Forum: Netzwelt
WLAN-Hotspots: Die Störerhaftung gilt noch für Altfälle
DPA

Weil über sein offenes WLAN illegal ein Song heruntergeladen wurde, musste ein Netzaktivist 800 Euro an Sony zahlen. Zurecht, befand nun das Oberlandesgericht München - denn das Gesetz, das solche Abmahnungen verhindert, kam zu spät.

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Plasmabruzzler 15.03.2018, 15:00
1. Verhältnismäßigkeit

800 EUR für einen einzigen Song? Zum Glück hat er kein ganzes Doppelalbum gezogen, das wäre ja fast der Wert eines VW Golfs. Wie kann denn bitteschön ein Schaden von 800 EUR bei Sony für einen einzigen Song entstehen? Wir sind hier ja nicht in den USA, wo eine x-beliebige Summe vom Kläger verlangt wird, sondern dort, wo man den Schaden auch tatsächlich darlegen muss.

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jhea 15.03.2018, 16:11
2.

Zitat von Plasmabruzzler
800 EUR für einen einzigen Song? Zum Glück hat er kein ganzes Doppelalbum gezogen, das wäre ja fast der Wert eines VW Golfs. Wie kann denn bitteschön ein Schaden von 800 EUR bei Sony für einen einzigen Song entstehen? Wir sind hier ja nicht in den USA, wo eine x-beliebige Summe vom Kläger verlangt wird, sondern dort, wo man den Schaden auch tatsächlich darlegen muss.
Der Witz ist doch, Sony ist gar kein Schaden entstanden.
Derjenige der den Song runtergeladen hat, wird ihn sich garantiert nicht gekauft haben, hätte er ihn nicht laden können.
entstandener Schaden = 0

Sony kann den Song übrigens noch immer auf eine CD pressen und verkaufen.
Also ist hier auch kein Diebstahl passiert und Raub schon gar nicht.

Das einzige was hier ein Richter Sony hätte zustehen sollen, wären die damals aktuellen Kosten für eine Single oder einen xy Download gewesen, die ja beim Download auf der offiziellen Siete bei 0,49 Euro liegen, bzw bei 4,99 für die Single CD oder was immer das kostet.


Aber vlt versucht Sony ja nur zu kompensieren was sie mit ihrer total dämlichen Kinogeschäftssparte verkacken... siehe Spiderman, Ghostbusters und so weiter ;D

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frenchie3 15.03.2018, 16:36
3. @1 Ganz einfache Rechnung

Der Runterlader hat den Song ja weitergeben können und von da immer weiter, der wäre/hätte/ist von Hunderten raubkopiert worden. Da kann man von Glück reden daß es so einen Schwachfug nur für Musik und Filme gibt. Man stelle sich die Logik bei einer Ohrfeige vor, da käme man am Ende als Massenmörder raus

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h.hass 15.03.2018, 16:43
4.

Zitat von Plasmabruzzler
800 EUR für einen einzigen Song? Zum Glück hat er kein ganzes Doppelalbum gezogen, das wäre ja fast der Wert eines VW Golfs. Wie kann denn bitteschön ein Schaden von 800 EUR bei Sony für einen einzigen Song entstehen? Wir sind hier ja nicht in den USA, wo eine x-beliebige Summe vom Kläger verlangt wird, sondern dort, wo man den Schaden auch tatsächlich darlegen muss.
Diese irren Summen können nur zustande kommen, weil hier besonders intensiv Lobbyarbeit geleistet wird und Politiker von der Content-Industrie direkt oder indirekt geschmiert werden.

Ich weiß nicht genau, wie das neue Gesetz gegen Abmahnungen aussieht. Hoffentlich sind solche Exzesse nicht mehr möglich.

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vitalik 15.03.2018, 17:35
5.

Zitat von Plasmabruzzler
800 EUR für einen einzigen Song? Zum Glück hat er kein ganzes Doppelalbum gezogen, das wäre ja fast der Wert eines VW Golfs. Wie kann denn bitteschön ein Schaden von 800 EUR bei Sony für einen einzigen Song entstehen? Wir sind hier ja nicht in den USA, wo eine x-beliebige Summe vom Kläger verlangt wird, sondern dort, wo man den Schaden auch tatsächlich darlegen muss.
Ich gehe davon aus, dass der Download über Torrent oder ähnliches erfolgte und somit bei dem Download gleichzeitig ein Upload durchgeführt wurde. Durch den Upload verbreitet man den Song an eine große Gruppe von Usern.
Mir bekannte Urteile bezogen sich daher immer auf den Upload und somit ist die Strafe viel höher als bei einem Download.

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urmedanwalt 15.03.2018, 22:16
6. Immerhin

Hat der Beklagte zum größten Teil gewonnen. Denn es ging nur um die Abmahnkosten, und auch das OLG München ist der Meinung, dass die Lockerung der Störerhaftung europarechtskonform war. Waldorf Frommer wirds nicht gefallen...

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hallomax 15.03.2018, 23:17
7. Einzelfallentscheidung

Die Autoren des Beitrags hätten leicht recherchieren können, dass andere Gerichte auch anders entschieden haben. Nämlich gegen den Beklagten.

z.B.: https://news.waldorf-frommer.de/waldorf-frommer-anschlussinhaber-haftet-in-tauschboersenverfahren-auch-bei-urlaubsabwesenheit-pauschaler-verweis-auf-vermeintlichen-hackerangriff-verspricht-keinen-erfolg/

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Plasmabruzzler 16.03.2018, 08:10
8.

Zitat von frenchie3
Der Runterlader hat den Song ja weitergeben können und von da immer weiter, der wäre/hätte/ist von Hunderten raubkopiert worden.
Diese Begründung habe ich schon vernommen, kann sie aber nicht nachvollziehen. Auch Musikstücke, die man kauft und im MP3-Format speichern kann (bspw. Amazon Auto-Rip), könnte man weitergeben.

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Plasmabruzzler 16.03.2018, 08:12
9.

Zitat von vitalik
Ich gehe davon aus, dass der Download über Torrent oder ähnliches erfolgte und somit bei dem Download gleichzeitig ein Upload durchgeführt wurde. Durch den Upload verbreitet man den Song an eine große Gruppe von Usern.
Hätte, hätte... und es ist ein Irrglaube, dass man automatisch Uploader ist, wenn man per Torrent etwas herunterlädt. Diese Funktion kann man deaktivieren.
Wie auch immer: das nennt man Fischen im Trüben. Es konnte nicht nachgewiesen werden, dass der Beklagte den (oder andere) Song(s) weitergegeben hat.

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