellt, das die Autobahnzufahrt gerade wegen Baustelle geschlossen ist, die Stichstrasse zum Autohaus nicht mehr existiert und die Sicherheitsausruestung vom Alarm bis zu den Rothweilern nicht sichtbar waren, war das die erste und letzte so geplante Aktion.
Bitte nennen Sie EINEN organisierten Raubzug welcher nachweislich durch Google Earth geplant und erfolgreich abgeschlossen wurde.
Sie brauchen sich nicht auf Deutschland zu beschraenken, gehen Sie ruhig weltweit und schliessen Sie SV ein.
mr

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mekrico 15.08.2010, 13:46
1443.

Zitat von mobileresident
Bitte, haben Sie es noetig, sich hier zum Clown zu machen? Gute Vorkenntnisse? Ueber Google Earth? Wenn man dann ein paar Jahre nach dem die Bilder aufgenommen wurden dort tatsaechlich ankommt und feststellt, das die Autobahnzufahrt gerade wegen Baustelle geschlossen ist, die Stichstrasse zum Autohaus nicht mehr existiert und die Sicherheitsausruestung vom Alarm bis zu den Rothweilern nicht sichtbar waren, war das die erste und letzte so geplante Aktion. Bitte nennen Sie EINEN organisierten Raubzug welcher nachweislich durch Google Earth geplant und erfolgreich abgeschlossen wurde. Sie brauchen sich nicht auf Deutschland zu beschraenken, gehen Sie ruhig weltweit und schliessen Sie SV ein. mr
Warum wird das mit den Einbrechern so ins lächerliche gezogen. Es ist ein Tools was diese durchaus nutzen können. So wie einige Hotels erkunden wollen und selektieren, so können das auch die bösen Jungs nutzen.

Mittels Google Earth kann ich einen Ort einschätzen und z.B. nach Häusern suchen die etwas abseits liegen und eine Terrasse nach hinten haben, ist da eventuell ein Mauer. Kann ich vom Wald her kommen und welche Fluchtwege sind möglich? Wie weit weg ist die nächste Polizeistation?
In Street View prüfe ich ob es dann ein lohnendes Objekt ist, ist es ein Mehrfamilienhaus, sind eventuell Kameras am Gebäude angebracht, steht da eventuell ein Hundezwinger oder ist gar ein Schild am Gartentor mit Warnung vor dem Hunde angebracht. Wohnen da eventuell Kinder oder Rentner. Nach Selektion von 10 Objekten prüfe ich den Rest vor Ort. Ist inzwischen ein Hund dort eingezogen schleich ich mich zum nächstn Objekt.
Ich erhalte also schon relativ viel Informationen bevor ich überhaupt dort war. Da spielt es keine Rolle ob das Bild 2 Jahre alt ist.

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mekrico 15.08.2010, 13:47
1444.

Zitat von mobileresident
Bitte, haben Sie es noetig, sich hier zum Clown zu machen? Gute Vorkenntnisse? Ueber Google Earth? Wenn man dann ein paar Jahre nach dem die Bilder aufgenommen wurden dort tatsaechlich ankommt und feststellt, das die Autobahnzufahrt gerade wegen Baustelle geschlossen ist, die Stichstrasse zum Autohaus nicht mehr existiert und die Sicherheitsausruestung vom Alarm bis zu den Rothweilern nicht sichtbar waren, war das die erste und letzte so geplante Aktion. Bitte nennen Sie EINEN organisierten Raubzug welcher nachweislich durch Google Earth geplant und erfolgreich abgeschlossen wurde. Sie brauchen sich nicht auf Deutschland zu beschraenken, gehen Sie ruhig weltweit und schliessen Sie SV ein. mr
Warum wird das mit den Einbrechern so ins lächerliche gezogen. Es ist ein Tools was diese durchaus nutzen können. So wie einige Hotels erkunden wollen und selektieren, so können das auch die bösen Jungs nutzen.

Mittels Google Earth kann ich einen Ort einschätzen und z.B. nach Häusern suchen die etwas abseits liegen und eine Terrasse nach hinten haben, ist da eventuell ein Mauer. Kann ich vom Wald her kommen und welche Fluchtwege sind möglich? Wie weit weg ist die nächste Polizeistation?
In Street View prüfe ich ob es dann ein lohnendes Objekt ist, ist es ein Mehrfamilienhaus, sind eventuell Kameras am Gebäude angebracht, steht da eventuell ein Hundezwinger oder ist gar ein Schild am Gartentor mit Warnung vor dem Hunde angebracht. Wohnen da eventuell Kinder oder Rentner. Nach Selektion von 10 Objekten prüfe ich den Rest vor Ort. Ist inzwischen ein Hund dort eingezogen schleich ich mich zum nächstn Objekt.
Ich erhalte also schon relativ viel Informationen bevor ich überhaupt dort war. Da spielt es keine Rolle ob das Bild 2 Jahre alt ist.

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Modalverb 15.08.2010, 13:48
1445. nicht so trivial das Ganze...

Zitat von archelys
Darum geht es nicht. Wir können wissen, welche Folgen es hat, wenn wir in einer Lebensgemeinschaft verborgenen Interessen folgen.
Ich versuche hier den Fokus darauf zu lenken, dass jede Ausübung von Funktionen durchdrängt ist von Interessenspolitischen Entscheidungen. Ob jetzt jemand einem Parteibuch folgt, einem Modetrend (z.B. Anti-SV) oder seine Kindheitstraumata auf- und abarbeitet – irgendwas treibt jeden an.

Ich wüsste gerne, wie man nun letztendlich differenzieren kann zwischen transparenten und intransparenten Vorgehensweisen. Ist Transparenz nicht auch einfach eine Technik der Macht? Und wo hört man auf, dort, dass man sagt, man verfolge diese oder jene EU-Richtlinie, oder indem der Akteur verlautbaren lässt, dass ihn seine Chefin feuert, wenn er das nicht macht, oder dort, dass er erläutert, dass er schon immer zu feige war, der Mutter Paroli zu bieten, und deswegen diese nicht aufgearbeiteten Muster in der aktuellen Arbeitsstation reproduziert und in der Folge die Umsetzung dieser Richtlinie voranbringen wird usw.

Das lässt sich doch endlos treiben, letztlich ist doch totale Transparenz nicht durchhaltbar, weil eben wir nicht wissen, wieso jemand eine bestimmte Information (Interesse) offenlegt, und diese Offenlegung bzw. die Grenzziehung zum Privaten wiederum Herrschaftstechnik ist.
Zitat von archelys
Die Gedanken sind frei: ja Die Information ist frei: nein, sie ist profitabel und damit ein Machtfaktor der Geldherrschaft.
Gedanken können auch profitabel sein. Profit alleine ist auch kein Kriterium, um gegen Aufklärung vorzugehen. Im Endeffekt sind Argumentationsfiguren, die gegen eine totale Informationsfreiheit gehen nichts anderes als eine Regression in archaische Religiosität. Meinungsfreiheit, Freiheit der Informationen und somit relationale Wahrheitswertbildung können nur im Rückgriff auf fundamentale Dogmen unterbunden werden.

Wer eine Regulierung von Daten, des Internets usw. fordert, der plädiert für eine dogmatische Fixierung eines archimedischen Punktes, z.B. der „Personenbezogenheit“ oder ähnlichen Konzepten. Die Crux nur: wer entscheidet, was personenbezogen ist?? Sind Kenntnisse aus der gemeinsamen Grundschulzeit schon aus Datenschutzgründen aus dem Gehirn zu verbannen? Oder wenn ich durch ein Wohngebiet laufe, muss ich dann den Blick senken vor der nach außen gekehrten Persönlichkeit der Anwohner? Und darf ich dann mein Kind überhaupt noch fragen wie es aussah, als es durch das Neubaugebiet lief, es könnte mir ja irgendwas von dem Meiers erzählen?

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archelys 15.08.2010, 13:52
1446. politiki

Zitat von weissich
... Die Internetzensur wurde doch schon diskutiert von der obersten Politikerkaste.
Stimmt:
http://www.youtube.com/watch?v=J1cmfPm2Neg

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hellih 15.08.2010, 13:54
1447. GEZ braucht kein SV, sie funktioniert schon lange ohne...

Zitat von DieAnna
Die GEZ kann nun bald mit Google Streetview auch bei Ihnen in die Wohnung/ ins Haus schauen und sieht, wer einen Fernseher oder ein neuartiges Rundfunkgerät, eine Satellitenschüssen auf dem Haus oder eine Radioantenne am Auto hat. Dafür muss die GEZ dann nicht einmal mehr jemanden dafür bezahlen, dass er persönlich die Straßen abschreitet, und sie kann sogar aus 2,50m Höhe in die Hochparterre und 1. Etage hineinschauen...
Sie lassen wirklich keinen Unsinn aus.

2 Jahre alte Bilder, meist bei Sonnenschein tagsüber gemacht, dienen der GEZ zum Schnüffeln?

Danke, dass Sie mir und allen anderen Lesern so freimütig Ihre verquere Weltsicht offenbaren.

Schönen Sonntag, genießen Sie Ihre Alpträume, die wirklichen Datenjäger und -kontrolleure interessieren Sie ja nicht, nur noch Ihre Schimäre "Privatheit".

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archelys 15.08.2010, 14:06
1448. Lüge und Fundamentalismus

Zitat von Modalverb
... Meinungsfreiheit, Freiheit der Informationen und somit relationale Wahrheitswertbildung können nur im Rückgriff auf fundamentale Dogmen unterbunden werden.
Nein, sie können sogar wirkungsvoller unterbunden werden durch finanzielle Abhängigkeit.
Anders kann ich mir das grandiose Lügengebäude um 9/11 nicht erklären.

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mekrico 15.08.2010, 14:06
1449.

Im Prinzip finde ich Street View ganz nett, aber halte es auch für ein mögliches Betätigungsfeld für Denunzianten.
Befürworter von SV werden sicherlich nicht abstreiten das es durchaus möglich ist gefakte Bilder per Tag an das Haus des ungeliebten Nachbarn zu heften. Auch könnte ich je nach Gusto meinem gehassten Vermieter gefakte Bilder seines Hauses mit einer Frau in Burka oder ein Glatzkopf mit Springerstiefeln in den Garten pflanzen. Dank Photoshop verpasse dem spiessigen Arbeitskollegen Reizwäsche und tag es an sein Haus.

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