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YouTube und Twitch: Braucht man jetzt eine Lizenz zum Zocken?
YouTube/ Pietsmiet

PietSmiet stehen unter Zugzwang: Die Medienanstalten legen den auf YouTube beliebten Videomachern nahe, sich eine Rundfunklizenz zu besorgen - sonst droht ihrem Angebot das Aus. Die Forderung verunsichert auch andere Streamer.

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großwolke 29.03.2017, 13:05
2. Recht ist keine Naturkonstante

Ein paar Hintergrundinfos zu dem Thema wären schön gewesen. Recht wächst nicht auf den Bäumen, es dient einem menschengemachten Sinn und Zweck. Es wäre nett gewesen in etwas breiterem Umfang zu erfahren, welche Rechte und Pflichten für die Betreiber mit so einer Rundfunklizenz verknüpft sind, damit man sich als Laie auf dem Gebiet ein Urteil darüber bilden kann, inwieweit das für Anbieter im Internet noch sinnvoll und zeitgemäß ist.

Vielleicht hilft ein Blick in die Checkliste, die auch im Text verlinkt ist...? http://www.die-medienanstalten.de/fileadmin/Download/Rechtsgrundlagen/Richtlinien/Checkliste_Web-TV.pdf
MfG Reaktion Forum

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loncaros 29.03.2017, 13:07
3. Sonderlocke Deutschland - mal wieder.

Hier sollen kleine Privatpersonen unbezahlbare Rundfunklizenzen und Jugendschutzbeauftragte beschäftigen, einfach so. Wird nicht geschehen, aber die Szene wird damit kaputtgemacht.

Ihr fangt bei den Großen an? Nein, ihr könnt die Kleinen nur nicht identifizieren. PietSmiet hat den Fehler gemacht, in Deutschland eine Firma zu gründen und sich namentlich zu zeigen.

Für alle anderen professionellen Streamer bewirkt dieser Warnschuss eines: Firma im Ausland gründen, anonym streamen und sich so vor der Anstalt verstecken. Für die Monetarisierung ist das ja egal, und da die ZAK keine Behörde ist kann sie sich ja nicht z.B. vom Finanzamt hier mal eben Infos einholen, wer alles größere Beträge aus Einnahmen von live-streaming versteuert.

PietSmiet kann das alles sicher stemmen. Aber was ist mit Freizeitstreamern, von denen es bereits hunderte, wenn nicht tausende gibt, die sich bei ihrem Hobby ein wenig Taschengeld dazuverdienen? Die machen bereits genau das, was alles auf der Checkliste steht. Man muss schon sehr erfolgreich sein, um bei diesen Kosten noch Gewinn zu machen.

Sollen wir jetzt aus Prinzip jetzt, weil es im Gesetz steht, etwas in Deutschland verbieten was auf der ganzen Welt ohne Probleme funktioniert?

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Delos99 29.03.2017, 13:08
4. Warum nicht Ladenöffnungszeiten für Amazon und Co?

Das entsprechende Gesetz stammt schließlich ebenfalls aus einer Zeit, als in Deutschland noch Gotisch gesprochen wurde...
Das mit dem "Warnschuß" dürfte wohl nach hinten losgegangen sein, denn jetzt werden sich immer mehr Leute fragen, wozu man in Zeiten des Internets noch "Landesmedienanstalten" braucht! Und immer mehr kommen auf die richtige Antwort: für nix!

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soon-495-8m99 29.03.2017, 13:13
5. Und dann?

Da will doch nicht jemand etwas vom Kuchen abbekommen, oder? Was soll danach passieren? Bringt das irgendwie den Endverbrauchern etwas, ausser dass das Angebot wegen Kosten sinken würde.
Hier werden veraltete Regeln auf moderne Technologie umgemünzt. Vielleicht sollte man diese Regeln eher anpacken...

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haifasuper 29.03.2017, 13:14
6. Kontrolle?

Beim durchlesen las ich das Wort Kontrolle, aber ich verstand nur Geld? Dieser Verein will mitverdienen am Internet-Phänomen der Streamer, aber es wird ganz hübsch über Rundfunk verpackt.

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May 29.03.2017, 13:15
7. Regulierung von Gestern für ein gestriges Morgen

Und da wundert sich noch jemand, warum bei all der Regulierungswut in Deutschland kein deutsches Silicon Valley in Sicht ist?

Vielleicht sollte man wenigstens mal die neuen Gegebenheiten anerkennen anstatt auf Rezepten auf dem letzten Jahrhundert zu beharren, wenn man schon kein fortschrittsfreundliches Klima schaffen will. Damals drehte man am Frequenzband des Volksempfängers und konnte eine Handvoll Sender empfangen. Heute gibt es unzählige Angebote auf unzähligen Plattformen die man sich bewusst sucht. Hier einen Unterschied zwischen Telemedien und Rundfunk zu machen ist schon fast lachhaft.

Wenn hier schon die Kontrollwut durchschlagen soll, dann doch bitte lieber in Bezug auf den Inhalt, z.B. wenn es um nicht kenntlich gemachte Werbung geht, um bezahlte Inhalte, etc.
Das wäre einmal eine kundenfreundliche Regulierung, nicht nur Schikane.

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unzensierbar 29.03.2017, 13:17
8.

Na dann in Zukunft nur noch ausländische Streams. Oder Deutsche, die den Mumm dazu haben anonym zu streamen, sodass kein Gericht etwas erreichen kann.

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urmedanwalt 29.03.2017, 13:18
9. die Konvergenz der Medien

Und die daraus folgenden Probleme werden schon seit fünf Jahren diskutiert, normalerweise hinter den Kulissen, aber es ist gut, dass man darüber auch mal in der Öffentlichkeit spricht. Schon die Forderung, jugendgefährdende Inhalte erst nach 22 Uhr "zu senden", zeigt doch, dass der Staatsvertrag nicht für das Internet passt. Irgendwo weltweit ist immer nach 22 Uhr, da holen sich die kids ihre Inhalte eben anderswo.

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