Forum: Panorama
AKW-Feuerwehren: Abwimmeln, abwiegeln, auflegen

Wie sicher sind deutsche Atommeiler? Bei einem AKW-Brand wären die Werksfeuerwehren die ersten, die vor Ort*eine Eskalation verhindern müssten. Aber wie sind sie ausgestattet? Eine Anfrage bei den Löschtrupps der Kraftwerksbetreiber.

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kommentor 20.03.2011, 12:56
1. Keine Überraschung

Ist irgendjemand überrascht?

Da ja schon die Komunikations"profis" in dieser Angelegenheit seit zwei Wochen nur ein Debakel nach dem anderen und jede Menge dumme Ausreden, haltlose Rechthaberei wider besseres Wissen und seit zwei Wochen wider offensichtliche Erfahrung abliefern, braucht sich keiner zu wundern, wenn nun diejenigen erst recht abwinken, deren Hauptjob es gerade nicht ist, mit der Presse zu reden.

Erst recht, wenn man weiß, was die Presse in der Regel aus trockenen und aufgrund der Materie meistens ausführlichen und nicht leicht verständlichen Ausführungen des technisch-wissenschaftlichen Personals macht, damit es in eine Schlagzeile und in den Verständnishorizont eines Durchschnittswählers paßt.

Und natürlich wollen zuallerletzt Kraftwerksbetreiber, Atomlobby und die schützende Politik das hören, was die zu sagen hätten und haben mit Sicherheit als Parole ausgegeben, "Wer verständlich sagt, was Sache ist, fliegt raus."

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Madagaskar 20.03.2011, 12:57
2. AKW-Werksfeuerwehren?

Alles nur ein Fake. Würde doch nur unnötig Geld kosten. Unsere AKWs sind sicher. Punkt.

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Europa! 20.03.2011, 13:01
3. Nun ja

Vertrauen muss man sich erst erwerben. Das gilt auch für Journalisten.Die Vorgehensweise war vielleicht ein bisschen zu forsch.
Und die Leute von der Feuerwehr würde ich am allerwenigsten schlecht machen wollen. Das sind schließlich die Männer, denen wir nolens volens unser Leben und unsere Gesundheit anvertraut haben und die als erste ihr Leben riskieren müssen, wenn wirklich was schiefgeht.

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almeo 20.03.2011, 13:03
4. Und weiter?

Aber wen wundert das denn? Nehmen wir doch mal die ABC gefahren:

Chemie kann man meistens Sehen und recht simpel messen, im Schutzanzug ist man recht sicher, zumindest bis irgendwas kaputt geht, die Filter verbraucht sind oder sonstwas.

Bakterien sind schon schwerer, das merkt man vielleicht erst wenn man drei Tage später krank wird.

Radioaktivität? Das geht als Strahlung durch jeden Anzug, die Strahlenkrankheit kommt nach Tagen, der Krebs nach Jahren und wirklich was machen kann man - anders als bei Baktierien - gegen Erbgutschäden auch nix. Selbst die besten Anzüge bieten nur einen "eingeschränkten SChutz vor Strahlung", und das sind schon Monster, in denen man kaum mehr laufen kann (In Fukushima rennen die ja teilweise mit besseren Staubanzügen 'rum!). Messen und Evakuieren, mehr ist auch im besten Falle einfach nicht drin, das liegt in der Natur der Sache. Das gibt niemand gerne zu, aber so ist es nunmal.
Eine Druckluftflasche reicht vielleicht für 45 Minuten (meine sind sogar manchmal schon vorher leer), d.h. anziehen außerhalb der Kontaminierten Zone, dann hinlaufen, arbeiten, zurückkommen und dekontaminiert werden. Einsatzzeit unter AGT knappe 10 Minuten. Das ist ein Witz! Das weiß jede Feuerwehr! Aber wenn man den Leuten früher schon gesagt hätte "wir brauchen bei uns keine Feuerwehr, wenn es knallt, ist eh vorbei!" hätten wir heute schon keine AKWs mehr! :D

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kaigue 20.03.2011, 13:04
5. Würden Sie nicht auch so reagieren?

Wie Geier kreisen die Medien über den AKWs um eine schnelle Story zu erhaschen. Sorry, aber ich hätte auch nicht wirklich Lust mich von den Medien zerreißen zu lassen. Was die wollen (also auch SPON) ist doch klar: Dramatische Storys liefern.

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ratem 20.03.2011, 13:05
6. Hat jemand ersthaft etwas anderes erwartet?

Zitat -- "Statt Antworten: abwimmeln, abwiegeln, auflegen."

... die Ratlosigkeit setzt, auch wenn es keiner zugibt, auch bei den Beteibern ein. Gegen einen Ausfall der Kühlsysteme (von dem die Betreiber schlicht behaupten er sei unmöglich) ... ist kein einziges deutsches Kraftwerk gewappnet. Unsere Sicherheit beruht schlicht auf der Behauptung etwas sei nicht möglich.

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walsi911 20.03.2011, 13:08
7. Das Ende der Flosskeln

Natürlich können die Betreiber darauf keine Antwort geben, sie haben ja selber keine. Bis heute wurden allfälligen Bedenken mit Aussagen wie: "Die Wahrscheinlichkeit einer Kernschmelze beträgt 1:100'000." beschwichtigt. Da nur die wenigsten Menschen sich mit KKWs auskennen und in der Risikoanalyse auch kein Studium haben, mussten Sie diese Antwort schlucken. Es zeigt sich aber, dass diese Aussagen, schlicht und einfach gesagt, falsch sind. Es sei denn, man geht tatsächlich von einer unglücklichen Häufung der statistischen Ereignisse aus, die sich in den nächsten 1Mio. Jahre wieder ausgleichen wird.

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rührfix 20.03.2011, 13:08
8. Weiß keiner Bescheid, kennt keiner sich aus?

Zitat von sysop
Wie sicher sind deutsche Atommeiler? Bei einem AKW-Brand wären die Werksfeuerwehren die ersten, die vor Ort*eine Eskalation verhindern müssten. Aber wie sind sie ausgestattet? Eine Anfrage bei den Löschtrupps der Kraftwerksbetreiber.

Warum auch auf einen "Ernstfall" vorbereiten, der eh nie nicht eintreffen sollte und juristisch unter Restrisiko subsummiert wurde?

Ach ja, wo sind denn die Notfallpläne überhaubt abgeblieben? Sind die griffbereit? Gab es überhaupt mal in Deutschland eine reale Katasrophenschutzübung zum Thema, nicht nur das Ausrücken der Löschzüge, auch das Evakuieren in 20 km Umkreis?
Na ja, wenn man auf entsprechende Anfragen nur unvorbereitestes Abwimmeln erfährt, nicht mal das scheint ausreichend "geschult" worden zu sein.

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Reformhaus 20.03.2011, 13:08
9. Abwimmeln, abwiegeln und auflegen: Zum Artikel selbst

Das Abwimmeln, Abwiegeln und Auflegen findet nicht nur in sicherheitsrelevanten Bereichen statt, dort aber systematisch.

Was tun also, wenn man einen Artikel z.B. über AKW-Feuerwehren schreiben will, und alle ziehen sich in den Bunker zurück? Soll man von seinem Vorhaben ablassen?

Der Autor hat aus der Situation nicht nur das Beste gemacht, sondern darüber hinaus tatsächlich Informationen geliefert, nämlich dass alle bei dem Thema in Deckung gehen. Und er nennt diejenigen beim Namen, die nichts sagen wollen.

So etwas liest man mit Interesse und wünscht sich, dass man dran bleibt am Thema und einen findet, der dann doch noch redet.

Nachahmung in anderen Ressorts empfehlenswert!

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