Forum: Panorama
Betrunken am Steuer: Käßmanns Sündenfall

Sie ist der Popstar des Protestantismus - Margot Käßmann hat die evangelische Kirche geprägt, gilt als unprätentiös, bürgernah, bodenständig. Gerade ihre Fehlbarkeit machte sie zum Vorbild, das könnte ihr nun zum Verhängnis werden: Sie wurde betrunken am Steuer erwischt.

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ColynCF 23.02.2010, 19:32
20. Maßstab

Zitat von beatcruiser
Wenn man bedenkt, dass die Sündenfälle der Konkurrenz meistens was mit sexuellem Mißbrauch Schutzbefohlener zu tun haben, dann ist das doch ganz symphatisch. Und irgendwie auch volksnah.
hahaha, das ist ja wohl nicht ernst gemeint. Ich will hier keine Steine werfen und natürlich ist auch ein Bischof nur Mensch. Als gegen ihn ein Steuerverfahren eröffnet wurde, hat Graf Lambsdorff (?) als damaliger Finanzminister gesagt: "Jeder in diesem Land darf Ärger mit dem Finanzamt haben - nur nicht der Finanzminister." und ist zurückgetreten.

Es ist schade, weil ich Käßmann nicht unsympathisch fand, aber ich glaube nicht, dass sie sich im Amt halten können wird. In ihrer Rolle als moralisches Mahnmal ist sie jedenfalls "verbrannt", so wie seinerzeit Tauss nach dem Kipo-Fund.

Und zu den "sexuellen Sündenfällen" der "Konkurrenz". Gehen wir mal schweigend davon aus, dass es auch in der evangelischen Kirche solche Fälle gegeben hat. Keine Institution ist vor Sündenfällen gefeit, überall sind nur Menschen.

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jenzy 23.02.2010, 19:32
21. phaeton???

ich frage mich warum diese kirchenfritzen mit 60.000 € teuren autos durch die gegend fahren.
da gehen sie hin die kirchensteuern...

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NAIS 23.02.2010, 19:33
22. .

Zitat von wabalu
Ich verlange von Ihnen keine juristischen Kenntnisse, ich kann aber erwarten, dass ein Forist überlegt, was er postet. Wer über 1,1 Promille intus hat, ist im Sinne des StGB volltrunken. Diese Dame hatte 1,54 Promille und damit sind insbesondere Frauen ihrer Körpergröße bei ihrem Gewicht (sie ist ja eine zierliche Person) volltrunken Auto gefahren. Schlimmer noch wäre wenn sie nicht volltrunken gewirkt hätte, denn dann muss man zwingend von regelmäßigen Alkoholkonsum ausgehen.
Woher wissen Sie, dass sie volltrunken gewirkt hat?
Ich habe gelesen, sie wäre durch die Innenstadt Hannovers gefahren, ohne dass sie aufgefallen wäre.
Das kriegen Sie bei dem Promille-Gehalt ohne Training nicht hin, behaupte ich mal.
Also dürfte sie so volltrunken nicht gewirkt haben.

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AllesGrau 23.02.2010, 19:33
23. Dienstwagen?

Hat man als Bischöfin keinen Anspruch auf einen kugelsicheren Dienstwagen inkl. Fahrer? Der Wagen von Ulla-la-la Schmidt ist doch bestimmt noch zu haben! Da die Droge Alkohol in Deutschland ja zum gesellschaftlichen Zugehörigkeitsritual gehört, fahren bestimmt die meisten Manager und Minister besoffen durch die Nacht - aber auf der Rückbank!

Solange man in diesem Land schief angeguckt wird, wenn man keinen Alkohol trinkt und auf der Mehrheit der Speisekarten vergeblich nach einem vegetarischen Essen sucht, brauchen wir uns nicht wundern, wenn wir uns mit der Integration von Menschen aus anderen Kulturen schwer tun.

Prosit!

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Izmir.Übül 23.02.2010, 19:35
24. Headlines suck!

Betrunken im Phaeton, das passt ja irgendwie:

http://de.wikipedia.org/wiki/Phaeton_%28Mythologie%29

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pykomat 23.02.2010, 19:36
25. Rücktritt!

Sie mag ja sympathisch sein oder nicht, überall ihre Meinung dazugeben oder nicht, alles egal. Es ist auch egal ob mehr über sie oder über die Pädo-Katholen berichtet wird oder ob ihr jemand einen reinwürgen will oder ob sie nur "allzumenschlich" gehandelt hat.

Wer mit 1,54 Promille (!) Auto fährt ist ein potentieller Totschläger, punktum! Und als solcher kann sie keine "moralische Instanz" sein, egal was sie sonst so von sich gibt! Auch wenn es schon vielen "passiert" ist, mit zu viel Alkohol gefahren zu sein muss ich doch sagen kenne ich noch viel mehr Menschen, die auf diesem Gebiet äußerst konsequent sind und das Auto stehenlassen! Das ist unentschuldbar und sie sollte froh sein, dass sie nicht den "Wiesheu" gemacht hat.
Deswegen: so schnell als möglich selbst zurücktreten (die "Konsequenzen ziehen" wies immer so schön heißt und selten praktiziert wird), davon geht ja ihre Welt auch nicht unter...und sie kann ja weiterhin kluge Bücher verfassen...

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Paul Panda 23.02.2010, 19:36
26. Na und?

Ich bin zwar kein eifriger Anhänger der Kirche, und deren Diener sollten natürlich schon ein Vorbild sein, aber die Dame ist mir sympathisch, und da wird auch ihr "Sündenfall" nichts dran ändern. Wie heißt es in der Bibel (sinngemäß?) so schön: "Wer von Euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein". Ich sehe sie schon vor meinem geistigen Auge in den Nachrichten und den Talkshows, die geifernden Selbstgerechten, die in künstlicher Entrüstung nach harter Bestrafung schreien und dann bei nächster Gelegenheit selber nach sechs Bierchen mit dem eigenen Wagen nach Hause kutschieren, um die teuere Taxigebühr zu sparen.
Vielleicht war Frau Käßmann über die scheinheilige Reaktion der katholischen Kirche angesichts der aufgedeckten Fälle von Kindesmißbrauch so frustriert, dass sie das Ganze nur noch im Suff ertragen konnte?
Damit jetzt aber keiner auf die Idee kommt, ich würde das Fahren unter Alkohol-Einfluss gut heißen: Auf keinen Fall nachmachen und nicht betrunken Auto fahren!

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HirzelsPurzel 23.02.2010, 19:37
27. Käßmann: "Seitdem weiß ich, ein Auto kann gefährlich sein"

Zum Beispiel unter folgendem link zu finden:

http://www.meinhandschuhfach.de/index.php?id=122

Da wird sie als "spritzig-charmante Landesbischöfin" tituliert und im Interview steht u.a.:

"Sie haben vorhin einen wichtigen Punkt angesprochen, nämlich das Vertrauen. Was sagen Sie zum Stichwort Sicherheit im Straßenverkehr?"

Da antwortet sie unter anderem: "wie lebenszerstörend ein Auto wirken kann. Viele sind sich nicht bewusst, dass sie mit einer Kraft umgehen, die sie gar nicht so beherrschen können. Ich bin als Pastorin oft mit Tod, Krankheit und Behinderung konfrontiert. Da kann ich über das riskante Gedrängel auf der Autobahn immer nur noch mehr den Kopf schütteln".

Es geht aber noch lange in diesem Ton weiter. Sie sagt unter anderem:

"Es gibt zum Teil schon ein mangelndes Verantwortungsbewusstsein, insbesondere wenn Alkohol oder Drogen mit im Spiel sind. Ich habe gerade gelesen, dass immer mehr Autofahrer drogenauffällig sind. Das kann ich nicht nachvollziehen. Ich sehe ja, was das bedeutet. Bei den zig tausend Kilometern, die ich jedes Jahr dienstlich fahre, stehe ich nicht nur viel im Stau, sondern sehe auch viele Unfälle und bekomme dementsprechend mit, wie zerfetzte Autos aussehen."

Aber immer noch nicht genug, sie erzähltauch noch von einem Autounfall, den sie als, den sie im Auto miterlebt hat, als ihre mittlere Schwester gerade 18 war.

"Es waren zwei Eichhörnchen auf der Strasse, sie hatte gerade den Führerschein, wollte ihnen ausweichen und das Auto kam ins Schleudern … klar, es war eine regennasse Strasse und sie eine junge, unerfahrene Fahrerin. Wir sind zwischen den Leitplanken am Nord-Ostsee-Kanal hin und her geschleudert und zum Glück auf dem Feld gelandet und nicht im Kanal. (...)
Meine Mutter hatte zwei Halswirbel angebrochen. Es kamen sofort Leute, die geholfen haben, das fand ich großartig. Es war ein Erlebnis, das man nie vergisst. Seitdem weiß ich: ein Auto kann gefährlich sein."

Man möchte nun denken, es ist genug dazu im Interview gesagt, aber es gibt eine weitere Steigerung:

"Ich habe als Pfarrerin viel Schlimmes erlebt. Einmal waren vier Männer nach der VW-Nachtschicht verunglückt. Ich musste zu den jungen Frauen, gemeinsam mit einem jungen Polizisten, der noch jünger war als ich. Ich war damals 26, glaube ich, und musste den Frauen sagen: eure Männer sind tot. An diese Begebenheit denke ich oft, wenn ich Raser oder riskante Fahrer sehe. Dann denke ich: Ihr wisst gar nicht, wie verletzbar ihr seid."

Wenn man das alles auf sich wirken läßt, muß man einnfach zu dem Schluß kommen, daß Käßmann ihre moralische Glaubwürdigkeit total verspielt hat.
Dafür braucht man ja nicht einmal ein besonderer Moralist zu sein. Die Maßstäbe hat doch Käßmann selber aufgebaut.

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Dr_Lecter 23.02.2010, 19:37
28. Schade

Zitat von URicken
... Mal sehen, wann der erste "Heilige" sich hier darüber echauffiert, das eine Person mit Vorbildfunktion ein schlechtes Beispiel für die Gesellschaft ist!
Darum geht es nicht. Ich selber bin zwar Atheist und bei Kirchenfuzzis bin ich stets sehr kritisch. Besonders bei alten Männern, die jegliche Lebenswirklichkeit ausblenden und dadurch komplett verblendet sind (Mixa und Konsorten).

Frau Käßmann war die erste Person, die ich wohlwollend betrachtet habe (wenn man von dem ganzen Bibelkram mal absieht). Sie kommt sympathisch rüber.

Und ja, sie sollte hinsichtlich der Strafe (Punkte, Führerscheinentzug, Geldbuße) behandelt werden, wie jeder Andere. Da sie den Führerschein nicht unbedingt zur Berufsausübung benötigt (es gibt sicher Fahrdienste bei der Kirche), dürfte sie sicher auch Pastorin bleiben dürfen (ein LKW-Fahrer oder ein Beamter würde wohl sogar den Job verlieren).

Aber hier geht es auch um eine gewisse Position darüber hinaus. Man ist oberster Repräsentant. Es geht nicht um eine Vorbildfunktion, sondern darum, wie ernst man noch in öffentlichen Diskussionen genommen wird.

Gegner könnten stets sagen: Die ist sicher wieder besoffen! Na, Frau Käßmann, wieder zu viel Messwein gehabt? Das Amt ist beschmutzt. Wird sie den Spott verkraften? Wird sie nicht selber an sich verzweifeln? Meine Vermutung ist, dass sie spätestens in den nächsten Tagen zurücktritt.

Zumal man den Wert betrachten muss. Wenn ich 1,5/000 Alkohol im Blut hätte, würde ich längst daniederliegen. Selbst bei einem Promill würde ich so angeschickert sein, dass ich wüsste, dass ich nicht fahren kann. Eine unglaubliche Müdigkeit würde mich überkommen, so dass ich es gar nicht bis zum Auto schaffen würde. Liegt hier eine - durch regelmäßigen Alkoholkonsum - höhere Toleranz vor?

Wer wie Sie mit "Scheinheiligen" und unzulässigen Entrüstungen (Ihrer Meinung nach) zu argumentieren versucht und die Vorbildfunktion ausblendet, ist für eine Diskussion ungeeignet.

Schade um Frau Käßmann!

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jamon 23.02.2010, 19:37
29. don't drink and drive

Zitat von beatcruiser
Wenn man bedenkt, dass die Sündenfälle der Konkurrenz meistens was mit sexuellem Mißbrauch Schutzbefohlener zu tun haben, dann ist das doch ganz symphatisch. Und irgendwie auch volksnah.
ganz offensichtlich scheinen einige im forum es ok zu finden, wenn man sich besoffen ans steuer setzt.

für alle, die es noch nicht verinnerlicht haben: don't drink and drive

und für alle die es trotzdem nicht verstehen wollen:
http://www.polizei.bayern.de/unterfr...ex.html/109611
und die tatsache, dass es schlimmere verbrechen gibt ist dem tod egal!

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