Forum: Panorama
Air-Asia-Absturz: Co-Pilot steurte Maschine zum Zeitpunkt des Unglücks
AP

Ermittler haben neue Erkenntnisse zum Absturz von Air-Asia-Flug QZ8501 bekanntgegeben: Demnach saß der Co-Pilot am Steuer der Unglücksmaschine. Große Hoffnungen weckt offenbar die Auswertung des Flugdatenschreibers.

Seite 3 von 4
aviation1988 29.01.2015, 12:20
20. Theorie leerer Tank

Ausgeschlossen, bei leeren Tanks gibt es rechtzeitig Warnungen im Cockpit und die Piloten müssen umgehend einen Notruf absetzen um so schnell wie möglich landen zu können. Außerdem wird die verbleibende Kraftstoffmenge regelmäßig nachgerechnet von den Piloten. Nicht ausreichender Sprit wird also schnell erkannt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
uk2011 29.01.2015, 12:25
21.

Zitat von auf_dem_Holzweg?
warum die Auswertung eines Flugschreibers mehrere Wochen bis Monate dauern muss und dann immer wieder nur Häppchen dem Volk vorgeworfen werden? Bei den Flugschreiberdaten handelt es sich um ein paar Protokoll-Listen, die maximal 15-20 Minuten vom Flug widergeben sollen. WAS bitte dauert Wochen um diese paar Datensätze auszuwerten? Man will uns doch sicherlich nur hinhalten um am Schluss die wahren Fakten unter den Teppich zu kehren oder? Hat schon einmal ein Reporter nachgeprüft ob die Maschine überhaupt genügend betankt war? Vielleicht wollte jemand am Airport Geld sparen... Ich denke nein, das "durfte" bidlang niemand untersuchen, auf diese "Daten" wartet man schliesslich noch. Ein paar Jahre. Dann ist es vergessen. Wie immer.
Weil das GB von Daten sind, die man nicht einfach mal schnell durchblättern kann.

Rechnen Sie mal hoch, wieviele Worte ein 1MB-Dokument hat, wenn Sie die Datei im ASCII-Format abspeichern.

Letztens hat mir jemand erzählt, daß er den Daten eines Flugschreiber von irgendeinem anderen Unglück in der Hand hatte, und das waren etliche Aktenordner voll.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
dawema 29.01.2015, 12:32
22.

Schoen, dass wir wieder so viele Experten Meinungen hoeren. Anscheinend sind alle Spon-Leser: Piloten, Wissenschaftler, Agenten, Polizisten und Politiker zu gleich. Wozu noch das Wrack bergen? Wir wissen ja schon alles im Detail...Aua liebe Welt..

Beitrag melden Antworten / Zitieren
rudi.waurich 29.01.2015, 12:56
23. An die VTler

Der offizielle Unfallbericht zu AF 447 steht hier: http://www.bea.aero/en/enquetes/flight.af.447/flight.af.447.php
Inklusive aller Anhänge, wie Transcripts vom CVR usw usw. Allein der schriftliche Bericht ohne Anhänge umfaßt 223 Seiten. Er wurde über drei Jahre nach dem Absturz veröffentlicht, nebenher gibt's noch Berichte über die 'Sea Search'.
Wenn irgendjemand glaubt, daß diese Berichte kurz mal eben so hingeschrieben sind, kann ich nur sagen: Träumen Sie schön weiter von 'Denen da oben', die alles vor dem Rest der Menschheit verschweigen wollen.
Die Absturzursache an der Nationalität des Co's festmachen zu wollen, ist schlicht und ergreifend eine Frechheit.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
querulant_99 29.01.2015, 13:25
24.

Zitat von uk2011
Weil das GB von Daten sind, die man nicht einfach mal schnell durchblättern kann. Rechnen Sie mal hoch, wieviele Worte ein 1MB-Dokument hat, wenn Sie die Datei im ASCII-Format abspeichern. Letztens hat mir jemand erzählt, daß er den Daten eines Flugschreiber von irgendeinem anderen Unglück in der Hand hatte, und das waren etliche Aktenordner voll.
Nun, ich denke, der grobe Ablauf des Absturzes ist längst bekannt, da muss man nicht sämtliche Details kennen und Logfiles in der Große von mehreren Gigabytes analysieren. Man kann sich da auf die wesentlichen Sequenzen konzentrieren. Ein wohlformulierter Abschlussbereicht mit allen Details dauert natürlich wesentlich länger.

Ich kenne ähnliches aus eigener, sehr unerquicklichen, Erfahrung. Man erscheint morgens beim Kunden. Der ganze Betrieb steht, weil das komplette Computernetzwerk darnieder liegt. Die halbe Betriebsleitung steht Spalier, während man den Computerraum betritt, und spätestens nach 5 Minuten will einer davon wissen, wann der Betrieb denn wieder aufgenommen werden kann...

Da muss innerhalb einer Stunde die unmittelbare Fehlerursache festgestellt werden, um die Computer wieder hochfahren zu können. Die ganaue Analyse, wie so ein Fall in Zukunft vermieden werden kann, dauert natürlich wesentlich länger.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
neswlf88 29.01.2015, 14:15
25. FDR-Auswertung ist kein Kinderspiel

Zitat von jenli
Dazu passt aber nicht so recht, dass die Passagiere Schwimmwesten angelegt haben.
Das stimmt ja auch gar nicht. War eine Falschmeldung. Da haben einige unseriöse Reporter die Live-Berichterstattung der indonesischen Marine samt Filmung der Toten gesehen (was schon grotesk genug war) und irgendwelche Kleidungsfetzen für "Schwimmwesten" gehalten. Keiner der getöteten trug eine Schwimmweste.

An auf_dem_holzweg? und quadraginti:

Tut mir leid, ihre Verschwörungstheorien widerlegen zu müssen, aber hier wird überhaupt nicht gemauschelt. Im Gegenteil: Hier wird gründlich gearbeitet!
Man hat wohl aus anderen Vorfällen (MH370) gelernt.

Natürlich wird den Ermittlern nach ein paar Tagen schon klar gewesen sein, was sich in den letzten Minuten an Bord abspielte, z.B.: Maschine geht in zu steilen Steigflug, Strömungsabriss, Absturz. Das wissen wir ja auch alles schon. WARUM sie aber in diesen steilen Steigflug ging - das muss gründlichst untersucht werden! Und hier finde ich, dass die Indonesier aus dem AF447-Absturz gelernt haben und keine vorzeitigen Infos den Medien vorwerfen.

War es ein Pilotenfehler? Waren die Airbus-Computer dran beteiligt? War es eine Kombination aus beidem?
Würde man hier vorschnelle Schlüsse ziehen - was meinen Sie, was in den Medien wieder los wäre!
"Indonesische Piloten sind schlecht ausgebildet!" "Airbus-Flugzeuge sind unsicher!" (um nur zwei mögliche Boulevardschlagzeilen zu nennen).
Eben grade weil man solche Schlagzeilen vermeiden will, wird auch erstmal nichts veröffentlicht, bis alles haarklein geklärt ist.

Überhaupt weiß ich nicht wo dieser Irrglaube herkommt, das gemeine Volk hätte irgendein "Anrecht" auf schnellstmögliche Informationen bei Flugzeugabstürzen. Die ANGEHÖRIGEN haben ein Anrecht darauf, das ja. Die Luftfahrtbehörden haben ein Anrecht darauf, weil sie für die Sicherheit künftiger Flüge verantwortlich sind. Aber der gemeine Durchschnittsbürger in seinem Sessel?
Der hat zu warten, bis der Abschlussbericht vorliegt! So einfach ist das.

Zitat von flyforcash: "Wo immer in den letzten Jahren ein Airbus vom Himmel gefallen ist, hatten französische Piloten die Hand im Spiel."

Schreiben Sie doch gleich: Ich habe Vorurteile gegen Franzosen. Mal ernsthaft: Einen solch unseriösen Post habe ich hier selten gelesen.

Zitat von f_bauer: "Soweit ich weiß, ist es bei den Airbus-Modellen so, dass die Joysticks miteinander konkurrieren, d.h. wenn der eine Pilot den Joystick nach vorne drückt und der andere ihn nach hinten drückt, mittelt das System beide Eingaben ..."

Dann gibt es aber eine fette "Dual Input"-Warnung im Cockpit (akustisch & visuell). Außerdem werden Airbusse selten so geflogen. Normalfall ist, dass einer der beiden Piloten "Sidestick Priority" hat, d.h. der Sidestick des nicht-fliegenden Piloten deaktiviert ist. So war es übrigens auch bei AF447 - ein einziger Pilot hatte Sidestick Priority - dummerweise der mit der geringsten Erfahrung, der das Flugzeug dann auch überzogen hat. Erst zum Schluss übernahm der andere Pilot das Kommando, aber da war es schon zu spät.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
neswlf88 29.01.2015, 14:22
26. Gründlichkeit vor Schnelligkeit

Zitat von querulant_99
Nun, ich denke, der grobe Ablauf des Absturzes ist längst bekannt, da muss man nicht sämtliche Details kennen und Logfiles in der Große von mehreren Gigabytes analysieren.
Doch, das muss man. Um eben die richtigen (und nicht falschen) Schlüsse aus den letzten Vorgängen an Bord zu ziehen.

Eine Fluguntersuchung ist auch etwas komplexer, als ein Computerproblem bei einem Kunden. Ihr Vergleich hinkt.

Hier geht es daraum, rauszufinden, warum der A320 in einen solch steilen Steigflug übergegangen ist. Angenommen, der FDR zeichnet auf, dass einer der Piloten die Maschine steil hochgezogen hat - dann gilt es herauszufinden WARUM er das getan hat. Hatte er falsche Instrumentenangaben? Leider gibt es (noch) keine Videoaufzeichnungen im Cockpit, die das schnell beantworten könnten. D.h. die Ermittler müssen es sich aus den anderen Daten zusammenreimen, wieso einer der Piloten so fatal reagiert hat, bevor man wieder "Pilotenfehler!!!" in die Medienlandschaft hinausschreit und sich alle Boulevardmedien darauf stürzen, wie schlecht doch die Piloten bei Air Asia ausgebildet sind usw.

Ich finde es sehr verantwortungsvoll, wie die indonesischen Ermittler mit den Daten umgehen.

Vielleicht kommt am Ende ja sogar heraus, dass die Airbus-Computer irgendwas mit dem Vorfall zu tun hatten. Bevor man da "Airbus-Flugzeuge sind unsicher!!!" hinausruft, muss man erstmal analysieren, WARUM die Computer so reagiert haben.

Meine These: Es war - wie meist - ein Zusammenspiel aus verschiedenen Faktoren. Vielleicht ist wieder irgendwas eingefroren, woraufhin die Systeme teilweise widersprüchliche Daten lieferten, was wiederum die Piloten zu falschen Manövern verleitete. Sollte es so gewesen sein, ist die Untersuchung hochkomplex und dauert zurecht so lange. Gründlichkeit geht vor Schnelligkeit.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
rennflosse 29.01.2015, 15:30
27. Skandal

Was hier zum Skandal aufgeblasen wird, ist gelebte Realität in jedem Linienflugzeug.

Die Piloten wechseln die Rolle und die Aufgaben des PIC (Pilot in comand) und PNF (Pilot not flying) regelmäßig. Beide können das Flugzeug fliegen.

Hier wird so getan, als habe ein Unbefähigter das Flugzeug gesteuert. Das ist Unsinn.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
rudi.waurich 29.01.2015, 16:31
28. Das mit

der Verantwortung ist in der Seefahrt dasselbe. Es ist physisch unmöglich, daß der Kapitän 24/7 auf der Brücke steht. Dafür gibt's eben Wachoffiziere. Da reicht auch der simple Satz 'You have the conn', wenn der Kapitän von der Brücke geht. Der wird dann bestätigt, und ab dann ist der WO verantwortlich. Ist auch Teil der Ausbildung künftiger Kapitäne, in der Luftfahrt eben Flugzeugführer.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Hans Kakmann 29.01.2015, 20:00
29. Zu den von der internationalen Luftfahrtbehörde ...

... festgelegten Regeln ICAO Annex 13 lesen, dann über den bisherigen Ablauf der Unfalluntersuchung (QZ8501, MH17, MH370) urteilen. - Professionell ist das Vorgehen der Niederländer, die den Absturz der MH17 untersuchen. Das zuständige Dutch Safety hat einen vorläufigen Bericht gem. Chapter 7 veröffentlicht und wird m.E. auch einen endgültigen Bericht oder Zwischenbericht gem. Chapter 6 veröffentlichen, und kein niederländischer Politiker, Beamter oder eine andere sich dazu berufene Person tritt vorab und wiederholt mit mehr oder eher weniger korrekten Unfallanalysen vor die Presse. Das ist - zum gegebenen Zeitpunkt - die Aufgabe der zuständigen Untersuchungsbehörde!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 3 von 4