Forum: Panorama
Air-Asia-Unglück: Defekter Autopilot und überforderte Crew für Absturz verantwortlich
AFP

Vor knapp einem Jahr verunglückte Air-Asia-Flug 8501 auf dem Weg nach Indonesien. Mehr als 160 Menschen starben. Der Untersuchungsbericht zeigt: Offenbar kamen die Piloten nicht mit dem Ausfall des Autopiloten klar.

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gospi 01.12.2015, 12:54
30. Ausführlicher Bericht Ursache

Hier ist ein sehr ausführlicher Bericht über den Absturz, der falsche Schlüsse der LeserInnen verhindern sollte:

http://avherald.com/h?article=47f6abc7/0028&opt=3072

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hotel_papa 01.12.2015, 12:54
31. Erschreckende Parallelen zu AF 447

Hier wie dort: panisches Ziehen am Steuerknüppel bis zum bitteren Ende, trotz Überzieh-Warnung.

Wäre wirklich gut wenn diese Luftbusfahrer so einmal jährlich sich in ein Flugzeug setzen würden, in dem man spürt was geschieht, und mit einem Fluglehrer eine Gefahreneinweisung durchspielen.

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unglaublich2014 01.12.2015, 12:58
32. @Leser161

Die Technik ist nicht schuld am Absturz. Das Flugzeug war manuell offensichtlich fliegbar.
Ähnlich wie bei AF447 (Brasilien nach Paris) haben die Piloten falsch reagiert und das Flugzeug zum Absturz gebracht. Wahrscheinlich hat er auch hier vor Angst am Ruder gezogen wie das paralysierte Kaninchen vor der Schlange (dumme Spekulation von mir. Habe den Untersuchungsbericht nicht gelesen).
In mindestens 75% der Flugunfaelle ist der Mensch schuld.

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quark2@mailinator.com 01.12.2015, 13:13
33.

Es sollte im ganzen Flugzeug keine einzelne Lötstelle geben, deren Ausfall ein signifikantes Absturzrisiko darstellt. In dem Fall baut man Redundanzen auf. Es ist auch nicht das erste Mal, daß beim plötzlichen Abschalten des Autopilots die Piloten sich einer nicht zu beherrschenden Situation gegenüber sehen. Ich denke, der Autopilot sollte nicht einfach abschalten und gewissermaßen die Hände vom Steuer nehmen, sondern höflich die Frage stellen, was die Piloten wollen, z.B. Beibehalten von Trimmung, etc. ... Natürlich stellen sich hier auch Fragen in Bezug auf Wartung und CRM, denn einen Reset durch Abschalten eines so grundlegenden Gerätes sollte man nicht machen, wenn der erfahrene Pilot nicht zur Verfügung steht (der Artikel ist nicht ganz klar, was mit dem Kapitän zu der Zeit war).

Am Ende bleibt zu konstatieren, daß wir nun schon eine ganze Reihe abgestürzter Airbusse haben, bei denen das tolle Fly-by-wire eben eher Teil des Problems und nicht Teil der Lösung war. Da scheint mir generell was im Argen zu liegen. Persönlich geföllt mir Boeings konservativer Ansatz viel besser.

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unglaublich2014 01.12.2015, 13:14
34. Trudeln wird nicht geübt

Außer ein paar Steilkurven, eine Chandelle etc. übt ein Pilot leider keine Notsituationen (abgesehen vom simulierten (Teil-)Ausfall des Antriebs) im echten Flieger.
Ich hatte mal einen Berufspiloten und Fluglehrer neben mir, der hatte Angst in das forcierte Trudeln zur Übung zu gehen. Wir haben es dann nicht gemacht. Eine Kunstflugsusbildung -zumindest in Kurzform- sollte obligatorisch für jeden Piloten sein. Dort gehen einem extreme Flugsituationen in Fleisch und Blut über. Für mich ist es eine Art Lebensversicherung. Und es hat mir mindestens schon einmal bei extremen Bedingungen geholfen.

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Maler 01.12.2015, 13:15
35. Fehlbesetzung im Cockpit

Das Computer auch ausfallen können, weiss jedes Kind. Und Piloten werden auch deshalb so üppig bezahlt (ok, bei Air Asia werden sie vielleicht nur angemessen gezahlt), weil sie in einer aufwendigen und langen Ausbildung lernen, was nach einem Computerdefekt zu tun ist. Soll heissen, sie müssen in der Lage sein, das Flugzeug ohne Computerhilfe nach Instrumenten zu fliegen, auch ohne Aussensicht. Die richtige Reaktion auf einen Stall/Strömungsabriss ist Basiswissen. Die Herren vorn in der Air Asia A320 waren zum Abruf dieses Basiswissens offensichtlich beide (!) nicht in der Lage. Sie müssen sowohl den künstlichen Horizont wie auch das Höhenmesser ignoriert haben, anders lässt sich ihre verkrampfte Nichtreaktion nicht erklären. Bei beiden hat das Denkvermögen in einer Stressituation ausgesetzt, die jedem Piloten bekannt sein müsste. Das waren bessere Busfahrer, aber keine Piloten!

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haku210 01.12.2015, 13:16
36. Danke!

Zitat von extra330sc
Wow, da liest man ja bei jedem Detail ihres Fachaufsatzes das geballte fliegerische Wissen und die unendlichen Flugstunden...sie sollten Ausbildungsleiter im LFT/Bremen werden und zudem Flugsimulatoren entwickeln! Noch nie ne Flugstunde gehabt, noch nie die Nase in einem Simulator gesteckt, aber die Unfallanalyse geht mal locker von der Hand...unfasbbar wer ......
Danke für den einzigen sinnvollen Beitrag in dieser Diskussion!

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Spiegelleserin57 01.12.2015, 13:17
37. es sit auchschwierig wenn man nicht ständig trainiert!

Zitat von bunhuelo
Der Autopilot war nicht defekt. Die Crew hat per CB (wie eine Art Sicherung) das durch eine gebrochene Lötstelle gestörte Ruderkontrollsystem neu gestartet. Dadurch schaltet sich der Autopilot aus (das ist auch so vorgesehen). Anschließend waren die Piloten offenbar zu schlecht ausgebildet, das Flugzeug manuell im kontrollierten Flug zu halten und haben einen unkontrollierbaren Flugzustand herbeigeführt. Quelle: Guardian/Unfallbericht
Eine Maschine aus dem Trudeln heraus zu holen bedarf schon größerer Kenntnisse wenn es überhaupt möglich sein sollte. Von schlecht ausgebildet möchte ich da nicht reden denn w3ie oft kommt so eine Situation vor?
Viele Piloten sind heute darauf geschult mit der ausgefeilten Technik zu fliegen und das einfache "Knüppeln" findet kaum statt. Es fehlt an Routine aber wie wir alle wissen sind auch Computerhardwarefehler möglich.
Mein Standardspruch findet wieder Anwendung: je mehr Technik je mehr defekt. Nur will dies heute kaum jemand wissen ob wohl fast jeder die Erfahrung machen muss.

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Maler 01.12.2015, 13:23
38.

Zitat von JJJT
Ich finde man kann diese Situation auch auf Das autonome Autofahren übertragen. Auch dort wird mangelnde Praxis ein Problem werden wenn die System Versagen und den Fahrer bitten zu übernehmen. Dies wird wahrscheinlich auch eher in schwierigen Situationen passieren. Stichwort vereiste Sensoren etc
Autonomes Autofahren ist totaler Unsinn, eine Spielwiese der Ingenieure, befeuert von großen Werbeatats und Lobbyarbeit. Es mag mit ein paar Tausend neuen Luxuslimousinen funktionieren, bei denen es auf 10.000 oder 20.000 Euro mehr in der Anschaffung nicht ankommt. Aber schon bei der Mittelklasse wird es schwerlich finanzierbar sein, und wenn solche Autos alt werden, dann sind massenhaft ansonsten vermeidbare Unfälle vorprogrammiert. Wenn in 100 Mio. Euro teuren Flugzeugen schon die Technik versagt, wie soll sie in einem typischen Mittelklasse-Außendienstlerauto für 35.000 Euro dauerhaft fehlerfrei funktionieren? Traumdenke ist das!

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hotel_papa 01.12.2015, 13:24
39.

Zitat von quark2@mailinator.com
Es ist auch nicht das erste Mal, daß beim plötzlichen Abschalten des Autopilots die Piloten sich einer nicht zu beherrschenden Situation gegenüber sehen.
Die Situation war nicht "nicht zu beherrschen". Die Piloten haben eine Panikreaktion gezeigt, die man einem Flugschüler in den ersten paar Flugstunden abgewöhnt.

Ein Flugzeug händisch zu fliegen ist heute offenbar bereits eine Überforderung.

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