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+++ Newsblog zu Halle (Saale) +++: Steinmeier will mit Haseloff den Tatort besuchen
Jens Schlueter/ Getty Images

Die Menschen in Deutschland sind von dem Angriff auf eine Synagoge in Halle an der Saale schockiert. Die Polizei ermittelt im Umfeld des mutmaßlichen Täters. Lesen Sie die wichtigsten Nachrichten im Newsblog.

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pavel1100 10.10.2019, 17:07
90. Der Antisemit II

Zitat von MichaelundNilma
Ich halte es für fatal, wenn Politiker den Eindruck vermitteln, daß nur jüdische Bürger den besonderen Schutz des Staates gegen Terror genießen. Schon fast reflexartig steht die Regierung stramm, sollte ein Anschlag auf jüdische Einrichtungen und Personen stattgefunden haben. Den besseren Schutz genießen diese Bürger ja schon jetzt, sonst hätten sie den Angriff ja nicht heil überstanden. Die meisten Opfer bisheriger Anschläge waren nichtjüdische Bürger durch religiösen Extremismus. So auch dieses Mal, allerdings durch Terror von rechts. Davon spricht unsere Justizministerin aber nicht. Laut Verfassung sind doch alle gleich und dementsprechend gleich schutzbedürftig oder sind manche gleicher ? Was die Sonderkabinettsrunde zur Bekämpfung von Rassismus und Antisemitismus bringen soll, außer blindem Aktionismus, weiß wahrscheinlich nur Widmann-Mauz. Die Aufgabe wäre riesig, zumal niemandem auf der Stirn geschrieben steht „ich bin ein Extremist, welcher Gesinnung auch immer“.
Der Terror kann jeden treffen. Allerdings sind Synagogen sehr exponierte Objekte und es ist richtig diese zu schützen. Es ist aber leider nicht möglich hinter jeden Bürger einen Polizisten zu stellen. Der beste Schutz ist aus meiner Sicht ein stringentes Vorgehen gegen die rechte Brut. Aus meiner Sicht ist die AfD eindeutig Verfassungsfeindlich und jede braune Hassrede, egal ob im Internet oder der Öffentlichkeit sollte von rechts wegen verfolgt werden. Ein Faschist wie Höcke hat die Grenzen der Meinungsfreiheit längst überschritten.

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pavel1100 10.10.2019, 17:11
91. Der Hass und die AfD

Zitat von kodu
Nach dem, was man über die Medien hört, hat der Täter nachdem ihm der Zugang zur Synagoge nicht gelang, wahllos auf Passanten gefeuert. Deshalb springt die antisemitische Motivation, die jetzt im Fokus der öffentlichen Analyse steht m.E. auch zu kurz... Für mich handelt es sich um einen Menschen, der - wie schon die "Ärzte" beobachteten - seinen Selbsthass auf andere projiziert. Und im Prinzip ist es ihm egal, um welche religiöse oder ethnische Gruppe es sich dabei handelt. Er hasst sie alle! Der Angriff auf die Synagoge war für ihn aus irgendwelchen Gründen zunächst naheliegend, aber anschließend hat er sich auf andere, ihm unbekannte Menschen gestürzt. Ich würde mich nicht wundern, wenn er, auf die Frage, ob er denn Menschen jüdischen Glaubens kennt, ins Stottern käme. Die Frage muss lauten: Woher kommt dieser Hass. dieses Überschreiten jeder moralischen humanistischen Grenze. Das ist beängstigend. Ein Forist sprach von "Zeitbomben" und der Begriff erscheint mir sehr zutreffend.
Der Hass war vieleicht schon vorher da. Aber die Richtung in die er gelenkt wurde kommt aus der Gesellschaft. Es gibt ganze Landstriche im Osten, in der die braune Ideologie längst wieder gesellschaftsfähig ist. Die Wahlergebnisse der NSAfD sprechen da eine deutliche Sprache.

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X.Y 10.10.2019, 17:12
92. er ist doch

Zitat von mariakar
dass unser Staat insgesamt gesehen nicht mehr wehrhaft genug ist. Das gilt auch für die kriminellen Clans. Ich kann nicht verstehen, was man gegen Juden hat? Woher kommt dieser Hass? Für mich unbegreiflich. Und warum sieht der Staat zu, wenn hier Banden aus Osteuropa einfallen, rauben und morden? Ich will hier keinen braunen Sumpf, auch keine anderen Banden, egal woher sie kommen.
wehrhaft, aber nur wenn es um säumige Steuerzahler geht.
wobei, wenn ich an diese cum-ex tricksereien der Banken denke, eher doch nicht.

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M.W. aus A. 10.10.2019, 17:19
93. Bitte keine Wiederholung

Die Presse berichtet wieder über den misslungenen Anschlag auf die Synagoge. Absolut richtig. Aber tot ist ein "arabisch-aussehender" Imbissbetreiber. Klar ist beides gleich schlimm - keine Frage, aber bei den Ermittlungen zu den Taten der NSU ging die Polizei auch von Streitigkeiten unter Türken aus.
Hat irgend jemand schon dessen Familie kondoliert?

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wilam 10.10.2019, 17:39
94. da steht schon wieder der EINZELTÄTER

Es gibt doch Strafandrohungen für Beleidigung, Bedrohung und rassistische Äußerungen. Für den autoritären Typus des Nazis ist das alles erlaubt, wenn es nicht bestraft wird. Und wenn ersich dann verbal überschlagen hat, dann bleibt nur noch die Tat. Empörung ist billig, aber durchgreifen, Jugendzentren finanzieren und sauberhalten, Eigentumsverhältnisse und Netzwerke durchleuchten, Durchsuchungen veranstalten - das ist Arbeit. Die Gesellschaft ist tätig, wie wärs jetzt mal mt den Zuständigen?!

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iffelsine 10.10.2019, 18:15
95. Wer sind denn die beiden Opfer gewesen ? Das interessiert keinen !

Die Schüsse in die Tür sind in aller Munde und Medien - das ist offenbar das größte Drama. Zu den beiden wirklichen Opfern gibt es nichts, also einzige Info 40 und 20 Jahre alt, offenbar ein Bauarbeiter - ganz offenkundig garnicht die, gegen die sich der Ärger des Täters eigentlich gerichtet hat. Die beiden Opfer sind in den Medien garnicht bzw. kaum vertreten. Alles kümmert sich um das Gotteshaus - keiner um die beiden Opfer. Sehr bemerkenswert...


- - - - - - - - - Das hat seine Gründe. Zum einen natürlich den Opferschutz (es ist ja fraglich, ob die Angehörigen der Opfer überhaupt über sich berichtet wissen wollen), zum anderen wurde auch noch keine der Identitäten von offizieller Seite genannt. MfG Redaktion Forum

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karend 10.10.2019, 18:32
96. -

Die Menschen werden immer verrückter; die Gesellschaft ist auseinander gedriftet. Hass, Egoismus und Gewaltbereitschaft nehmen stetig zu. Ich bin unendlich dankbar, dass die Synagoge abgeschlossen und so massiv war. Es wäre sonst ein Massaker geworden. Es muss gelingen, die Gesellschaft zu einen.

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MisterD 10.10.2019, 18:41
97. So grenzwertig wie Sie meine Argumentation empfinden...

Zitat von motoko_kusanagi
Ich verstehe ihre Argumentation, obwohl ich diese schon als recht grenzwertig formuliert empfinde. So wie ich es verstehe und auch den allgemeinen Diskurs geht es um das Entsetzen, dass hier offenkundig erklärter Maßen ein antisemetischer MASSENmord geplant war und versucht wurde. Die Betroffenheit über die zwei Tote, die quasi "beiläufig" erschossen wurde (was besonders perfide und tragisch ist) wurde durchaus bekundet, auch wenn dieses ihnen scheinbar entgangen ist. Zumal mit den Angriff auf den Dönerladen - "Kanaken" - düstere Erinnerungen an NSU hochkommen! Dies würde bis jetzt ja auch nicht so im Fokus gestellt, obwohl es eine Betrachtung Wert ist.
so grenzwertig war diese auch gemeint...

Juden sind in Deutschland weder in Gefahr, noch werden sie gehindert ihre Religion auszuleben.
Natürlich, wenn ein Jude mit Kippa durch ein muslimisch dominiertes Viertel läuft, wird er komisch angeguckt, bekommt eventuell auch mal einen rassistischen Spruch.
Ähnliches wird Ihnen passieren, wenn Sie mit Kopftuch oder langem schwarzem Bart und arabischen Aussehen durch ein, ich formuliere vorsichtig, bürgerlich konservatives Wohngebiet laufen...
Oder ziehen Sie sich mal eine Fleischmütze und Springerstiefel an und laufen durch St. Pauli.
Jeder ist gefährdet, wenn er sich offen zu etwas bekennt, was in dem jeweiligen Viertel nicht gerne gesehen ist. Das betrifft längst nicht nur jüdische Menschen und es wird sich auch nie ändern, egal wieviel Polizei und Kameras sie einsetzen.

Mich ärgert dieser Reflex. Alle schreien sofort auf "Oh mein Gott, Reichskristallnacht, es ist wieder soweit, schützt die Juden oder es geht ihnen ans Leben!"
Aus Israel wird auch schon wieder gequakt, obwohl dort pro Tag mehr Palästinenser an dreckigem Wasser und Hunger verrecken, als in Deutschland seit 1950 Juden durch Anschläge gestorben sind...

Es ist schlicht und ergreifend Unfug, dass Juden in Deutschland gefährdet sind, sich nicht mehr auf die Straße trauen usw.
Wo das der Fall ist, können sich auch Christen oder Heiden nicht mehr raustrauen.
Wir leben nach wie vor in einem der sichersten Länder dieser schönen Erde.

Da wirkt es fast schon absurd, dass man aus Israel zu hören bekommt, man müsse mehr für die Sicherheit tun in Deutschland. Aus dem Land, welches durch die aggressive Siedlungspolitik so vergiftet ist, dass die Bürger großer Städte mehrmals pro Woche in Schutzräume gehen müssen, weil Raketen im Anflug sind. Raketen von Leuten, die Israel, nicht ganz zu Unrecht, auch als ihr Land betrachten...

Auch das war wieder grenzwertig, ich weiß.

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katzenklopfer 10.10.2019, 21:08
98. Bitte an Neuseeland Beispiel nehmen

Und die Namen dieser Personen nicht mehr nennen, ihre Pamphlete nicht verbreiten. Einfach nix. Wir müssen nicht wissen, was sie zu sagen meinen, weil ihre Taten sie aus unserer Gesellschaft hinaus katapultieren. Und da können sie bleiben.

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