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Arztbesuch, Kita, Partnerschaft : Wenn Väter diskriminiert werden
Illustration: Lina Moreno/ Foto: Getty Images

Ob beim Arztbesuch mit dem Kind oder in Erziehungsfragen: Wenn es wichtig wird, übernehmen gern die Mütter. In der neuen Folge von "Drei Väter - ein Podcast" geht es um die Diskriminierung von Vätern - und die Folgen.

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juleb18 14.05.2019, 16:59
1. Selbst erlebt

Mein Partner und ich haben aufgrund meines Studiums uns dazu entschlossen, dass er 1 Jahr in Elternzeit geht und damit auch viele wichtige Aufgaben und Termine übernimmt.
Die Diskriminierung die mir wiederfährt mal beiseite gelassen (wie kannst nur du nicht zu Hause bleiben?), erfährt mein Partner mindestens genauso stark.
Beim Kinderarzt wird auch direkt mal gefragt "wo denn die Mutter sei" und dass diese bitte das nächste mal mindestens zusätzlich miterscheinen soll.
Es gibt leider viele Beispiele, vor allem aber die behördlichen (Elterngeld, Riesterrente) haben mich oft verärgert. Es ist in Deutschland einfach problematisch unverheiratet zu sein, ein Kind zu haben, der Mann 1 Jahr in Elternzeit und die Frau studiert. Finanziell hat das uns oft in Schwierigkeiten gebracht, die ein klassisches verheiratetes Paar und mit klassischer Rollenverteilung nicht gehabt hätte.

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tomquixote 14.05.2019, 17:18
2. Ach Gott, ach Gott

Es ist ja nun doch offensichtlich, dass Frauen eine andere Beziehung zu ihren Kindern haben als Männer, denn sie haben doch schließlich diese Kinder lange als Teil des eigenen Körpers gespürt und dann in die Welt gesetzt, während die Rolle der Männer bei der Zeugung eher eine zwar angenehme, aber doch fast unwesentliche war. Auch in den allerersten Lebensjahren der Kinder sind doch die Mütter viel wichtiger als die Väter, also was soll diese endlose Prinzipienreiterei? Die Mutter gibt dem kleinen Kind die Sicherheit der engen Familie, dem Vater kommt eigentlich erst Jahre später seine wichtige Rolle zu (die notfalls auch ein anderer Mann übernehmen kann). Frauen und Männer sind nun einmal nicht in gleicher Weise veranlagt, warum kann man das nicht akzeptieren? Der Schreiber dieser Zeilen hat vier (inzwischen längst erwachsene) Kinder …

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disiz84 14.05.2019, 17:25
3. Endlich einmal ein Artikel über Gleichstellung

Grundsätzlich wird ja nur über das eine Geschlecht, die Frau, berichtet. Wenn Gleichstellung effektiv erfolgen soll, braucht es aber eine Befassung mit beiden Seiten, denn wie von juleb18 geschildert, liegt es eben meistens nicht an den "bösen" Männern, sondern am Grundsystem welches aktiv, auch von Feministinnen, in die falsche Richtung beeinflusst wird.

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fördeanwohner 14.05.2019, 17:42
4. -

Zitat von tomquixote
Es ist ja nun doch offensichtlich, dass Frauen eine andere Beziehung zu ihren Kindern haben als Männer, denn sie haben doch schließlich diese Kinder lange als Teil des eigenen Körpers gespürt und dann in die Welt gesetzt, während die Rolle der Männer bei der Zeugung eher eine zwar angenehme, aber doch fast unwesentliche war. Auch in den allerersten Lebensjahren der Kinder sind doch die Mütter viel wichtiger als die Väter, also was soll diese endlose Prinzipienreiterei? Die Mutter gibt dem kleinen Kind die Sicherheit der engen Familie, dem Vater kommt eigentlich erst Jahre später seine wichtige Rolle zu (die notfalls auch ein anderer Mann übernehmen kann). Frauen und Männer sind nun einmal nicht in gleicher Weise veranlagt, warum kann man das nicht akzeptieren? Der Schreiber dieser Zeilen hat vier (inzwischen längst erwachsene) Kinder …
Ganz ehrlich, wie kommen Sie darauf? Nur weil Sie und Ihre Frau das denken?
Es gibt leider auch viele schlechte Mütter. DAS ist genauso eine Tatsache wie die Fähigkeit von Männern eine innige Beziehung zu einem Säugling aufzubauen. Die Flasche macht es nämlich möglich.
Natürlich haben viele Menschen eine besonders innige Beziehung zu ihren Müttern. Jedoch ist das kaum verwunderlich, wenn es traditionell die Mütter sind, die über Jahre die "Brutpflege" innehaben.
Dass Männer das nicht so können, ist schlicht und einfach nicht wahr.

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Eisenvater 14.05.2019, 17:54
5. Mal eine dumme Frage von einem Vater: Wenn....

.... ein Elternteil einer Tätigkeit nachgeht die kein Einkommen einbringt, und das andere Elternteil nimmt sich eine Auszeit von der Erwerbstätigkeit, warum muss dann ausgerechnet die Allgemeinheit wieder einspringen?
Elternzeit schön und gut, hat bei uns meine Frau gemacht weil sie deutlich weniger verdient hat als ich. Elterngeld war auch schön, aber dann doch eher ein Sahnehäubchen als ein Anspruch. War ja unsere Entscheidung.

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interessierter Laie 14.05.2019, 17:54
6. Ja kann ich bestätigen...

Als mein damals 3-jähriger Sohn nach einem Unfall operiert werden musste, haben wir ihn gefragt, wer mit ihm im Krankenhaus bleiben soll. Papa hat er gesagt. Das stellte die Klinik vor ein Problem, denn im Zimmer lagen zwei Kinder und eins wurde von seiner Mutter begleitet. Die sträubte sich vehement dagegen, mit einem fremden Mann (und zwei Kindern) in einem (Kranken)Zimmer zu übernachten. Es war auch völlig klar, wer daraufhin in ein anderes Zimmer verlegt wurde. Der (Problem-)Mann natürlich. Papa wird auch von Erzieherinnen, Lehrerinnen und Müttern (inklusive der eigenen) oft nicht ernst genommen. "Richtlinienkompetenz", die leider oft in mütterliches Mikromanangement ausartet, ist übrigens eine Haupthürde für effektiv geteilte Rollen. Beides sorgt nämlich dafür, dass Frau durch die Hilfe kaum effektiv entlastet wird (weil sie ständig daneben oder dahinter steht) und zweitens Mann damit auch kein schlechtes Gewissen hat, sie den Kram in der Erziehung oder im Haushalt selbst machen zu lassen. Frau Stokowski schreibt ja so gern von Mansplaining. Beides ist leider extrem vom femininen Pendent dominiert .

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mourkis 14.05.2019, 17:58
7. Raus aus der Höhle.. oder zurück?

@tomquixote
Sie sind vmtl ein Anachronist auf Zeitreisen.. Ich bin von Anfang an ein wichtiger Teil meines Sohnes. Wenn einen Vater ein "normaler" Vater ist, ist er für sein Kind ebenso wichtig wie die Mutter! Und das auch vor der Geburt, indem man sich nämlich intensiver um die Mutter, bzw. um beide Lebewesen kümmert! Denn nur weil das Kind durch eine dünne Schicht haut von der Außenwelt getrennt ist, heißt es nicht dass es nicht schon lebt und man sich umsomehr auch um die Mutter kümmern muss! Und so wie ich die Schwangerschaft erlebt habe, hat man da gut Hilfspotential! (Außer Mann macht den schmalen Fuß.)

Und wenn sie aufs säugen ansprechen: auch da gibt es Mittel und Wege intensiver Unterstützung.

Ich bin seit dem Tag der Zeugung sehr wichtig für mein Kind!! Nicht erst ein paar Jahre später! (FIY: War auch ein Jahr in Elternzeit inkl. positiver wie negativer Diskriminierung.)

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ThomasS79 14.05.2019, 18:02
8. Nicht verwunderlich!

Bei der aktuell anhaltenden Situation steht die Frau im Mittelpunkt jeglicher Wahrnehmung. Sie werden das auch in der Resonanz auf diesen Artikel feststellen! Das daraus schon lange sowohl ursächlich als auch in der Konsequenz ein Gleichberechtigungsproblem entsteht, sehen, oder wollen viele (gerade feministisch engagierte) Menschen nicht sehen! Das fängt in ganz pragmatischen Alltagssituationen und Einrichtungen, welche Empathie und Einfühlungsvermögen erfordern an, und hört bei den quantitativen und qualitativen Unterschieden der geschlechtspezifischen, medizinischen Versorgung (Gynäkologie vs. Andrologie/Urologie) auf! Männer haben schlichtweg keine Lobby. Schlimmer noch, für viele Männer bleiben in unserer Gesellschaft nur dogmatische Täter- und Problem-Profile. Bestenfalls das Image als unfähiger Papa. Ein krudes Gewirr an altmodischen Rollenerwartungen und uneindeutigen Verhaltensschemata, die nur schwarz und weiß kennen! Feminismus und Emanzipation bedeutet praktisch eben nicht nur berechtigte Ermächtigung im Rahmen egozentrischer Selbstverwirklichung - sondern eben auch persönliche und gesellschaftliche Verantwortung, die Konsequenzen und die Schaffung gleichberechtigter Voraussetzungen und Lösungen! Dazu gehören auf allen Seiten vor allem gegenseitiges Verständnis und eben nicht nur selektives Wunschverhalten! Dies bezüglich ist aber keine Trendwende in Aussicht! In der Art und Weise, wie aktuell feministische, teils hochgradig diskriminierende, denunzierende Berichte, Beiträge und Werbespots alleine quantitativ dominieren ist das Eine, die gesellschaftliche Toleranz erschreckender Weise das eigentlich Schlimmere! Dabei werden Männer in antiquierte Rollenbilder zurückgedrängt, und der Kampf um gesunde und nachhaltige Gleichberechtigung im Kampf gegen geschlechtliche Diskriminierung und Rollenbilder fängt wieder von vorne an!

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frenchie3 14.05.2019, 18:08
9. @2 Darum geht es doch gar nicht

daß Mütter "wichtiger" sind als Väter. Im Text (das unter dem Bild) steht daß man (vereinfacht gesagt) im Prinzip als Vater für einen Volltrottel gehalten wird dem man selbst noch erklären muß an welches Babyende die Windel kommt. Und wenn man die richtige Seite erwischt wird man gelobt, fehlt eigentlich nur das Leckerlie von Waldi. Ich hab die Leute schnell zur Ruhe gebracht wenn ich da antwortete "wieso, ist doch normal für den besten Vater der Welt". Man wird für arrogant gehalten und hat umgehend seine Ruhe

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