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Angeblich unfaires Verfahren: Ex-Sportler Oscar Pistorius klagt vor Verfassungsgerich
AFP

Der wegen Totschlags verurteilte Ex-Paralympics-Star Oscar Pistorius hat eine Klage beim südafrikanischen Verfassungsgericht eingereicht. Er soll Opfer eines unfairen Verfahrens geworden sein.

demiurg666 11.01.2016, 19:31
1. welches Verfahren

Das Verfahren das ihm zu Hausarrest verurteilt hat war unfair?

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Lisa_can_do 11.01.2016, 21:07
2. Unterhalb des Knie

Aha. Was hat diese Info mit dem Sachverhalt zu tun? Wäre Herr Pistorius schwarz, würde man vom schwarzen Angeklagten sprechen, aber Herr Pustorius ist weiß, also wird nicht erwähnt, welche Hautfarbe er hat. Aber beinamputiert. Nicht nur das: unterm Knie.

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dasauge17 11.01.2016, 22:36
3. hat was

ihn nochmal hoffen zu lassen.

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jackohnereacher 12.01.2016, 03:56
4. Unfair war

doch vor allem, dass er Schüsse durch eine verschlossene Bad Tür abgegeben hat. Selbst wenn ein Verbrecher drin gesessen hätte, dann wäre eine Flucht nicht möglich gewesen und er hätte auf die Polizei oder den Sicherheitsdienst warten können. In SA kommen die nämlich sehr schnell.

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Hans58 12.01.2016, 14:09
5.

Zitat von jackohnereacher
doch vor allem, dass er Schüsse durch eine verschlossene Bad Tür abgegeben hat. Selbst wenn ein Verbrecher drin gesessen hätte, dann wäre eine Flucht nicht möglich gewesen und er hätte auf die Polizei oder den Sicherheitsdienst warten können. In SA kommen die nämlich sehr schnell.
Die Badezimmertür war von innen verschlossen worden. Zur Flucht hätte nur die Tür innen aufgeschlossen werden müssen.

OT:
Als in Südafrika Lebender erlaube ich mir den dezenten Hinweis, dass hier der Begriff "sehr schnell" nicht mit deutschen Maßstäben gemessen werden kann.

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Hans58 13.01.2016, 10:48
6.

Zitat von demiurg666
Das Verfahren das ihm zu Hausarrest verurteilt hat war unfair?
P. wurde nicht zum Hausarrest verurteilt.
Er wurde bis zum endgültigen Abschluss des Verfahrens gegen Kaution auf freien Fuß gesetzt und unterliegt bestimmten Regeln, darunter auch einem Hausarrest.

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joachim_franz 14.01.2016, 12:10
7.

Zitat von Hans58
Die Badezimmertür war von innen verschlossen worden. Zur Flucht hätte nur die Tür innen aufgeschlossen werden müssen.
Eben nicht. Sie vergessen eine Kleinigkeit: Pistorius. Der befand sich nämlich bewaffnet vor der Toilettentür und somit wäre die Flucht eines Einbrechers eben nicht möglich gewesen, wie Sie hier behaupten.
Außerdem, warum sollte ein Einbrecher, der gerade eingebrochen ist, sich überhaupt auf der Toilette einschließen? Macht doch nur Sinn, wenn dieser Einbrecher vermutet hätte, dass der Hausbesitzer was gehört hat und sich nun nähert, eine Flucht nicht mehr möglich ist und der Einbrecher sich in Panik vor dem Hausbesitzer auf der Toilette einschließt. Damit ist doch klar, dass ein Szenario, bei dem ein Einbrecher sich auf der Toilette einschließt, nur dann Sinn macht, wenn diesem bewusst ist, dass der Hausbesitzer ihn bemerkt hat und bewaffnet (in dieser Wohngegend sind praktisch alle Hausbesitzer bewaffnet) vor der verschlossenen Tür wartet. Also auch wenn man Pistorius in seiner Aussage folgt, dass er an einen Einbrecher in seiner Toilette vermutete, was ich jedoch bezweifele, macht es keinen Sinn, dass Pistorius davon ausgehen konnte, dass der Einbrecher zur Flucht jederzeit aus der Toilette kommen würde.
Im Grunde ist es aber egal, was in dieser Situation im Kopf von Pistorius vorging. Auch wenn man P. folgt, bestand für ihn durch einen sich selbst eingeschlossenen Einbrecher keine unmittelbare Gefahr. Er hatte nämlich jede Zeit der Welt zum Reagieren gehabt, wenn der Einbrecher wieder aufgeschlossen hätte. Dass sich P. bei seinen Schüssen nicht am Eingang der Badezimmertür befand, wo er im Flur jederzeit hätte Deckung nehmen können, sondern seine Schüsse aus kurzer Entfernung vor der Toilettentür abgab, wo er keine Deckung hatte, zeigt doch, dass P. mit keiner unmittelbaren Gefahr für sich rechnete. Das Bewusstsein einer unmittelbaren(!) Gefahr ist aber nun mal Grundvoraussetzung für die Rechtfertigung der Schüsse. Und die kann ich hier meilenweit nicht erkennen.

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Hans58 30.08.2016, 17:21
8.

Schlusskommentar (??) zum Fall Oskar Pistorius:

Nachdem vor kurzem die Berufung der Staatsanwaltschaft gegen das letzte Urteil (6 Jahre Freiheitsentzug) "abgeschmettert" wurde, bleibt für mich als Prozessbeobachter ein "ungutes Gefühl" übrig:

Das erste Urteil wegen fahrlässiger Tötung (5 Jahre) wurde vom High Court aufgehoben.
Die Richterin, die die 5 Jahre ausgesprochen hat, war dann erneut mit dem Fall befasst und hat wegen Totschlags Pistorius zu 6 Jahren verurteilt.

Die Berufungsverhandlung hat diese Richterin dann ebenfalls geführt und (natürlich) ihr Urteil der Höhe nach bestätigt.

Es ist doch der Sache eher dienlich, wenn Berufungsverhandlungen nicht von der Person durchgeführt werden, die zuvor schon (hier sogar schon zweimal) mit dem Fall befasst war.

P.S.
Wenn man andere Urteile hier in Südafrika mit dem Pistorius-Urteil vergleicht, dann ist keine Relation gegeben.

P.P.S.
Es hat erkennbar nichts damit zu tun, dass P. ein weißer Südafrikaner ist.

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