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Attentäter von Las Vegas: Paddocks akribischer Plan
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Videokameras, fast zwei Dutzend Waffen, an der Tür das Nicht-Stören-Schild: Der Attentäter von Las Vegas hat seine Tat akribisch geplant. Doch was war sein Motiv? Und welche Rolle spielte seine Freundin ?

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bkachler 04.10.2017, 09:07
1. Sinnlos?

Sinnlos fuer uns Normalmenschen. Aber der Taeter kann schon eine eine Motivation gehabt haben, ich finde die liegt fast auf der Hand: ein Waffennarr mit insgesamt ueber 40 Schusswaffen, die er einfach zu ihrer letztendlichen Bestimmung bringen "musste". Analog zu einem Autotuner, der seinen aufgemotzten Schlitten anhimmelt, und eines Tages nicht anders kann als mit 200km/h durch eine Ortschaft zu roehren, Kollateralschaeden egal.

Wenn man in Waffenmagazinen blaettert, findet man Lobpreisungen wie "Modell XXX mit nie dagewesener Durchschlagskraft", "Model YYY Predator mit gesteiferter Schussrate", usw, da entwickelt sich doch ein Drang, sagen wir eine Funktionslust, diese toys -koste es was es wolle- auch einzusetzen und ihre sagenhaften Eigenschaften endlich auszukosten. Analog zu zB Bohrmaschinen in Heimwerkermagazinen, mit denen dann aus Selbstzweck herumgebohrt werden muss, egal ob es einen hoeheren Sinn macht.

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Onkel Mattel 04.10.2017, 09:08
2. Keinen extremistischen Hintergrund?

Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man über die Einschätzung der lokalen Polizeibehörden, es gäbe keinen extremistischen Hintergrund, lachen. Wenn 58 Menschen zu erschießen nicht extremistisch ist, ja was dann?

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ihawk 04.10.2017, 09:13
3. Entscheidende Fragen

Die entscheidende Frage ist doch, wie kam der Attentäter an militärische Munition (!), denn bei einer Reichweite von über 300m muss er militärische Munition verwendet haben.
Auch müssen sich die betreffenden Behörden fragen lassen, weshalb eine Person ein derartiges Waffenlager, angeblich legal, anlegen konnte.

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almeo 04.10.2017, 09:18
4.

Leider ist auch dieses Mal wieder nicht davon auszugehen, dass sich irgendetwas an den lockeren Waffengesetzen an den USA ändern wird. In gewisser Weise ist das dir "Rückseite" der Medaille der freien, unabhängigen US Gesellschaft, in der jeder machen kann was er will. Es wäre sicher wünschenswert, wenn den US Bürgern auffallen würde, dass der zweite Zusatzartikel eigentlich nur Steinschlossmusketen erlaubte, mit denen man auf hundert Meter kein Scheunentor mehr getroffen hat und kein M60, aber irgendwie scheint das weiten Teilen verschlossen zu bleiben. Interessant wird sein, wie sich der US Präsident jetzt positioniert, immerhin dürfte sich ein guter Teil seiner Wählerschaft aus den Hillbillys und Rednecks gespeist haben, die sehr auf liberale Waffengesetze pochen. Würde mich nicht wundern, wenn er die alte Leier der NRA auspacken würde, dass es vor Ort mehr Bewaffnete gebraucht hätte, die zurückgeschossen hätten...

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Palmstroem 04.10.2017, 09:32
5. Männliche Anomalie

"Als dominanter Tätertyp des Amokläufers gelten in der wissenschaftlichen Literatur mehrheitlich zumeist Männer mit ausgeprägten aggressiven und konfliktgehemmten Persönlichkeitszügen.[30] Typisch sei, dass es sich bei Amokläufen nicht um Affekthandlungen (relativ spontane, vom Täter nicht kontrollierbare Handlungen aus starken Gefühlen heraus) handle, sondern vielmehr um eine Folge allmählicher Entwicklung gewalttätiger Gedanken und Fantasien.[31] A. Schmidtke, S. Schaller, I. Müller, D. Lester und S. Stack 2002, kamen zum Ergebnis. nachdem sie Zeitungsberichte von 143 Ereignissen aus den Jahren 1993 bis 2001 statistisch ausgewertet hatten: Lediglich sieben Prozent der Täter wiesen hiernach eine psychiatrische Vorgeschichte auf, das Tatmotiv war meist Rache (61 Prozent).[17]"

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Sumerer 04.10.2017, 09:40
6.

Zitat von bkachler
Sinnlos fuer uns Normalmenschen. Aber der Taeter kann schon eine eine Motivation gehabt haben, ich finde die liegt fast auf der Hand: ein Waffennarr mit insgesamt ueber 40 Schusswaffen, die er einfach zu ihrer letztendlichen Bestimmung bringen "musste". Analog zu einem Autotuner, der seinen aufgemotzten Schlitten anhimmelt, und eines Tages nicht anders kann als mit 200km/h durch eine Ortschaft zu roehren, Kollateralschaeden egal. Wenn man in Waffenmagazinen blaettert, findet man Lobpreisungen wie "Modell XXX mit nie dagewesener Durchschlagskraft", "Model YYY Predator mit gesteiferter Schussrate", usw, da entwickelt sich doch ein Drang, sagen wir eine Funktionslust, diese toys -koste es was es wolle- auch einzusetzen und ihre sagenhaften Eigenschaften endlich auszukosten. Analog zu zB Bohrmaschinen in Heimwerkermagazinen, mit denen dann aus Selbstzweck herumgebohrt werden muss, egal ob es einen hoeheren Sinn macht.
Die Gründe für Psychopathen tatsächlich Massenmorde zu begehen, sind mitunter erschreckend banal. Paddocks Motive werden in seiner Psyche begründet sein, die lebend nun nicht mehr analysiert werden kann.

Ich halte diesen Mörder für antisozial-deviant psychisch erkrankt, wobei der Erkrankte keinerlei realistische langfristige Perspektiven für sich mehr erkennen konnte. Wahrscheinlich hat er das Publikum des Festivals abgemurkst, weil dies ihm seine ideelle Persönlichkeitsentwicklung verwehrt hat. Aber das ist nur eine unbestätigte These. Aber dort muss der "Hund" irgendwo begraben sein.

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ulisoz 04.10.2017, 09:45
7. Das Leiden am sinnlosen Leben

Warum laufen Menschen Amok? –

Sie wollen abgeschossen werden, weil sie nicht mehr leben wollen.
Warum wollen sie nicht mehr leben? – Weil sie keinen Sinn finden.
Victor Frankl, österreichischer Arzt und KZ Überlebender, hat
das Leiden am sinnlosen Leben als die vielleicht
größte Geisel der Moderne bezeichnet.

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schumbitrus 04.10.2017, 09:49
8. Autopsie abwarten ..

Ist zwar reine Spekulation, aber es würde mich ja nicht wundern, wenn der Typ ohnehin nur noch einen kurzen Aufenthalt hier gehabt hätte und sich deshalb einen besonders menschenverachtenden Abgang ausgesucht hat.

Das wäre kompatibel zu seiner Spieler-Natur - und der NRA darf man dann von dieser Stelle zu ihrer erfolgreichen Mittäterschaft gratulieren ..

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malüberlegen 04.10.2017, 09:54
9. "militärische Munition"? Nein! Waffengesetze sind das Problem

@3: Wo haben Sie denn das mit der "militärischen" Munition her?? Bis auf breit streuende Schrotmunition kriegen Sie mit JEDER Schusswaffe auf 300 m jemanden getötet. Selbst mit einer Pistole. Das Zielen auf mehrere hundert Meter wäre eher ein Thema - gute Visiere und Übung erforderlich.
Aber das WIRKLICHE Problem ist schlicht und ergreifend, dass ich in Amerika mir entsprechende Waffen und Visiere kaufen kann - offenbar in beliebiger Anzahl, ohne dass es jemanden interessiert - bis eben ein kranker Geist (und in meinem Augen ist jemand der von jetzt auf gleich 50 Menschen tötet und mehrere hundert töten will auf die eine oder andere Weise krank im Kopf) Tote produziert. Aus welchen Motiven ist da eigentlich gleichgültig.

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