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Benachteiligt das deutsche Familienrecht die Väter?

Es ist eine gute Nachricht für viele ledige Väter: Sie sollen künftig beim Sorgerecht besser gestellt werden. Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger will einen entsprechenden Gesetzentwurf vorlegen. Benachteiligt Ihrer Meinung nach das aktuelle Familienrecht die Väter?

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Antje Technau 05.12.2009, 11:50
1. Rechte und Pflichten!

Zitat von sysop
Benachteiligt Ihrer Meinung nach das aktuelle Familienrecht die Väter?
die ledigen Väter, die sich bisher aktiv an der Pflege und Erziehung ihrer Kinder beteiligt haben, waren benachteiligt.
Wenn sich das durch noch zu verabschiedende Gesetze jetzt dergestalt ändert, dass diese Väter jetzt das gleiche Sorgerecht wie die Mütter haben, dann ist das völlig in Ordnung.

Zu befürchten ist allerdings, dass die ledigen Väter es mit ihrem Sorgerecht ebenso halten werden wie die verheirateten Männer, die das Sorgerecht schon immer hatten:
sie werden ihre Rechte einfordern, aber ihren PFLICHTEN nicht nachkommen.

Nur 5% nehmen den Erziehungsurlaub, um von Anfang an eine Beziehung zu ihrem Kind aufzubauen.
Nur wenige Väter verlassen pünklich nach Dienstschluß ihre Arbeitsstätte, um ihr Kind aus dem Kindergarten oder von der Schule abzuholen.
So gut wie gar keine Väter nehmen Urlaub, wenn ihr Kind krank ist, um das Kind zu Hause zu pflegen.

All das soll jetzt nicht heißen, dass man in D das Sorgerecht nicht auch ledigen Vätern von Geburt an übertragen soll.
Wenn man die Gesetze zum Wohl des Kindes neu ordnet, dann sollte man aber gleichzeitig ein Gesetz verabschieden, das empfindliche Strafen für den Elternteil (egal welchen!) vorsieht, der seine ElternPFLICHTEN gegenüber dem Kind vernachlässigt. Speziell die Pflicht der *Personensorge*.

Dann müssten die Arbeitgeber in Zukunft auch Väter freistellen, wenn diese wg. Kind nach Hause müssen.
Das sollte ebenfalls im Sinne sowohl der Kinder als auch der Väter sein!
Und entlastet endlich mal die berufstätigen Mütter...

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fuji-san 05.12.2009, 12:37
2.

Zitat von Antje Technau
die ledigen Väter, die sich bisher aktiv an der Pflege und Erziehung ihrer Kinder beteiligt haben, waren benachteiligt. Wenn sich das durch noch zu verabschiedende Gesetze jetzt dergestalt ändert, dass diese Väter jetzt das gleiche Sorgerecht wie die Mütter haben, dann ist das völlig in Ordnung. Zu befürchten ist allerdings, dass die ledigen Väter es mit ihrem Sorgerecht ebenso halten werden wie die verheirateten Männer, die das Sorgerecht schon immer hatten: sie werden ihre Rechte einfordern, aber ihren PFLICHTEN nicht nachkommen. Nur 5% nehmen den Erziehungsurlaub, um von Anfang an eine Beziehung zu ihrem Kind aufzubauen. Nur wenige Väter verlassen pünklich nach Dienstschluß ihre Arbeitsstätte, um ihr Kind aus dem Kindergarten oder von der Schule abzuholen. So gut wie gar keine Väter nehmen Urlaub, wenn ihr Kind krank ist, um das Kind zu Hause zu pflegen. All das soll jetzt nicht heißen, dass man in D das Sorgerecht nicht auch ledigen Vätern von Geburt an übertragen soll. Wenn man die Gesetze zum Wohl des Kindes neu ordnet, dann sollte man aber gleichzeitig ein Gesetz verabschieden, das empfindliche Strafen für den Elternteil (egal welchen!) vorsieht, der seine ElternPFLICHTEN gegenüber dem Kind vernachlässigt. Speziell die Pflicht der *Personensorge*. Dann müssten die Arbeitgeber in Zukunft auch Väter freistellen, wenn diese wg. Kind nach Hause müssen. Das sollte ebenfalls im Sinne sowohl der Kinder als auch der Väter sein! Und entlastet endlich mal die berufstätigen Mütter...
Sie sprechen da ein paar wichtige Punkte an, wie ich finde.

Um Männern die Umsetzung dieser Punkte zu erleichtern, finde ich, muss aber noch einiges mehr an Benachteiligung von Männern aufhören.

Punkt A ist natürlich: Endlich keinerlei Unterhalt mehr, auch nicht die ersten drei Jahre. Wer zu Hause bleiben will, kann das aus seinen eigenen Ersparnissen finanzieren - dann müßten endlich Männer nicht mehr den Familienfinanzierer spielen. Alternativ gibt es für jeden, der zu Hause bleiben will, einen staatlichen Kredit zu günstigen Konditionen, dessen Höhe sich am Einkommen des Kreditnehmers ausrichtet - und nein, Ehepaare werden nicht zusammenveranlagt.

Punkt B ist natürlich, dass Frauen endlich einmal finanzielle Pflichten für die Kinder übernehmen, und zwar im Rahmen eines gesetzlich festgeschriebenen Unterhaltes, den sie zu zahlen haben.
Denn wie bitte schön sollen Väter zu Hause bleiben, wenn das Kind krank ist, während Mutti der Arbeit nachgeht, wenn die Väter dadurch den Unterhalt den sie erwirtschaften müssen, in Gefahr bringen, Frauen dagegen nur Geld ranschaffen, um es selbst zu verjubeln?

Punkt C wäre dann eine Ausweitung des Umgangsrechts Richtung 50:50 - Betreuung. Schliesslich kann es ja nicht angehen, dass Väter nur dann verlangt werden, wenn Mutti gerade mal etwas besseres vorhat, als ihren Pflichten gegenüber den Kindern nachzukommen, sei es, weil sie keine Lust hat, die Krankenbetreuung zu übernehmen, sei es, weil sie gerne viel Geld hat und also auch Vollzeit arbeitet.

Wenn Sie diese Punkte mitbedenken, ja, dann finde ich Ihre Vorschläge sehr gut.

Solange diese Punkte nicht vom Gesetzgeber mitbedacht werden, muss man wohl von einer Benachteiligung von Vätern im Familienrecht sprechen - und kann ihren berufstätigen Müttern nur zurufen, dass sie in schlicht keiner Weise irgendwie über Gebühr belastet sind, ganz im Gegenteil.

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Antje Technau 05.12.2009, 13:56
3.

Zitat von fuji-san
Punkt A ist natürlich: Endlich keinerlei Unterhalt mehr, auch nicht die ersten drei Jahre. Wer zu Hause bleiben will, kann das aus seinen eigenen Ersparnissen finanzieren
sollten das die Paare, egal ob verheiratet oder nicht, nicht besser untereinander ausmachen?
Von einem jungen Paar, das ich kenne und das plant, jetzt gemeinsame KInder zu haben, sagte er: "wenn wir dann Kinder haben, will ich, dass Du zu Hause bleibst und Dich um unsere Kinder kümmerst. Ich verdiene genug, dass wir uns das leisten können".
Sie will dann lieber halbtags arbeiten, um nicht den Kontakt zum Beruf zu verlieren. Nach drei oder noch mehr Jahren Kinderpause findet man in anspruchsvolleren Berufen mangels Qualifikation schliesslich keinen Job mehr.

Ausserdem kennt sie die neue Gesetzeslage, nach der von einer Mutter, deren jüngstes Kind älter als drei Jahre ist, verlangt wird, dass auch sie wieder arbeiten geht. Dass sie dann vom Ex-Mann nicht mehr den Unterhalt beanspruchen kann wie die Frauengeneration vor ihr. Nach dem Motto: einmal Chefarztgattin, immer Chefarztgattin...

Daher war ihr Vorschlag an ihn: "wenn du das wirklich willst, dass ich zu Hause bleibe, dann will ich das von dir schriftlich (Ehevertrag), dass du mir im Falle einer Trennung einen angemessenen Unterhaltsbetrag zahlst, damit ich dann nicht als Hertz IV-Empfängerin dastehe, weil unsere Kinder älter als drei Jahre sind und ich keinen Job mehr kriege..."

Seitdem denkt er darüber nach, ob sie nicht doch halbtags arbeiten gehen sollte. Und ob "Fremdbetreuung" für "sein Kind" wirklich so schlimm wäre.
Worüber er nicht nachdenkt ist, ob er nicht in der Zeit, wo seine Frau arbeitet, im Job zurückstecken könnte. Damit zu der Zeit keine "Fremdbetreuung" nötig ist.
Zitat von
dann müßten endlich Männer nicht mehr den Familienfinanzierer spielen
manche Männer wollen das so.
Für die hängt deren Vertsändnis von "Männlichkeit" davon ab.

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Antje Technau 05.12.2009, 14:02
4.

Zitat von fuji-san
Punkt B ist natürlich, dass Frauen endlich einmal finanzielle Pflichten für die Kinder übernehmen
alleinerziehende Mütter und auch berufstätige in Partnerschaft lebende Mütter haben schon immer die finanziellen Pflichten übernommen.
Von dem Mini-Kindesunterhalt, den ledige Väter für ihre Kinder zahlen (siehe Düsseldorfer Tabelle), bekommt keine Alleinerziehende ihr Kind satt (Kinder von High End- verdienenden Vätern ausgenommen)
Zitat von
Denn wie bitte schön sollen Väter zu Hause bleiben, wenn das Kind krank ist, während Mutti der Arbeit nachgeht, wenn die Väter dadurch den Unterhalt den sie erwirtschaften müssen, in Gefahr bringen, Frauen dagegen nur Geld ranschaffen, um es selbst zu verjubeln?
ich weiß nicht, welche Frauen Sie kennen (Germany's Next Topmodels, Boxenluder u.ä?), aber die meisten berufstätigen Frauen mit Kindern geben ihr Geld für ihre Kinder/Familie aus. Und nicht für sich selbst.
Zitat von
Punkt C wäre dann eine Ausweitung des Umgangsrechts Richtung 50:50 - Betreuung.
darauf warten Mütter schon lange...verheiratete wie unverheiratete.

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fuji-san 05.12.2009, 14:24
5.

Zitat von Antje Technau
alleinerziehende Mütter und auch berufstätige in Partnerschaft lebende Mütter haben schon immer die finanziellen Pflichten übernommen. Von dem Mini-Kindesunterhalt, den ledige Väter für ihre Kinder zahlen (siehe Düsseldorfer Tabelle), bekommt keine Alleinerziehende ihr Kind satt (Kinder von High End- verdienenden Vätern ausgenommen) ich weiß nicht, welche Frauen Sie kennen (Germany's Next Topmodels, Boxenluder u.ä?), aber die meisten berufstätigen Frauen mit Kindern geben ihr Geld für ihre Kinder/Familie aus. Und nicht für sich selbst. darauf warten Mütter schon lange...verheiratete wie unverheiratete.
Sorry, aber die Düsseldorfer Tabelle fängt für ein Kind zwischen 12 und 17 bei 295 Euro an, hinzu kommt noch das Kindergeld, so dass fast fünfhundert Euro einer Alleinerziehenden für ein Kind mindestens zur Verfügung stehen.

Das ist kein Minibetrag, sondern mehr, als 12 bis 17-jährige verbrauchen.

Allerdings finde ich, dass man da ruhig vierhundert Euro draus machen kann, und dann den Betrag halbieren sollte - wobei sowohl Mutter als auch Vater 200 Euro zahlen sollten.

Ach so, ganz vergessen - die Ausgaben, welche der Vater für die Kinder tätigt bei Wahrnehmung seines Erziehungsrechts und Umgangsrechts sollten natürlich auch als "Sachleistungen" gewertet werden, die genauso, wie die Sachleistungen der Mutter, aus dem Kindesunterhalt zu zahlen sind - natürlich ist auch hier das geltende Recht eine Benachteiligung von Männern.

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fuji-san 05.12.2009, 14:27
6.

Zitat von Antje Technau
manche Männer wollen das so. Für die hängt deren Vertsändnis von "Männlichkeit" davon ab.
Kann ja sein - man kann von Benachteiligung ja auch nur sprechen, wo Männern, die nicht so leben wollen, dieses Familienmodell auf Wunsch der Frauen aufgedrückt wird. Und da bietet eben unser Familienrecht sehr viel handhaben.

Während es keine Handhabe für den von Ihnen zitierten Mann gibt, das von ihm gewünschte Familienmodell seiner Frau aufzudrücken - und sie schreiben ja selber, dass die Dame den Schuss nicht gehört hat und nur allzu bereit wäre, auf ihren Job zu verzichten, wenn sie nur viel Geld dafür bekäme.

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joe_dalton 05.12.2009, 16:56
7.

Also, ich finde dass die Düsseldorfer Tabelle mehr zur Verfügung stellt, als ein Kind dieses Alters benötigt. Also, wenn ich bedenke von welchen Beträgen ich als Student gelebt habe und das im eigenen Haushalt, dann verstehe ich diese Beitragssätze ehrlich nicht, höchstens, wenn sich die Väter wirklich null kümmern. Aber wenn sie sich kümmern wird das nicht berücksichtigt, solange es nicht 50:50 ist. Und das wollen auch Mütter selten, fehlt doch dann eine Einnahmequelle.

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Antje Technau 05.12.2009, 17:23
8.

Zitat von fuji-san
Sorry, aber die Düsseldorfer Tabelle fängt für ein Kind zwischen 12 und 17 bei 295 Euro an
das sind keine 10 Euro pro Tag.
Je nachdem womit Sie ihr Kind zu ernähren gedenken, Tütensuppe oder gesunde Mischkost, reicht das gerade für Essen und Getränke. Bei Tütensuppe, Nudeln mit Soße und Brötchen reichen vielleicht auch 5 Euro pro Tag, also 150,- Euro pro Monat für die Ernährung.
Zitat von
hinzu kommt noch das Kindergeld
das zahlt nicht der Vater, sondern der Staat.
Zitat von
so dass fast fünfhundert Euro einer Alleinerziehenden für ein Kind mindestens zur Verfügung stehen.
macht bei mir erst 450 Euro und davon muss sie auch Miete (Wohnraum-Mehrbedarf, gerade bei Kindern der von ihnen genannten Altersgruppe!) und Kleidung bezahlen.
Zitat von
Das ist kein Minibetrag, sondern mehr, als 12 bis 17-jährige verbrauchen.
Sie haben keine Kinder, stimmt's?
Oder falls Sie welche haben, dann wachsen die nicht bei Ihnen auf.
Zitat von
Allerdings finde ich, dass man da ruhig vierhundert Euro draus machen kann
und wo schläft das Kind und was zieht es dann an?
Zitat von
und dann den Betrag halbieren sollte - wobei sowohl Mutter als auch Vater 200 Euro zahlen sollten.
das könnte manchen Vätern so passen. Mit 200 Euro bekommt man vielleicht ein Stillkind im Babykörbchen über die Runden. Obwohl, die brauchen Windeln, die sind auch sauteuer...
Zitat von
Ach so, ganz vergessen - die Ausgaben, welche der Vater für die Kinder tätigt bei Wahrnehmung seines Erziehungsrechts und Umgangsrechts sollten natürlich auch als "Sachleistungen" gewertet werden
ey klar, jetzt wollen Sie die Wochenendbespaßung der Mutter auch noch in Rechnung stellen.
Mann-oh-Mann. Denken Sie auch mal an das, was Ihr Kind braucht? Falls Sie eines haben sollten? Anstatt nur an Ihren Geldbeutel?

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Antje Technau 05.12.2009, 17:29
9.

Zitat von joe_dalton
Also, ich finde dass die Düsseldorfer Tabelle mehr zur Verfügung stellt, als ein Kind dieses Alters benötigt. Also, wenn ich bedenke von welchen Beträgen ich als Student gelebt habe und das im eigenen Haushalt
als Sudentin brauchte ich damals 300 Mark für die Miete und nochmal 300 Mark für Essen, Bücher, Kleidung. Wobei meine Eltern eigentlich nur ersteres gezahlt haben. Und ich selten gekocht habe (Essen gab's in der Mensa).
Zitat von
dann verstehe ich diese Beitragssätze ehrlich nicht, höchstens, wenn sich die Väter wirklich null kümmern.
wenn ein Vater die Kinder auch oft bei sich hat, sie bei ihm Zimmer haben, er für sie Kleidung kauft - dann könnte man darüber reden, dass er für die Kinder weniger an die Mutter zahlt.
Wenn die Kinder aber überwiegend bei ihr sind, bei ihm keine Zimmer haben (sondern nur auf Matratzen oder auf dem Sofa schlafen, und das nur am Wochenende) und er höchstens mal einen Winteranorak oder ein Paar Turnschuhe spendiert, dann sind diese Beiträge das absolute Minimum.
Zitat von
Aber wenn sie sich kümmern wird das nicht berücksichtigt, solange es nicht 50:50 ist. Und das wollen auch Mütter selten, fehlt doch dann eine Einnahmequelle.
wieso?
Nach neuer Rechtsprechung müssen auch Mütter von Kindern über drei Jahre wieder arbeiten gehen. Da wäre eine 50:50 Betreung höchst willkommen...

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