Forum: Panorama
Benachteiligt das deutsche Familienrecht die Väter?

Es ist eine gute Nachricht für viele ledige Väter: Sie sollen künftig beim Sorgerecht besser gestellt werden. Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger will einen entsprechenden Gesetzentwurf vorlegen. Benachteiligt Ihrer Meinung nach das aktuelle Familienrecht die Väter?

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chrima 12.12.2009, 03:29
620.

Zitat von martina71
wie meine Freundin - und ich mich auch - über diesen Begriff "Mündel" gewundert haben. Die ist allerdings so von SEINER Anwältin formuliert, nicht vom Gerich.
Klasse, daß Sie hier Ihre Lüge zugeben. Vor ein paar Beiträgen kam dieses ominöse nämlich angeblich noch vom Gericht!
Könnten Sie sich vielleicht einfach mal dazu entscheiden keine Lügenmärchen mehr in die Diskussion einzubringen.
Danke

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chrima 12.12.2009, 03:35
621.

Zitat von annew
In der Vergangenheit hat er sich sicher daneben benommen, das ist richtig.
Wie kommen Sie zu dieser unverschämten Aussage? Nochmals: Das Kind ist angeblich 14 Monate und es liegt angeblich schon ein gerichtlicher Beschluss vor.
Der beschriebene Vater hat sich demnach seit Geburt des Kindes um einen Umgang bemüht und sogar noch Glück gehabt, daß ein Gericht (für hiesige Verhältnisse) schnell zu einer Entscheidung kam.

Aber Männer sind ja immer irgendwie die pösen, nicht wahr?

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chrima 12.12.2009, 03:44
622.

Zitat von Antje Technau
Eine unverheiratete Mutter musste vor 1998 ihren Wunsch, das Sorgerecht für ihr Kind zu haben, vor Gericht geltend machen. Um das Sorgerecht zu bekommen, musste sie nachweisen, daß sie einen anständigen Lebenswandel führt und über die finanziellen Verhältnisse und die moralische Reife verfügt, um ein Kind großzuziehen.
Hey, hört sich ja richtig kinderfreundlich an. Zumindest verglichen mit Zeiten in denen jede unverheiratete Mutter ungeachtet ihrer Eignung das alleinige Sorgerecht erhält.

Zitat von Antje Technau
Von keinem Mann wurde dies je verlangt!
Natürlich nicht! Denn kein Vater hat überhaupt eine Chance zu zeigen, ob er für das Sorgerecht geeignet ist oder nicht.

Aber sowas kennen wir ja von Euch rosinenpickenden Emmanzen: Selbst über ein Priveleg beklagt Ihr Euch noch und stellt Euch als die armen bedauernswerten Opferinnen dar.

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ElizIza 12.12.2009, 07:09
623.

Zitat von fuji-san
- und sie schreiben ja selber, dass die Dame den Schuss nicht gehört hat und nur allzu bereit wäre, auf ihren Job zu verzichten, wenn sie nur viel Geld dafür bekäme.
Interessante Interpretation ;-)

Eigentlich steht da, dass der Mann will, dass seine Frau auf ihren Job verzichtet. Und dass sie sich schützen will vor den negativen Folgen, die sein Wunsch für sie haben kann. Ist doch nur fair.

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Parzival v. d. Dräuen 12.12.2009, 08:22
624.

Zitat von Antje Technau
vor 1998 wurde das Jugendamt bzw. ein vom Jugendamt damit beauftragter Sozialarbeiter zum Vormund des Kindes einer unverheirateten Mutter. Das Kind war somit ein Mündel des Jugendamtes. Eine unverheiratete Mutter musste vor 1998 ihren Wunsch, das Sorgerecht für ihr Kind zu haben, vor Gericht geltend machen. Um das Sorgerecht zu bekommen, musste sie nachweisen, daß sie einen anständigen Lebenswandel führt und über die finanziellen Verhältnisse und die moralische Reife verfügt, um ein Kind großzuziehen.
Diese Regelung muss nach Spruchwerdung, und vor allem aus der Zeit heraus, als liberales Novum betrachtet werden. Nach dem Allgemeinen Preußischem Landrecht, nach römischen Naturalrecht, nach dem Code Civil wäre das Kind sofort zum Vater gekommen. Das Eingriffsrecht des Staates wurde insofern geregelt, als dass man in einer Zeit, wo eigentlich jeder gewöhnliche Mensch heiratete, eine ledige Mutterschaft unter die besondere Prüfung des Staates stellte. Wenn diese Regelung so lange überdauert hat, nämlich bis 1998, wie Du schreibst, dann zeigt sich doch eher wie gußeisern lebensfremd juristische Regelungen sein können.

Zitat von Antje Technau
Von keinem Mann wurde dies je verlangt! Und natürlich auch von keiner verheirateten Frau, selbst wenn sie noch minderjährig war, Alkoholikerin oder Drogensüchtige oder der Prostitution nachging.
Das stimmt so nicht. Ob in der Weimarer Republik, im Nationalsozialismus, in der DDR, in der BRD - bei Auffälligkeiten (auch bei konstruierten) hat der Staat eingegriffen, davon künden unzählige Leidensberichte. Ich hoffe, Du versuchst jetzt nicht die historisch gewachsene Institution Ehe mit den gesetzlichen Bestimmungen für ledige Mütter aufzurechnen?! Das halte ich nur insofern zielführend, dass dann die Situation lediger Väter markant nach einer Neuregelung ruft. Auch wenn Leutheusser-Schnarrenberger schon durchblicken lassen hat, dass sie so lange wie möglich auf die Bremse treten wird. Allein die Evaluation der rechtlichen Situation soll mindestens bis Ende 2010 dauern, wenn der erste Bericht zum Thema vorliegt. Mit anderen Worten: Sie will die Sache möglichst lange verschleppen; es stünde zu vermuten, sie will das eventuell sogar bis 2013 aussitzen.

Zitat von Antje Technau
na hoffentlich. Denn wenn ihr Kind unter Vormundschaft des Jugendamtes stünde, dann hätte ihre Freundin ein Problem.
Das hat die Freundin offensichtlich jetzt schon.

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donnaleone 12.12.2009, 10:24
625.

Zitat von teletubbi
Wie sieht das denn der Vater ? Möchte der möglicherweise mehr als alle 8 Wochen sein "Besuchsrecht" wahrnehmen ? Oder verweigern Sie möglicherweise einen häufigeren Umgang, damit das arme Kind seine "Ruhe" hat ? "Das Kind braucht seine Ruhe" ist übrigens eine Standartausrede von umgangsboykottierenden Kindesbesitzerinnen.
Wenn das bei Ihnen noch nicht angekommen ist: Der Vater will nicht öfter! Das kann ich weder einklagen noch sonstwas dran ändern.

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annew 12.12.2009, 10:27
626.

Zitat von chrima
Wie kommen Sie zu dieser unverschämten Aussage? Nochmals: Das Kind ist angeblich 14 Monate und es liegt angeblich schon ein gerichtlicher Beschluss vor. Der beschriebene Vater hat sich demnach seit Geburt des Kindes um einen Umgang bemüht und sogar noch Glück gehabt, daß ein Gericht (für hiesige Verhältnisse) schnell zu einer Entscheidung kam. Aber Männer sind ja immer irgendwie die pösen, nicht wahr?
Er hat sie in der Schwangerschaft alleine gelassen und er hat - obwohl die Mutter sich wohl bemüht hat den Kontakt zu ermöglichen - den Kontakt in den ersten 14 Monaten nicht aufgenommen.

Da sehe ich schon, dass er sich nicht 100%ig richtig verhalten hat, wohlgemerkt in der Vergangenheit.

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harvest_moon 12.12.2009, 10:31
627.

Zitat von Parzival v. d. Dräuen
............ Wenn diese Regelung so lange überdauert hat, nämlich bis 1998, wie Du schreibst, dann zeigt sich doch eher wie gußeisern lebensfremd juristische Regelungen sein können.....................
Das stimmt so nicht ganz.
Die Amtsvormundschaft wurde schon 1970 abgeschafft.
Danach hieß das Ganze 'Pflegschaft' und diente der Interessenvertretung des Kindes.
Z. B. bei Unterhaltsangelegenheiten. Da dabei das Kind sozusagen der Kläger war, wurde es da vom Amtspfleger vertreten.
Die Abschaffung der Amtsvormundschaft und der Übergang aller Rechte auf die Mutter hielt aber einige Jugendamtsmitarbeiterinnen bis in die 80er hinein nicht davon ab, weiter meinen zu müssen, der Mutter Vorschriften machen zu dürfen.
Da mußte man des öfteren nachdrücklich auf die neue Rechtslage verweisen.

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dasky 12.12.2009, 11:02
628. Weitgehend obsolet

Leicht abgewandelt könnte man, da das Grundgesetz (Artikel 6 Absätze 1,2,5) "weitgehend obsolet" (Schachtschneider) ist,
mit M.L. King mahnen:

Vergesst niemals, dass alles, was das Kindschaftsrecht in Deutschland getan hat, legal war.

Merkel malt so lange Gänseblümchen.

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dasky 12.12.2009, 11:58
629. Wider die Karawane

Zitat von dasky
Leicht abgewandelt könnte man, da das Grundgesetz () () ist, mit M.L. King mahnen: malt so lange
Schachtschneider spricht in seinem Vortrag auch von dem so genannten 'Professor aus Heidelberg', dem Bundesverfassungsrichter a.D. Paul Kirchhoff. Herr Kirchhhoff hat vor wenigen Tagen im öffentlich - rechtlichen Rundfunk in Zusammenhang mit Rechtsfragen des Internets über die Vorzüge der "Kunst des Vergessens" referiert, sozusagen um diese dem 'guten Gedächtnis' des Internets entgegenzusetzen. Damit können Sie Kirchhoff inzwischen also auch ganz getrost und sehr künstlerisch endgültig vergessen.

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