Forum: Netzwelt
Zu viel Transparenz?

Mit der Begründung des Kampfes gegen den Terror werden immer mehr Daten zwischen den Staaten getauscht - künftig wohl auch Personen- und Bankdaten von Europäern an die USA weitergegeben. Wieviel vertrauliche Informationen darf man Tauschen für ein mehr an Sicherheit?

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Optihut 11.11.2009, 11:21
1.

Zitat von sysop
Mit der Begründung des Kampfes gegen den Terror werden immer mehr Daten zwischen den Staaten getauscht - künftig wohl auch Personen- und Bankdaten von Europäern an die USA weitergegeben. Wieviel vertrauliche Informationen darf man tauschen für ein mehr an Sicherheit?
Ich bin verwirrt - welches "mehr an Sicherheit" wird denn überhaupt erreicht?

Ausserdem verstehe ich nicht, wieso hier von "Informationen tauschen" die Rede ist - bekommt die EU denn Daten von den USA im Gegenzug? Wo genau ist der Tausch?

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LuziderTraum 11.11.2009, 11:28
2. Zu wenig Transparenz!

Im Gegenteil, es gibt zu wenig Transparenz.
Nur betrifft das nicht die Bürger, denn hier ist ohnehin anzuzweifeln, dass gläserne Bürger sicherer sind, diese sind nur wesentlich einfacher zu kontrollieren und zu beherrschen.

Wo Transparenz fehlt, sind der Staat und die Wirtschaft, Medien, Politik und Finanzen.
Lobbyismus, Korruption, Vetternwirtschaft, Preisabsprachen und -manipulation und Propaganda sind nur unter dem Deckmantel der Verschwiegenheit möglich und können nur im Dunkeln wachsen und gedeihen.
Hier muss dringend mehr Offenheit, Öffentlichkeit und eben Transparenz her und nicht bei den Bürgern.
Nur dann haben wir auch mehr Sicherheit, denn was gefährdet den sozialen Frieden und die Stabilität einer Gesellschaft mehr, als ein undurchsichtiges Herrschaftssystem ohne Mitspracherecht/Einflussmöglichkeit der Bevölkerung?

Klar, dass diese Änderungen von der herrschenden Klasse gescheut wird und man lieber dem Bürger die Hosen auszieht um ihn noch besser kontrollieren und manipulieren zu können.

Wer darauf unter dem Aspekt von "mehr Sicherheit" hereinfällt hat nichts, aber auch gar nichts verstanden.
Die EU zeigt immer mehr ihr wahres Gesicht, sie ist mitnichten gut für die Bevölkerung und die Mehrheit, sondern dient vor allem den Interessen einer kleinen, mächtigen Minderheit und des Kapitals.

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roland.vanhelven 11.11.2009, 11:34
3. wieviel...

...von dieser schrittweisen wandlung zum ueberwachungsstaat wird uns denn noch als schutz vor terror verkauft ? ich bins wirklich leid, diese Obama und Merkel lobeshymnen allerorten zu finden, kritische stimmen bleiben da eher eine randerscheinung. wenn erst alle wirtschaft, souveraenitaet und privatshpaere zerstoert ist, werdet ihr merken, dass man schauermaerchen nicht essen kann...

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martino61 11.11.2009, 11:43
4. Datenschutz?

Zitat von sysop
Mit der Begründung des Kampfes gegen den Terror werden immer mehr Daten zwischen den Staaten getauscht - künftig wohl auch Personen- und Bankdaten von Europäern an die USA weitergegeben. Wieviel vertrauliche Informationen darf man Tauschen für ein mehr an Sicherheit?
Ich möchte mich kurz fassen: Ein Dtaentausch dieses Ausmasses, was jedwede Kontrolle des Dtaenschutzes außer Acht läßt darf es grundsätzlich nicht geben und schon gar nicht mit den USA, die - das weiss ich aus eigener beruflicher Erfahrung - einen Rechtsstaatbegriff haben als er in den meisten europäischen Ländern besteht. Beispiele gibt es zuhauf....

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achojo 11.11.2009, 11:50
5.

Zitat von sysop
Wieviel vertrauliche Informationen darf man Tauschen für ein mehr an Sicherheit?
KEINE

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a.narchist 11.11.2009, 11:54
6. "1984" läßt grüßen

Beängstigend, wie Orwells Visionen Wahrheit werden. Hier reden wir über einen Vorgang, der öffentlich wurde. Was aber passiert denn schon alles, ohne dass wir darüber unterrichtet sind? Glaubt irgendein Mensch noch daran, dass eine Macht, die im Namen des "Kampfes gegen den Terror" Kriege anzettelt, Leute interniert und foltert, bei einer solchen Lappalie, wie dem Datenschutz der Europäer, Skrupel bekommt, sich zu holen, was man zu benötigen braucht? Egal, ob die Pappkameraden der EU zustimmen oder nicht, diese Sache ist längst entschieden.

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mardas 11.11.2009, 11:57
7. Kurz und bündig

Ich als Sympathisant der Piratenpartei kann nur das parteiinterne Sätzchen bringen:
"Gläserner Staat statt gläserner Bürger"

Genau das wird bei solchen "Tauschen" ja gemacht, diese "Gefahr des bösen Terrors" ist einfach nur eine Lüge, die man als politisches Druckmittel einsetzen kann.
Das bisschen "Mehr" an Sicherheit kann ich mir sparen!

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Oggy 11.11.2009, 12:03
9.

Wissen ist Macht und kann in vielen Bereichen sehr hilfreich sein. Ob zum Schutz der Menschen vor Terror oder auch um seine eigene Volkswirtschaft einen gewissen Vorsprung zu verschaffen.
Die USA wollen mit aller Kraft Ihre Weltmachtstellung erhalten und die EU tanzt nach deren Pfeife. Das der europäische Wasserkopf noch absurdere Entscheidungen trifft als unsere Regierung zeigt, dass eine Nähe zu den Bürgern und deren Interessen nicht gegeben ist.

Das dabei die Kritik an der europäischen Union wächst ist nachvollziehbar.
Die Speicherung, Abfrage, Analyse und Beurteilung personenbezogener Daten ist ein eindeutiger Eingriff in die persönliche Freiheit und schadet nachhaltig die Demokratie.

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