Forum: Panorama
Ausflug in Österreich: Erneut Wanderer von Kühen angegriffen
imago

Sie schleuderten ihn hoch und verletzten ihn schwer: Eine Kuhherde hat in der Steiermark einen Wanderer angegriffen. Erst vorige Woche wurde eine Frau bei einem ähnlichen Vorfall getötet.

Seite 7 von 7
MtSchiara 13.08.2014, 16:00
60. die allermeisten Almtiere sind sehr friedlich

Statistisch betrachtet sind Almkühe sehr friedliche Tiere. Wenn man bedenkt, daß auf den Almen der Alpen im Sommer zehntausende Tiere weiden und täglich zehntausende Wanderer ihre Weiden überqueren, passiert doch recht wenig. Die Anfahrt mit dem Auto zum Wanderort oder das Wandern in größeren Höhen sind wesentlich gefährlicher, da hier weit mehr Opfer zu beklagen sind.

Ich selbst bin, seit meinem sechsten Lebensjahr, über Jahrzehnte - insbesondere in Südtirol - als Wanderer unterwegs und hatte noch nie ein Erlebnis mit aggressiven Kühen. Meine Erfahrung ist bisher, daß sie entweder auf dem Weg stehen bleiben und einen nicht beachten, oder aber etwas zur Seite gehen. Allerdings gibt es in Südtirol nach meiner Erfahrung entweder Jungtiere oder Milchkühe auf der Alm. Stiere oder Mütterkühe mit Kälbern sind normalerweise mit einem stromführenden Draht separat eingezäunt und laufen nicht frei herum.

Insofern ist natürlich bei Verletzungs- und Todesfällen zuerst zu fragen, ob der Halter hier ungeeignete oder zu aggressive Kühe auf eine offene Weide gelassen hat - und seine Aufsichts- oder Sorgfaltspflicht verletzt hat. Ein Halter sollte schon einschätzen können, welche Kühe für die offene Weide geeignet sind und welche nicht. Daß ein Wanderer sich bei aggessiven Tieren in Panik nicht immer optimal verhält, ist verständlich und kann auch nicht erwartet werden.

Beitrag melden
Gertrud Stamm-Holz 13.08.2014, 20:36
61. die Kuh ist immer schuld

Zitat von MtSchiara
Insofern ist natürlich bei Verletzungs- und Todesfällen zuerst zu fragen, ob der Halter hier ungeeignete oder zu aggressive Kühe auf eine offene Weide gelassen hat - und seine Aufsichts- oder Sorgfaltspflicht verletzt hat. Ein Halter sollte schon einschätzen können, welche Kühe für die offene Weide geeignet sind und welche nicht. Daß ein Wanderer sich bei aggessiven Tieren in Panik nicht immer optimal verhält, ist verständlich und kann auch nicht erwartet werden.
Falsch. Es ist das menschliche Verhalten auf Ursachen zu untersuchen. Die Kuh kann nicht reden und Sie würden ihr auch nicht glauben wollen. Die Bauern kennen ihre Tiere ganz genau, das Kasperltheater der Touris können sie nicht im Vorfeld schon kennen.
Sie dürfen jetzt gerne lachen, aber Bullen reagieren bei paarungsbereiten Kühen in ihrer Umgebung auf männliche Konkurrenz ziemlich unwirsch. Auch weibliche Menstruation bleibt Tieren nicht verborgen, wo der Mensch selber schon lange keinen Geruchssinn mehr hat.
Wo ein *ahnungsloser* Wanderer Kühe für aggressiv hält und deswegen gleich in Panik verfällt, sollte dringend eine andere Urlaubsbeschäftigung gesucht werden. Es ist billig den Landwirten mitsamt den Rindern einen Strick daraus drehen zu wollen. All inclusive im Animationsclub käme da eher hin und ist gänzlich ungefährlich.

Beitrag melden
WILHHERDE 14.08.2014, 14:36
62. Kein guter Rat

Der Rat, den Hund loszuleinen, hilft auch nicht immer.
Mancher Hund wird nicht daran denken, wegzulaufen.
Er verkriecht sich zwischen den Beinen des Hundbesitzers. Vor solch einem Verhalten von Hunden bei einem Angriff von Rindviechern hat mich mein Vater (Landwirt, Jäger und Hundekenner) schon vor mehr als 50 Jahren gewarnt.

Beitrag melden
MtSchiara 14.08.2014, 16:17
63. einen Strick drehen

Zitat von Gertrud Stamm-Holz
Wo ein *ahnungsloser* Wanderer Kühe für aggressiv hält und deswegen gleich in Panik verfällt, sollte dringend eine andere Urlaubsbeschäftigung gesucht werden. Es ist billig den Landwirten mitsamt den Rindern einen Strick daraus drehen zu wollen. All inclusive im Animationsclub käme da eher hin und ist gänzlich ungefährlich.
Da es Tote gab, sind hier Tiere tatsächlich aggressiv gewesen - und wurden nicht nur dafür gehalten. Und es geht nicht darum, "den Landwirten einen Strick zu drehen". Daß es täglich in den Alpen 10.000-fache friedliche Begegnungen zwischen Wanderern und Almkühen gibt, zeigt, daß die allermeisten Landwirte ihr Handwerk verstehen und fachkundig und verantwortungsvoll mit Mensch und Tier umgehen.

Aber genauso, wie manche Leute nicht für das Führen eines Kraftfahrzeuges geeignet sind, und andere nicht zum Halter eines Kampfhundes taugen, so ist auch davon auszugehen, daß es einige wenige schwarze Schafe unter den Landwirten gibt, die mit einer verantwortungsvollen Entscheidung darüber, welche Rinder sie frei herumlaufen lassen können, und welcher Rinder sie besser separat einzäunen sollten, überfordert sind. Insofern ist bei Unfällen mit schweren Verletzungen oder Todesfolge immer auch zu prüfen, inwieweit sich der Landwirt durch Fahrlässigkeit mitschuldig gemacht hat, inwieweit ihm Fachkenntnisse fehlen oder er seine Tiere nicht richtig einschätzen kann. Daß Tiere keine Maschinen sind, sondern auch ihren eigenen nicht immer vorhersehbaren Willen haben, versteht sich natürlich auch.

Beitrag melden
koboldine_2011 27.08.2014, 15:56
64.

Der Hund wird wohl entscheidend gewesen sein. Schon viel über 30 Jahren wurden wir bei Familienurlauben in Norddeutschland davor gewarnt, dass Kühe Hunde nicht ganz so gut leiden mögen. Und schon gar nicht, wenn sie trächtig sind der Nachwuchs haben.

Beitrag melden
shooop 27.08.2014, 16:13
65. Es gibt solche und solche

Woher soll der Mensch im Jahr 2014 wissen, wie er einer Kuh zu begegnen hat? Außerdem gibt es auch Bauern, die ihre Tiere schlagen und wo die Tiere möglicherweise eher aggressiv reagieren als bei anderen Bauern. Es gibt solche und solche, bei den Wanderern und bei den Bauern und bei den Kühen. Ich mag es generell nicht, über Kuhweiden zu wandern, wenn Kühe draußen sind. Es hilft, die Arme auszubreiten, wenn die Kühe auf einen zukommen, aber zu 100%sicher ist man nur, wenn man nicht über fremde Weiden latscht.

Beitrag melden
itigelov 27.08.2014, 16:41
66. Nationalität

Es waren österreichische Kühe. ÖSTERREICHISCHE!!
Das muss doch aufhorchen lassen.

Als dringende Sofortmaßnahme müssten die zuständigen EU-Organe erst mal ein millionenschweres Kuh-Traningsprogramm auflegen, beim dem den Tieren Willkommenskultur und Toleranz vermittelt wird.

Beitrag melden
Seite 7 von 7
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!