Forum: Panorama
Arbeiten die Deutschen zu viel?

Die Deutschen haben immer noch den Ruf fleißiger Arbeiter. Laut einer Studie nicht zu Unrecht: durchschnittlich 41,2 Stunden pro Woche arbeiten deutsche Arbetnehmer und damit deutlich länger als die meisten Kollegen in anderen EU-Ländern. Finden Sie, dass die Deutschen zu viel arbeiten?

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arbusto 31.07.2009, 11:07
50.

Zitat von schuba
Der Artikel verschweigt diskret ein kleines Bergvolk, das zwar nicht zur EU, aber doch zu Europa gehört: Die Schweizer. Deren Regel-Arbeitszeit pro Woche beträgt 42,5 Stunden. Dafür gibt es weniger Urlaub und weniger Feiertage (besonders gegenüber den Nachbarn aus Bayern). Aber von gestörten Familienverhältnissen und erhöhten Krankenständen kann nicht die Rede sein. An den Genen kann es jedenfalls nicht liegen. Das beweisen Tausende Deutsche, die sich problemlos in die Schweizer Arbeitswelt assimilieren lassen. Aber zugegeben: Gewerkschafter findet man unter dieser Gruppe eher selten. Die hätten auch enorme Schwierigkeiten, die trotz der hohen Arbeitsleistung extrem niedrige Arbeitslosen-Quote in der Schweiz zu erklären. Gruss aus Bern.
Die weit höhere Beschäftigtenquote (besonders bei älteren Arbeitnehmern), bessere Entlohnung und die geringere Abgabenlast als in Deutschland (und das bei weit geringerer Staatsverschuldung) sind interessante Fakten. Gemäß den herrschenden deutschen Vorstellungen ist die Schweiz ein einziges Paradoxon, eine Unmöglichkeit, eine Zumutung, da sie uns ständig vor Augen führt wie falsch wir in manchen Dingen liegen und wie sehr wir uns verrannt haben.

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af1755 31.07.2009, 11:08
51.

Zitat von silenced
Die arbeiten eher viel zu Wenig. 104 Tage Wochenende + 30 Tage Urlaub = 134 Tage "frei" im Jahr. Nehmen wir jetzt noch die Feiertage dazu und Brückentage usw., ja, dann kommt man auf bald 150 Tage frei. Zumindest für die, welche Mo - Fr arbeiten und sowieso keinen Plan von nichts haben, und sehr gern vergessen wo die wirkliche Leistung erbracht wird, nämlich bei jenen die 24/7 verfügbar sein "müssen" und in Schichten arbeiten.
Ohje, immer das selbe Gejammer. Nur immer sich selbst bemitleiden. Es tut fast weh, so tun Sie mir leid!!

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GuraxUbrax 31.07.2009, 11:08
52. Rechnung

Zitat von topomoos
... Dabei sind jetzt schon die meisten physisch und psychisch am Ende ihrer Kräfte. Wir sind doch alle nur billiges Kanonefutter im Krieg um Profite. Mit Leben hat das schon lange nichts mehr zu tun.
Jup,

die Rechnung dafür ist ja die ständig sinkende Geburtenrate und das langsame Aussterben unserer Gesellschaft. Ist der Lobby der Großkonzerne aber egal, die sind bis dahin ja eh abgewandert.
Eine Bekannte aus Australien konnte gar nicht glauben, dass man als Mann bei uns gar keinen Sonderurlaub bei einer Niederkunft der Ehefrau bekommt.

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derweise 31.07.2009, 11:11
53. Zwar die Fleißigsten,

Zwar gehören die Deutschen zu den Fleißigsten in Europa, trotzdem gibt es 7,4 Millionen Hartz IV-Empfänger, 4,5 Millionen Arbeitslosen und 20 Millionen Rentner, zusammen also 31,9 Millionen Transferzahlungenempfänger.

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bürgerschreck 31.07.2009, 11:11
54.

Zitat von sysop
Die Deutschen haben immer noch den Ruf fleißiger Arbeiter. Laut einer Studie nicht zu Unrecht: durchschnittlich 41,2 Stunden pro Woche arbeiten deutsche Arbetnehmer und damit deutlich länger als die meisten Kollegen in anderen EU-Ländern. Finden Sie, dass die Deutschen zu viel arbeiten?
Die steigenden Arbeitszeiten zeigen, daß die 20 jährige Debatte um die 35 Stunden-Woche eine Schein-Diskussion ist. Seit dem die Arbeitszeiten steigen, sink die Arbeitslosigkeit wieder. Zufall? Nein!
Nur wenn hochqulifizierte Ingenieure gute Produkte entwerfen, können weniger qualifizierte Monteure sie zusammenschrauben. Den Ingi nur 35 Stunden arbeiten zu lassen ist somit dämilch. Längere Arbeitszeiten im Dienstleistungs-Sektor reduzieren die Kosten und mehr Menschen können die Dienstleistungn in Anspruch nehmen, wir sind halt nicht alles Millionäre, denen 100 Euro pro Handwerkerstunde egal sind.
Irgendwer muß ja den Wohlstand erwirtschaften, den wir alle wollen und das geht sicher nicht durch rumhängen vorm Fernseher.

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Kjell 31.07.2009, 11:12
55. Defätismus

Es ist doch traurig das eine ganze Nation glaubt, nur durch massives "reinklotzen" funktioniert die Selbstverwirklichung. Für einen guten Arbeitsplatz (wo wir uns schon Vormittags in Foren rumtreiben können...) gehen wir über Leichen, booten unsere Kollegen aus um uns im Unternehmen hochzuackern oder wenigsten festzubeissen.

Die meisten Arbeitnehmer akzeptieren höhere Leistungsforderungen klaglos und bewältigen das erhöhte Arbeitspensum. Wenn dann noch Angst um den Arbeitsplatz, ein schlechtes Arbeitsklima oder andere Enttäuschungen im Arbeitsumfeld hinzukommen, wird es gesundheitlich gefährlich. Dennoch fügen sich die meisten Arbeitnehmer in Demut Ihrem Schicksal und stellen das Wohl des Unternehmens über das eigene.

Depressionen oder Burn-Out sind keine "Modeerkrankungen" oder vorgeschobene Entschuldigungen für einen Motivationsverlust sondern ernsthafte Probleme für den Betroffenen und dessen Unternehmen.

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FlorianCraig 31.07.2009, 11:12
56.

Also die Frage die sich mir stellt ist die Berechnung dieses Wertes. Wenn ich das für mich persönlich ausrechen komme ich auf eine Wochenarbeitsszeit von 33,5 Stunden.

Tage-Wochenenden-Urlaubstage-Gesetzliche Feiertage

365-104-30-11 (in NRW) = 220

Das ganze dann mal 8 Std. pro Tag sind wir bei 1760, dazu dann noch meine Überstunden und ungenutzen Urlaqubstage (96 Überstunden, 15 Urlaubstage) da komme ich dann auf 1976
Wenn ich das dann wieder durch die Möglichen Arbeitstage teile (365) komme ich auf 5,41 Std. am Tag was in der Woche 37,89 macht.

Naja aber wie das mit Statistiken halt so ist, man kann Zahlen immer solange drehen bis es passt ;)

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Stramonium 31.07.2009, 11:16
57.

Je mehr Du arbeitest, desto weniger arbeiten die anderen.

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Polyantha 31.07.2009, 11:17
58.

Zitat von Cleverslinger
Naja, Altenpfleger bzw. Krankenpfleger verdienen hier zulande nicht schlecht verglichen mit vielen anderen Ausbildungsberufen. Und letzten Endes haben die nicht weniger Frei als Andere. Und Schichtdienst bedeutet nicht 24/7 verfügbar zu sein.
Im Bundesdurchschnitt 1.660 Euro im Monat nennen sie nicht schlecht?
Was bleibt denn da nach den Abzügen noch übrig?
Schon nach abzug der SV-Beiträge sind nur noch ca. 1.294 übrig. Dann noch Abzüge je nach Steuerklasse.
Da bleibt bei StKl. I nicht mehr viel über 1.000 Euro übrig.übrig.
Und das halten Sie für nicht schlecht bezahlt für die verantwortungsvolle Knochenarbeit?

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ronghua 31.07.2009, 11:17
59. @Jens Schmidt

[QUOTE=JensSchmidt;4108613]Schön für Sie. Wenn's mit der Produktivität hapert muss man's halt mit Intensität versuchen. In Deutschland fahren wir ganz gut damit, Effizienz über Aktionismus zu stellen. Deshalb sind wir such weiterhin Exportweltmeister und nicht China mit all seinem Billigplunder, den Sie gerne weiter "48-60 Stunden pro Woche" herstellen können. Vom pro-Kopf (meinetwegen auch pro Arbeitendem) BIP will ich gar nicht erst anfangen.
Hier gibt es dazu auch den passenden Spruch: was man nicht ím Kopf hat... Na Sie wissen schon.

Habe vor 2 Wochen einen Deutschen in Dalian, Nordchina, getroffen. Er hat Maschinen aus Deutschland angeliefert, fuer das neue VW-Getriebewerk. Von ihm kam die klare Aussage: "Wuerde mir lieber einen VW aus chinesischer Produktion kaufen, als aus deutscher, da bessere Qualitaet!"
Ist hiermit Ihre "Billigplunder"-Aussage beantwortet?
Die Ware, die unter meiner Aufsicht gefertigt wird, hat die hoechsten Qualitaetsansprueche fuer den deutschen Endverbraucher..........nicht immer gleich mit Vorurteilen glaenzen wollen, wenn man aus seinem kleinen Dorf noch nie rausgekommen ist, ausser nach Mallorca!

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