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WikiLeaks-Enthüllungen: Vergessen Sie Gut gegen Böse
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Böse Geheimdienste? Guter Trump? Brave Russen? Die neuesten WikiLeaks-Enthüllungen können verwirren, wahrscheinlich sollen sie das auch. Die zentrale Erkenntnis: Manchmal gibt es keine "Guten".

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Pocillator 09.03.2017, 13:04
100. Aufklärung nicht „verwirrungspropagandistischer Geniestreich“

Nein, Herr Lobo, das ist kein „verwirrungspropagandistischer Geniestreich“ von Wikileaks, sondern schlicht Aufklärung über eine wichtige geheimdienstliche Fähigkeit. Dass es angesichts dieser Aufklärung fortan schwerer fallen dürfte, Hackerangriffe mit zweifelhaften Indizien Russland anzulasten, mag manchem nicht gefallen. Offenbar auch nicht Sascha Lobo, der im Artikel von einer „offensichtlichen Achse der Ego-Brüder Trump – Assange – Putin“ schreibt. Das muss man auch erst einmal schaffen: in der Überschrift „Vergessen Sie Gut gegen Böse“ zu verkünden und wenige Sätze später schon eine neue „Achse des Bösen“ zu konstruieren.

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Jor_El 09.03.2017, 13:12
101. Kein gut, kein böse

Tja, es scheint aussichtslos das Leuten zu erklären, die ihr Weltbild mit Hilfe drittklassiger Actionfilme aus dem untersten Videothekenregalen geformt haben.

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shardan 09.03.2017, 13:15
102. Bien dit.

Stimmt. In der politischen Szene ist "gut" und "böse" seit alters her kein Absolutum, sondern lediglich eine Frage der Seite. Selbst eine Legende wie Robin Hood war nur aus Sicht der armen Leute ein Held - aus Sicht der Landbesitzer und des damaligen Rechtes war er ein Krimineller. Ein Msuterbeispiel übrigens dafür, das Recht nichts mit Gerechtigkeit zu tun hat: Das Recht wurde von den Landbesitzern und Adligen (passend) gemacht! Die Enthüllungen von WikiLeaks sind für niemanden, der sich ernsthaft mit IT-Technik und Internet befasst, eine Überraschung: Tarnen und täuschen gehört seit jeher zum Repertoire aller Hacker - warum sollten ausgerechnet Geheimdienste eine Ausnahme sein? Hat wirklich jemand geglaubt, das in einem CIA-Hack eine Signatur "Mit freundlichen Grüßen vom CIA" steht? So naiv kann man hoffentlich nicht ernsthaft sein. Was ichw eit skandalöser finde, was aber kaum eine Notiz wert war: WikiLeaks scheint aktive Unterstützung für Trump zu betreiben. schon bei der Wahl. Wenn man solche Dinge veröffentlicht, sollte man dies unbedingt neutral tun. In dem Moment, wo sich eine Organisation wie WikiLeaks auf eine politische Seite stellt, muss man die Informationen genau so in Zweifel ziehen wie die Sendungen auf Trumps Manipulations-TV. Unmissverständlich: In einer Zeit, in der Politik allenthalben im Hinterzimmer dreckige Süppchen kocht, halte ich eine solche Institution für dringend geraten und wichtig. Das kann aber nur bei strikter Distanz zu politischen Richtungen funktionieren.

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chk23 09.03.2017, 13:18
103.

Zitat von Pocillator
Nein, Herr Lobo, das ist kein „verwirrungspropagandistischer Geniestreich“ von Wikileaks, sondern schlicht Aufklärung über eine wichtige geheimdienstliche Fähigkeit.
Unsinn. Denn das war schon lange vor den Leaks bekannt. Dass dieser Leak, ob nun bewusst oder nur unbewusst als "Werkzeug" missbraucht, aus taktischen Gründen erfolgte bzw. Wikileaks zugespielt wurde, ist genau so wahrscheinlich wie das die CIA die ihr zur Verfügung stehenden Mittel auch in vollem Umfang einsetzen.

Zitat von
Dass es angesichts dieser Aufklärung fortan schwerer fallen dürfte, Hackerangriffe mit zweifelhaften Indizien Russland anzulasten, mag manchem nicht gefallen.
Wieso sollte es "manchem nicht gefallen", nur weil "mancher" nicht die Berichte und Artikel zu diesem Thema in den letzten Jahren verfolgt hat? Dass man Signaturen so manipulieren kann, dass sie nach einem anderen Geheimdienst aussehen ist längst bekannt, und da die CIA Leaks hierzu bisher auch keine konkreten Fälle liefern konnten, hat sich daran durch den Leak nicht das Geringste geändert.

Zitat von
Offenbar auch nicht Sascha Lobo, der im Artikel von einer „offensichtlichen Achse der Ego-Brüder Trump – Assange – Putin“ schreibt. Das muss man auch erst einmal schaffen: in der Überschrift „Vergessen Sie Gut gegen Böse“ zu verkünden und wenige Sätze später schon eine neue „Achse des Bösen“ zu konstruieren.
Eine "Achse" ist noch lang keine "Achse des Bösen", sondern in diesem Fall nur eine zeitweilige Kooperation verschiedener Fraktionen die derzeit die gleichen Interessen teilen. Wenn Sie schon (aus welcher Motivation auch immer) so auf Herrn Lobo losgehen, um den Überbringer der Nachricht für deren Inhalt zu verurteilen, dann bleiben Sie doch bitte bei den Fakten, und konstruieren keine "alternativen Fakten", die der Artikel gar nicht hergibt.

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stefan taschkent 09.03.2017, 13:24
104. Nix verstehen

Zitat von chk23
Wie kommen Sie denn darauf? Haben Sie den Artikel gelesen? Und auch wirklich verstanden?
Verstanden habe ich den Artikel sicher nur im Ansatz, denn für das Gesamtwerk fehlt mir wohl die intellektuelle Schärfe. Ganz unabhängig davon war die Welt für mich - und für die allermeisten meiner Mitbürger, mit denen ich mich über Themen dieser Art austausche - auch schon vor dem März 2017 nicht Schwarz/Weiss bzw. Gut/Böse. Diese Erkenntnis Lobo's überraschte mich dann doch. Auch False-Flag-Operations sind so neu nicht, ob nun on- oder offline. Bei dem einen oder anderen kann das schon mal für Verwirrung sorgen, da stimme ich Lobo zu.

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Emil Wild, der 5. 09.03.2017, 14:15
105. Unvorstellbar

Zitat von haresu
Zur Entidiotisierung gehört auch...der Verzicht auf Feindbilder und Vorurteile und auf die Lust an Bestätigung und Konsum derselben.
Eine entidiotisierte Welt ist noch weniger vorstellbar als das himmlische Paradies oder Buddhas Nirwana !

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Die Happy 09.03.2017, 14:26
106.

Zitat von t.h.wolff
Das russische "Regime"? Ja ist denn schon wieder Weihnachten? ...
Da man bei den russ. Wahlen nicht von wirklich demokratischen sprechen kann, passt das schon.

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det5904 09.03.2017, 14:33
107. Paranoia

"Aufklärung, schrieb Kant, ist der "Ausgang des Menschen aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit". Twitterkompatibler ausgedrückt heißt das: Der Mensch ist ein Idiot, bis er es checkt und sich aktiv entidiotisiert..."
Ach Herr Lobo! Kant geht davon aus, dass der Mensch eben kein Idiot sei. Wäre er ein Idiot, würde er es nie lernen, sich seines eigenen Verstandes zu bedienen. Dieses paranoide Machwerk, welches mit der Kritik der reinen Vernunft ebenso viel zu tun hat, wie die Gesprächsprotokolle mit Patienten in Sicherungsverwahrung in psychiatrischen Anstalten wird dem Anspruch der "Entidiotisierung" nicht nur nicht gerecht, sondern stellt offensichtlich einen Beitrag zur gezielten Idiotisierung der Leser dar.
"Ja, verdammt, wir stecken mitten in einem weltpolitischen Krimi " Ach wirklich? Ausgestrahlte Krimis verdanken ihre Erfolge der eindeutigen Identifizierung von Gut und Böse. Trotz Ihrer merkwürdig jargonierten Eingangsthese, dass der "weit verbreitete Wunsch, dass es "die Guten" geben möge ein Merkmal der - Ihr Jargon - "Startidiotie" sei halten Sie selber dennoch an diesem Glauben fest, indem sie eine "offensichtliche Achse" des Bösen "der Ego-Brüder Trump - Assange - Putin" herbeisinnieren. Nun! Quer zu dieser Achse dürfen die von Ihnen aufgeklärten Leser wohl a priori eine Achse des Guten apperzipieren Hilary - NSA - Merkel?
"Es muss dahinter gar keine Beweisführung stehen. " Da haben Sie sogar recht! Auch für den herbeiphantasierten Cyber Einfluß der Russen auf die US-Wahl gab es "dahinter gar keine Beweisführung"! Wenn es um den bösen Putin geht, ist eine "entidiotisierende" Beweisführung auch gar nicht nötig, dann sollen die Leser lieber Idioten bleiben. Ein wichtiges Verdienst dieses Artikels will ich nicht verschweigen. Der Unterschied zwischen schlichter Unaufgeklärtheit und paranoiden Wahnsinn wird deutlich herausgearbeitet und die Erkenntnis, lieber ein Idiot zu bleiben, als ein auf des Verfassers Weise aktiv "entidiotisierter".

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an-i 09.03.2017, 15:51
108.

na so was, ist der Russe in der Spionage besser als der Ami? unsere sind auch nicht ohne...
https://www.youtube.com/watch?v=qcOVeXN3pi0&t=2709s

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Schraube 09.03.2017, 16:11
109. Interessant

Der Trump-Hass und die Not-Liebe zu H.Clinton haben nun also auch Herrn Lobo auf die andere Seite gezogen. Auch ich fand, dass die Trump/Flynn-Leaks ein anderes Kaliber waren, weil sie aus dem tiefen Staat kamen, um dem eigenen aktuellen Präsidenten zu schaden und den schlechten Verlierern, samt ihrem etablierten Washingtoner Machtapparat weitere Munition lieferten. Ziel war, Trump die Agenda, vor allem die Russland-Agenda, zu zerschießen.

Ich finde es höchst bemerkenswert, dass die Russland-Basher stets nur verlauten müssten, sie könnten ihre Vorwürfe beweisen, wirklich vorgelegt werden die Beweise aber nie, bzw, es genügt den in Russenfuror verfallenen, dass jemand mit Russen Kontakt hatte. Die Naturgewalt Trump hat scheint's dazu geführt, dass auch Herr Lobo sich der Methode anschließt. Wem exakt 29 Minuten nicht als ein eindeutiger Beweis genügen, tja, der ist eben dem Propagandisten Assange, der tatsächlich echte Beweise vorlegt, auf den Leim gegangen.

Herr Lobo ist für sich zur Überzeugung gelangt, dass ein herrenzotiger Trump, der sich vor dem jungen Billy Bush aufspielt, schwerer wiegt, als schnöde echte Beweise per E-Mail-Ordner-Kopie.

Ich erwarte als nächstes den Brandbrief von Herrn Lobo, der die Auslieferung und Aburteilung von Snowden und Assange fordert.

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