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XKeyscore: NSA beobachtet Anonymisierungs-Server von deutschem Studenten
SPIEGEL ONLINE

Schon länger bemüht sich die NSA, Nutzer des Tor-Netzwerks zu identifizieren. Der Code des Spionagewerkzeugs XKeyscore liefert nun Details: Laut eines Medienberichts hat der Geheimdienst den Server eines deutschen Studenten im Visier.

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Eichsfelder 03.07.2014, 11:05
1. Troja!

Zitat von sysop
XKeyscore: NSA beobachtet Anonymisierungs-Server von deutschem Studenten
Ich habe Leute nie verstehen können, die das Internet über Anonymisierungs-Server nutzen. Meine Vermutung war immer, dass sie nicht von Geheimdiensten ausgespäht, sondern (getarnt selbstverständlich) von ihnen betrieben werden.

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Dr_EBIL 03.07.2014, 11:20
2. VPN sollte Pflicht sein

http://de.wikipedia.org/wiki/VPN

Bei Politikern gilt der alte Spruch: "Wenn man keine Ahnung hat, muss man wenigstens Verwirrung stiften."

Tor würde ich nicht nutzen. Das ist langsam, hat Probleme mit Videos und ist bekannt, dass es im Fokus der NSA steht, weil es so populär ist. Der Vorteil ist, dass es kostenlos ist.

VPN (virtual private Network) sollte jeder Deutsche eigentlich benützen (müssen), schon seit langem. Momentan hinterlassen die Nicht-VPN-Nutzer überall ihre IP. Auch wenn es oft nur eine dynamische ist, das ist schon ziemlich nahe und die wechselt nicht mehr so oft wie früher bei den Providern. Damit kann ein Angreifer ganz leicht gezielt Angriffe fahren, weil er quasi wie im echten Leben bei einer Ortsadresse genau weiß, wo er hin muss. Ein weiterer Vorteil von VPN ist, dass die Daten verschlüsselt werden. So kann man nicht mehr so einfach offene Daten auf verschiedenen Knotenpunkten abgreifen.

Also der Grüne könnte mal einen Gesetzesvorschlag in die Richtung machen. Das würde natürlich abgeschmettert von den kontrollierten Regierungsvasallen.

Ich kann nur jedem raten VPN zu benützen. Das kostet leider etwas mehr pro Monat, wenn man nicht gerade ein eigenes Servernetz hat, weil schnelle Server eher nur bei kommerziellen Anbietern laufen, aber es macht das Internet sicherer.

Die NSA hat keine Probleme damit einzelne Personen auszuspionieren. Doch wenn eine kritische Masse erreicht wird, z.B. bei VPN-Benützern, dann wird das für die NSA sehr teuer. Die Möglichkeit steigt, dass sie einen Teil ihrer Macht verliert. Die Vision der NSA ist, dass sie uns mit Hilfe ihrer Technologie immer mehr kontrollieren und lenken in ihrem Sinne. Terrorgefahr ist dabei nur ein Strohmann-Argument. Es geht darum, dass sie unser Leben nicht nur überwachen, sondern lenken wollen. Je größer die Lücke wird zwischen Macht und Ohnmacht, um so schlimmer wird es für die Ohnmächtigen.

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toledo 03.07.2014, 11:32
3. ....

Zitat von Dr_EBIL
[url] Bei Politikern gilt der alte Spruch: "Wenn man keine Ahnung hat, muss man wenigstens Verwirrung stiften."
Das scheint mir aber der bessere Ansatz zu sein!
Die Politik sollte endlich das Recht auf Anonymität im Internet konsequent durchsetzen, auch um den Preis einer Nichtverfolgbarkeit! Die Nutzung von -kostenlosen- Internetdiensten muss mit falschen Identitäten möglich sein!

Ich beispielsweise teile meinen Google Account bereits mit mehreren Personen, sodaß dort abgegriffene und ausspionierte Informationen wertlos sind, weil dort mehrere Charaktere mit unterschiedlichen Interessen tätig sind!
Diese Googledaten sind Schrott und lassen nicht auf eine einzelne Person rückschließen!
Verschleiern und verfälschen... meiner Meinung nach der einzige Weg, staatskriminelle Lauscher und Spione abzuwehren!

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pieres 03.07.2014, 11:33
4. Dieser Staat ...

... und auch die anderen mißtrauen ihren Bürgern zutiefst. Erst wenn Gedankenkontrolle und -manipulation, durch welche Eingriffe auch immer, verwirklicht sind, braucht es kein NSA u. ä. mehr. Das heißt dann anders. Deprimierend, aber so wird es kommen, ohne das es zu verhindern ist!

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skeptiker97 03.07.2014, 12:00
5. Spionage unter Freunden ...

... geht gar nicht, hat mal eine allseits bekannte Dame gesagt. Die Sache kam allseits zur Sprache, die USA haben sich, wie man sieht, definitiv entschieden: Keine Freunde! Punkt.

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rgom 03.07.2014, 12:03
6.

So wird's gemacht: Bürger, die ihre Grundrechte (Datenschutz und auch Demonstrationsrecht) schützen wollen, werden systematisch als Extremisten oder Terroristen bezeichnet. Dann fragt man das dumme Wahlvolk, ob sie denn ein Problem damit haben, daß Extremisten überwacht werden. Haben sie natürlich nicht.

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nibal 03.07.2014, 12:07
7. Und das aus den USA

Dem westlichen Land dessen Bewohner ihrer Regierung am meisten misstrauen. Bis heute sind sie lieber bis unter die Zähne bewaffnet um im Falle des Falles ihre eigene Regierung zu stürzen, als auf Amokläufe und tote Kinder zu verzichten. Und leider zeigt sich mehr und mehr: zurecht. Der amerikanische Staatsapperat ist einer der gefährlichsten und widerwärtigsten der Welt geworden. Niemandem bedeuten Freiheit und Bürgerrechte so wenig wie der US-Regierung. Eine zutiefst verstörende und traurige Entwicklung.

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1000778451 03.07.2014, 12:14
8.

Zitat von Dr_EBIL
VPN (virtual private Network) sollte jeder Deutsche eigentlich benützen (müssen), schon seit langem. Momentan hinterlassen die Nicht-VPN-Nutzer überall ihre IP. Auch wenn es oft nur eine dynamische ist, das ist schon ziemlich nahe und die wechselt nicht mehr so oft wie früher bei den Providern. Damit kann ein Angreifer ganz leicht gezielt Angriffe fahren, weil er quasi wie im echten Leben bei einer Ortsadresse genau weiß, wo er hin muss. Ein weiterer Vorteil von VPN ist, dass die Daten verschlüsselt werden. So kann man nicht mehr so einfach offene Daten auf verschiedenen Knotenpunkten abgreifen.
Die Nutzung eines VPNs macht das Surfen im Internet nicht per se sicherer. Daten können immernoch beim Transport vom Service zum VPN-Knotenpunkt abgegriffen werden und sind nicht magisch durch den Zugriff über ein VPN mitverschlüsselt. Btw: VPN Nutzer hinterlassen auch ihre IP auf dem VPN-Knotenpunkt. Eine Rückverfolgung ist daher immer noch möglich im Gegensatz zu Tor.

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Ragnar Danneskjøld 03.07.2014, 12:19
9. @Eichsfelder

Gerade *dass* die NSA das Tor-Netzwerk überwacht (so gut sie halt können), ist ein guter Grund es so viel wie möglich zu nutzen. Schließlich kostet sie das Zeit, Geld und Rechenleistung, die sie dann nicht für wichtigeres zur Verfügung haben.
Davon abgesehen zeigt sich an den "Angriffen" die gegen Tor verwendet werden, dass es immer noch weitgehend sicher ist. Wenn Du nichts tust, lesen sie alles und speichern mindestens die Metadaten. Wenn Du Tor benutzt, müssen sie alleine für Metadaten einen enormen Aufwand treiben, und schaffen vermutlich nicht mal das. Wahrscheinlich wissen sie nur, wer wann Tor benutzt hat. Und je mehr Leute das tun, desto weniger verdächtig wird es, und desto wertloser wird diese Information.
Ja, Tor ist eher langsam und verträgt sich nicht mit Flash, Javascript und ähnlichem Ranz, aber es langt ja wenn man es für alles andere benutzt.

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