Forum: Panorama
60 Jahre Bundesrepublik: Zwei Leben in Deutschland

Die Bundesrepublik wird 60 - Wolfgang Reitzle und Heinz Höffken auch. Die Aufstiegschancen beider Männer waren anfangs vergleichbar, doch dann drifteten die Biographien auseinander. Der eine ist heute Vorstandschef von Linde und verdient Millionen, der andere ist arbeitslos. Warum?

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levantino 24.06.2009, 13:06
20. Wir können zufrieden und stolz sein

Zitat von joseluisrey
60 Jahre Bundesrepublik - Das Experiment ist gescheitert. Dieser Staat taugt nicht als Vorbild für andere Nationen.
Die Hälfte der Menschheit wäre glücklich einen Lebensstandard eines deutschen Hartz 4 Empfängers zu haben, d.h. menschenwürdige Wohnung, ausreichend zu essen, gute medizinische Versorgung etc. und das ohne Gegenleistung. Nennen Sie mir doch ein Land mit wesentliche höheren Sozialstandards als Deutschland. Den ewig Unzufriedenen in unserem Land wird man es nie recht machen können, im Ausland sieht man uns jedoch sehr wohl als Vorbild.

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Planet Earth 24.06.2009, 13:06
21. Drei Richtige mit Zusatzzahl

1) Zurück zur D-Mark
2) Einführung des bedingslosen Grundeinkommens
3) Steuern nur auf Konsum
Zusatzzahl: Entlarvt den Mythos der großen Vorsitzenden

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FMode 24.06.2009, 13:06
22. Hoffnung

Zitat von Domander
beim lesen dieses artikels kommen einem die tränen, daß mitgefühl und daß wissen das es noch vielen anderen so geht, erzeugen ein derart hilfloses und beklemmendes gefühl, das man am liebsten fluchtartig einen anderen planeten aufsuchen möchte...
Kann ich nachvollziehen ;( - war bei mir ähnlich - gibt aber Hoffnung. SEHR schwierig zu denken (nehmen Sie sich wie ich ein paar Wochen Zeit, lesen Sie dazu Bücher etc) :

Bedingungsloses Grundeinkommen.
(google hilft)

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Susanne S 24.06.2009, 13:07
23. 60 Jahre Bundesrepublik: Zwei Leben in Deutschland

Herr Reitzle lobt die nach wie vor bestehende Chancengleichheit in dieser Republik, das ist ja noch nachzuvollziehen... für die mangelnde Realitätsbezogenheit oberer Schichten gibt es hinlänglich geschichtliche Beispiele (wobei der bekannte Ausspruch Marie Antoinettes sicherlich zu den extremeren gehört...)
aber daß Herr Höffgen in seiner Lage und mit seinem Erfahrungs"schatz" FDP wählen will, ist ungleich schwerer zu verdauen. Ich habe wahrlich nichts gegen Freiheit - aber wer außer dem Staat soll der immer weiter aufgehenden Schere zwischen Arm und Reich etwas entgegensetzen? Es gibt keine andere Instanz, die die Macht dazu hätte, aber dem Staat - oder besser gesagt, den als Repräsentanten fungierenden Interessenvertretern - fehlt das Interesse daran. Ich brauche nur im Artikel nachzulesen, die CDU Kanzlerin habe dem SPD Kanzler für seinen Mut zum Sozialabbau gedankt (wundert sich jemand über den SPD Absturz?), da reichts mir schon.
Aber eine Mehrheit von uns will es so - eine ganze Schicht, die sog. Mittelschicht nämlich, ist vom Absturz bedroht oder schon abgestürzt aber offenbar wollen es die Betroffenen so (oder machen nur unsere freien und unabhängigen Medien so einen guten Job?), die Wahlergebnisse sprechen jedenfalls eine deutliche Sprache.

Übrigens kann ich in der Fragestellung des Moderators: "...der eine ist das geworden, der andere das, warum?" keinen Sinn erkennen, wer sollte diese Frage von außen beantworten können, es gibt für jeden einzelnen Lebenslauf auf dieser Welt spezifische Gründe, die nicht notwendigerweise nur mit der Entwicklung eines Staats- und Wirtschaftswesens zu tun haben.
Warum z.B. entwickelt das eine Kind frühzeitig Ehrgeiz, das andere nicht? Allein mit dieser Frage kann man ein Psychologenheer beschäftigen...

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e-ding 24.06.2009, 13:16
24. Einstellungsfrage!

Zitat von newliberal
"Ich bin ein 68er. Wir haben ja gegen alles protestiert. Die Banken waren scheiße, die großen Betriebe waren scheiße. Durch unsere Streiks ging's ja erst los mit den ganzen Diskussionen, dass die Gesellschaft sich verändern muss."
Na dafür konnte sich Heinz Höffken aber kreativ mitlauf...äähh entfalten und musste sich nicht den autoritären Strukturen der Eltern unterwerfen. Ist doch auch mal was Schönes, oder?

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navysailor 24.06.2009, 13:29
25. Flexibilität - geht da vielleicht doch was?

In meinen Augen ist es ungleich leicht wie auch schwer heute zu bestehen. Flexibilät ist das A und O. Wenn man ein gutes Allgemeinwissen aufweisen kann, gepaart mit guten Fachkenntnissen und dem Willen, sein Leben immer auf Kurs zu halten, dann findet sich fast immer eine akzeptable Lösung.

Wenn ich aber seit geraumer Zeit mich immer noch als Bauingeneur bewerbe, obwohl der Markt nix für mich her gibt, dann fahre ich eingleisig.

Leichter gesagt als getan aber wer will, wird fast immer einen Weg finden. Auch in dieser Zeit ist das möglich!

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Zuul 24.06.2009, 13:36
26. Moderate Zwischentöne

Das wichtigste im Artikel waren die beiden Worte Chancengleichheit und Verteilungsgerechtigkeit. Das sind verschiedene Konzepte und natürlich stehen wohlhabende Menschen ersterem näher und ärmere Letzterem.
Jede Diskussion über dieses Thema ist zum Scheitern verurteilt. Das deutsche "Umverteilungssystem" ist zwar noch nicht am technischen Limit, aber Spitzensteuersätze von 57 oder 60% sind auch nicht gerecht.

Die Frage, die man stellen kann, ist folgende: wieso glauben Menschen überhaupt, ihre eigene "Leistung" oder die einer anderen Person sei Millionen Euro wert? Welches Motiv haben Menschen, das für sinnvoll zu halten? Ist es wirklich plausibel, dass geringere Lohnunterschiede die Produktivität gefährden bzw. die Motivation der Arbeiter beschädigen?

Ist es wirklich richtig, dass ein Unternehmen einem Teil der Arbeiter zwar Löhne zahlt, die zum Leben nicht ausreichen, der Vorstanschef dieses Unternehmens aber so viel Steuern zahlt, dass er davon wiederum das Aufstocken des Lohnes eines Teils der Arbeiter finanziert. Ist das effizient?

Herr Ackermann sagt, er brauche so viel Geld nicht. Aber die jüngeren "Spitzenkräfte" würden nun einmal so ticken. Da ist sicher was dran.

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silenced 24.06.2009, 13:37
27. <->

Zitat von Planet Earth
1) Zurück zur D-Mark 2) Einführung des bedingslosen Grundeinkommens 3) Steuern nur auf Konsum Zusatzzahl: Entlarvt den Mythos der großen Vorsitzenden
1. Wäre sicher Sinnvoll darüber nachzudenken, aber es ist ein nicht unbedingt notwendiger Schritt. Eine faire Umrechnung von "Preis DM auf Preis €" wäre schon MEHR als Genug gewesen.
2. Auch dies nur unter der Bedingung, daß Leistung nicht (steuerlich) bestraft wird, wie ja heute üblich.

3. Ganz klares JA, aber auf den "Konsum" verlassen ist "riskant". Die heute übliche Methode des "Direkt vom Lohn abzwacken und dann an die Unternehmen als 'Subvention'/'Staatshilfe' weiterleiten" ist sicherer als Unsicherheitsfaktor Nummer 1 "Konsument".
Was Deutschland angeht: es fehlt die dritte Person, denn auch den Osten + seine Werdegänge + Möglichkeiten sollte man mit betrachten. Deutschland besteht nicht nur aus der LRD sondern aus der (LRD + DDR) + D ab 1990.
(L steht für Lobbykratische)

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Philster 24.06.2009, 13:39
28. Erfolg ohne Netzwerke?

newliberal liegt m. E. gar nicht so daneben. Der unterschiedliche Umgang mit dem Studium in den 60ern zeigt schon, dass sich dort die Weichen gestellt haben. Allerdings würde ich nicht sagen, dass das "System", der Kapitalismus o. ä., politische Gegner direkt abstraft - Biografien sind doch etwas komplizierter.

Was in dem Artikel nicht richtig herauskommt, sind die sozialen Netzwerke der beiden Herren. Das Studium und die ersten Entscheidungen danach sind hier die ausschlaggebenden Selektionsmechanismen. Herr Reitzle hat hier einfach alles "richtig" gemacht. Er hätte genauso mitdemonstrieren können - Hätte er das genauso "richtig" gemacht, wäre er eben eher Außenminister geworden.

Das größte Risiko fährt man, wenn man sich alleine durchzuschlägt, weil man z. B. selbständig ist, keiner Partei angehört, vor sich hinlernt o.ä. Gruppenorientierung ist und bleibt einfach ein wichtiges Erfolgskriterium, weil alle bedeutenderen Gruppen Mitgliederselektion betreiben: das gilt für attac genauso wie für den BDI.

Ich persönlich mag diesen Klüngel nicht, fände das Ganze aber weitaus weniger schlimm, wenn man wenigstens offen darüber sprechen würde. Alleine durch Engagement und hervorragende Leistungen wird man jedenfalls kein Vorstand, und anders herum ist nicht jeder Systemgegner HartzIV-Empfänger.

Wenn der Artikel also fragt, was beide Männer voneinander unterscheidet, müsste die Antwort eigentlich lauten: der eine hatte offensichtlich connections, der andere "nur" Freunde. Schade, dass dies bei der Betrachtung beider Lebensläufe nicht herauskommt. Aber Herr Reitzle hätte sich dazu wohl ohnehin nicht geäußert.

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Haio Forler 24.06.2009, 13:41
29. Bitte geben Sie einen Titel für den Beitrag an!

Zitat von sysop
Die Bundesrepublik wird 60 - Wolfgang Reitzle und Heinz Höffken auch. Die Aufstiegschancen beider Männer waren anfangs vergleichbar, doch dann drifteten die Biographien auseinander. Der eine ist heute Vorstandschef von Linde und verdient Millionen, der andere ist arbeitslos. Warum?
Tja, warum ist Helmut Kohl weiter gekommen als ich? Wir hatten ja viele Gemeinsamkeiten: Abitur, Elternhaus, ein Fahrrad, Essen bei Muttern, Englisch-Unterricht, Vivi Bach, aus dem Westen, und so weiter.

Die Welt kann so ungerecht sein.

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