Forum: Panorama
Atomkatastrophe in Japan: Arbeiter stirbt nach Kollaps im Fukushima-Reaktor

Tragödie im japanischen Katastrophen-AKW Fukushima: Ein Leiharbeiter ist im havarierten Reaktor ums Leben gekommen. Die Betreiberfirma schließt eine erhöhte Strahlenbelastung des Verstorbenen aus, nennt jedoch keine anderen Gründe als Todesursache.

Seite 2 von 6
karlgutknecht 14.05.2011, 12:32
10. Jawohl die Propagandamaschine läuft und läuft und läuft…

[QUOTE=Questions;7839794]Auch wenn der Tod des Menschen mit der austretenden Radioaktivität nichts zu tun haben mag - die Verniedlichung in unseren Medien hinsichtlich dessen, was dort noch immer abgeht, ist erschütternd: In den letzten Tagen sind die Strahlenwerte im Block 1 dramatisch gestiegen: "Im zerstörten Gebäude des Reaktors 1 hat der Atomkonzern Tepco bis zu 700 Millisievert pro Stunde gemessen.

Was das verniedlichen von Zahlen betrifft eine kleiner Hinweis, während Sie Ihren Text eingeben haben, was vermutlich so etwa 1 Minute gedauert haben kann, sind ca. 21 Menschen auf der Welt an Hunger gestorben (d. h. ca. alle 3 Sekunden einer), das interessiert aber keine/n Sa.. äh Mensch, denn daran haben wir uns schon leider gewöhnt und deshalb jammern hier rum wie schlimm doch die Welt ist!

Gott im Himmel, Sie tun mir echt leid…

Wie viele Menschen auf der Welt an den Folgen von Unterernährung sterben, weiß niemand genau. Doch man geht von täglich etwa 25.000 bis 30.000 Menschen weltweit aus (Quelle: BMZ).

9,2 Millionen Kinder unter fünf Jahren (Quelle: UNICEF) sterben pro Jahr - das sind mehr als 25.000 Kinder pro Tag. Ungefähr ein Drittel der Kindersterblichkeit geht auf Unterernährung (von Mutter und Kind) zurück.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
testthewest 14.05.2011, 12:35
11.

Zitat von rkinfo
Tepco und seinen vielen Sub-Unternehmen pressen die Leute zur Arbeit auch in Fukuschima. an den Volkssturm anno 1945 der die Heimat retten sollte. Der alte Mann erhielt sicherlich etwas Gehaltsaufbesserung aber seine Freiwilligkeit wäre trotzdem nur naiv zu vermuten.
Tja, wer macht schon was freiwillig nach ihrer Definition? Und könnte eine Welt, bei der alle so freiwillig handeln überhaupt 2 Wochen überstehen, ohne das Hungersnöte ausbrechen, weil weder der Bauer, noch der Müller, noch die Lastwagenfahrer, noch die Verkäuferin so riesen Spass an der Arbeit haben, dass sie ohne Gehalt den Kram machen würden?

Zitat von rkinfo
Problem an der Baustelle AKW-Fukuschima sind die miesen menschlichen und strukturellen Gegebenheiten obwohl schon 2 Monate seit dem Crash vergangen sind. Da wird möglichst billig gewerkelt und dann auch noch alten Leiharbeitern die wohl an Überforderung auch sterebn können.
Schön, dass sie dort waren und einen Überblick haben. Da braucht es also "Leiharbeiter". Liegt vllt daran, dass das Arbeitsaufkommen stark gestiegen ist, oder?
Und dann werden auch ältere Arbeitnehmer berücksichtigt! Das ist doch ein Skandal, in unsere jugendverliebten (trotzdem alternden)Gesellschaft!
Und nochwas: Man kann auch mit jungen Jahren sterben. Ich selber habe erfolglos versucht einen 38-jähren wiederzubeleben, der einfach per Herzinfarkt an seinem ersten Arbeitstag verstorben ist. Und es lag nicht am Stress oder sonstwas, sondern einfach daran, dass das Leben endlich ist, und ein Herzinfarkt eben passieren kann.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
matthias_b. 14.05.2011, 12:35
12.

Zitat von sponnie
Kapitalismus at its best.
Stimmt, im Kommunismus "at its best" wurden Abertausende Liquidatoren verstrahlt und dabei kaum geschützt. Viel besser das.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
manatee 14.05.2011, 12:38
13. Richtig.

Zitat von exminer
Einen 60zigjährigen im Kreislaufgerät zu verlieren ist ein Armutzeugnis für die für diesen Einsatz Verantwortlichen. Nicht nur die Mehrbelastung durch die Schutzausrüstung, auch die psychische Belastung in diesem Einsatz erfordert topfitte Kräfte.
Fragen Sie mal bei der Feuerwehr,warum man selten FW-Kräfte
im Alter um 60 unter Vollschutz sieht.
Ich glaube nicht,daß sich in Japan jemand um Trage-und Ruhezeiten bei Vollschutzeinsätzen kümmert,wie das bei uns der Fall wäre.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
bürger#40175 14.05.2011, 12:43
14. Gifte als Risikofaktor

Radioaktivität messen? Als pöser Unternehmer, der nur pöses im Sinn hat, nämlich vertuschen und Verdacht von sich lenken, messe ich die Radioaktivität am Anzug, an der Haut oder wo es halt nicht besonders auffällt. Oder nehme eine Strahlendosis an, die unbedenklich "sein soll".
Es kann zwar ein Zufall sein, aber ich glaub eher an den Teufel als an den Zufall. Der Mann mit 60 Jahren war vielleicht nicht mehr topfit, das heisst aber, dass eine Belastung durch Radioaktivität auch leichter anschlägt und anders herum wissen wir nicht, wieviele Leute die da arbeiten, morgen Krebs kriegen. Das würde man dann auch dem Zufall zuschreiben. Das hat man auch bei Tschernobyl gesehen. Warum tritt da nicht der Weihnachtsmann auf und erzählt mal ganz andere Töne. Dass man Atomkraftwerke einfach nicht dulden kann. Der Verschleiß an Lebenskraft ist einfach ein ungeheuerlicher Vorgang und noch heute gibt es Typen, die lieber in Saus und Braus leben, 5 cent weniger Stromkosten zahlen, oder an den Wirtschaftsaufschwung glauben, von dem sie was abkriegen.

Mensch, da gehe ich doch lieber in die Kirche, nur zum pösen Schein. Wenn ich wirklich an was glaube, dann an eine intakte Natur, die uns Lebenskraft schenkt anstatt zu rauben. Es gehört zwar nicht zum Thema, aber auch bei den Autoabgasen haben wir diese Schadstoffe in Kauf genommen und heute filtern wir etwas, aber die Puffer stinken immer noch und die ganze Umwelt wird belastet, auch das ist ein Risikofaktor, der das letzte Bisschen beitragen kann, dass einer früher stirbt als nötig ist. Wer mir jetzt mit Panikmache kommt, was ist denn das Gegenwort zur Panikmache?
Jedenfalls gehe ich nicht durch die Welt und sehe ein halbleeres Glas Natur, weil das krankes Denken ist. Sondern ich sehe immer noch ein halbvolles. Aber viele Verantwortliche reden sich ein, noch immer können wir die Umwelt verpesten und das halbvolle Glas sehen während es immer weniger wird, was ins Glas geht. Bis nichts mehr da ist.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Originalaufnahme 14.05.2011, 12:54
15. ==

Zitat von Leto_II.
Der letzt sozialistische Super-Gau ist ja schon ne Weile her, da kann man die damaligen Umstände schon mal vergessen...
Ich habe den damaligen Super-Gau nicht vergessen. Neben einigen Parallelen stelle ich sogar noch eine Steigerung staatlicher Willkuer fest. Von der "privaten" einmal abgesehen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Der Duderich 14.05.2011, 13:07
16. Was soll das?

[QUOTE=karlgutknecht;7840060] Zitat von Questions
Auch wenn der Tod des Menschen mit der austretenden Radioaktivität nichts zu tun haben mag - die Verniedlichung in unseren Medien hinsichtlich dessen, was dort noch immer abgeht, ist erschütternd: In den letzten Tagen sind die Strahlenwerte im Block 1 dramatisch gestiegen: "Im zerstörten Gebäude des Reaktors 1 hat der Atomkonzern Tepco bis zu 700 Millisievert pro Stunde gemessen. ... 9,2 Millionen Kinder unter fünf Jahren (Quelle: UNICEF) sterben pro Jahr - das sind mehr als 25.000 Kinder pro Tag. Ungefähr ein Drittel der Kindersterblichkeit geht auf Unterernährung (von Mutter und Kind) zurück.
... und was hat das Bitte mit dem zitierten Beitrag zu tun? Darf man Umstände nicht kritisieren, weil es noch Schlimmeres auf der Welt gibt?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
DenkenLohntSich 14.05.2011, 13:13
17.

Wer tatsächlich die UDSSR und Nordkorea als "Kommunismus at its best" oder gar Sozialismus bezeichnnet hat wirklich nichts verstanden. Beides waren(sind) Diktaturen. Und die gibt es bekanntermaßen in allen Anstrichen, auch "demokratischen".
Außerdem: Seien sie froh, dass damals 1000e Liquidatoren nach Tschernobyl gehetzt wurden. Eine Katastrophe dieses Ausmaßes (offener Graphitbrand etc.) wäre auch heute nicht anders zu bekämpfen.
Nicht dass ich den Tod und die Verstrahlung dieser Menschen gutheißen würde aber ich bin sehr dankbar, dass dieses Opfer gebracht wurde. Sonst würden meine Kinder heute noch nicht in einem europäischen Sandkasten sitzen.

Hier herrscht nicht Kapitalismus oder Kommunismus at its best, hier herrscht Atomkraft at its best!

Der Kapitalismus führ nur dazu dass die heutigen Liquidatoren eben keine Helden sein werden sondern kaputte Leiharbeiter. Totes Humankapital oder wie sagt man so schön?!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
AMBParis 14.05.2011, 13:24
18. Arbeiter stirbt

Aus dem Artikel ist zu entnehmen, dass es sich um das erste Todesopfer in der Zentrale handelt. Nach Aljazeera ist es mindestens das dritte :

http://english.aljazeera.net/news/as...551520270.html

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ich.frage.mich 14.05.2011, 13:50
19. ich.frage.mich

Was ich einfach nicht verstehe - vielleicht kann mich ja jemand erhellen:

Die Arbeiter im KKW sind nicht gesundheitlich gefährdet etc.

Warum nur dürfen denn die Menschen aus der evakuierten Zone nur für einige wenige Stunden in diese Zone zurück???

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 2 von 6