Forum: Netzwelt
Wikileaks-Gründer: Assange beantragt Asyl in Ecuador
dapd

Julian Assange versucht mit allen Mitteln einer Auslieferung nach Schweden zu entgehen: Der WikiLeaks-Gründer hat Asyl in Ecuador beantragt, wie das Außenministeriums des südamerikanischen Landes mitteilte. Der Antrag werde derzeit geprüft.

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themistokles 20.06.2012, 11:03
150.

Zitat von traurigewelt
Warum sollte er nach Schweden gehen, wenn er genauso Über konferenz oder einen Besuch 2er Schwedischer Staatsmänner seine Aussage/anhörung durchführen könnte? Dies hat schweden abgelehnt. Da würde ich an seiner Stelle auch sagen, das kommt mir spanisch vor... Wenn keine Anklage gegen mich voliegt, warum sollte ich dann in der heutigen welt für eine Anhörung nach schweden müssen, wo diese doch einfacher über technische kommunikation in GB durchgeführt werden kann....
Das ist Schwedens gutes Recht. Verhöre und Befragungen sind immer noch am effektivsten, wenn sie persönlich geführt werden. In einem kriminalistischem Verhör wird auf weit mehr geachtet, als nur auf die reinen Worte. Nicht zuletzt auch die körperliche Präsenz der/ die Befrager spielt hier eine Rolle. Soviel zum Thema Videokonferenz.

Zum Thema Reisen nach England: Entscheiden Sie sich. Beim Kachelmann gab´s Juristenbashing, weil der ganze Tross in die Schweiz gefahren ist, anstatt die zu befragende Person nach Mannheim. Ist aber auch egal und letztendlich die freie Entscheidung der Ermittler und ganz letztendlich vielleicht sogar nur eine Frage der Bequemlichkeit: Warum sollen sie ihm hinterher reisen, wenn er auch nach Schweden kommen kann. Und sollte!

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traurigewelt 20.06.2012, 11:03
151.

Zitat von josifi
Hat Herr Assange zu bestimmen, wer zu wem kommt? WARUM sollten ein Haufen Schweden nach GB reisen und nicht Assange nach Schweden? ER ist der Verdächtige!
Meines Wissens, gibt es kein gesetz, dass einen verdäctigen verpflichtet, zu Reisen, um an einer Anhörung Teilzunehmen.
Es gibt für ihn nicht den Grund nach Schweden zu reisen, wenn er per Videokonferenz befragt werden könnte, was problemlos Möglich wäre.
Dies hat Schweden abgelehnt.
Is das so schwer zu verstehen?
Wenn die Polizei jemanden befragen will, fährt sie auch erst einmal bei der Person vorbei. Vorgeladen werden Leute, bei denen Begründeter verdacht besteht, nicht bei einer reinen Anschuldigung.
Ergo gibt es keinen Grund, dass Assange nach Schweden müste für diese Anhörung. Sie ist Online Möglich, es besteht kein (dringender) tatverdacht sondern nur eine Anschuldigung, ergo kein grund für eine Vorladung, ergo kein Grund für Assange nach Schweden zu kommen.

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Christoph 20.06.2012, 11:05
152.

Zitat von kein Ideologe
na ja, ich denke der Wunsch der Damen ist ziemlich egal. Wenn die Strafverfolgungsbehörden von einem Offizialdelikt wissen, dann handeln die.
So ist es auch wahrscheinlich gewesen.
Zitat von
Woher haben Sie die Information?
Vorwürfe gegen Wikileaks-Gründer Assange: Wie man in Schweden einen Mann belasten kann - Wikileaks - FAZ

Wikileaks-Gründer: Vergewaltigung auf Schwedisch
Demnach halte ich es wenigstens für sehr zweifelhaft, dass die beiden Frauen aus eigenem Antrieb Anzeige erstatten wollten.

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kein Ideologe 20.06.2012, 11:05
153. 45646

Zitat von josifi
Hat Herr Assange zu bestimmen, wer zu wem kommt? WARUM sollten ein Haufen Schweden nach GB reisen und nicht Assange nach Schweden? ER ist der Verdächtige!
na es stimmt schon, billiger wäre der Haufen Schweden gewesen. Das Gezerre kostet auch, ich will nicht wissen wie viele Schweden und Briten in der Zeit hin- und hergeflogen sind um die Kuh vom Eis zu bekommen. Das Gezerre kostet ja auch Geld. Eine Lex-Assange in Schweden wäre die bessere Lösung gewesen. Aber auch die wäre natürlich in die jeweilige VT mit eingebaut worden.

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themistokles 20.06.2012, 11:06
154.

Zitat von DesTeufelsAnwalt
Und? Das soll ihn vor einer Auslieferung an die USA und einem Prozess bewahren? Ist ja süß...
Süß sind allenfalls diese ganzen Weltverschwörungstheorien hier. Ich habe bisher kein einziges, plausibles Argument gehört, warum Assange in Amerika der Prozess gemacht werden sollte. Denn: Letztendlich geht es doch gar nicht um die Person Assange sonderen um das "Prinzip" Wikipedia. Seltsamerweise ist es seit Assanges "Ausscheiden" hier sehr still geworden, obwohl er immer behauptete, dass es hier auf ihn doch gar nicht ankommt...

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Fenrax 20.06.2012, 11:08
155. traurig...

wie quasi jeder Forist der sich mit dem Fall beschäftigt hat auf Assanges Seite ist, aber dennoch die Stammtischgröhler "der nervt, sollerdoch nach Nordkorea gehen" die Mehrheit darstellen...

Assange ist weder Vergewaltiger noch "Molester", und um das zweifelsfrei festzustellen braucht es keine Auslieferung.

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join3 20.06.2012, 11:09
156. Assange bashing

Scheinbar war das, was wikileaks an die Öffentlichkeit gebracht hat fast niemanden hier im Forum auch nur einen Pfifferling wert. Mal davon abgesehen, daß diese Informationen für manche etwas schwer zu begreifen sind - die Bürgern, denen Transparenz unersetzlich für die Erhaltung der Demokratie ist, wären doch gut beraten, Assange zu unterstützen.OK - das war mir die Mittagspause wert. Zitat von sysop
Julian Assange versucht mit allen Mitteln einer Auslieferung nach Schweden zu entgehen: Der WikiLeaks-Gründer hat Asyl in Ecuador beantragt, wie das Außenministeriums des südamerikanischen Landes mitteilte. Der Antrag werde derzeit geprüft.

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biobanane 20.06.2012, 11:11
157.

in der TAZ wird aus seinem Brief zitiert. „Todesdrohungen, ökonomischer Boykott und die Möglichkeit an die Behörden der Vereinigten Staaten von Amerika durch die britischen, schwedischen oder australischen Behörden übergeben zu werden, veranlassen mich auf ecuadorianischem Gebiet politisches Asyl zu suchen und den Schutz, der mir erlaubt meinen Einsatz auf einem Territorium den Friedens fortzusetzen“.
Mir scheint, er ist da doch etwas beliebig mit seinen Asylgründen, wenn er sogar aus Australien eine Auslieferung befürchtet, dann bleiben ihm wirklich nicht mehr viele Staaten. Nur ist dann die Argumentation futsch, dass gerade aus Schweden das Unheil droht? Und ökononischer Boykott ist auch ganz süß, hat er nicht gerade eine halbe Million seiner Anhänger für seine Rechtsanwälte verpulvert.

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DesTeufelsAnwalt 20.06.2012, 11:13
158.

Ja, Assange ist ein komischer Typ, zweifelsohne.
Nur... dass er bei den Vorwürfen und den beteiligten Personen nicht nach Schweden ausgeliefert werden möchte, kann ich schon verstehen.
Das würde ich auch nicht wollen.

Die konservative Justizministerin Beatrice Ask erhofft sich von dieser Verschärfung [des Sexualstrafrechts] abschreckende Wirkung – auch wenn damit die Unschuldsvermutung bis zu einer Verurteilung infrage gestellt würde. Ask schlug kürzlich vor, dass allen Männern, die wegen eines (vermuteten) «Sexkaufs» vor den Richter müssen, der «Marschbefehl» in einem rosaroten Umschlag nach Hause gesandt wird, sodass «alle sehen können, was für ein Typ dieser Mann ist».

Im schwedischen Rechtssystem sind die Grenzen zur Verbrechensrubrizierung "Vergewaltigung" deutlich niedriger angesetzt, als in den meisten anderen EU-Staaten. Marianne Ny [die Staatsanwältin im Fall Assange] gilt darüber hinaus als besonders weitgehende Staatsanwältin. So hatte sie sich einst in einem Fall von Frauenmisshandlung dafür ausgesprochen, dass Männer, die von Frauen beschuldigt werden, aber nicht verurteilt sind, in jedem Fall vorsorglich eingesperrt werden müssten – um der Frau "Raum zum Nachdenken" zu verschaffen. "Erst wenn der Mann gefangen genommen ist und die Frau in aller Ruhe Zeit bekommt, mit etwas Abstand auf ihr Dasein zu blicken, bekommt sie die Chance zu entdecken, wie sie behandelt wurde", sagte sie damals.

Ja, da möchte ich auch gerne vor einem "unabhängigen" Gericht stehen.

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Originalaufnahme 20.06.2012, 11:13
159. ===

Zitat von 7eggert
Andererseits kann man als Außenstehender auch nicht die Schuld oder Unschuld abschätzen. Daß die Vorwürfe ziemlich bald, nachdem der USA auf den Schlips getreten wurde, erhoben wurden, ist kein Unschuldsbeweis.
Was ist denn ein Unschuldsbeweis? In den Menschenrechten der UN und in der Europäischen Menschenrechtskonvention finde ich nur etwas von einer Unschuldsvermutung, nach der nicht Assange seine Unschuld, sondern seine Verfolger seine Schuld zu beweisen haben.

Aber vermutlich haben weder Sie, noch die britische und schwedische Justiz schon einmal davon gehört. Von der US-amerikanischen sowieso ganz zu schweigen...

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