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Akten zur Love Parade: Polizei hatte offenbar Probleme mit Schichtwechsel

Ein unplanmäßiger Schichtwechsel, Ausfälle bei den Funkgeräten, kaum Vorrangschaltungen für die*Handys: Nach SPIEGEL-Informationen hat die Polizeiführung bei der Duisburger Love Parade gravierende Fehler gemacht. Als die Lage eskalierte, waren die Beamten nur eingeschränkt handlungsfähig.

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Neinsowas 15.05.2011, 08:53
1. nun also doch!

ich bin nicht überrascht. Dass das Konzept der Polizei irgendwo nicht aufging, wusste man spätestens, als sich selbst Polizisten aus der Menge retten mussten.
Und dass das Innenministerium so vehement alle Vorwürfe von sich wies, machte zusätzlich verdächtig.

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johnnychicago 15.05.2011, 09:01
2. Immer dasselbe....

Es werden wieder unendliche Seiten an Berichte geschrieben, da keiner ganz klar die Verantwortung übernehmen will. Aber es ist doch so dass irgendwo immer ein oberster Entscheidungsträger sitzt.
Nur wollen die sich fast immer irgendwie aus der Sache rauswinden.
Wer weiss wie viele Warnungen ignoriert wurden.
Aber am Ende trifft es wie fast immer die kleinsten Rädchen im Getriebe.
Es wird derjenige ausgesucht der zur Tatzeit kein Alibi vorzeigen kann oder besser gesagt der nicht beweisen kann dass er gewarnt hat oder nicht gewarnt hat, da er nicht über alle Einzelheiten informiert war.
Ich erlebe das auch ständig auf Arbeit.
Mittlerweile ist es soweit, dass alles notiert wird um es später in allen Details vorlegen zu können.
Sich selber absichern indem man die Vorgesetzten informiert, heisst das Motto.
Und nicht vergessen irgendwo einen Ordner anlegen wo der Arbeitgeber keinen Zugriff hat.
Erleichtert so manches wenn man mit einem Bein im Knast steht.

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s.s.t. 15.05.2011, 09:06
3. ...

Zitat von sysop
Ein unplanmäßiger Schichtwechsel, Ausfälle bei den Funkgeräten, kaum Vorrangschaltungen für die*Handys: Nach SPIEGEL-Informationen hat die Polizeiführung bei der Duisburger Love Parade gravierende Fehler gemacht. Als die Lage eskalierte, waren die Beamten nur eingeschränkt handlungsfähig.
Tja, ein guter Wille bewirkt nicht unbedingt etwas Gutes. Zwar hat der Dienstherr eine Fürsorgepflicht und nach 12(+) h ist die Leistungfähigkeit, egal wie anstrengend die Stunden verliefen, nicht mehr auf dem Höhepunkt.

Aber in besonderen Lagen lassen sich durchaus einige Stunden mehr 'herauskitzeln', was bereits schon oft genug in andren Fällen erfolgt ist. Für die betroffenen Beamten ist das alles andere als angenehm, vorsichtig ausgedrückt, aber machbar.

Was die Technik angeht: Die Kriminaltechniken sind üblicherweise auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft, der Vollzug hingegen...

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carranza 15.05.2011, 09:13
4. In unserem Staat wird gespart

Zitat von sysop
Ein unplanmäßiger Schichtwechsel, Ausfälle bei den Funkgeräten, kaum Vorrangschaltungen für die*Handys: Nach SPIEGEL-Informationen hat die Polizeiführung bei der Duisburger Love Parade gravierende Fehler gemacht. Als die Lage eskalierte, waren die Beamten nur eingeschränkt handlungsfähig.
Offenbar war man im Düsseldorfer Innenministerium nicht bereit, den im Einsatz befindlichen Polizisten eine Überstundenvergütung, sei es nun Freizeitausgleich, oder Bezahlung zukommen zu lassen. Entweder haben die darauf hingewiesenen Entscheidungsträger Mut zum Risiko gezeigt, oder waren von oben nicht mit ausreichender Kompetenz ausgestattet, angemessen zu reagieren.
Mit der Folge, dass bei der Loveparade dem Sparzwang Menschenleben zum Opfer fielen.

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National-Oekonom 15.05.2011, 09:29
5. Redundanz bei Rettungswegen

Die Feuerwehr hatte meines Wissens für die geplante Veranstaltung frühzeitig schwerste Bedenken angemeldet, welche nie ausgeräumt wurden. Die Feuerwehr hatte allerdings nicht die Kompetenz, diese Veranstaltung zu verhindern. Auf Feuerwehrpläne wurde schließlich verzichtet. Hastig wurden noch wenige Tage vor Beginn der Veranstaltung Entfluchtungsgutachten nachgereicht, mit denen die Unterschreitung vorgeschriebener Breiten der Rettungswege gerechtfertigt wurde. Weder Anzahl der Rettungswege noch deren Dimensionen entsprachen den Vorschriften. Für den Tunnel wurde überhaupt kein Rettungsweg vorgesehen.

Die Polizeiführung wusste von diesen Mängeln und hatte diese ja selbst benannt. Völlig unverantwortlich, ja verrückt war es daher, vom Veranstalter "Ordner" stellen zu lassen, welche - ohne jede Befugnis im öffentlichen Raum - nun auch die Ordnung auf den Zugangswegen gewährleisten sollten.

Alle fehlerhafte Einsatzplanung hätte aber nicht zu den tragischen Ereignissen geführt, wäre die Legung der Rettungswege ordentlich gewesen. Wer die Verhältnisse der LP-Berlin kennt, wie eng es selbst dort bei der 100fach größeren Fläche werden konnte, für den muss die Planung in Duisburg schlicht (größen)wahnsinnig erscheinen.

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loki21 15.05.2011, 09:43
6. Hausgemachte Probleme wegen Ignoranz & Überheblichkeit

Was will man auch erwarten von einer Truppe, welche mangelhaft ausgebildet und mit veralteter Technik ausgestattet ist. Das FuG10a bzw. 10b welches nach wie vor als Handfunkgerät bei der Polizei herhalten muß entstammt den 80ern. Deutschland ist das letzte Land der EU in dem Analogfunk verwendet wird. Selbst die Polen haben bessere Funkgeräte als wir (ist nicht rassistisch gemeint). Wir haben unsere FuG eher selten verwendet und lieber private Handys genutzt. Die Akkus hielten damals auch ohne Li-Ionen schon länger als die der FuG´s und man hatte eher Empfang. An der Polengrenze konnten wir eher die Polen hören als uns gegenseitig verständigen, und das obwohl Fahrzeug neben Fahrzeug stand. Nachtsichtgeräte waren aus den 60ern, und so zog sich das wie ein roter Faden durch die gesamte Aussattungsliste. Wenn dann noch polizeitaktischer Fehler uned idiotische realitätsferne politische Vorgaben hinzukommen, dann darf man sich nicht wundern, was dabei rauskommt. Belege dafür gibt es ja nun wahrlich genug dafür.

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Vater von drei Kindern 15.05.2011, 09:51
7. Sparzwang

Zitat von sysop
Ein unplanmäßiger Schichtwechsel, Ausfälle bei den Funkgeräten, kaum Vorrangschaltungen für die*Handys: Nach SPIEGEL-Informationen hat die Polizeiführung bei der Duisburger Love Parade gravierende Fehler gemacht. Als die Lage eskalierte, waren die Beamten nur eingeschränkt handlungsfähig.
Das kommt dabei raus, wenn an der falschen Stelle gespart wird!

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NormanR 15.05.2011, 10:03
8. 1 Jahr später .....

1 Jahr dauert so eine Untersuchung??
Wenn es keine Pannen gegeben hätte, wäre das Ergebnis nach 2 Monaten vorgelegen.
Ehrlichkeit?

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team_gleichklang_de 15.05.2011, 10:03
9. Verdeckung

Eigentlich wurde bereits unmittelbar nach der Katastrophe klar, dass dieser Verlauf ohne gravierende Fehler der Polizei gar nicht möglich gewesen wäre. Teilweise wurden sie bereits damals benannt. Dennoch schossen sich Medien und Politik vorwiegend auf andere ein, offenbar um die Polizei zu entlasten. Es ist ein Fehler, die Aufklärung einer Katastrophe aufgrund solcher Schutzbefindlichkeite zu behindern oder zu verzögern. Denn sie soll sich nicht wiederholen und dazu müssen die Fehler auf den Tisch

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