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Whistleblowerin: Chelsea Manning nach 62 Tagen in Haft freigelassen
REUTERS

Weil sie eine Aussage vor einer Grand Jury verweigerte, musste Chelsea Manning in Beugehaft. Nun melden ihre Anwälte: Die Whistleblowerin ist wieder frei - womöglich aber nicht allzu lange.

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Frida_Gold 10.05.2019, 06:51
1.

Seit wann gilt eigentlich nicht mehr die rechtsstaatliche Regel, dass man sich selbst nicht belasten muss? Wieso kann man eingeknastet werden, bis man aufgibt und gegen sich selbst aussagt?

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horstenporst 10.05.2019, 07:36
2.

Wer Kriegsverbrechen öffentlich macht, muss in den USA mit jahrelanger Haft rechnen. Diejenigen, die sie begangen haben, laufen frei herum.

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spon_2999637 10.05.2019, 08:08
3.

Zitat von Frida_Gold
Seit wann gilt eigentlich nicht mehr die rechtsstaatliche Regel, dass man sich selbst nicht belasten muss? Wieso kann man eingeknastet werden, bis man aufgibt und gegen sich selbst aussagt?
1984
https://de.wikipedia.org/wiki/Aussageverweigerungsrecht#USA

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patriae. 10.05.2019, 08:12
4. @Frida_Gold

ich denke so einfach ist das dann doch nicht. Soweit mir der Fall bekannt ist, geht es in der Grand Jury nicht um sie, sondern um Komplizen. Für Dinge, in der sie sich selbst belastet, würde wohl Immunität gelten. Davon abgesehen das sie ohnehin schon verurteilt wurde und auch in der USA niemand für dasselbe vergehen 2x verurteilt werden darf. Die Grand Jury will also nicht sie einbuchten, sondern will das sie ihre Komplizen belastet und vor allem Namen nennt. Als Zeuge droht einem demnach keine Gefahr (vor dem Staat), darum ist die Verweigerung einer Aussage auch strafbewehrt.

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Konvertit 10.05.2019, 09:40
5.

Anstatt Ihre Kameraden und Befehlshaber in die Pfanne zu hauen hätte diese Volksverräterin mal besser ein paar ordentliche Kriegsverbrechen begangen und ein paar Unschuldige erschossen. Aber bloß keine weißen Christen! Ausländer, Menschen anderer Religion, Hautfarbe und Geschlecht können erschossen oder gefoltert werden. Dann hätte Sie die Sympathie des Potus und seiner Wählerschaft und könnte ungeschoren die Aussage verweigern! Wie es in der Trump-Administration halt so üblich ist. Aber da es um Werte wie Gesetzestreue, Demokratie und Menschenrechte geht, kann Fr. Manning wohl kaum auf Unterstützung oder Sympathie hoffen.

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olli0816 10.05.2019, 10:59
6. Die Konsequenz von Frau Manning ist beeindruckend

Ich glaube nicht, dass nach so einer harten Haft viele Leute so unnachgiebig sind und eisern an ihren Überzeugungen festhalten. Ich habe wirklich höchsten Respekt vor dieser Frau.

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qoderrat 10.05.2019, 11:14
7.

Zitat von olli0816
Ich glaube nicht, dass nach so einer harten Haft viele Leute so unnachgiebig sind und eisern an ihren Überzeugungen festhalten. Ich habe wirklich höchsten Respekt vor dieser Frau.
Auf jeden Fall, ob diese Haltung in der Sache jedoch wirklich weiterhilft, ich weiss nicht. Evtl. könnte sie ja Aussagebereitschaft signalisieren, sich aber aufgrund einer Traumatisierung durch die Einzelhaftbedingungen an nichts mehr erinnern, dann wäre das Thema vermutlich schneller erledigt.

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gandhiforever 10.05.2019, 13:22
8. Aussageverweigerung

Es ist sehr befremdend, wie unterschiedlich US-Gerichte bei Aussageverweigerung vorgehen.
Einflusslose Menschen muessen ins Gefaengnis, solche mit Beziehungen kommen ungeschoren davon.

Gerechte Justiz sieht anders aus.

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helgetepp 10.05.2019, 13:38
9. Extreme Härte gegen Whistle Blower -- Täterschutz

Die Härte -- meiner Meinung nach gegen die Würde des Menschen und gegen Grundrechte in vielen Bereichen -- mit der gegen Whistle Blower vorgegangen wird, ist schockierend. In diesem Fall hat Manning im gegen sie/ihn gerichteten Verfahren von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch gemacht. Sie wurde zu einer aus unserer Sicht total überzogenen Freiheitsstrafe verurteilt und endlich -- nach sieben Jahren -- begnadigt. Die Strafe war deshalb so unangemessen scharf, weil die Rechtfertigungsgründe, damit schwerste Verbrechen offenzulegen, nicht angemessen strafmindernd berücksichtigt wurden. Geradezu rachsüchtig wirkt nun, dass ihr auch nach der offiziellen Begnadigung kein Frieden gegönnt wird. Statt dessen wird sie von interessierten Kreisen weiterhin verfolgt, was stark an die schlimmen Zeiten der Heiligen Inquisition erinnert. Es ist Terror mit den Mittel der mißbrauchten Justiz, um andere potentielle Whistle Blower zu ängstigen. Eine reife Demokratie geht anders mit diesem Thema um. Parallelen gibt es zum Fall Assange, der durch die Verfolgung ja bereits etliche Jahre de facto im Hausarrest der ecuadorianischen Botschaft verbracht hat. Nach meinem Verständnis waren diese verlorenen Jahre des Lebens Strafe genug. Statt dessen wird auch hier mit allen Mitteln versucht, zusätzliche Bestrafungen herbeizuführen. Es ist schade, dass unsere so stabil geglaubtem Demokratien nicht das Rückgrat haben, trotz der amerikanischen Drohungen diesen Menschen Asyl zu geben. Denn dass sie aus politischen Gründen Verfolgung erleiden ist offensichtlich.

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