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Bestattungskultur in Deutschland: Tod und Kommerz
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Wie wär's mit einem Flachbildschirm im Grabstein? Oder einer Weltraumreise für die eigene Asche? Der Umgang mit dem Tod wandelt sich radikal: Billig soll das Lebensende sein - und trotzdem individuell.

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Psychotic 18.05.2016, 09:03
30.

die Särge stehen bereit
leider wird immer noch mehr geboren als gestorben auf dieser Welt,zum Nachteil der Flora und Fauna

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kinzigriver 18.05.2016, 13:53
31. Vorschriften hin und eigenes Tun her...

.. es mag ja diese Dinge wie Friedhofszwang und Vorschriften der jeweiligen Gemeinde/ Stadt geben, aber wenn man sich vorher mal mit dem Thema auseinander setzt, dann fällt man nicht auf alle Dinge herein. Das erste Mal wurde ich unvorbereitet vom Tod eines nahen Angehörigen getroffen, aber da bin ich an einen guten Bestatter geraten. Da Feuerbestattung gegeben war, wurde mir von teurem Sarg abgeraten - "der geht ja sowieso in die Verbrennung" - und da dann der Friedwald als Beerdigungsplatz gewählt war, kam auch nur eine Standardurne in Frage, welche sich im Laufe der Zeit im Erdreich zersetzt. Dazu kamen dann noch Traueranzeige, Karten, Pfarrer und Nachkaffee - und somit hielt es sich in Grenzen.
Das zweite Mal war man schon vorbereitet und konnte auch mit dem Verstorbenen im Vorfeld darüber sprechen. Da wurde dann genau festgelegt, was geschehen sollte. Auch hier lag es dann an den Angehörigen, trotz des schmerzvollen Ereignisses, sich nicht über den Tisch ziehen zu lassen.
Aber gerade damit arbeiten und handeln die Bestatter - es ist eher die kurze Zeit die den Handelnden bleibt, und wenn keine Absprachen existieren, dann wird man ausgenutzt.
Aber der Tod ist für viele einfach ein Teil des Lebens über den man nicht spricht. Und um dann den Druck der Hinterbliebenen zu nehmen, sollte man schon zu Lebzeiten festlegen, was man will. Dann erlebt man keine bösen Überraschungen und kann es stressfreier erledigen.

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Lula Latein 18.05.2016, 14:45
32.

Zitat chirin21: "Es geht doch nicht um die Toten- es geht um das Gedenken der Lebenden an die Toten".

Also geht es um die Lebenden? Oder doch um die Verflossenen? Oder nur um das Gedenken? Um wen oder was denn nun? Und was ist, wenn das Gedenken groß aber die Qualität der Gedanken mies ist? In Wahrheit geht es um den schönen Schein. Beerdigungen sind häufig für einige der Gäste "Großes Theater". Und wer 100 wurde und keine Angehörigen oder nahe Bekannte hat, der wird zum Dank mangels öffentliche Anteilnahme beerdigt, was dann auch verscharrt bedeutet. Und was ist daran nun so besonders schlimm? Ich habe mir vor ca. 30 Jahren auch einen Benz 124 gekauft. Der ist schon längst verschrottet. Aber was hat denn der mit meiner irgendwann fälligen Beerdigung zu tun? Lieblosigkeit betrifft untereinander die Lebenden. Ein gutes Gedenken hat mit der "Untererde" nichts zu tun.

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Olaf 18.05.2016, 14:58
33.

Zitat von Boesor
Hmm, wenn ich das alles hier so lese frage ich mich ob ich unnormal...oder doch normal bin.
Man merkt vielen Beiträgen an, dass da noch nicht viel Berührung mit dem Tod stattgefunden hat.

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Lula Latein 18.05.2016, 15:14
34.

Zitat von Olaf
Man merkt vielen Beiträgen an, dass da noch nicht viel Berührung mit dem Tod stattgefunden hat.
Das mag sein. Die eigene Berührung meidet man, das Erleben an Anderen ist schmerzlich. Häufg genug erlebt. Besonders die Pfarrer können ein eigenes Lied singen, dass wahrlich nicht immer gut klingt. Das positive stille Gedenken dauert bis zum eigenen Ende oder auch nur eine überschaubare Zeit. Das Leben geht zum Glück weiter. Das schlechte Gedenken ist dagegen nahezu ewig, besonders dann, wenn es um das Erbe geht.

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gutes_essen 18.05.2016, 15:29
35. Kommentar

Meine, mir zu Lebzeiten wohlgesonnene, Schwiegermutter wurde auf die günstigste Art beerdigt, einäschern und unter die Wiese ohne Tafel o.ä.
Hat trotzdem 3.500€ gekostet- ich finde das viel, wenn ich mir vorstelle, ich hätte das bezahlen müssen... ich hätte einen Kredit aufnehmen müssen.

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pcpero 18.05.2016, 17:18
36. Asche zu Asche

Zitat von Wolfes74
Tote sollte man grundsätzlich verbrennen und die Asche zerstreuen o.ä., Vorteil - wenig Kosten und die janzen Friedhofsflächen könnte man für Lebende nutzen. Der Biomüll braucht keine Deponie, wenn überhaupt nur zur Zwischenlagerung bis zur Weiterverarbeitung.
Wie entstand dieser Satz? Vmtl. wurden die Toten in Israel wegen der Seuchengefahr immer schon verbrannt. Das Wort Asche ist somit kein Synonym für den Verwesungsprozess und das -produkt. Sehr liebevoll finde ich die Himmelsbestattungen der Tibeter, bei denn die Toten den Raubvögeln zum Fraß dargeboten werden, und somit wieder in den großen Kreislauf der Wiedergeburt eingehen. Ich möchte auch verbrannt werden, und meine Asche in einem Friedhofswald oder Friedwald verstreut werden. http://www.friedwald.de/

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Olaf 18.05.2016, 17:28
37.

Zitat von Psychotic
die Särge stehen bereit leider wird immer noch mehr geboren als gestorben auf dieser Welt,zum Nachteil der Flora und Fauna
Dann gehen Sie mal mit gutem Beispiel voran.

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undnochmeinsenfdazu 18.05.2016, 18:42
38. Oh, da haben Sie sich aber sauber über`s Ohr hauen lassen...

Zitat von Herr Stein
[...] Wenn ich überleg, dass der Sarg meines Vaters 6.000 € gekostet hat und der war jetzt auch nicht so auswendig, nein, das muss wirklich nicht sein.[...]
..., oder Sie übertreiben ganz gewaltig.
Also die teuersten Särge liegen bei Bestattern normalerweise immer noch unter € 3.000, und so einen muss man ja nicht nehmen, die günstigsten sollte ein Bestatter für etwa 800,- vorrätig haben. Wer jetzt sagt, das sei immer noch zu viel: Im Sarg ist normalerweise die ganze Mischkalkulation des Betriebs enthalten. Man wird auf der Rechnung nie Positionen finden wie "Umlage Miete Geschäftsräume", "Umlage Strom- und Heizung", "Umlage Betriebshaftpflicht" usw., solche Kosten werden über den Verkauf der Särge finanziert. Letztlich ist es dann so, dass die gutbetuchten hier die ärmen mitsubventionieren. Die 6.000 nehme ich Ihnen nicht ab, oder anders gesagt: Wenn Sie die ausgegeben haben, dann wollten Sie das auch!

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undnochmeinsenfdazu 18.05.2016, 18:44
39. Dass Ihre Forderung...

Zitat von Wolfes74
[...] Tote sollte man grundsätzlich verbrennen und die Asche zerstreuen o.ä., Vorteil - wenig Kosten und die janzen Friedhofsflächen könnte man für Lebende nutzen. Der Biomüll braucht keine Deponie, wenn überhaupt nur zur Zwischenlagerung bis zur Weiterverarbeitung. [...]
... für manch Hinterbliebenen ein unerträglich Gedanke ist, und für viele Menschen das Geborgensein des Leichnams in einem Sarg und der Besuch des Grabes auf einem Friedhof durchaus über einige Zeit Trost spendet, ist Ihnen gleichgültig, oder?
Nicht falsch verstehen: Sie können mit Ihren Resten machen lassen, was sie wollen, das ist mir völlig Gleichgültig, aber schreiben Sie das doch bitte niemand anderem vor, oder?

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