Forum: Panorama
Benedikts Deutschland-Besuch: Papst fühlt sich Orthodoxen näher als Protestanten

Protestanten dürfte dieser Papst-Satz enttäuschen: "Unter den christlichen Gemeinschaften steht uns die Orthodoxie am nächsten." Am letzten Tag seines Deutschland-Besuchs hat Benedikt XVI. seine Präferenzen klar benannt. Viel Lob gab es dagegen für einen ehemaligen Politiker - Helmut Kohl.

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wkawollek 25.09.2011, 16:12
1. Nicht wirklich überraschend

Natürlich steht die Orthodoxie näher. Man erinnere sich an die - gelinde gesagt - verhaltenen Reaktionen der Orthodoxie, als eine gewisse Margot Käßmann zur EKD-Vorsitzenden gewählt wurde.
Ich stelle mir sogar - aus Sicht der westlichen säkularen Welt der SuperGAU - ein 'Joint Venture' der orthodoxen Vertreter von Judentum,Christentum und Islam (rein historische Reihenfolge) vor.
Der absurde Krieg der Religionen verhindert das (noch). Doch es wäre für uns Hedonisten besser sich auf das scheinbar Unmögliche vorzubereiten. Dann ist es mit dem theatralischen Auszug aus dem Bundestag nicht mehr getan.

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ratem 25.09.2011, 16:16
2. Wer hätte auch anderes vermutet ...

Zitat: "Nicht ich werde die Kirche ändern - ihr müsst euch ändern, ist somit seine Botschaft, die Reformhoffnungen zerstört."

Darauf ist die folgerichtige Antwort der Gesellschaft an den Papst: "Nicht wir werden uns ändern, sondern die katholische Kirche wird aus dieser Gesellschaft verschwinden, da sie die Probleme der Zeit nicht mehr versteht, und nicht in der Lage ist Antworten zu geben!"

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ColynCF 25.09.2011, 16:21
3. Kk

Die KK zeigt klare Kante. Wem das nicht passt, kann ja austreten (wie ich vor fast 30 Jahren ;) )

Ökumene halte ich für Blödsinn. Grade im Kern dem "Heiligsten" was eine Glaubensgemeinschaft ausmacht, kann es keine Kompromisse und Verwässerung geben. Ziel ist es, dass alle Religionen friedlich miteinander leben und diskutieren können, nicht dass sie gemeinsam Gottesdienst feiern. Wenn man mit einem befreundeten Ehepaar zusammen in Urlaub fährt, muss das ja nicht heißen, dass man Gruppensex oder Partnertausch praktizieren muss. Wers will, kanns ja machen. Aber sich hinzustellen und zu behaupten, wer das nicht wolle sei "verklemmt" oder "reaktionär", das ist arrogant.

Schönen Sonntag.

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ariovist1966 25.09.2011, 16:31
4. Danke dem Papst

Danke dem Papst, der sich traut, seinen Wunsch nach der Wiedervereinigung der römischen Kirche mit den orthodoxen Kirchen klar und deutlich auszusprechen! Einer solchen Vereinigung stehen theologisch sicher weniger Probleme entgegen, als einer Annäherung an die Protestanten.

Alleine schon protestantische Priester, die Homo-Ehen segnen, sind für die orthodoxen Kirchen ein rotes Tuch. Die Reihe der Probleme könnte hier mit zahlreichen Beispielen fortgesetzt werden.

Weshalb sollte die heilige katholische Kirche die orthodoxen Kirchen mit einer engeren Zusammenarbeit mit den Protestanten vor den Kopf stoßen? Das macht keinen Sinn und ist auch religiös nicht vermittelbar.

Sollen sich doch die Protestanten der katholischen Kirche anpassen und zu ihr zurückkehren.

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Maga 25.09.2011, 16:39
5. ...

Zitat von ratem
Zitat: "Nicht ich werde die Kirche ändern - ihr müsst euch ändern, ist somit seine Botschaft, die Reformhoffnungen zerstört." Darauf ist die folgerichtige Antwort der Gesellschaft an den Papst: "Nicht wir werden uns ändern, sondern die katholische Kirche wird aus dieser Gesellschaft verschwinden, da sie die Probleme der Zeit nicht mehr versteht, und nicht in der Lage ist Antworten zu geben!"
Möglich, dass die Kirche in der deutschen Gesellschaft marginalisiert wird, aber die deutschen Katholiken stellen ja kaum mehr als 2 Prozent der Katholiken weltweit. Global ist nicht der Wunsch nach mehr Lockerheit, sondern nach mehr Strenge vorhanden, und die katholische Kirche als "Global Player" wird sich entsprechend aufstellen. Nicht umsonst war der Zuspruch der Kardinäle aus Dritt-Welt-Ländern zu J. Ratzinger im Konklave größer als der seiner europäischen und nordamerikanischen Kollegen.

Die anglikanische Kirche macht's übrigens vor, wie man in die völlige Bedeutungslosigkeit absinkt.

Was der Papst zur Orthodoxie gesagt hat, kann doch keinen überraschen: Theologisch gibt es doch - vom Papstprimat abgesehen - so gut wie keine Unterschiede zur Orthodoxie.

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kellitom 25.09.2011, 16:40
6. Dieser Papst ändert nichts

Er vertieft eher die Glaubensspaltung als dass er Brücken baut. Im Verhältnis zur evangelischen Kirche hat sich keine Annäherung ergeben, beipielsweise die Zulassung des ev. Ehepartners zur Kommunion. Eher wird die reaktionäre Piusbruderschaft hofiert, als die ev. Mitchristen.
Das ist traurig!

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tautiptoe 25.09.2011, 16:41
7. ...

Warum sollte mich als Protestanten das enttäuschen?

Die katholische Kirche und der Papst haben für mich nicht die geringste Bedeutung, auch dieser Hype um seinen Besuch hier jetzt.

Vergleiche nur das Handeln der Katholiken in Sachen Mißbrauchsfälle und wie Fr.Käßmann die Konsequenzen aus Ihrer Alkoholfahrt gezogen hat.

Und wenn ich hier schon lese, daß weibliche Ministranten ihm während der Messe in Berlin nicht zu nahe kommen durften... Und das auch noch in Ordnung finden... Ohne Worte...

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enlightenment 25.09.2011, 16:42
8. Bitte mehr theologische Kompetenz

Zitat von sysop
Protestanten dürfte dieser Papst-Satz enttäuschen: "Unter den christlichen Gemeinschaften steht uns die Orthodoxie am nächsten." Am letzten Tag seines Deutschland-Besuchs hat Benedikt XVI. seine Präferenzen klar benannt. Viel Lob gab es dagegen für einen ehemaligen Politiker - Helmut Kohl.
Bei aller Kritik an der kath. Kirche sollte man doch eine gewisse theologische Grundkompetenz bei den Berichterstattern voraussetzen können. Der Papst "fühlt" sich den Orthodoxen nicht nur näher, er ist es theologisch auch, die theologischen Differenzen sind viel kleiner.

Das hat nichts mit Kirchenpolitik zu tun, das ist nun einmal so. Dass der Spiegel daran jetzt eine Schlagzeile aufhängt, wirft kein gutes Licht auf die Kompetenz des Spiegels.

Da hilft nur eins: Nacharbeiten!

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enlightenment 25.09.2011, 16:44
9. Aber irgendwie klappt das nicht

Zitat von ratem
Zitat: "Nicht ich werde die Kirche ändern - ihr müsst euch ändern, ist somit seine Botschaft, die Reformhoffnungen zerstört." Darauf ist die folgerichtige Antwort der Gesellschaft an den Papst: "Nicht wir werden uns ändern, sondern die katholische Kirche wird aus dieser Gesellschaft verschwinden, da sie die Probleme der Zeit nicht mehr versteht, und nicht in der Lage ist Antworten zu geben!"
Hm, leider wird Ihre Lösung nicht funktionieren. Ob Islam oder katholische Kirche, von selbst verschwindet da leider gar nichts. Aufklärung ist Arbeit. Harte Arbeit. Packen wir's an.

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