Forum: Panorama
BGH-Entscheid zu Kuckuckskindern: Mütter müssen Namen des Vaters preisgeben

Der Bundesgerichtshof hat die Rechte von Männern gestärkt, denen ein*Kind untergeschoben wurde: Eine Frau*darf*den Namen des wahren Erzeugers nicht verschweigen. Geklagt hatte ein 49-Jähriger, der Unterhalt für ein Baby zahlte, das nicht seines ist.

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Bananenblau 09.11.2011, 19:47
250. Falsch!

Zitat von MacOlli
Ja, man könnte auch den letzten Furz im Leben durch eine gerichtliche Entscheidung reglementieren. Aber wo bitte soll das hinführen? Entweder die zukünftige Mutter gibt dem Nachwuchs die persönliche Bindung die für eine gesunde Entwicklung des Kindes notwendig ist (das sind doch wohl die natürlichen Anliegen der Mütter) dann wird kein Kind nach der "richtigen" Mutter fragen, oder es kommt keine emotionale Ebene zustande wie es auch in gewöhnlichen Familien der Fall ist. Dann möchte das Kind eventuell die "leibliche" Mutter kennenlernen, aber was gewinnt es damit? Zu sehen welchen Weg das eigene Leben hätte nehmen können? Das ist unlogisch! Das Kind ist nicht das "Produkt" der leiblichen Mutter, gewollt oder ungewollt. Das Kind ist durch den Wunsch der nicht leiblichen Mutter entstanden!
DAS ist falsch! Das Eizellenspendenkind ähnelt einem Adoptivkind und hat einen Anspruch darauf, seine biologischen Eltern kennen zu lernen. Punkt. So einfach ist das. Und diese Menschenrechte stehen jedem Kind zu. Eine Mutter, die dem Kind nicht offenbart, wer seine genetisch echten Eltern sind - ob Vater oder Mutter - ist eine Rabenmutter, denn sie beraut dem Kind die Möglichkeit, etwas über seine Wurzeln zu erfahren.
Insofern gehört es nun mal zu den Lebensaufgaben einer jeden Frau, sich früh genug um die Kinderfrage zu kümmern: einen Vater suchen, der Vater sein will und nicht damit zu warten, bis sie über 35 Jahre alt ist. So einfach ist das. DA gibt es nichts zu diskutieren. Alles andere schadet dem Kind. Da bin ich ganz radikal auf der Seite der Männer.

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unterländer 09.11.2011, 19:47
251. !

Zitat von GetulioV
Ich denke die Wurzeln dieses Problems reichen viel tiefer als bis ins 3. Reich. Ich denke in einer Kultur die seit Jahrtausenden Monogamie als das gültige Ideal propagiert tun sich Männer wie Frauen eben sehr schwer damit, mit dem direkten Beweis von Untreue konfrontiert zu werden. Auflösen ließe sich dies m.E. nur, wenn man von dem - ohnehin den meisten nicht voll erreichbaren - Ideal von Monogamie und sexueller Treue Abschied nimmt. Stattdessen dann ein Trennung von sexueller und Beziehungs- bzw. Familienebene, mit dem Ergebnis, dass Familie mit Kindern eben ein soziales und kein biologisches Gebilde mehr ist. Wird sich sicher erst in ferner Zukunft erreichen lassen, aber für mich trotzdem eine schöne, eifersuchtsfreie Utopie. Ich halte deshalb auch "automatische" Gentests bei jedem Kind für Unsinn, weil es meiner Ansicht nach ein Recht des Mannes und vermeintlichen Vaters geben muss, in dieser Hinsicht "dumm zu sterben" im Sinne von "ich will es gar nicht so genau wissen, alles ist gut so wie es ist". Ich habe es erlebt, dass Vaterschaftsanfechtungen "gewonnen" wurden, aber danach wohin das Auge reichte nur noch ein einziger Scherbenhaufen blieb und die ganze Familie zerbrach. Da kann es nach reiflicher Überlegung durchaus gedeihlicher sein, es trotz Zweifeln an der Vaterschaft es beim Status quo zu lassen und für die Kinder, die gefühlt die eigenen sind auch zu zahlen und da zu sein wie ein Vater es eben tut.
Ob Mann und Frau monogam leben, ist vollkommen nebensächlich, wenn es darum geht, jemandem eine Pflicht aufzuerlegen, die er biologisch gesehen gar nicht verursacht hat. Und in dem berichteten Fall ging es hauptsächlich darum und nebenbei um das Recht eines Kindes, den biologischen Vater genannt zu bekommen. Der Mann wollte nicht "dumm sterben", er wollte nicht länger eine Pflicht auferlegt bekommen, die von einem anderen verursacht wurde. Wenn er dumm sterben will, wird er einen Vaterschaftstest ablehnen, der ihn in diesem Falle sogar von der Mutter angeboten wurde.

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qoderrat 09.11.2011, 19:50
252. Anfechtung der Vaterschaft

Zitat von Jinen
Aus Interesse, wie genau geht das in D?
Anfechtung der Vaterschaft vor dem Familiengericht.

Für Kenner des Juristendeutsch:
http://www.bmj.de/SharedDocs/Downloa...ublicationFile

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GetulioV 09.11.2011, 19:50
253. ...

Zitat von charly65
Sicher richtig - nur ist der Scherbenhaufen bei einem negativen Gentest (heißt: er ist NICHT der Vater) sowieso da.
Nun, auch wenn sich herausstellt, dass ER der Vater ist, ist viel Vertrauen kaputt, dann eben auf Seiten der zu Unrecht bezichtigten Frau. Bei etwas älteren Kindern ist oftmals durch so einen Test auch das Vater-Kind-Verhältnis ge- oder zerstört, das Kind kann Urvertrauen verlieren usw.

Es treten schon reichlich seelische Komplikationen auf nach sowas, von daher ist es schon richtig, dass es Tests nur auf Antrag gibt und nicht automatisch.

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gerdMx 09.11.2011, 19:55
254. Richtig lesen hilft

Zitat von Thyphon
Man kann doch nicht aufgrund einer bewussten Täuschung Geld kassieren und, nachdem der Betrug aufgeflogen ist, auch noch die Umstände verschleiern.. Genau genommen sollte diese Frau froh sein, wenn ihr wegen ihres Betruges nicht noch schlimmere Konsequenzen bevor stehen.
Sind Sie nicht etwas heftig?
Im Artikel stand nichts über die näheren Umstände, jedenfalls nichts über Täuschung oder Betrug. Der nicht-Vater hat auch nichts darüber mitgeteilt. Die Klage beschäftigte sich ausschließlich mit einem Recht auf Auskunft, und ich weiß nicht, warum die Frau diese Auskunft verweigert. Wieso schließen viele Foristen daraus auf einen schlechten Charakter?

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GetulioV 09.11.2011, 19:55
255. ...

Zitat von qoderrat
Der Vater (wie das Kind) hat inzwischen tatsächlich im Rahmen des Verfahrens der Abstammungsklärung den Anspruch an einen Gentest. Verweigert die Mutter die Probe, kann diese über das Familiengericht erzwungen werden.
Danke, dass Sie es noch einmal bestätigen, das habe ich glaube ich mittlerweile fünfmal geschrieben hier, aber es scheint tatsächlich fast keiner diese Vorschrift zu kennen. ;-)

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Ein Daniel 09.11.2011, 19:56
256. Nein

Zitat von senfwassertrinkender
Ohne die Zustimmung zum Vaterschaftstest wäre die Klage wohl nicht zustande gekommen. Da dieser von der Mutter aber immer noch verweigert werden kann, ist Euphorie fehl am Platz.
Wenn die Mutter verweigert, ersetzt das Gericht relativ unproblematisch ihre Zustimmung. Somit kann die Mutter nicht mehr durch Ihre Weigerung eine Klärung verhindern.

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Janedoe 09.11.2011, 20:07
257. Selbstverständlich

Zitat von charly65
Weder Sie, noch die vielen anderen treuen Frauen sind angesprochen. Berücksichtigen Sie bitte, dass es für sie als Frau leicht ist, die Mutterschaft nachzuweisen - für ihren Partner jedoch schwer, die Vaterschaft. Es geht doch um das Recht des Kindes auf den leiblichen Vater und um das Recht des Mannes, dass er nicht zu Unrecht zur Kasse gebeten werden darf. In unserer bisherigen Rechtsprechung war das Recht des Kindes zuwenig und das Recht des Mannes fast überhaupt nicht berücksichtigt. Man denke an unser Grundgesetz mit "alle Menschen sind gleich - auch gleich welchem Geschlechtes" (kein Zitat). Sollte es nicht im Sinne der Gleichberechtigung sein, dass hier dem Mann das Auskunftsrecht zugesprochen wird und auch gesetzlich dafür gesorgt wird, dass dieses durchsetzbar ist? MfG Charly
Natürlich gibt es Frauen die Männer Kinder unterschieben und es gibt auch Männer die Frauen ausbeuten. ABER hier im Forum klingt das einfach nur schrecklich. Als ob alle Menschen schlecht wären, die Frauen böse und hinterhältig.
Ich kenne soviele Frauen wie Männer, die absolut treu sind und zwar nicht aus einem Zwang sondern weil sie echte Liebe, Zuneigung und Verantwortung für ihre Partner empfinden.
Mich erschreckt es wie viele insbesondere Männer hier über Frauen denken. Dann frage ich mich was sind das bloß für Männer und was für schlimmer Frauen sind denen begegnet.
Ich betrüge meinen Mann nicht weil mich irgendwas dazu zwingt sondern weil ich ihn wirklich liebe und um die Verantwortung weiß. Umgekehrt vertraue ich ihm genauso blind und zwar weil er ein ganz besonderer Mensch ist.
Wenn man hier im Forum viele Menschen reden hört könnte man den Eindruck gewinnen man lebt in einer völlig verrohten, abgestumpften Gesellschaft wo es nur noch um Abzocke geht.
Wenn mein Mann den Eindruck hätte ich betrüge ihn oder unser Kind wäre nicht von ihm er würde mich einfach ansprechen und wir würden versuchen Lösungen zu finden. Genauso umgekehrt wenn ich das Gefühl hätte da wäre was.
Vielleicht sollten sich viele Menschen auch mal fragen wen sie da eigentlich heiraten. Wenn man schon nach einer Geburt so hochgradig misstrauisch ist wie fast alle Männer hier im Forum war es wohl auch nicht die richtige Frau.
Mein Mann liest hier übrigens mit, der kann auch darüber nur den Kopf schütteln.

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uinen_osse 09.11.2011, 20:08
258. Was meine Konsequenz wäre

Zitat von maco
Was wäre die Konsequenz bei Nichtbefolgung? Wenn also die Mutter sagt "Nö, den Vater nenne ich nicht." Oder wenn sie einfach sagt "War ein ONS, den Mann kenne ich nicht."
bei einem "ONS" - schreckliches Wort - die Scheidung. Ganz einfach.

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uinen_osse 09.11.2011, 20:10
259. Wir sind 36 Jahre verheiratet

Zitat von GetulioV
Ich denke die Wurzeln dieses Problems reichen viel tiefer als bis ins 3. Reich. Ich denke in einer Kultur die seit Jahrtausenden Monogamie als das gültige Ideal propagiert tun sich Männer wie Frauen eben sehr schwer damit, mit dem direkten Beweis von Untreue konfrontiert zu werden. Auflösen ließe sich dies m.E. nur, wenn man von dem - ohnehin den meisten nicht voll erreichbaren - Ideal von Monogamie und sexueller Treue Abschied nimmt. Stattdessen dann ein Trennung von sexueller und Beziehungs- bzw. Familienebene, mit dem Ergebnis, dass Familie mit Kindern eben ein soziales und kein biologisches Gebilde mehr ist. Wird sich sicher erst in ferner Zukunft erreichen lassen, aber für mich trotzdem eine schöne, eifersuchtsfreie Utopie. Ich halte deshalb auch "automatische" Gentests bei jedem Kind für Unsinn, weil es meiner Ansicht nach ein Recht des Mannes und vermeintlichen Vaters geben muss, in dieser Hinsicht "dumm zu sterben" im Sinne von "ich will es gar nicht so genau wissen, alles ist gut so wie es ist". Ich habe es erlebt, dass Vaterschaftsanfechtungen "gewonnen" wurden, aber danach wohin das Auge reichte nur noch ein einziger Scherbenhaufen blieb und die ganze Familie zerbrach. Da kann es nach reiflicher Überlegung durchaus gedeihlicher sein, es trotz Zweifeln an der Vaterschaft es beim Status quo zu lassen und für die Kinder, die gefühlt die eigenen sind auch zu zahlen und da zu sein wie ein Vater es eben tut.
und nie haben wir unsere Ehe bereut. Mir schaudert es bei Ihren Vorstellungen ...

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