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Angeblich gekaufter Zeuge: Ermittlungen gegen Staranwälte offenbar kurz vor Einstellu
DPA

Die Staatsanwaltschaft München ermittelt gegen drei renommierte deutsche Verteidiger - doch zu einer Anklage wird es wohl nicht kommen. Hintergrund ist ein angeblich gekaufter Zeuge. Die Anwälte sprechen von Rufschädigung.

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ollis.post 11.11.2016, 17:33
1.

Da sieht man ja sehr schön wie die Anwälte mit der Staatsanwaltschaft zusammen arbeiten.

"das Verfahren gegen die Anwälte "dürfte keine große Geschichte werden" ... genau, schön unter den Teppich kehren. Wundert mich ja nicht das dies in Bayern läuft.

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paul_werner 11.11.2016, 19:11
2. Sie haben voll den Durchblick

Zitat von ollis.post
genau, schön unter den Teppich kehren. Wundert mich ja nicht das dies in Bayern läuft.
Zwei der Anwälte sind aus Hamburg. Und das Ganze ist eine recht groteske Kabbelei zwischen freistaatlich-bayerischer und hanseatischer Auffassung von Juristerei und dem Umgang der diversen Organe der Rechtspflege miteinander. Von Unter-den Teppich-Kehren kann da keine Rede sein. Ganz im Gegenteil. Die einen mögen die anderen nicht und umgekehrt.
Aber schön, dass wir mal darüber geredet haben.

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stier11194 11.11.2016, 19:31
3. Rufschädigung

Ein Richter kann in jedem Verfahren entsprechende Untersuchungen von der StA veranlassen. So etwas dann in der öffentlichen Urteilsverkündung quasi öffentlich anzuleiern, ist nicht der richtige Weg und muss als Rufschädigung angesehen werden. Hier wird eher deutlich, welche Haltung dieser Richter zu Verteidigern allgemein hat. Richter sind öfters so selbstherrlich, dass sie Verteidiger als überflüssig halten. Allenfalls hätte vorliegend ein Anwalt bzgl. einer Zeugenaussage hier nachgeholfen, stattdessen bewirkt er Rufschädigung von allen Beteiligten. Für mich haben solche Menschen nichts im Richteramt zu suchen.

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defy_you 11.11.2016, 20:07
4. Immer wenn ich über diesen Fall lese

muss ich an den SPON-Artikel http://www.spiegel.de/panorama/justiz/landgericht-muenchen-i-zeuge-in-handschellen-abgefuehrt-a-1101639.html denken. Oh wie wurde da geschimpft auf die Justiz. Die SPON Journalistin wusste es einfach besser. Justiz im Unrecht und Zeuge völlig unmenschlich und willkürlich behandelt. Und die Angeklagte (handelte immerhin mit Mord-Vorsatz!) wurde zum Unschuldslamm, die doch völlig korrekt mit einem Messer gegen einen Menschen vorgegangen ist, der ausländerfeindliche Parolen verbreitet hat (wie sonst sollte man da reagieren als ihm ein Messer in die Brust zu rammen?!?). Ein Meisterstück tendenziösen Journalismus, das Frau Friedrichsen da abgeliefert hat. Dumm nur, dass am Ende alles ganz anders kam und der Zeuge erwiesenermaßen gekauft war.

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ge1234 11.11.2016, 20:39
5. Vielen Dank...

Zitat von defy_you
muss ich an den SPON-Artikel http://www.spiegel.de/panorama/justiz/landgericht-muenchen-i-zeuge-in-handschellen-abgefuehrt-a-1101639.html denken. Oh wie wurde da geschimpft auf die Justiz. Die SPON Journalistin wusste es einfach besser. Justiz im Unrecht und Zeuge völlig unmenschlich und willkürlich behandelt. Und die Angeklagte (handelte immerhin mit Mord-Vorsatz!) wurde zum Unschuldslamm, die doch völlig korrekt mit einem Messer gegen einen Menschen vorgegangen ist, der ausländerfeindliche Parolen verbreitet hat (wie sonst sollte man da reagieren als ihm ein Messer in die Brust zu rammen?!?). Ein Meisterstück tendenziösen Journalismus, das Frau Friedrichsen da abgeliefert hat. Dumm nur, dass am Ende alles ganz anders kam und der Zeuge erwiesenermaßen gekauft war.
... mir geht es haargenau so. Allerdings war es mir immer zu mühsam, den Artikel herauszukramen. Frau Friedrichsen lehnt sich ja immer sehr gerne sehr weit aus dem Fenster, manchmal hat man den Eindruck, sie verwechselt ihre Tätigkeit des Gerichtsreporters mit der eines Richters. Für letzteres hält sie sich auf alle Fälle als geeigneter. Das Ärgerliche in diesem Fall war, dass sie die von der Staatsanwaltschaft vermutete Anstiftung zur Falschaussage zu einem Rundumschlag gegen die bayerische Justiz nutzte. Sehr peinlich für sie, dass sie mit ihrer EInschätzung komplett daneben lag.

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wille17 11.11.2016, 21:40
6. Vorsitzendet Richter ist Katastrophe

Wie sich ein Richter zu derart dämlichen Äusserungen hinreissen lässt, ist mir schleierhaft. Zu lange grossen Strafkammern vorzustehen führt zu Überheblichkeit und macht anfällig für Fehlurteile. Die Jungs müsstem mal wieder einer Zivilkammer vorstehen. Wäre eine gute Schule gegen Selbstherrlichkeit.

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simie 11.11.2016, 21:51
7. Überschrift

Das Gericht und auch die Staatsanwaltschaft machen in diesem Verfahren einen denkbar schlechten Eindruck. So möchte man keine Justiz sehen.
Wie man nun sieht gelingt es selbst einer in dem Fall nicht wirklich unabhängigen Staatsanwaltschaft Hinweise zu finden, welche die Vorwürfe des Gerichtes stützen.
Dies ist schon überraschend und eine Ohrfeigen für den Richter. Wer in einer Urteilsverkündung einen solchen Verdacht äußert, sollte sich verdammt sicher sein. Anderenfalls wirkt es einfach als Retourkutsche gegen hart verteidigen Anwälte. Dem Gericht wären wohl handzahme Verteidiger lieber gewesen.
Auch die übrigen Einlassungen (Zahlung von Schmerzensgeld nicht als Reue einzustufen etc.) in der Urteilsbegründung sind zumindest angreifbar.

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j.w.pepper 11.11.2016, 22:52
8. Typisch

Zitat von ollis.post
Da sieht man ja sehr schön wie die Anwälte mit der Staatsanwaltschaft zusammen arbeiten. "das Verfahren gegen die Anwälte "dürfte keine große Geschichte werden" ... genau, schön unter den Teppich kehren. Wundert mich ja nicht das dies in Bayern läuft.
Hier zeigt sich wieder "Volkes Stimme", die von nichts, insbesondere den Rechtswissenschaften, irgendeine Ahnung hat. Nehmen Sie bitte zur Kenntnis, dass RA Strate immerhin der war, der letzlich den vom "gesunden Volksempfinden" von vornherein favorisierten Gustel Mollath vertreten und dessen Freiheit durchgesetzt hat. Wenn überhaupt, dann müsste die bayerische Justiz auf Strate stinksauer sein, statt mit ihm irgendetwas unter den Tisch zu kehren.

Lassen Sie mich ferner festhalten, dass mir in über 35 Jahren Daseins als Rechtsanwalt noch nicht ein einziger Fall untergekommen ist, wo ich Anlass hatte, eine rechtswidrige Mauschelei zwischen StA und anderen zu vermuten. Das sieht vermutlich selbst Strate (siehe Fall Mollath) anders. Aber insgesamt ist Ihre typisch populistisch-paranoide Behauptung einfach abstrus.

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stier11194 12.11.2016, 00:57
9. Thema verfehlt

Zitat von ge1234
Frau Friedrichsen lehnt sich ja immer sehr gerne sehr weit aus dem Fenster, manchmal hat man den Eindruck, sie verwechselt ihre Tätigkeit des Gerichtsreporters mit der eines Richters......
Was hat Frau Friedrichsen mit dem vorliegenden Thema zu tun?

Vorliegend geht es darum, dass den Anwälten kein Einfluss auf den Zeugen (bisher) nachweisen werden konnte. Ein solcher Vorwurf eines Richters ist auch geradezu absurd, denn in dem vorliegenden Fall dürfte es deutlich naheliegendere "Beeinflusser" geben.

Dann in der Urteilsverkündung eine Untersuchung speziel bzgl. der Einflussnahme der Anwälte zu verlangen, ist schon mehr als seltsam und zeigt, dass dem Richter vollkommen der Sinn für das Einhalten von Persönlichkeitsrechte fehlt oder diese bewusst verletzen will, denn eine öffentliche Ankündigung von Untersuchungen, ist letztendlich ein solcher Angriff. Der Richter hatte andere Mittel zur Verfügung, eine solche Untersuchung dezent anzuleiern, ohne das Persönlichkeitsrecht der Anwälte zu verletzen.

Dabei ist es gerade die Aufgabe des Staates und damit auch seine, das Persönlichkeitsrechte der Anwälte zu SCHÜTZEN. Das dürfte dem Richter auch vollkommen bewusst gewesen sein, denn andernfalls würden im schon die Grundlagen für die Ausübung dieses Amtes fehlen.

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