Forum: Panorama
Angeklagte im NSU-Prozess: Abgewandt von der blutigen Realität
DPA

Bilder einer blutverschmierten Leiche, ein menschenverachtendes Bekennervideo: Die Beweisaufnahme im NSU-Prozess zeigt die Brutalität der Taten, die der Terrorzelle angelastet werden. Beate Zschäpe und ihre Mitangeklagten wenden ihren Blick von den Fotos ab - mit einer Ausnahme.

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ppaule67 24.06.2013, 19:36
10.

Zitat von lina11
Ich missachte die Anwälte der Angeklagten aus tiefstem Herzen. Ich verstehe nicht, wie man so einen Menschen verteidigen kann, da gibt es nichts zu verteidigen. Die Frau soll eingesperrt werden und soll in der Zelle verrotten bis sie stirbt. Klar kann man sagen jeder hat ein Recht auf einen Verteidiger und einen Strafprozess, aber die Frau hat selbst Menschenrechte verachtet, wieso soll sie dann welche bekommen.
Einer der ältesten Grundsätze von Rechtsstaatlichkeit ist der der Unschuldsvermutung. In einem Rechtsstaat gilt deshalb jede(r) Angeklagte(r) (unabhängig von den ihr/ihm zur Last gelegten Verbrechen) solange als unschuldig bis ihre/seine Schuld in einem fairen Prozeß erwiesen und durch Richterspruch und Strafmaß bestätigt wurde.

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LeonLanis 24.06.2013, 19:39
11. Sie

Zitat von lina11
Ich missachte die Anwälte der Angeklagten aus tiefstem Herzen. Ich verstehe nicht, wie man so einen Menschen verteidigen kann, da gibt es nichts zu verteidigen. Die Frau soll eingesperrt werden und soll in der Zelle verrotten bis sie stirbt. Klar kann man sagen jeder hat ein Recht auf einen Verteidiger und einen Strafprozess, aber die Frau hat selbst Menschenrechte verachtet, wieso soll sie dann welche bekommen.
haben etwas nicht verstanden: Ob jemand schuldig ist oder unschuldig, entscheiden nicht Sie, nicht ich, und auch nicht die Polizei. Dafür sind allein die ordentlichen Gerichte zuständig. Und vor diesen Gerichten findet ein rechtstaatlicher Prozeß statt, zu dem notwendigerweise auch das Recht der Angeklagten auf Verteidiger gehört. Wer das nicht akzeptiert, sollte sich nicht zu sehr über die Neonazis erhaben fühlen.

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kingtrever 24.06.2013, 19:54
12. @lina11

Wir leben aber glücklicherweise in einer Demokratie und in der Demokratie gilt nunmal gleiches Recht für alle.

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obi wan 24.06.2013, 19:58
13.

Zitat von lina11
Ich missachte die Anwälte der Angeklagten aus tiefstem Herzen. Ich verstehe nicht, wie man so einen Menschen verteidigen kann, da gibt es nichts zu verteidigen. Die Frau soll eingesperrt werden und soll in der Zelle verrotten bis sie stirbt. Klar kann man sagen jeder hat ein Recht auf einen Verteidiger und einen Strafprozess, aber die Frau hat selbst Menschenrechte verachtet, wieso soll sie dann welche bekommen.
Weil sich ein Rechtsstaat dadurch definiert, dass auch denen die Rechte gewährt, die ihn ablehnen. Wenn dem nicht so wäre, wäre genau das erreicht was diese Leute wünschen, und das können sie doch wohl nicht wollen?

Zum Artikel: Was soll das, in jede einzelne Regung der Angeklagten versuchen irgendwas reinzuinterpretieren?
Die genießt doch garantiert die ganze Aufmerksamkeit und Hochstilisierung, und lacht sich in ihr Fäustchen. Es war aber leider so zu erwarten, dass dieser eigentlich wichtige Prozeß zu einer Seifenoper verkommt.

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edmond_d._berggraf-christ 24.06.2013, 20:03
14. Die Anklagte scheint hier wohl nach jedem Strohhalm zu greifen

Ein wenig könnte man die Ankläger beim Autobahnuntergrundprozess ja bemitleiden, denn diese müssen unter anderem dem Gericht weismachen, daß in einem Bekennerschreiben von eingefleischten Anhängern des Autobahnbauers die Oder als deutsche Ostgrenze verzeichnet ist oder die Dürftigkeit ihrer Anschuldigungen durch 600 Zeugen zu untermauern suchen, deren Aussagen zudem überwiegend die Vorgänge vor der angeblichen Tatzeit betreffen sollen; und schon jetzt mußte die Anklage zugeben, daß die Angeklagte an keiner der Mordtaten, Anschläge oder Raubüberfälle unmittelbar beteiligt gewesen ist, sondern sich ihre Beihilfe auf die Aufrechterhaltung einer bürgerlichen Fassade beschränkt habe; und bisher war es durchaus nicht üblich die Weiber von Verbrechen mit dieser Begründung einkerkern zu lassen. Doch steht der vorsitzende Richter im Ruf im Zweifel nicht für den Angeklagten zu entscheiden und deshalb dürfte seine Ernennung kein Zufall gewesen sein und das Urteil vielleicht schon feststehen.

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guteronkel 24.06.2013, 20:10
15. optional

Am besten gefällt mir die Beschreibung wie die Gerichtsbesucher (also diese Effektgeilen) sich von den Fotos vom Tatort abwendeten. Wer glaubt dann das? Da haben die sich fast geprügelt um einen Platz im Gericht - möglichst in der ersten Reihe - zu bekommen, um jedes Wort aufzusaugen, um jede Regung des Gerichts und der Angeklagten hautnah erleben zu können. Und dann wenden die sich ab in dem Moment wo es interessant wird und mal zur Sache geht? War diese Beschreibung von Karl Valentin?

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dr.noway 24.06.2013, 20:29
16. Sie....

Zitat von lina11
Ich missachte die Anwälte der Angeklagten aus tiefstem Herzen. Ich verstehe nicht, wie man so einen Menschen verteidigen kann, da gibt es nichts zu verteidigen. Die Frau soll eingesperrt werden und soll in der Zelle verrotten bis sie stirbt. Klar kann man sagen jeder hat ein Recht auf einen Verteidiger und einen Strafprozess, aber die Frau hat selbst Menschenrechte verachtet, wieso soll sie dann welche bekommen.

....leben offensichtlich im falschen Jahrhundert!

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Berliner1972 24.06.2013, 20:30
17. Das Aussageverhalten der Polizeibeamten ...

... schockiert mich. Das schockierende für mich ist dabei aber fast weniger das unsentimentale Aussageverhalten an sich (auch wenn das für die Angehörigen unendlich belastend gewesen sein muss), sondern die Haltung und innere Einstellung, die dahintersteht - und derer sich die Beamten auch nicht schämen. An der Existenz dieser inneren Einstellung (die offenbar auch von deren Vorgesetzten gebilligt wird) hätte es auch nichts geändert, wenn die Beamten nur äußerlich zerknirscht aufgetreten wären. Diese Haltung existiert einfach. Insofern war dies ein erschreckender, aber auch realistischer Blick in die Realität in diesem Land. Ein nur äußerlich angemessenes Verhalten, die sog. "poltical correctness", bleibt immer fragil. Nur was von einer inneren Überzeugung getragen ist, hat Bestand. Der Weg, die innere Überzeugung wirklich zu ändern, ist in unserem Land wohl noch verdammt weit ... Ich fürchte auch, derartige innere Haltungen werden noch lange bestehen bleiben. Leider bleibt jetzt wohl in der Tat nur, staatlicherseits alles dafür zu tun, jedes ansatzweise ressentiment-geprägtes Verhalten konsequent zu verfolgen, gerade auch innerhalb staatlicher Stellen ... Aber dieser Befund ist eigentlich zum Heulen.

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hirlix 24.06.2013, 20:30
18.

Zitat von lina11
Ich missachte die Anwälte der Angeklagten aus tiefstem Herzen. Ich verstehe nicht, wie man so einen Menschen verteidigen kann, da gibt es nichts zu verteidigen. Die Frau soll eingesperrt werden und soll in der Zelle verrotten bis sie stirbt. Klar kann man sagen jeder hat ein Recht auf einen Verteidiger und einen Strafprozess, aber die Frau hat selbst Menschenrechte verachtet, wieso soll sie dann welche bekommen.
Ich glaube diese Aussage ist an Naivität nicht zu übertreffen. Wir leben in einem Rechtsstaat und jeder hat das Recht auf einen fairen Prozess. Wenn dem nicht so wäre bräuchten wir keine Justiz. Der Platz in diesem Kommentar würde bei weitem nicht reichen um die mit dieser Rechtsauffassung einhergehenden Konsequenzen für das Zusammenleben in unserer modernen Gesellschaft zu beschreiben. Wenn man es simpel ausdrücken möchte kann man sagen ohne einen Rechtsstaat wären wir zurück bei Aug um Aug Zahn um Zahn.

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Daniel M. 24.06.2013, 20:33
19. @wulthur

Der einzige Kommentar, der annähernd das geistige Niveau der vorangegangenen Kommentatoren, unter besonderer Beachtung dieser Lina11 (oder so), klar und prägnant ausführt. Es ist einfach nur noch lächerlich, wie einige hier nahezu mühelos in die geistigen Fußstapfen ihrer Vorfahren der dreißiger und vierziger Jahre treten. Sollte es jemals einen Gröfaz 2.0 geben, beginnt mit derartigen Schlichthirnen die erschreckende deutsche Geschichte von vorn.

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