Forum: Panorama
Behinderte: 90 Euro für eine Stunde Zärtlichkeit
Miriam Steimer

Für Behinderte ist es oft schwierig, ihre sexuellen Bedürfnisse zu befriedigen. Sexualbegleiterinnen wie Deva Bhusha Glöckner bieten ihnen ihre Dienste an: Glöckner verspricht Zärtlichkeit gegen Bezahlung. Das kommt nicht bei jedem gut an.

Seite 10 von 12
koboldine_2011 17.08.2012, 11:18
90.

Zitat von no-panic
Für Sex zu bezahlen, kommt für mich auch nicht in Frage, dann lieber gar nicht. Wer das aber möchte und damit niemanden ausnutzt, soll es machen.
Inwieweit damit jemand ausgenutzt wird, liegt wohl im Auge des Betrachters, außerdem sollte man sich durchaus bewusst sein, dass auch im Rotlichtmilieu die Nachfrage das Angebot bestimmt. Würde es beispielsweise keine Freier geben, die auf "Frischfleisch" stehen, würde es auch keine Zwangsprostitution geben.

Beitrag melden
koboldine_2011 17.08.2012, 11:23
91.

Zitat von Magnolio-Psida
Der Beitrag ist so blödsinnig überflüssig wie selten ein Artikel auf dieser Seite. Warum ist er trotzdem hier erschienen ? Ich vermute mal wild drauflos : 1. Es sind Sommerferien und 2. Sex sells, vor allem wenn Redakteuren nichts Anderes mehr einfällt. Was mich besonders an dem Artikel .....
Auf seine sexuelle Funktionen reduziert zu werden, finde ich nicht eben besonders ehrenvoll. Dass ein Mann sich strafbar machen würde, offenbart insofern nur den tatsächlichen Charakter dieses gewerblichen Angebotes.

Hier geht es, wie Sie richtig feststellen, um stinknormale Prostitution, egal, mit welchem Etikett man diese Tätigkeit versieht.

Beitrag melden
koboldine_2011 17.08.2012, 11:43
92.

Zitat von hkamm
Für die Dreharbeiten zu unserem Film THE SPECIAL NEED waren wir erst vergangene Woche bei einem Workshop in Trebel. Der Artikel gibt den eigentlichen Ablauf und die Ziele des Wochenendes zu verkürzt wieder. Es steckt deutlich mehr als die physische Komponente hinter dem Begriff Sexualbegleitung. THE SPECIAL NEED erzählt die Geschichte von Enea, einem 29 Jährigen Autisten, der noch Jungfrau ist und von seinen beiden Freunden Carlo und Alex auf eine Reise durch Europa mitgenommen wird, um Erfahrungen zu sammeln...
Ich hoffe, dass Sie sich über das Krankheitsbild des Autismus vorher wirklich informiert haben und nicht der überaus romantisierenden Vorstellung dieser Störung, so wie sie auch in Rain Man verbreitet wurde, anheim gefallen sind.

Ihrer Beschreibung der Geschichte ist allerdings zu entnehmen, dass Sie genau dies nicht getan haben. Sonst würde es Sie nicht überraschen, dass ein 29jährige Autist noch nie Sex mit einem anderen Menschen gehabt hat, da Autisten in der Regel genau darauf nicht den geringsten Wert legen. Autisten sind sich auch in dieser Beziehung selbst vollkommen genug.

Ein Mensch, der ein bißchen autistisch gestört ist, ist nicht zu vergleichen mit normalen Autisten, die übrigens aufgrund ihres Unvermögens, andere Menschen überhaupt wahrzunehmen, auch keine Freundschaften eingehen können. Autisten leben völlig abgeschottet in ihrer eigenen kleinen Welt, körperliche Nähe überfordert sie vollkommen, und sie reagieren, oftmals verzögert, auf diese Überforderung mit massiver Auto- oder Fremdaggression. Auch so genannte "Inselbegabungen" sind bei Autisten außerordentlich selten, und wenn überhaupt, dann nur bei denjenigen zu beobachten, bei denen die autistische Störung nur schwach ausgeprägt ist.

Beitrag melden
cuora 17.08.2012, 12:00
93. Schwerbehinderte

haben es nicht so einfach, wie viele meinen. Ich bin seit meinem 6ten Lebensjahr auf den Rollstuhl angewiesen und weiss daher aus eigener Erfahrung, dass man um alles kämpfen muss. Ich habe alle 5-6 Jahre Anspruch auf einen neuen Rollstuhl, wohlgemerkt keinen fabrikneuen, sondern im Allgemeinen einen gebrauchten in mehr oder weniger gutem Zustand. Dafür bezahlt die Krankenkasse meist einen hohen Preis, der deutlich über dem Neupreis für den vergleichbaren Rollstuhl im Internet liegt. Deshalb kaufe und bezahle ich meine Faltrollstühle meistens aus eigener Tasche. Da ich keine 60 Beitragsmonate in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt habe, werde ich auch nie eine Altersrente erhalten. Ich erhalte ausser dem Pflegegeld Stufe 2 absolut nichts. Meine Frau ist berufstätig, was sehr hilfreich ist. Die Abzocke im Gesundheitswesen ist gewaltig. Sanitätshäuser schlagen auf ihre Einkaufspreise zunächst einmal 100-200% drauf, wenn sie mit den Krankenkassen abrechnen. Selbst für gebrauchte Artikel werden der Krankenkasse Beträge abverlangt, die häufig deutlich über dem Neupreis liegen, wobei man von der Krankenkasse, ohne zumindest ein Widerspruchsverfahre durchgeführt zu haben, normalerweise sowieso nichts bekommt.
Nun aber zur Sexualhilfe für Behinderte. Ich halte das für eine gute Sache. Behinderte werden angestarrt, wenn man im Rollstuhl sitzt, wird dies gern auch mit einer damit wohl einhergehenden geistigen Behinderung gleichgesetzt. Behinderte müssen lernen, sich durchzusetzen, dass sie selbst der Ansprechpartner sind, nicht die Begleitpersom. Jeder Behinderte ist und bleibt ein sexuelles Wesen. Wenn es nicht gelingt, auf "normalem" Weg in eine Beziehung zu kommen, halte ich eine ausgebildete Sexualbegleiterin für eine gute Sache.Diese Frauen sind geschult und können relativ unbefangen mit den vielen unterschiedlichen Behinderungsformen umgehen. Und weshalb sollen solche Dienste nicht von der Krankenkasse bezuschußt werden? Feng Shui und Meditationskurse, Yoga, usw. für Gesunde werden doch auch bezahlt.

Beitrag melden
brazzy 17.08.2012, 12:06
94.

Zitat von Florentinio
Ich glaube da haben sie zu große Angst. Um eine Frau sexuell zu missbrauchen müssen sie als Mann aufgrund ihrer Handlung erregt sein. Wenn sie eine volljährige Frau stimulieren weil sie sie dazu auffordert ist das eine zusätzliche Dienstleistung. Das kann ihr Arbeitgeber natürlich nicht so schön finden und das kann dienstrechtliche Konsequenzen haben, aber Angst vor Gefängnis müssen sie dabei nicht haben.
So einfach ist es dann doch nicht - da gibt's nämlich einen eigenen Paragraphen im Strafgesetzbuch für: § 179 Sexueller Mißbrauch widerstandsunfähiger Personen.

Beitrag melden
SpitzensteuersatzZahler 17.08.2012, 12:08
95.

Zitat von rennflosse
Das mag alles sehr traurig sein, aber grundsätzlich ist der Behinderte damit besser gestellt als der Nichtbehinderte. Der hat nämlich gar keinen Anspruch. Und so liegt denn die Zärtlichkeitsquote für viele bei Null.
Sorry, aber wenn ein 'normaler' Mensch es nicht schafft, so viel Mühe aufzubringen, dass er/sie einen Partner/Sexualpartner findet, dann ist ihm/ihr auch nicht mehr zu helfen.

Ein bisschen Einfühlungsvermögen, ne Rasur, Deo, Dusche, Bewegung und wenigstens mittelmäßige Kleidung - mehr braucht es nicht.

Beitrag melden
cuora 17.08.2012, 12:47
96. das sehe ich nicht so

Zitat von koboldine_2011
Je nach Grad der Behinderung wird er das nicht verstehen und wahrscheinlich in der Folge davon ausgehen, dass auch seine weibliche Betreuerinnen ihm diesen Wunsch erfüllen. Sie treffen den Nagel auf den Kopf! Viel wichtiger als das Recht auf Inanspruchnahme einer Prostituierten ist es, diesen Menschen genügend Freiraum zu geben, so dass sie untereinander Liebesbeziehungen.....
Es dürfte keine Rolle spielen, wenn die behinderte Frau volljährig ist und nicht unter allgemeiner Betreuung steht, also Entscheidungen selber treffen kann und darf. Mit Strafe bewehrt ist lediglich die Ausnutzung Willenloser und/oder die sexuelle Ausbeutung Abhängiger. Dies gilt für beide Geschlechter gleichermaßen.

Beitrag melden
miel36 17.08.2012, 18:26
97.

Zitat von glen13
Fast jede Prostituierte bietet Sex für Behinderte an, viele sogar mit Hausbesuch. Da muss man nicht auf eine verklemmte Sozialtante zurückgreifen.

Ich geb Ihnen recht:
Ich glaub auch, dass körperliche behinderte Männer, die gern Sex hätten ,aber keine Chance auf Sex (z.B. One night stand, in einer Beziehung), eher zu einer Prostituierten gehen würden, als zu jener langweiligen Dame. Es gibt sicher auch Prostituierte, die zumal noch jünger als jene Dame sind, die keine Scheu vor körperbehinderten Männern haben.

Beitrag melden
CMDR 18.08.2012, 08:33
98. optional

Geistig Behinderte oder auch psychisch Kranke würden schon problemlos zueinander finden, und auch Sex haben. Denn der Sexualtrieb ist oftmals eben nicht gestört, sondern eher noch gesteigert.

Wenn die Einrichtungen nun aber Kontakte untereinander zuließen, gäbe es sehr schnell sehr viel Nachwuchs. Denn verantwortungsvolle Verhütung gelingt schon den nicht-behinderten Menschen mehr schlecht als recht.

Eine Lösung wäre theoretisch die Sterilisierung. Dies wiederum gilt als unethisch.

Daher wäre es u. U. sinnvoll, Ärzte, Vormund und gesetzlichen Vertreter entscheiden zu lassen, ob eine Sterilisierung angezeigt ist, um dann eine Unterbringung in einer Einrichtung, die Kontakte unter den Bewohnern zuläßt, zu ermöglichen.

Beitrag melden
Florentinio 18.08.2012, 10:01
99. Nun ja,

Zitat von brazzy
So einfach ist es dann doch nicht - da gibt's nämlich einen eigenen Paragraphen im Strafgesetzbuch für: § 179 Sexueller Mißbrauch widerstandsunfähiger Personen.
ein behinderter Mensch ist ja nicht zwangsläufig widerstandsunfähig.

Beitrag melden
Seite 10 von 12
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!