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Wettbewerb: Auch die Telekom beschwert sich über Google
DPA

Die EU-Kommission prüft derzeit, ob Google bei seinen Suchergebnissen eigene Angebote bevorzugt. Nun hat sich auch die Telekom der Beschwerde von Wettbewerbern angeschlossen - und klagt über Zweiklassen-Behandlung.

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b.b.baxter 19.05.2014, 20:27
10. Fanboys nerven

Als kleiner Freiberufler bin ich wahrlich kein Freund von Großkonzernen. Von der Telekom habe ich mich schon vor über einem Jahrzehnt verabschiedet und auch das unsägliche Leistungsschutzrecht der Verlage geht mir gehörig gegen den Strich - aber Google ist meines Erachtensinzwischen der Schlimmste Großkonzern von allen. Gegen Google sind Telekom und Axel Springer Waisenknaben.
Als absoluter Monopolist bei der Websuche in Deutschland bevorzugt Google, wie Microsoft früher in Office-Systemen, klar eigene Angebote und drängt damit eben nicht nur Großunternehmen aus dem Markt, sondern auch kleinere Anbieter (die bei Nischenangeboten ja nicht unbedingt schlechter sein müssen - man findet sie eben nur nicht). Zudem kann es missliebige Artikel, Kommentare etc. einfach in den hinteren Seiten der Suchergebnislisten verschwinden lassen. Sowas nennt sich Zensur - wogegen Google in China ja auch gar nichts einzuwenden hatte, so lange man da unbehelligt Geschäfte machen durfte.
Google prellt monatlich tausende kleine Blogger um ihre Adsense-Kröten, indem einfach ohne Begründung, ohne Beweise, kurz vor fälliger Auszahlung (ab 100 Dollar) das Konto gesperrt und die Kohle einbehalten wird.
Google zahlt Adblock dafür, dass die eigene Werbung bei Adblock durchgelassen wird.
Google bestraft fremdvermarktete Seiten für (von Google) als störend empfundene Werbung - liefert aber mit dem eigenen Adserver auf von Google vermarketen Seiten exakt diese Formate aus.
Da Google inzwischen weit mehr ist als eine einfache Suchmaschine, Mailserver, Handys mit Betriebssystemen, Navis mit Software ausstattet, sprich: in der gesamten Onlinewelt mitmischt, hat Google wie kein anderer (außer vll. der NSA) die Möglichkeit, alles über jeden zu speichern - und tut dies mit ziemlicher Sicherheit auch. So könnte Google z.B. wunderbar (Konkurrenz-)Betriebe ausspionieren, Insider-Handel an weltweiten Börsen betreiben etc.
Wie gesagt, ich bin kein Freund von Großunternehmen und deren Lobbyisten - und genau deswegen gehen mir Google und die zugehörigen Fanboys inzwischen ziemlich auf die Nerven.

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wappler.ralf 19.05.2014, 22:31
11. Wettbewerb über Lobyismus, Politik, Meinungsmache und Gesetzgebung

Die Telekom steht nicht gerade für Netzfreiheit und fairen Wettbewerb. Das Google unfaire Suchergebnisse anzeigt läßt sich nicht erkennen, auch nicht im Vergkeich mit anderen Suchmaschienen. Google zeigt aber bessere Ergebnisse an. Es wird über den Datenschutz bei Google gemeckert , im Gegensatz zu anderen Firmen bleiben die Daten bei Google. Hier wird versucht etwas kaput zumachen und die Schafe unter uns schreien Hura.

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thomas.b 20.05.2014, 09:42
12.

Zitat von niska
Nicht wirklich, da google eben die 'Datenbahnen' selbst nicht bereitstellt, anbietet und für bestimmte Inhalte ausbremst. Auf die Daten hat man trotzdem gleichberechtigt Zugriff. Mit jeder anderen Suchmaschine werden eben andere Suchergebnisse weiter vorne stehen, oder man gibt die 'url' direkt ein. Immer hat man den gleichschnellen Zugriff. Das ist Netzneutralität. Es ist eben ein Unterschied, ob der Autobahnbauer spezielle Porschespuren anbietet, oder der Kunde auf gleichberechtigten Fahrspuren selbst zwischen Porsche und Polo wählen kann.
Netzneutralität ist aber bereits heute nicht die Realität. Das kann ich auch ganz einfach an meinem eigenen Anschluss (VDSL 25Mbit) belegen: In den Nachmittags- und Abendstunden habe ich durch Überlastung des Netzes meines Anbieters Vodafone etwa 0,5 bis 1Mbit Downloadrate laut Messung. Dennoch kann ich die Livestreams von bspw. ARD und ZDF bei ca. 4-5 Mbit ruckelfrei gleichzeitig schauen, die "normale" niedrige Downloadrate nimmt dabei keinen Einfluss.

Das ist nicht netzneutral, das ist Gewichtung von Inhalten. Und genau das tut Google auch, nur in einer anderen Facette.

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berufskonsument 20.05.2014, 10:13
13.

Zitat von b.b.baxter
Als kleiner Freiberufler bin ich wahrlich kein Freund von Großkonzernen. Von der Telekom habe ich mich schon vor über einem Jahrzehnt verabschiedet und auch das unsägliche Leistungsschutzrecht der Verlage geht mir gehörig gegen den Strich - aber Google ist meines Erachtensinzwischen der Schlimmste Großkonzern von allen. Gegen Google sind Telekom und Axel Springer Waisenknaben.
Da gibt es eine ganz einfache Lösung: Nutzen Sie Google nicht. Schon sind all Ihre Probleme gelöst.

Was andere Google-Nutzer für Probleme mit dem Anbieter haben, kann Ihnen ja herzlich egal sein. Auch die können sich ggf. problemlos einen anderen Anbieter suchen.

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b.b.baxter 20.05.2014, 15:37
14. @berufskonsument

Wollen, oder können Sie nicht verstehen? Wenn Sie z.B. ein Unternehmen betreiben, dass darauf angewiesen ist, online gefunden zu werden, aber dummerweise ein Konkurrenzprodukt zu einem Googleprodukt anbietet, dann kann es ihnen Unternehmen eben nicht egal sein, dass sie bei Google nicht gefunden werden, da Google klarer Monopolist ist. Genau deswegen wurde Google ja auch von div. konkurrierenden Unternehmen, nicht nur von der Telekom, sondern auch von Reiseveranstaltern, Preisvergleichsseiten etc. verklagt.
Und herzlichen Dank auch für den Hinweis, dass ich andere Suchmaschinen nutzen kann - dass tue ich ebenso, wie ich seit Jahren nicht mehr Telekom-Kunde bin. Ändert nur überhaupt nichts an der Tatsache, dass Google auf diverse Arten seine Monopolstellung ausnutzt.

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geotie 20.05.2014, 19:01
15.

Zitat von rotchenko
Neid muss man sich erarbeiten :-)
Genau! Google wollte das ich auch meinen Laden im Google werben lassen sollte. Da ich aber genug Kunden schon in der Anfangsphase hatte, sagte ich ab. Mindestens 10 Mal wurde ich danach vom Vertreter angerufen und, entweder freundlich oder auch sehr unfreundlich, wollte er mich zu einem Vertrag überreden. "Dann werden wir ihre Firma ins Abseits stellen." war eines der vielen Sätze.
Wenn eine Firma mit diesem penetranten Überredungskünsten und Drohungen reich wird, ist das ein Ding, aber das ich deswegen neidisch sein sollte, ist schon eine Unterstellung. Ich glaube auch nicht, dass ein Mensch als Milliardär (wie die Google-Besitzer) glücklicher ist als einer der durch seine Arbeit genug Geld verdient, aber sein Geld sinnvoll ausgibt um es zu genießen. Also, Neid zu unterstellen trifft vielleicht auf Sie zu, aber nicht auf mich!

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niska 20.05.2014, 20:20
16.

Zitat von geotie
Genau! Google wollte das ich auch meinen Laden im Google werben lassen sollte. Da ich aber genug Kunden schon in der Anfangsphase hatte, sagte ich ab. Mindestens 10 Mal wurde ich danach vom Vertreter angerufen und, entweder freundlich oder auch , wollte er mich zu einem Vertrag überreden. "Dann werden wir ihre Firma ins Abseits stellen." war eines der vielen Sätze. Wenn eine Firma mit diesem penetranten Überredungskünsten und Drohungen reich wird, ist das ein Ding, aber das ich deswegen neidisch sein sollte, ist schon eine Unterstellung. Ich glaube auch nicht, dass ein Mensch als Milliardär (wie die Google-Besitzer) glücklicher ist als einer der durch seine Arbeit genug Geld verdient, aber sein Geld sinnvoll ausgibt um es zu genießen. Also, Neid zu unterstellen trifft vielleicht auf Sie zu, aber nicht auf mich!
Dann hätten Sie diesen Vertreter sicher melden können. Ich denke nicht, dass es im Interesse googles ist, wenn einzelne Mitarbeiter der Akquiseabteilung so rufschädigend arbeiten.
Unsere Firma ist ohne Vertrag anhand unserer Keywords sehr gut zu finden (1. Seite) und auch in den weiteren Diensten, wie Maps etc., gut verknüpft. Das klappt bei der Konkurrenz bei den Schuchmaschinen komischerweise nicht so gut. Aber die benutzt ja eh fast niemand.
Ich habe mir abgewöhnt wegen einzelner unfähiger und/oder pampiger Mitarbeiter ein Unternehmen gleich in Sippenhaft zu nehmen.
Probleme frühzeitig offen ansprechen hat schon zu vielen, im Nachhinein sehr fruchtbaren, Geschäftsbeziehungen geführt.

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