Forum: Panorama
Alltag einer Familienrichterin: "Das macht mich traurig, fassungslos, hilflos, wütend
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Bekommen prügelnde Eltern ihren Säugling zurück? Wohnt das Scheidungskind bei Mama oder Papa? Familienrichter haben enorme Verantwortung - und kaum Zeit, Hunderten Schicksalen gerecht zu werden. Eine Juristin berichtet aus ihrem Berufsalltag am Limit.

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peter_gurt 15.10.2015, 13:55
50. Gottlosigkeit

Das ist der wahre Grund, warum unsere Gesellschaft dem Abgrund entgegengeht! Jeder lebt für sich, Egoismus wird auf allen Kanälen gesendet, Krieg, Terror, Not, Elend,... endlos dreht sich alles in den Abgrund.
Wo ist Liebe dem Nächsten gegenüber, wo sind Anstand, Respekt, Toleranz, Mitgefühl, Dankbarkeit, Trost, Fürsorge,... ??

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wiesenflitzer 15.10.2015, 13:58
51.

Zitat von christiane_kreusch
als "die andere Seite"- also als Mutter eines Scheidungskindes darf ich meine Eindrücke schildern. Frau Müller klagt über ihre Arbeitsbelastung und die Möglichkeit "vielleicht nicht alles richtig zu machen". Da kann schon mal ein Fehlerchen passieren. Schließlich hat sie ja das Beste fürs Kind gewollt. Frei nach dem Motto, wo gehobelt wird, da fallen Späne. Aber so ist es nicht, es sind keine Späne, es sind Existenzen, die Frau Müller zerstört. Nicht alle Eltern sind Verbrecher an ihren Kindern. Aber Ihre Entscheidungen, sehr geehrte Frau Müller, zementieren das Leid und die Tränen auf Lebenszeit. Sie schaffen das Leid und niemand anders. Sie bevormunden erwachsene Menschen, wann sie ihre Kinder sehen dürfen und wann nicht. Das ist krank. Sie haben vielleicht die Staatsmacht auf Ihrer Seite, aber mit Problemlösung hat das, was Sie tun, nicht einmal ansatzweise was zu tun. Das Rechtssystem hier ist ein gigantisches Geldumverteilungssystem von den zwangsweise als Zahler verdonnerten Eltern auf Anwälte, Gerichte und Richter. Es ist ein ungerechtes, grausames und schamloses System.
Soso, "Frau Müller" zerstört also Existenzen; sie zementiert das Leid, sie bevormundet und ist demzufolge krank.

Meine Güte, in welcher Welt leben Sie denn bitte?

Sie !!, also Sie und ihr Mann (oder sonst eine Familie), kriegen (aus welchen Gründen auch immer) ihre Ehe/Partnerschaft nicht gebacken und wollen sich nun scheiden lassen. Doof nur, dass da ja auch noch Kinder sind.
Jeder zerrt jetzt mithilfe eines Anwaltes an diesen Kindern herum, der Richter muss irgendwann dazu ein Urteil fällen. Egal wie er es tut, einer Seite wird es nicht gefallen, weshalb er dann quasi "der Doofe" oder, um Ihren Worten gerecht zu werden der "kranke Existenzzerstörer" ist.

Um Himmels willen, bitte erst denken, dann schreiben!!

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Kryszmopompas 15.10.2015, 13:59
52. Rechtssystem kaputt gespart

ein wesentlicher Grund, wieso das Rechtssystem, letztlich auch das staatliche Gewaltmonopol zunehmend nicht mehr ernst genommen wird, ist die schlechte Personallage. Wer weiß, dass er (trotz enormer Kosten) am Ende nicht oder zu spät Recht bekommt, wird andere Lösungswege bevorzugen.

Verfahrensdauern von mehr als einem Jahr sind bei vielen Problemen nicht erträglich: bei Familiensachen, übrigens auch bei einem verpfuschten Bau.

Nicht umsonst gibt es jetzt Schnellrichter bei Delikten vor Fussballstadien usw.: man weiß, dass es auch beim Strafrecht auf schnelle Ahnung ankommt.

Gerade die Politiker, die mit ihrem Sparwahn und Steuerunterbietwettbewerb den Staat kaputt machen, predigen auf der anderen Seite Ordnung und Sicherheit. Sie lügen, wenn sie den Mund aufmachen, besonders südlich des Main.

Die Politiker, die den Sparwahn

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eaglerider 15.10.2015, 14:00
53. Seit Jahren

wird ein Gesetz nach dem anderen zur angeblichen "Justizentlastung" gemacht, die stets einhergehen mit einer Einschränkung von Verfahrensrechten der Beteiligten. Die Unabhängigkeit von Lebenszeitrichtern in Verbindung mit der inneren Haltung einiger Richter/innen zu ihrem Job und den Fällen tun ein Übriges.

Vor einigen Wochen sah ich mich in einer Familiensache plötzlich einem 28 jährigen Proberichter gegenüber, dem es sowohl an Lebenserfahrung und erst recht an familienrechtlicher Erfahrung und Kenntnissen mangelte. Familienrichter verändern Biographien und Lebensläufe. Gerade auf diesem Rechtsgebiet wirken sich Fehler dramatisch aus. Bei meinem OLG sieht es nicht viel besser aus (abhängig vom jeweiligen Senat). Der neue Senatsvorsitzende eines Familiensenats erklärte einleitend, eigentlich sei er Verkehrsrechtler .... Es stellte sich dann heraus, dass er auch die gesamte Umgangsakte überhaupt nicht gelesen hatte, dafür aber den beteiligten Anwälten abwechselnd angeblich verspäteten Sachvortrag vorwarf ...

Auch die Verfahrensdauern sind auch bei normaler Belastung nicht mehr nachvollziehbar. Das FamFG schreibt in Umgangs- und Sorgerechtsverfahren Beschleunigung vor, d.h., den ersten Termin innerhalb von 4 Wochen. Der wird als Durchlauftermin auch gemacht. Gibt es dort keine Einigung, dauert es. Sogar bei einem kleinen Familiengericht auf dem Land dauerte ein Sorgerechtsverfahren 2 Jahre! Umgangsverfahren 1 Jahr, das Scheidungsverfahren geht ins 5. Jahr!

Die hier zu Recht beklagte Unfähigkeit der Eltern, trotz aller Streitereien gemeinsam zum Wohl der Kinder kooperativ zu kommunizieren, ist ein naives Idealbild, das in seltenen Fällen vielleicht funktioniert. In einer derartigen Situation würde von Eltern ein weit höheres Maß an Gemeinsamkeit verlangt, als dies in der Ehe der Fall war. Insofern meine ich auch, dass, abgesehen von Notfällen, wie Kindesmisshandlung oder konkrete Kindeswohlgefährdung oder -verletzung, ein Mediationsverfahren zwingend als Zugangsvoraussetzungen für Folge- und Kindschaftssachen ausgestaltet werden sollte. Die Erfolgsquote von Mediationsverfahren ist sehr hoch und die Kosten deutlich niedriger, neben weiteren Vorteilen. Die viel gepriesenen Elternberatungsstellen sind nach meiner Erfahrung in der Regel untauglich, man wartet Monate auf einen Termin, in dem dann ein Geschachere um Umgangszeiten erfolgt, abenso vom Jugendamt installierte Hilfen.

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lagermeister17 15.10.2015, 14:12
54. Umgangsverweigerung

Zitat von theresarain
Das passiert doch andersrum genauso: Väter, die zu vereinbarten Terminen überhaupt nicht erscheinen oder viel zu spät oder "nur eine halbe Stunde" Zeit haben.
Woher wissen Sie das? Haben Ihnen das diese Väter selbst erzählt, oder waren es die Mütter, die solche Geschichten vor Gericht vorzutragen pflegen?
Und wo es doch so ist: Diese Väter sind, gleichzeitig mit dem Verlust des Sorgerechts, zu Unterhaltszahlungen verdonnert. Sie müssen jetzt nicht nur arbeiten, sondern wahrscheinlich vermehrt Überstunden leisten. Ich kann gut verstehen, daß sie, wenn sie ermüdet sowie mit den Nerven wieder mal am Ende sind, dem Kind zuliebe auf einen Umgang auch mal verzichten. Daß dann das als Verweigerung ausgelegt wird, das kennen wir.

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Nordstadtbewohner 15.10.2015, 14:13
55. Nich immer gleich auf den Staat schimpfen.

Das Hauptproblem ist eher, dass sich Paare Kinder anschaffen, obwohl sie sich eigentlich kaum kennen. Nach der Trennung ist dann die Expartnerin bzw. der Expartner der Teufel in Person. Viele, die sich über die ach so böse Familienrichterin beklagen, sind oft verkrachte Existenzen, die nicht merken, dass sie eigentlich an sich selbst gescheitert sind. Das äußert sich dann in wüsten Schimfpereien und übertriebener Liebe zum Kind.

Das merkt man auch sehr gut an den Beiträgen hier zum Thema.

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Tauem 15.10.2015, 14:13
56.

Sind das juristische Kategorien?

Und ich dachte, das seinen Angstmache, Angstmache, Angstmache, Angstmache.

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michlauslöneberga 15.10.2015, 14:13
57. Vielleicht

ist Ihre Sicht auf die Familienrichterin ein ganz kleines bisschen subjektiv? Hat die Behörde bei Ihnen nicht so gespurt wie Sie das gerne gehabt hätten?
Vielleicht haben Sie ja auch den Artikel nicht gelesen oder auch nur nicht verstanden. Es dreht sich schlicht darum, dass Familienrichter für die einzelnen Fälle wesentlich zu wenig Zeit haben, auch wenn ich die Zahl der Neuzugänge in einem Referat von > 100 täglich für einen Schreibfehler halte.

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superswissmiss 15.10.2015, 14:18
58. Am Thema vorbei

Zitat von Dr.W.Drews
Die traurige Wahrheit in Deutschland ist, Väter können von den Müttern ganz einfach und mit vielfältigen staatlichen Hilfen entsorgt werden... Schließlich habe er ja früher auch keinen Bezug zu seinen Kindern gehabt weil er ja einen Beruf hat. Tausende Väter jährlich verlieren aufgrund dieser absurden Verfahren den Kontakt zu ihren Kindern...
Sorry, aber ihr Gejammer von wegen arme Väter geht völlig am Thema vorbei. Hier geht es um den Alltag von Richtern und Richterinnen an deutschen Familiengerichten.

Väter, die sich nur ums Kohle ranschaffen kümmern (viele nutzen das dann zudem gerne gar noch als Ausrede, um sich nach Feierabend weder um Frau, noch Kind, noch Haushalt zu kümmern), brauchen sich wirklich nicht zu wundern, wenn ihnen dieses Verhalten später als Desinteresse an der Familie ausgelegt wird. Es ist nämlich Desinteresse an der Familie!

Statistisch gesehen halten gleichberechtigt organisierte Beziehungen deutlich länger als Beziehungen mit traditionellem Rollenmodell. Die Statistik besagt auch, dass gleichberechtigt organisierte Paare deutlich mehr Sex haben. Warum wohl?

Verantwortungsvolle Väter würden sich zudem darum kümmern, dass ihre Beziehung möglichst lange hält.

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michlauslöneberga 15.10.2015, 14:19
59. Ich weiß jetzt nicht

was das eine mit dem anderen zu tun haben sollte. Die Protagonistin hat - nur falls Sie es überlesen haben sollten - selber Kinder.

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