Forum: Panorama
Akten zur Love Parade: Polizei hatte offenbar Probleme mit Schichtwechsel

Ein unplanmäßiger Schichtwechsel, Ausfälle bei den Funkgeräten, kaum Vorrangschaltungen für die*Handys: Nach SPIEGEL-Informationen hat die Polizeiführung bei der Duisburger Love Parade gravierende Fehler gemacht. Als die Lage eskalierte, waren die Beamten nur eingeschränkt handlungsfähig.

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bauern-cop 15.05.2011, 18:42
90. der CDU Innenminster...

Zitat von demut
Die damalige CDU Regierung und mussten eben Ihre Versäumnisse vor der NRW möglichst lange vertuschen. Eine feige, kriminelle Bande, die vor nichts zurückschreckt, um sich die Fleischtöpfe dieser Gesellschaft zu sichern.
Hm.... Vielleicht machen Sie sich mal kundig, wie lange es her ist, dass in NRW ein CDU-Innenminister amtiert hat.

Ich helfe Ihnen: Das war vor mehr als 40 Jahre!

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Helga-B- 15.05.2011, 18:50
91. Akten zur Love Parade

Ich finde die mehrmonatige Suche nach "Schuldigen" schon sehr peinlich und befremdlich. Meine persönliche Meinung dazu ist, daß alle an den Vorplanungen Beteiligten aller Ämter und Behörden viel zu schludrig geplant haben und die meisten wohl mit der großen Aufgabe überfordert waren, den mir sehr unsympatischen Veranstalter eingeschlossen.
Ich finde es grausam, daß viele TeilnehmerInnen verletzt, schwer verletzt, traumatisiert und sogar getötet wurden. Aber es muß auch daran gerührt werden, daß viele davon eine mehr oder weniger große Mitschuld tragen. Wir Bürger können nicht ein rundum Sorglospaket bei solchen Veranstaltungen von den Planern und Veranstaltern erwarten und uns dann voll darauf verlassen, daß ja alles klappen muß und man selber einfach blindlings in die Menschenmassen vor einem läuft. Es gab doch TeilnehmerInnen, die rechtzeitig bemerkten, daß es nicht gut gehen konnte und sich wieder zurück auf das Veranstaltungsgelände begeben haben. Warum haben das nicht mehrere TeilnehmerInnen gemacht? Das habe ich mich immer wieder gefragt, weil ich das, wie es gelaufen ist, nicht begreifen kann.

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BigBrother 16.05.2011, 06:17
92. Hauptschuldige

Zitat von aprilapril
Katastrophen sind meist das Ergebnis einer Verkettung von unglücklichen Umständen. ... Ich habe manchmal den Eindruck, wir leben in einem Nachtwächterstaat, in dem man einem, der vor der Kloschüssel steht, sagen muss, wo er hineinsch.....muss.
Volle Zustimmung.
Ohne Drängler keine Probleme, egal ob mit schlechter Vorbereitung , Schichtwechsel oder garkeiner Polizei... Diese sind natürlich nicht mehr festzustellen, deshalb wird ein Sündenbock gesucht, der natürlich nicht in Wirtschaft und Politik angesiedelt seien darf.

Hauptschuld ist der Anteil der nicht sozialisierten Teilnehmer. Das geht im Ich-wars-nicht-Geschrei der Politiker irgendwie unter.

Darauf sollte auch die Presse mehr wert legen, denn wenn das bei dem einen oder anderen Teilnehmer vielleicht ankommt, würden auch bei zukünftigen Veranstaltungen Planungsfehler nicht im Desaster Enden.

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JaguarCat 16.05.2011, 07:54
93. Ermittlerbericht

Zitat von syracusa
Wenn das erst jetzt bekannt wird, dann haben entweder die Ermittler bislang völlig gepennt, oder irgend jemand hat auf strafbare Weise die Ermittlungen in diesem Punkt behindert.
Weder, noch: Die Ermittler wissen das schon mindestens seit Januar, es steht nämlich in einem von dem Ermittlern im Januar 2011 geschriebenen Bericht. Es ist die Öffentlichkeit, die erst jetzt davon erfährt, offensichtlich aufgrund eines Informationslecks.

Um 16 Uhr einen Schichtwechsel durchzuführen, ist natürlich genauso abenteuerlich, wie um 16 Uhr bereits am regulären Schichtende angekommene Polizisten bis 23 Uhr weiterarbeiten zu lassen. Und die Handys nicht für Vorrangschaltung anzumelden, ist ein ähnlich grober Planungsfehler wie die Sache mit dem engen Tunnel und dem Gegenverkehr darin.

Am Ende haben viele Köche mitagiert, und jeder hat mittelschwere Fehler gemacht. Keiner wollte den Tod von Partygästen.


Jag

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pixmax 16.05.2011, 08:55
94. Am Thema vorbei

Zitat von moika
Das kann ich Ihnen sagen: Hätte OB Sauerland direkt nach der Love Parade die Verantwortung übernommen und wäre zurückgetreten, anstatt erst auf der Untersuchung der Vorgänge zu bestehen, hätte man den "gewünschten Schuldigen" gehabt und es hätte diese in die Tiefe gehende Untersuchung nie gegeben - man hätte den Dieb ja dann gehabt. Jetzt wird das Stechen und Hauen erst richtig losgehen - und wir werden sehen, daß da noch wesentlich mehr an Erkenntnissen nach oben gespült wird...
Es ging Ihnen aber darum festzustellen, dass der damalige Innenminister Jäger bei der SPD ist. Und ob der bei der SPD oder CDU oder der Piratenpartei ist, ist doch für die Klärung der Umstände die zur Katastophe führten völlig unerheblich. Hier hat jeder die Verantwortung zu tragen die ihm sein Amt übertragen hat. Es sei denn Sie sind der Meinung, dass wenn jemand bei der CDU oder SPD oder einer anderen Partei ist, entsprechend seiner Zugehörigkeit per se eine genau definierte Schuld hat.

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jüttemann 16.05.2011, 10:04
95. Nein

Zitat von BigBrother
Volle Zustimmung. Ohne Drängler keine Probleme, egal ob mit schlechter Vorbereitung , Schichtwechsel oder garkeiner Polizei... Diese sind natürlich nicht mehr festzustellen, deshalb wird ein Sündenbock gesucht, der natürlich nicht in Wirtschaft und Politik angesiedelt seien darf. Hauptschuld ist der Anteil der nicht sozialisierten Teilnehmer. Das geht im Ich-wars-nicht-Geschrei der Politiker irgendwie unter. ...
Habe ich auch anfangs gedacht, aber ich habe mich belehren lassen, dass diese Sichtweise zu einfach ist.
Die wenigsten Raver, die dort gedrängelt und totgetrampelt haben, wollten drängeln und tottrampeln.
Sie sahen eine Treppe, auf die Leute stiegen, die dem durch die unsinnigen Polizeisperren verursachten Gedränge zu entgehen suchten, und sie gingen da aus dem gleichen Grund hin. Und plötzlich merkten Sie, dass es nicht mehr vorwärts ging und nicht mehr zurück, sie hoffnungslos eingekeilt waren und unter ihren Füßen jemand schrie und wimmertee, ohne dass sie ihm helfen konnten. Und drei Meter weiter standen weitere Raver, scherzten und lachten und kapierten in dem Getöse überhaupt nicht, was los war. Und als sie es merkten, war es für sie auch schon zu spät.
Den einzigen Vorwurf, den man den Ravern machen kann, ist der, sich in eine Menschenmenge begeben zu haben, bei der so etwas immer wieder passieren kann. Aber reicht das in der heutigen Zeit als Vorwurf aus? Wer kann sich das denn noch aussuchen, ob er sich in eine Menschenmenge begibt oder nicht?
Solche Situationen sind nur noch durch das Eingreifen von außen zu lösen, und wie die Videos mit den tw. tatenlos herumstehenden und die Rettungsaktionen anderer Raver interessiert beobachtenden Polizisten belegen, haben die Polizeikräfte vor Ort auch dort versagt. Und das war nun wirklich kein Planungsfehler im Gesamtkonzept, denn als die Polizei das Getümmel endlich energisch auflöste, war das nur eine Sache von Minuten.

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lotharevers 16.05.2011, 11:05
96. Analyse der Polizeifehler...

Auf dem Nachrichtenportal DocuNews ist gerade eine ausführliche Analyse zu den Fehlern im Polizeieinsatz zur Loveparade erschienen.
http://bit.ly/SPIEGEL-polizei

Er wertet die Zusammenhänge der SPIEGEL Titelgeschichte aus stellt sie aber in neue Zusammenhänge...

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sponner_hoch2 16.05.2011, 11:28
97.

Zitat von newliberal
Eine Frage bleibt natürlich. Warum hat man eine Millionen Menschen auf eine mehrere Kilometer lange Stadtwanderung und anschliessend durch zwei Eingänge durch einen Tunnel geschickt in dessen Mitte zwei Marschsäulen aufeinandertrafen
Nicht zu vergessen, dass noch eine dritte, gegenläufige, Säule auf die beiden anderen traf - der Zu- war nämlich gleichzeitig auch der Ausgang. Idiotie hoch drei.

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sponner_hoch2 16.05.2011, 11:45
98. Titel

Glauben Sie wirklich, private Sicherheitsleute könnten in Fussballstadien dasselbe leisten wie die Polizei? Das halte ich für ausgeschlossen. Dieses Klientel kann nur durch massives Aufgebot an Polizei einigermaßen in Schach gehalten werden. Möglicherweise sollte aber der Veranstalter die dortigen Einsätze auch entsprechend entlohnen. Ich stimme Ihnen (zum Teil) zu und möchte auch ergänzen: Es ist nicht nur so, dass private Kräfte nicht das gleiche leisten können wie die Polizei. Sie dürfen es auch einfach nicht - und das ist auch gut so. Private Sicherheitskräft haben in Deutschland Gott sei Dank nur Jedermannsrechte (also im Stadion genau die gleichen Rechte, die sie bei sich zu Hause haben), und das soll auch so bleiben.

Was die Kosten angeht, so bin ich auch der Meinung, dass ein Veranstalter für seinen eigenen Bereich (also z. B. Stadion) eine angemessene Anzahl Ordner stellen muß. Aber dies ist ja auch schon längst so und wird in den Auflagen der genehmigenden Behörde festgelegt (natürlich kann man immer darüber streiten, was denn jetzt die angemessenen Anzahl ist.
Aber darüber hinaus ein Zahlung für etwaig notwendige Eingriffe der Polizei fordern halte ich für falsch. Denn genau dafür ist die Polizei doch da, den in seinen Rechten verletzten vor dem Rechteverletzer (sorry für die komischen Begriffe, mir fallen gerade keine anderen ein) zu schützen. Analog dazu, wenn jemand in Ihre Wohnung einbricht oder ein renitenter Besucher nicht gehen will. Da fordert ja auch niemand, dass der Wohnunungsbesitzer zahlen soll.

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sponner_hoch2 16.05.2011, 11:54
99.

Zitat von aprilapril
.... Wenn sie [die Veranstalter; Anm.] die Polizei in Amtshilfe in Anspruch nehmen,
Amtshilfe? Seit wann sind private Ordner bzw. Fußballvereine Behörden?
Zitat von
habe sie die Kosten zu erstatten.
Und wenn bei Ihnen in der Wohnung ein renitenter Gst nicht gehen will, dann zahlen sie auch für den Polizeieinsatz?

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