Forum: Panorama
Bischöfin Jepsen - ist der Rücktritt gerechtfertigt?

Tagelang wehrte sich Maria Jepsen gegen Vorwürfe, einen Missbrauchsfall in der evangelischen Kirche heruntergespielt zu haben - jetzt ist die Hamburger Bischöfin von ihrem Amt zurückgetreten. Ein richtiger Schritt?

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klaustrophobie 16.07.2010, 22:54
80. Unlogisch

Zitat von Ruhrmann2
Der Rücktritt von Frau Jepsen muß sein und kommt zur rechten Zeit, ohne dass man sie drängeln musste. Deshalb Respekt. Vor elf Jahren hat sie versagt.
n
Obige Äußerungen widersprechen sich:
was heißt zur rechten Zeit, wenn erst nach 11 Jahre ?
Letztlich haben ihre Versäumnisse in der Vergangenheit
sie eingeholt.

Entspechendende Reaktionen der kath. Kirche gibt es bis
heute nicht. Dort stellt man sich immer noch ahnungslos.

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Darjaan 17.07.2010, 23:04
81. jaja

Zitat von herbert0815
Aber müssen nicht bei einer Bischöfin alle Alarmglocken klingeln, wenn sie, wenn auch nur im Vorbeigehen, von sexuellem Mißbrauch hört?
Allerdings... und ich finde es ekelhaft wie sie sich alle mit "ich kann mich nicht erinnern" aus der Verantwortung stehlen...
Bin ich der Einzige der nichts vergisst, wenn es bedeutsam war in seinem Leben?
Das sind doch alles nur Selbstschutzlügen, denn ein normaler Mensch vergisst sowas nicht, nie, nie...
Man kann die Lottozahlen von vor 2 Wochen vergessen oder was es vor 4 Wochen zu Essen gab, aber nicht wenn man gesagt bekommt dass xyz Kinder missbraucht hat... sowas vergisst man genausowenig wie Köfferchen mit 100k Euro die man als Politiker überreicht bekommt...

diese Verlogenheit ekelt mich so an dass ich den ganzen Tag nur noch erbrechen möchte... alle können sich nie erinnern...

wer solche Informationen für dermaßen belanglos hält dass er sie vergisst, hat auf diesen Posten nicht das Geringste verloren, aber auch gar nichts... elende Moralheuchler

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herbertpius 17.07.2010, 23:10
82. Bischöfin Jepsen

Alte Schachteln wissen nie wann Ende ist. Mein Gott das wurde doch Zeit das sie begreift wann Zeit ist aufzuhören. Siehe z.B. Simonis, die weiß es heute noch nicht. Und mit den Katholiken Bischöfen und Kardinälen ist es nicht anders. Also hört auf wenn Zeit, sonst überholt sie Euch

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WolfgangCzolbe 17.07.2010, 23:15
83. Menschen leiten die Kirchen

Natürlich ist es richtig, dass Frau Jepsen zurückgetreten ist. Immer wieder erleben wir auch in der evangelischen Kirche nur unverständiges Weggucken, wenn Probleme auftauchen. Ich habe den Eindruck, dass in der Kirchenhirachie sich viele Menschen aufhalten, die glauben, durch Ordinationsgelübte und ähnliches sei man vor Verfehlungen gefeit. Wann erkennen in meiner Kirche die Amtsträger endlich, dass sie Menschen vorstehen mit ganz normalen Regungen und Verfehlungen...!

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Eimsbüttler 17.07.2010, 23:18
84.

Zitat von Grünschnabel?
Ich bin alt genug um zu wissen wie es damals war. Wer mit offenen Augen durchs Leben geht, den überrascht so etwas nicht. Wir beschäftigen uns zudem hier mit Dingen, die längst verjährt sind. Was soll das bringen? Wer weiß, vielleicht beschäftigt sich der Rest der Welt ja auch in 500 Jahren noch mit den deutschen Jahren 1933-45 und verlangt noch Ablass. Wir tun es ja nicht anders, wenn es um Verwerfungen in den Kirchen geht. In den Familien gibt und gab es vielleicht mehr Missbrauch als in der Kirche, oder?
Es geht hier nicht um den Missbrauch in Familien, Sie sollten beim Thema bleiben.
Moral kennt keine "Verjährung", solange Täter oder Opfer noch leben.
Verhöhnung der Opfer scheint Ihnen als Christenmenschen nicht schwer zu fallen.

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rufer-in-der-wüste 17.07.2010, 23:22
85. Wieso, weshalb, warum?

Huch,


NICHT Frau Jepsen hat den Mißbrauch begangen!!!!!!!!

und

der Verursacher genießt seine Rente und lacht sich ins Fäustchen, daß ER nicht im Kreuzfeuer steht!

verkehrte Welt???

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jot-we 17.07.2010, 23:30
86.

Wieso verdient der Rücktritt von Frau Jepsen eigentlich Hochachtung?
Oder ist es einfach nur eine Art Automatismus, dass man, wenn man über den Rücktritt einer exponierten Person berichtet, zu dieser Worthülse greift, um dem Vorgang nur ja genügend Drama und Tiefe zu verpassen?

Wir werden in letzter Zeit geradezu überschüttet mit Rücktritten - Kässmann, Köhler, Jepsen, ja sogar ein Mixa - und so wie ich's sehe, hat nun wirklich keiner von denen Hochachtung verdient. Das Äusserste, was ich anzubieten hätte in diesen sparsamen Zeiten, wär ein beifälliges Kopfnicken: well done, sinner!

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sigmaplus 17.07.2010, 23:32
87. Beitrag

Frau Jepsen wirkte auf mich schon immer ein wenig "entrückt". Vielleicht hat diese Distanz zu den ganz profanen weltlichen Dingen bei ihr zu der Einstellung geführt, dass Dinge, die ihr der "Pöbel" auf irgendwelchen Veranstaltungen zuträgt, nur zweitrangig von Bedeutung sind.
Die Begründung für den Rücktritt hat sie ja wohl auch eindeutig bei Frau Käßmann abgescheut.
Schade.

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archelys 17.07.2010, 23:34
88. hintergründig

Zitat von Ylex
Direkt erleichternd, dass Bischöfin Wartenberg-Potter bereits im Ruhestand weilt, sonst hätte es sie vielleicht auch noch erwischt. Die evangelische Kirche hat sich an ihrer Spitze entfeminisiert - ich habe zwar ein gespaltenes Verhältnis zur Emanzipation, aber das ist ein deutlicher Rückschritt. Irgendwie scheint in beiden Konfessionen eine gewisse Tendenz zu Eklats vorzuliegen, meistens im Zusammenhang mit Missbrauchsfällen, die vor Jahrzehnten passierten. Dass Bischöfin Jepsen die Fälle in ihrem Amtsbereich nicht an die große Glocke hängen wollte, kann man nachvollziehen, schließlich hätte sie damit dem Ansehen ihrer Kirche geschadet. Die Zeiten haben sich geändert - ich weiß nicht... ich habe kein sehr gutes Gefühl bei diesem unbedingten Aufklärungseifer.
Unabhängig davon, dass nichts verborgen bleiben soll, kann man doch annehmen, dass langfristig denkende Akteure mit geheimdienstlicher Methodik Informationen gesammelt und verwahrt haben, die im passenden Moment posaunt werden.

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Pastor45 17.07.2010, 00:05
89. Warum den Himmel immer zeitlich denken?

Zitat von kyon
Ich habe von jesuanischer Ethik und nicht von den nachjesuanischen Organistionsformen gesprochen. Ämter waren wegen des bevorstehenden Himmelreiches gar nicht notwendig. Erst nach dem (bis zum heutigen Tage) ausgebliebenen Eintreten kamen die Frühchristler auf den Trichter mit den verschiedenen Organisationsformen und Riten, die allesamt nicht jesuanisch sind. Damit begannen die Abirrungen!
Immer dieser Quatsch von der reinen Urchristenheit, von der sich die Kirche dann entfernt habe.
1. In der Predigt Jesu war vom ganz nahen Himmel die Rede, nicht von einem erst Zukünftigen.
2. waren die ersten Jünger genauso Menschen "wie du und ich", kein Deut besser und zankten schon zu Lebzeiten Jesu vor Ostern darum, wer die besten Ämter (im Himmel - auch schon zeitlich missverstanden) bekleiden sollte.

Die Behauptung, in der Urchristenheit sei alles besser gewesen, ist unbiblischer Unsinn. Man muss nur mal genau lesen, was da steht (und nicht das, was man da gerne stehen haben möchte).

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