Forum: Panorama
Air-Asia-Absturz: Stimmrekorder-Analyse gibt keine Hinweise auf Terrorismus
AFP/US Navy

Indonesische Ermittler haben den Stimmrekorder der abgestürzten Air-Asia-Maschine abgehört. Eine erste Analyse ergibt: Im Cockpit waren zum Unglückszeitpunkt nur die beiden Piloten. Auch gebe es keine Hinweise auf Schüsse oder Explosionen, so die Experten.

Seite 2 von 3
peterpretscher 19.01.2015, 19:44
10. QZ8501, was passierte zwischen 06:12 und 06:17

Um 06:12 fragte der Pilot um Erlaubnis, um von 32,000ft
(9,800m) auf 38,000ft(12,000m) zu steigen!
Um 06:14 ATC(Air Traffic Control) gab die Erlaubnis zu
steigen, aber keine Antwort kam von den Piloten!
Um 06:17 verlor AirNav Indonesia(Jakarta) den Radar Kontakt mit dem Airbus A320-216!
Die frage ist, was passierte in diesen 5 kritischen Minuten?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
peterpretscher 19.01.2015, 20:47
11. Vorlaeufiger Bericht(ADREP report) in 30 Tagen

Zitat von Hans Kakmann
Kein Lump, aber ahnungslos: ein Abschlußbericht muss so schnell wie möglich, aber spätestens 365 Tage nach dem Unfall veröffentlicht werden. Wenn ein abschließender Bericht noch nicht erstellt werden kann, muss jährlich am Tag des Absturzes ein Zwischenbericht veröffentlicht werden.
an die ICAO erwartet !

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Hans Kakmann 19.01.2015, 20:53
12. @peterpretscher

Meine Theorie: Steuerungsrechner erhalten keine oder fehlerhafte Daten, z.B. durch Vereisung eines Pitot-Rohres oder Angle-of-Attack-Sensors, mit Anzeige von Fehlermeldung(en) auf dem elektronischen Fluginstrumentensystem, automatische Flugsteuerung schaltet von Normal auf Alternate um, ggf. Autopilot aus, gg.f automatische Triebwerksteuerung aus. Jetzt müssen die Piloten gemäß Checklist wissen, welche Funktionen der automatischen Steuerung ihnen noch zur Verfügung stehen und welche Funktionen sie manuell übernehmen müssen, d.h. sie müssen zunächst die volle Kontrolle über die Steuerung des Flugzeugs übernehmen und wissen, dass jetzt einige Funktionen, die verhindern, dass das Flugzeug außerhalb der Betriebsgrenzen fliegt, nicht funktionieren. Wenn sie ihr Hauptaugenmerk zuerst auf die Suche nach der Ursache für die Fehlermeldung(en) und den Ausfall der automatischen Steuerung gelenkt haben, ist es ihnen u.U. entgangen, das Flugzeug zunächst einmal zu fliegen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Hans Kakmann 19.01.2015, 21:51
13. @peterpretscher

Der Preliminary report Crash involving Malaysia Airlines Boeing 777-200 flight MH17 Hrabove, Ukraine des Dutch Safety Board ist bereits erschienen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ed_wood 19.01.2015, 22:10
14. Erklärung erbeten

Wieso ist "schlechtes Wetter" eine mögliche Absturzrsache?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ANDIEFUZZICH 19.01.2015, 22:25
15.

Wenn der Computer falsche Daten in einer kritischen Situation anzeigt, ist das so etwa wie ein Super-Gau.
Darüber kann nur der Flugdatenschreiber Auskunft geben.
Also abwarten, was bei dessen Analyse herauskommt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Hans Kakmann 19.01.2015, 22:55
16. @ed_wood

Ein Absturz ist häufiger Folge einer Kette von Ereignissen als durch eine Ursache bedingt. "Schlechtes Wetter" als Ursache ist zu unbestimmt und müsste näher präzisiert werden. Es gab z.B. Fälle von Triebwerksausfällen durch extremen Regen, Hagel und Vereisung. Dann gibt es seit 2005 mind. 34 Fälle, bei denen die Pitot-Rohre und AOA-Sensoren fehlerhafte Informationen über die Geschwindigkeit bzw. den Anstellwinkel an die Computer zur Steuerung des Flugzeuges geliefert haben, so dass die computerisierte automatische Steuerung des Flugzeuges teilweise oder vollständig ausfiel. @ANDIEFUZZICH: Das ist kein Super-Gau, wenn die Piloten für diese Fälle trainiert sind und v.a. zuallererst die manuelle Kontrolle, also die Steuerung des Flugzeuges übernehmen nach dem Motto: fly the plane and don't let the plane fly you.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
spon-facebook-10000039670 20.01.2015, 08:57
17. Explosion im Frachtraum?

Der Cockpit-Voicerecorder zeichnet z.B. keine Explosion im Frachtraum auf (z.B. eine mitgeführte gefährliche Ladung, die in Brand geriet), die zur Beeinträchtigung oder gar zum Verlust der Steuerungskomponenten führen konnte. Motorengeheul und Warnsignale , die laut Voicerecorder im Cockpit aufgezeichnet wurden, können sehr wohl damit im Zusammenhang stehen. Klar, dass die Piloten damit beschäftigt waren, zu versuchen, die Maschine zu beherrschen, das schlug offenbar fehl. In unmittelbarer Nähe flogen sechs andere Flieger durch das Unwetter, da gab es überhaupt keine Probleme. Vergleiche mal die folgende Meldung - das gab es auch schon bei einem Absturz in Florida - ohne Überlebende:

27.07.2008 - 12:43

"Nachdem eine Boeing 747 der australischen Qantas am Freitag mit einem drei Meter großen Loch im Rumpf auf den Phillippinen notgelandet ist, gibt es erste Ergebnisse zur möglichen Ursache: Ein explodierter Sauerstoff-Zylinder hat nach Ansicht von Experten vermutlich das große Loch in den Rumpf gerissen.

Nach der Notlandung der Unglücks-Maschine auf den Phillippinen haben australische Experten damit begonnen, die Gründe für das rund drei Meter große Loch im Rumpf der 747-400 zu untersuchen.

Keine Hinweise auf Terroranschlag

Laut den australischen Experten verursachte eine Explosion im Lagerraum das Loch in dem Flugzeug. Hinweise auf einen Terroranschlag gibt es nach Angaben des Experten nicht. Philippinische Spürhunde hätten das Gepäck untersucht, dabei seien keine verdächtigen Materialien gefunden worden.

Zwei Sauerstoff-Zylinder der Notversorgung hätten sich genau dort befunden, wo das Loch entstand. Da eine Sauerstoffflasche fehle, habe diese vermutlich das Unglück ausgelöst, sagte Neville Blyth von der australischen Verkehrssicherheitsbehörde am Sonntag in Manila. Er wies Medienberichte zurück, nach denen Korrosion am Flugzeugrumpf die Ursache sei. Allerdings könne man noch nicht endgültig sagen, was die Explosion ausgelöst habe".

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Hans Kakmann 20.01.2015, 12:25
18. CVR, Wetter, O2-Flaschen

"Cockpit-Voicerecorder zeichnen z.B. keine Explosion im Frachtraum auf." - Das hängt von der Lautstärke der Explosion im Frachtraum ab. Um den Flugzeugrumpf zu beschädigen, muss die Explosion ein hörbares Ausmaß haben. Eine explosionsartig eintretende Dekompression hört und spürt man ohnehin. "In unmittelbarer Nähe flogen sechs andere Flieger durch das Unwetter, da gab es überhaupt keine Probleme." - Das sagt überhaupt nichts. Schlechtes Wetter als alleinige Absturzursache ist eher selten, es kann aber Ausgangspunkt einer Kette von Ereignissen sein, der im Zusammenhang mit weiteren Faktoren letztendlich zum Absturz führt.
"Das gab es auch schon bei einem Absturz in Florida." - Bei dem Absturz der Valujet DC9 in Florida sind 1996 illegal im Frachtraum der Maschine beförderte chemische Sauerstoffgeneratoren in Brand geraten. Beim Flug Quantas B747 kam es über den Philippinen zu einer explosionsartigen Dekompression einer von 13 Sauerstoffgasflaschen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
mahrud 20.01.2015, 19:18
19. Guter Beitrag,

Zitat von Hans Kakmann
Meine Theorie: Steuerungsrechner erhalten keine oder fehlerhafte Daten, z.B. durch Vereisung eines Pitot-Rohres oder Angle-of-Attack-Sensors, mit Anzeige von Fehlermeldung(en) auf dem elektronischen Fluginstrumentensystem, automatische Flugsteuerung schaltet von Normal auf Alternate um, ggf. Autopilot aus, gg.f automatische Triebwerksteuerung aus. Jetzt müssen die Piloten gemäß Checklist wissen, welche Funktionen der automatischen Steuerung ihnen noch zur Verfügung stehen und welche Funktionen sie manuell übernehmen müssen, d.h. sie müssen zunächst die volle Kontrolle über die Steuerung des Flugzeugs übernehmen und wissen, dass jetzt einige Funktionen, die verhindern, dass das Flugzeug außerhalb der Betriebsgrenzen fliegt, nicht funktionieren. Wenn sie ihr Hauptaugenmerk zuerst auf die Suche nach der Ursache für die Fehlermeldung(en) und den Ausfall der automatischen Steuerung gelenkt haben, ist es ihnen u.U. entgangen, das Flugzeug zunächst einmal zu fliegen.
aber einige Details bleiben mysteriös. Was löste einen nach den Spezifikationen des Flugzeugmusters und seiner Motorisierung nicht durchführbaren, extremen Steigflug aus, und warum hatte keiner der Piloten die Möglichkeit, eine Luftnotlage auszurufen?
Gab es eine voreingestellte Drosselung der maximalen Schubleistung seitens der Airline, was durchaus üblich ist, und wenn ja, auf wieviel Prozent genau?
Könnte ein umfangreicher Systemausfall, ggfs in Kombination mit Kurzschlüssen, die Drosselung überwunden und die Triebwerke kurzfristig zum Überdrehen gebracht haben?
Das Wetter scheidet als Verursacher des Absturzes jedenfalls sehr warscheinlich aus. Es wäre das erste Mal.
Wahrscheinlicher ist, daß ursächlich technische Probleme nicht kompensiert werden konnten und das Wetter die Notlage noch verschärft hat.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 2 von 3