Forum: Panorama
Berliner U-Bahn-Überfall: Wo kein Warnschuss nützt

Wäre ein mutiger 21-Jähriger nicht eingeschritten, hätte Torben P. womöglich einen Menschen totgetreten. Den Prügelexzess auf einem Berliner U-Bahnhof nutzt die Regierung nun dafür, den Warnschussarrest für junge Gewalttäter durchzusetzen - der wäre im*Fall*P. jedoch gar nicht anwendbar.

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possumgfx 26.04.2011, 19:32
10. Warnschuss

Ich persönlich teile Ihre Meinung über den Genuss von Alkohol in der Gesellschaft, geehrter Vorredner. Allerdings hat dieser Zwischenfall wenige mit Alkoholmisbrauch zu tun sondern mit der Abwesenheit jeglichen Mitgefühls und Sinn für Recht, ich möchte auch vermuten Charakter.

Man mag jetzt wieder alle möglichen Formen der Rechtfertigung für solches Verhalten finden...Misbrauch in der Jugend, Perspektivlosigkeit und gewaltverherrlichende Spiele werden ja gerne herangezogen für solche Fälle.

Demgegenüber stehen jedoch mehrheitlich junge Menschen die sich trotz dieser Dinge nicht wie Tiere aufführen. Dass er sich gestellt hat war sicherlich eine positive Entscheidung..ob reuevoll oder opportunistisch motiviert angesichts der Videoaufnahmen bleibt abzuwarten.

Als er den Mann attackierte dachte er wohl wenig an die möglichen rechtlichen Folgen daher kann ein "Warnschuss" wohl kaum solche Taten verhindern , wie die Todesstrafe keine Morde verhindert.

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GerwinZwo 26.04.2011, 19:32
11. Ströbele und Co

Nach der Logik des Herrn Ströbele kommt in letzter Konsequenz nie eine Haftstrafe in Betracht, weil durch sie alles und alle noch viel schlimmer und böser werden.
Dabei wird übersehen, daß sich diese Sichtweise wieder einseitig am Täter orientiert. Eine Strafe hat aber viele Facetten, auch zB eine Genugtuungsfunktion für das Opfer, ja, auch eine Sühnefunktion und nicht zuletzt als Haftstrafe auch eine Schutzfunktion: Schutz der Allgemeinheit vor solchen Tätern und deren Taten.
Oder kürzer: Wer im Knast einsitzt, kann niemanden tottreten.

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kleiner-moritz 26.04.2011, 19:33
12. ...

Zitat von sysop
Wäre ein mutiger 21-Jähriger nicht eingeschritten, hätte Torben P. womöglich einen Menschen totgetreten. Den Prügelexzess auf einem Berliner U-Bahnhof nutzt die Regierung nun dafür, den Warnschussarrest für junge Gewalttäter durchzusetzen - der wäre im*Fall*P. jedoch gar nicht anwendbar.
Was ist für solche Staatsanwälte eigentlich grausam und niedriger Beweggrund genug, um als Mordmerkmal anerkannt zu werden?

Offenbar zählt der Versuch, eines Anderen Schädels durch Daraufspringen zu knacken nicht dazu!

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adam68161 26.04.2011, 19:34
13. Unglaublich...

weil dieser junge Mann aus angeblich "gutem Hause" (Vater ist Jurist - eine Krähe hackt der andern bekanntlich kein Ausge aus) kommt, erhält er Haftverschonung, obwohl ein pfiffiger Staatsanwalt hieraus spielend einen Mordversuch machen könnte. DAS IST DER SKANDAL!!
Sofort zwei Wochen in den Bau und der starke Knabe wäre vermutlich für immer geheilt.
So,lieber Herr Haft- bzw. Ermittlungsrichter, erzeugt man nur noch mehr eskalierende Gewalt.

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bananamarv 26.04.2011, 19:36
14. Unglaublich

Wegen Totschlag angeklagt und auf freiem Fuß noch mehrere Wochen durch die Gegend spazieren .. WO LEBEN WIR DENN?!
Der Täter steht fest, hat sogar gestanden, also sofort ins Gefängnis mit ihm! Es kann doch nicht sein, dass, wenn ich durch die Stadt gehe zufällig an diesem Typen vorbeilaufe, der vor Kurzem einen Mann fast getötet hat?

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wdiwdi 26.04.2011, 19:37
15. Alkoholbedingte verminderte Zurechnungsfaehigkeit

Was ich auch nicht verstehe, dass in solchen Faellen der vorherige Alkoholkonsum haeufig wg. dann verminderter Zurechnungsfaehigkeit auch noch strafmildernd bewertet wird.

Das Gegenteil sollte der Fall sein. Wenn man im Strassenverkehr jemanden unter Alkoholeinfluss verletzt, ist das auch anders. Niemand wird zum Trinken gezwungen, und dass ein Taeter nicht die Wirkung von Alk auf sein Verhalten aus vorheriger, glimpflicher ausgegangener Erfahrung kennen wuerde, ist auch nicht anzunehmen.

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Smartpatrol 26.04.2011, 19:39
16. Gute Frage

Zitat von zxmma23
Vielleicht solte man ueber ein oeffentliches Alkoholverbot nachdenken? Na aber sowas, das geht doch nicht! Nur weil man damit Gewalttaten radikal einschraenken, offentliche Veranstaltungen deutlich sicherer machen koennte und die Polizei nicht jedes Wochenende in Lebensgefahr bringt wird sich doch wohl kein deutscher Staat die horrenden Einnahmen durch Alkoholsteuer entgehen lassen oder was? Der Vorschlag ist nun wirklich laecherlich, Prost!
Außerdem macht das Lallen, das Torkeln, die Peinlichkeiten und die Vergiftungserscheinungen so immens viel Spaß!
Wie sonst soll man seine sozialen Hemmungen auch bewältigen, wenn nicht durch Benebelung?

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Burkhard58 26.04.2011, 19:40
17. Nicht jede Tat ist zu verhindern

Die Bemühungen, jede Gewalttat verhindern zu wollen, laufen völlig ins Leere, da sie das Realisierbare (an Prävention) verhindern. Nur endloses quasseln ohne Ergenis ist die Folge und man könnte meinen, das ist so gewollt.

Es reicht völlig aus, Intensivtäter nicht mehr zu hätscheln, sondern, sie aus der Gesellschaft zu entfernen (vulgo: wegsperren). Vor allem kann es nicht sein, dass Sicherheitskräfte, nie dort zu sein scheinen, wo sie dringlich benötigt werden. Deutschland wird nicht am Hindukusch verteidigt, sondern an der Spree.

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JohnMcNamara 26.04.2011, 19:41
18. situation im video

geht's nur mir so oder ist es so, dass sich die medien (vor allem BILD) einen fall basteln, um solche arrestgeschichten zu fördern.

wenn ich das video sehe, beschleicht mich der verdacht, dass die sache in diesem fall vielleicht komplizierter ist als angenommen. der täter ist in den ersten sekunden des videos im rückwärtsgang und wird vom späteren opfer angefasst/gehalten/vielleicht sogar geschubst. nicht das dies die tat rechtfertigen würde, aber der beginn des videos legt die vermutung nahe, dass das opfer auch hätte flüchten oder dem handgemenge aus dem weg gehen können, da auch der zweite täter eher einen unbeteiligten eindruck macht. das sieht alles nach rumpöbeln aus, was sich das opfer wohl nicht hat bieten lassen wollen.

ich sehe da keinen mordversuch, sondern schwerste körperverletzung. dass nun zusammenhänge konstruiert werden, bei denen kinder von juristen nichts zu befürchten hätten sind blödsinn.

die schlussfolgerung ströbeles, dass das sparen von bahnhofspersonal die falsche idee ist, teile ich.

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gaga007 26.04.2011, 19:41
19. Endlich mal die Dinge regeln ...

Ist das deutsche Jugendstrafrecht noch zeitgemäß?

Begründung des Reformbedarfs
Das JGG hat sich als Grundlage für die strafjustizielle Reaktion auf die
Jugendkriminalität grundsätzlich bewährt. Trotzdem machen die vorhandenen
Erkenntnisse über Erscheinungsformen und Ursachen der Jugendkriminalität, über die
Wirkung von Sanktionen und über die Rolle des Opfers sowie ausländische und
internationale Standards Änderungen des Jugendstrafrechts erforderlich.
http://www.berlit.de/020920_64DJT_Be...strafrecht.pdf

Unsere Gesellschaft muß begreifen, dass der Grundgedanke unseres Jugendstrafrechtes - Erziehung des Täters unter Berücksichtigung einer Chance auf Rehabilitation nicht mehr zeitgemäß ist.

Auch im Jugendstrafrecht sollte zumindest bei Taten gegen die körperliche Unversehrtheit Dritter grundsätzlich der Gedanke der Bestrafung im Vordergrund stehen - die Tat und die Rolle des Opfers sollten deutlich über den Folgen einer Bestrafung für den Täter stehen.

Es wird immer wieder "die >Zukunft" des Täters beschworen - die Opfer bekommen sehr oft "lebenslänglich" bei den Folgen einer Tat.

Wenn die Justiz nicht den letzten Rest Vertrauen in unserer Gesellschaft verlieren möchte, bedarf es des Umdenkens.

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