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Beihilfe zum Mord: Mindestens zehn Verdächtigen drohen Anklagen wegen KZ-Vergangenhei
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Der älteste Angeklagte geht auf die 100 zu: Mehrere frühere KZ-Mitarbeiter müssen sich womöglich bald vor Gericht verantworten. Es geht um Fälle aus vier Lagern, unter den Verdächtigen sind auch Frauen.

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manten75 19.12.2017, 12:47
10. Unwürdiges Schauspiel

Egal was vorgefallen ist, eine juristische Aufarbeitung nach mehr als 72 Jahren ist lächerlich. Es war ein Fehler die Verjährung für Mord abzuschaffen. Wieder mal eine weltweite Besonderheit der deutschen.

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schwerpunkt 19.12.2017, 13:43
11.

Zitat von fredadrett
Die Leute sind richtig alt und waren damals richtig jung und waren in einem System eingebunden das sie für richtig hielten. Man sollte sie in Ruhe sterben lassen. Jetzt etwas zu konstruieren um den sogenannten kleinen Mann zu hägen halte ich für moralisch fragwürdig. Die ganzen Nazigrößen die nach dem Krieg in Armee, Polizei, Geheimdienst, Politik und Gesellschaft weitergemacht haben wurden fast nicht belangt. Einen alten Mann oder eine alte Frau zu verurteilen bringt keinen zurück. Übrigens waren die zur Tatzeit fast noch minderjährig; nach den allgemein aktuellen Urteilen für Jugendliche würde es da sowieso nur Sozialstunden geben. Ich denke hier ist christliche Vergebung angebracht und nicht rachsüchtiges Nachtreten.
Nein!
Weshalb sollte das Alter vor Strafe schützen?
Die Taten, derer sie angeklagt werden, sind nicht zu verwechseln mit einen Ladendiebstahl und gehören zum Ungeheuerlichste und Widerwärtigsten, was die Menschheit jemals hervor gebracht hat.
Nur weil sie im Rollator in den Gerichtssaal humpeln, sind sie nicht mehr vor der Verfolgung ihrer Taten sicher. Inwieweit hat das System, dass sie aktiv unterstützten, damals irgend eine Rücksicht genommen? Auf Alte? Kranke? Kinder? Babys? Schwangere? Irgend jemand?
Hier geht es um rechtsstaatliche Justiz, damals um industriellen Massenmord in Fabriken, die nur dazu gebaut wurden, Menschen zu vernichten.

Im Gegenteil, die haben sogar unverdientes Glück gehabt, dass manche, wohl das Ende der Verhandlung nicht mehr erleben werden.

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geotie 19.12.2017, 15:08
12.

Das liegt an dem schmutzigem Wasser was unser 1. Kanzler nach dem 2. WK nicht wegkippen wollte. Somit hat er viele Naziverbrecher in den Amtsstuben behalten die eine Amtsverfolgung für viele Nazis vereitelt haben. Jetzt sind die alten Seilschaften gekappt, jetzt kann plötzlich wieder verfolgt werden. Nur was will man noch nach so vielen Jahren bei solchen Leuten bestrafen? Und wie?
Naja, vielleicht gibt e noch Gefährder, die man zwar nicht abschieben kann, aber dafür einsperren.

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practicus 19.12.2017, 15:19
13. Zum Tatzeitraum

waren die Beschuldigten unter 21 Jahre alt und unter einer stramm nationalsozialistischen Erziehung aufgewachsen.
Die zu erwartenden Jugendstrafen(!) rechtfertigen den maßlosen Aufwand der Justiz nicht!
Schön wäre, wenn nach dem gleichen Recht auch gegen die IS-Rückkehrer verhandelt würde, bei denen offensichtlich beide Augen zugedrückt werden. Die haben sich in gleicher Weise an Verbrechen beteiligt, werden aber nicht angeklagt und verurteilt, sondern brav mit Riesenaufwand von der Polizei beobachtet... will die Justiz da auch 50 Jahre mit der Verfolgung warten?

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Lord Menial 19.12.2017, 16:09
14.

Zitat von schwerpunkt
......... Hier geht es um rechtsstaatliche Justiz, damals um industriellen Massenmord in Fabriken, die nur dazu gebaut wurden, Menschen zu vernichten.
Dies wird aber trotzdem die Frage auf, warum die " rechtsstaatliche Justiz" fast genauso lange wie die namensgebende Prinzessin einen ungestörten, offenbar traumlosen Dornröschenschlaf gehalten hat?!
Wieso hat man KZ-Aufseher u.ä. nicht schon in den 60er oder 70er Jahren vor Gericht gestellt?
Weil vielleicht einer von denen - noch im Vollbesitz seiner "geistigen Kräfte" einschließlich seines Gedächtnisses - dann vielleicht ausgesagt hätte:
"Ja, wissen Sie, ich habe auf Befehl gehandelt. Sie kennen doch den bekannten Politiker X da in Bonn; der war ja damals mein Vorgesetzter."
oder
"Sie kennen doch den bekannten Wirtschaftskapitän (so sagte man früher für "Topmanager") Y von dem Konzern Z; der war damals unser Kommandant."
Wollte man wohl nicht riskieren.

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dasfred 19.12.2017, 16:30
15. Seit einigen Jahren bewerten die Gerichte anders

Also werden sie nicht für ihre Taten vor Gericht gestellt, sondern weil die alten Nazirichter nicht mehr die schützende Hand über sie halten können. Während die Gräuel Taten der Nazis bis 1945 in aller breite bis heute beleuchtet werden, ist über die Zeit nach 1945 nur sehr wenig bekannt. Das die Führung nach 45 nicht einfach verschwunden ist, sondern sich auf ihren alten Posten neu eingerichtet hat wußte damals jeder, darum hat sich später auch kaum jemand getraut, dagegen aufzubegehren. Da mussten zwei Generationen an Justizpersonal wegsterben, bis man endlich gegen die allerletzten Überlebenden ermitteln durfte. Jetzt gegen damals Jugendliche vorzugehen hat aber leider einen unangenehmen Beigeschmack. Man will endlich aufräumen und kann sich eigentlich nur noch an Helfershelfern abarbeiten. Auch wenn die Täter von damals verurteilt werden, die heutigen Juristen können damit kein Ruhmesblatt gewinnen. Andere Täter hat man nach dem Krieg nicht nur nicht behelligt, man hat ihnen auch ihr unrechtmäßig ergaunertes Vermögen belassen und deren Erben stellen heute Mitglieder der gehobenen Gesellschaft.

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uli_san 19.12.2017, 16:59
16. Es geht wohl...

Zitat von geotie
.... Nur was will man noch nach so vielen Jahren bei solchen Leuten bestrafen? Und wie? Naja, vielleicht gibt e noch Gefährder, die man zwar nicht abschieben kann, aber dafür einsperren.
...nicht in erster Linie darum, diese Täter zu bestrafen, sondern darum, ein gerechtes Urteil über diese Menschen zu fällen. Das haben die Opfer und deren Nachfahren verdient. Damit man nicht sagen kann, die Täter sind davongekommen. Für Gerechtigkeit ist es nie zu spät.

Was Ihr Hinweis auf "Gefährder" an dieser Stelle soll, erschließt sich mir nicht?

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Hirschkuh 48 20.12.2017, 12:29
17. Ausgerechnet

einen Oberstaatsanwalt namens Rommel....
macht Jagd auf greise Überbleibsel einer längst vergangenen Epoche. Was soll denn ein Prozess gegen ein 97 jährigen noch bringen außer Kosten - Lebenslange Haft? Der Rest der Welt wird uns diesen Fehler nie vergessen lassen.

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klmo 20.12.2017, 13:33
18.

Zitat von lex1976
Zur Erinnerung: Wir schreiben das Jahr 2017. Mehr muss man zur völligen Unfähigkeit und Strafverschleppung der dt. Justiz nicht sagen!
Genau lesen:

Seit einigen Jahren bewerten Staatsanwälte und Gerichte die Rolle von KZ-Personal anders: Demnach macht sich schuldig, wer Teil der Tötungsmaschine war, wer half, sie am Laufen zu halten. Der Nachweis einer Beteiligung an einer konkreten Tat war damit nicht mehr nötig für eine Verurteilung.

Diese Rechtsauffassung wurde im Fall des 2015 verurteilten "Auschwitz-Buchhalters" Oskar Gröning

Natürlich ist auch diese Bewertung sehr ambivalent. Strenggenommen ist dann der Zugführer ebenso mit einzubeziehen, der für den Transport in Richtung Auschwitz zuständig war. Oder was sollte ein Soldat machen, der zum Wachpersonal nach Auschwitz abkommandiert wurde. Sollte der den Befehl verweigern? Unter welcher Prämisse, ohne genau zu wissen, was ihn wirklich erwartete?
Da sollte man schon differenzieren, ohne die Schweinereien rechtfertigen zu wollen.

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troy_mcclure 20.12.2017, 13:44
19.

Zitat von schwerpunkt
Nein! Weshalb sollte das Alter vor Strafe schützen? Die Taten, derer sie angeklagt werden, sind nicht zu verwechseln mit einen Ladendiebstahl und gehören zum Ungeheuerlichste und Widerwärtigsten, was die Menschheit jemals hervor gebracht hat. Nur weil sie im Rollator in den Gerichtssaal humpeln, sind sie nicht mehr vor der Verfolgung ihrer Taten sicher. Inwieweit hat das System, dass sie aktiv unterstützten, damals irgend eine Rücksicht genommen? Auf Alte? Kranke? Kinder? Babys? Schwangere? Irgend jemand? Hier geht es um rechtsstaatliche Justiz, damals um industriellen Massenmord in Fabriken, die nur dazu gebaut wurden, Menschen zu vernichten. Im Gegenteil, die haben sogar unverdientes Glück gehabt, dass manche, wohl das Ende der Verhandlung nicht mehr erleben werden.
Eines sollte man bei der Strafzumessung nicht außer Acht lassen: die Angeklagten waren damals junge Männer, die mit der nationalsozialistischen Indoktrination aufgewachsen sind.
Aus heutiger Sicht ist es leicht zu sagen: "Wie konnten die nur!", aber ich bin mir sicher, ein Großteil hätte in der gleichen Lage Ähnliches getan.
Diese Menschen jetzt anzuklagen ist ein Armutszeugnis der deutschen Justiz, jetzt wird ein Eifer an den tag gelegt, der 50 - 60 Jahre früher angebracht gewesen wäre.

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