Forum: Panorama
Bischof Mixa in der Offensive: "Anschuldigungen aus dem Halbdunkel"

Gegen den Augsburger Bischof Mixa sind neue Anschuldigungen erhoben worden: Eine weitere Frau wirft dem Geistlichen nun vor, sie vor Jahrzehnten mit einem Stock geschlagen zu haben. Der Priester bestreitet, jemals gegen Kinder gewalttätig gewesen zu sein.

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ntholeboha 09.04.2010, 09:00
10. Es ist noch weitaus einfacher!

Zitat von hangotour
Leider bin ich kein Psychologe, aber ich meine, die Psycholgie kennt die Verdrängung als Mittel des Gehirns um unangenehme Wahrheiten zu ignorieren. Wenn die Vorwürfe gegen den Bischof alle der Wahrheit entsprechen, müßte er als Bischof zurücktreten. Das er das aber sicher nicht will, macht er sich seine eigene Wahrheit, frei nach dem Motto: dass nicht sein kann was nicht sein darf. Er kann sich absolut nicht vorstellen, dass er so gehandelt hat, wie es ihm vorgeworfen wird, also hat er auch nicht. So einfach ist das. ...
Mixa kann sich sehr wohl vorstellen wie er gehandelt hat. Da er jedoch inzwischen Bischof ist und an seinem Sessel nebst Glorienschein klebt, wird eben gelogen das sich die Balken biegen. Dabei bildet er keinesfalls eine Ausnahme, denn diese Haltung hat System sowohl in dieser Kirche wie auch in weltlichen Einrichtungen bis hinein in die hohe Politik. Ziel ist die allgemeine Verschleierung und das Aussitzen bis die Medien auf andere Themen schwenken und die Mediennutzer ihr Interesse an den Fakten verlieren. In Ausnahmen kann jedoch ein tatsaechliches Vergessen vorliegen. Dann jedoch waere bereits ein krankhafter geistiger Zustand erreicht - und in einem solchen Falle sollte Mixa ebenso als Bischof seinen Hut nehmen.

So einfach ist das.

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kyon 09.04.2010, 09:04
11. Sollte die Gerechtigkeit einmal siegen?

Zitat von sysop
Gegen den Augsburger Bischof Mixa sind neue Anschuldigungen erhoben worden: Eine weitere Frau wirft dem Geistlichen nun vor, sie vor Jahrzehnten mit einem Stock geschlagen zu haben. Der Priester bestreitet, jemals gegen Kinder gewalttätig gewesen zu sein.
Es ist schon sehr wahrscheinlich, dass Herr Mixa als bekannter erzkonservativer Knochen bei der Erziehung seiner "Schützlinge" gemäß dem Motto "Leichte Schläge auf den Hinterkopf erhöhen das Denkvermögen" etwas nachgeholfen hat.
Es ist auch sehr wahrscheinlich, dass er zurücktreten wird, und das nicht nur wegen seiner Erziehungsmethode, sondern vor allem wegen seiner Lüge. Und das ist gut so!

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Kryoniker 09.04.2010, 09:19
12. Er hat sich festgelegt

Zitat von sysop
Gegen den Augsburger Bischof Mixa sind neue Anschuldigungen erhoben worden: Eine weitere Frau wirft dem Geistlichen nun vor, sie vor Jahrzehnten mit einem Stock geschlagen zu haben. Der Priester bestreitet, jemals gegen Kinder gewalttätig gewesen zu sein.
Mixa hat sich festgelegt: Er will nie, zu keiner Zeit, Gewalt an Kindern verübt haben. Sollte sich das als Lüge herausstellen, wird dieser Katholiban, der dem Ansehen der katholischen Kirche schadet, hoffentlich gehen, Buße tun und in der Hölle schmoren.

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Was bedeutet das alles? 09.04.2010, 09:19
13. Mixa hat fertig

Mixa hat fertig. Er kann die Peinlichkeit nur noch nicht zugeben. Er lebte und lebt im felsenfesten Bewußtsein, daß seine Motivation und jeweilige Amtsautorität doch niemals anrüchig sein könne. Heimkinder aus schwierigen Elternhäusern, über die man die Oberaufsicht doch gütigst auf sich genommen hat, sind ein Nichts. Seiner Empfindung nach dürften die Strafen sogar noch zurückhaltend gewesen sein.

Es hätte ihn vielleicht retten können zuzugeben und zu verteidigen, schwierigen Erziehungssituationen mit drastischen Maßnahmen begegnet zu sein. Weite Teile des Publikums wären ihm gefolgt. Dumm nur, daß er sich von vornherein auf die Leugnung festgelegt hat. Ausgerechnet er versuchte, das eigene Erscheinungsbild radikal dem Zeitgeist zu unterwerfen

Seine Methoden entsprachen in den 50ern durchaus dem Üblichen (siehe Vater Jepsen in Lenz' "Deutschstunde"), die sich in den 60ern und 70ern offenbar verfestigten, aus "guten" Gründen.

Denn das Welt- und Menschenbild seiner einen heiligen kath. Kirche ging nicht nur bei Heimkindern, sondern allgemein bei der Jugend den Bach runter. Wie Ratzinger dürfte er die 68er als Bedrohung, nicht als geistige Befreiung empfunden haben. Unter den Talaren hat es für ihn nie gemüffelt. "Der ganze Verlauf der Geschichte seit dem Sieg des Christentums" (Ratzinger, Einführung in das Christentum, 1968, 2000) sieht aus der Sicht eines wackeren Klerikers anders aus als für eine aufständische junge Generation mit konkurrierenden moralischen Ansprüchen. Über das rechthabende Selbstverständnis ist er wohl nie hinausgekommen. Ein herrschaftsfreier Diskurs kommt für ihn nicht in Frage. "Bleibe bei dem, was dir dein Herz rät" bedeutet für ihn etwas völlig anderes als für Margot Käßmann.

Oder sollte das Ganze doch nur ein Komplott von inzwischen sieben niederträchtigen ehemaligen Heimkindern, angestiftet durch ein Medium, gegen eine integre Figur der kath. Kirche sein?

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Hannibal72 09.04.2010, 09:20
14. Einfach ja, aber...

Zitat von hangotour
Leider bin ich kein Psychologe, aber ich meine, die Psycholgie kennt die Verdrängung als Mittel des Gehirns um unangenehme Wahrheiten zu ignorieren. Wenn die Vorwürfe gegen den Bischof alle der Wahrheit entsprechen, müßte er als Bischof zurücktreten. Das er das aber sicher nicht will, macht er sich seine eigene Wahrheit, frei nach dem Motto: dass nicht sein kann was nicht sein darf. Er kann sich absolut nicht vorstellen, dass er so gehandelt hat, wie es ihm vorgeworfen wird, also hat er auch nicht. So einfach ist das.
So einfach ist das absolut nicht. Ich bin wahrlich kein Fan vom Bischof Mixa. Ich kenne ihn nicht persönlich, aber seine Äußerungen in der Presse sind für mich meistens ziemlich daneben. Wobei man auch da bedenken muß, wie einfach die Presse manipulieren kann. Ich erlaube mir einfach kein Urteil über ihn.
Sie stellen hier eine sehr einfache These auf. Es gibt mit Sicherheit unendlich viele andere Möglichkeiten.

Zitat von hangotour
Bei der bisherigen Anzahl von Opfern und eidesstattlichen Erklärung muß aber man wohl annehhmen, dass die Opfer die Wahrheit sagen und der Bischof seine "Jugendtorheiten" schlichtweg vergessen hat. Leider werden wir die volle Wahrheit wohl nie erfahren, da es ausser ihm und den jeweiligen mutmaßlichen Opfer keine weiteren Zeugen gibt.
Was Sie hier tun, ist nichts anderes als eine klassische Vorverurteilung. Man muß von gar nichts ausgehen, außer davon, daß hier etwas untersucht werden muß. Wer den Untersuchungsprozeß damit beginnt, das Urteil zu sprechen, verhält sich unlauter.

Ich könnte mir auch eine andere Variante vorstellen. Bischof Mixa ist für viele ein Paradebeispiel für die zu hassende Amtskirche. Das lockt Menschen an, die vielleicht in die Presse wollen oder anderweitig Aufmerksamkeit brauchen.
Ich will gar nicht sagen, daß ich es unmöglich ist, daß auch ein Bischof Mixa
Kinder geschlagen hat, aber es ist auch genauso möglich, daß es sich hier um Wichtigtuer handelt. Ich kenne weder Mixa noch die potentiellen Opfer, daher ist für mich beides denkbar.

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emki 09.04.2010, 09:22
15. Prügelstrafe

Zitat von hansstrobe
Mir wuerde gerne mal interessieren wie weit verbreitet Pruegelstrafe zu der Zeit war. ... Aber abgeschafft bedeutet auch dass es sie gegeben hat und nicht illegal war und auch nicht als moralisches Problem gesehen wurd, und zwar nicht zu weit zurueck. 1973 hat die BRD die Koerpersteafe abgeschafft und (wikipedia: ...
Völlig Korrekt. Die Vorwürfe gegen Herrn Mixa stammen aber aus den 70er und 80er Jahren. Also überwiegend aus einer Zeit, in der die Prügelstrafe schon verboten war. Dass dies -gerade in Heimen- dennnoch passiert ist, will ich nicht bestreiten. Erlaubt war es jedoch nicht mehr.

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mooksberlin 09.04.2010, 09:24
16. Katholische Kirche

Bei solchen Gesellen ( Mixa, Ratzinger etc.) muss man sich nicht wundern, dass die katholische Kirche derzeit noch weniger Ansehen als die Banken hat. Einer Bischöfin Käßmann hat es anscheinend nicht geschadet einen Fehler begangen zu haben für den sie unverzüglich die Verantwortung übernommen hat. All den Prügelbeschwichtigern hier kann man nur entgegnen, dass Schläge und selbst Ohrfeigen in den 70er und 80er Jahren eben NICHT der Norm entsprachen. Ich bin selbst 1974 in einer stockkatholischen und erzkonservativen Region Deutschlands eingeschult worden, aber wir wurden nie von Lehrern geohrfeigt oder gar mit dem Stock geschlagen
Es wird Zeit, dass die katholische Kirche abgewickelt wird, weil sie sich schlicht und einfach in Deutschland überlebt hat. Als moralische Instanz dient diese abgehalfterte Truppe schon lange nicht mehr, daher wird es Zeit, dass ihr auch die Kirchensteuer abgeschnitten wird. Mal sehen wieviel Schäfchen, dann durch ihre Spenden diese Organisation noch unterstützen würden.

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ntholeboha 09.04.2010, 09:26
17. Zustimmung!

Zitat von hansstrobe
... Wenn wir jetzt schreien und Leute anprangern, bitte auch bedenken, dass sich das Bewusstsein in der Gesellschaft aendert und wandelt.
Sie haben natuerlich mit dem Finger berechtigterweise auf einen wunden Punkt gezeigt.
Zum Glueck hat sich das Bewusstsein in der Gesellschaft betreffs Pruegel-"Erziehung" geaendert.
Sicher werden noch immer Heranwachsende bedroht, geschlagen und erniedrigt. Dies duerfte sehr oft im haeuslichen Bereich der Fall sein und es wird damit weiterhin ein Grundstein fuer spaeteres Fehlverhalten gelegt.

Betrachtet man jedoch die konkreten Vorwuerfe zu diesem Thema, sieht das doch ganz anders aus. Ja, auch in Schulen wurde geschlagen oder es wurden Kopfnuesse verteilt.
Der Mixa jedoch hat als Mann und (angebliche!) Respektperson einem Maedel die Hose herunter ziehen lassen und "Kraft seiner Goettlichkeit" mehrfach auf das Gesaess geschlagen!

Bei der rkK wundert mich fast nichts mehr ausser drei Dingen: es gab noch keine Vorwuerfe gegen Ratzinger, es gibt diese Einrichtung noch immer und das 'Heilige Roemische Reich Deutscher Nation' betaetigt sich weiterhin als Steigbuegelhalter dieser (gelinde gesagt) sonderlichen Heiligen.

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Hannibal72 09.04.2010, 09:33
18. Eben...

Zitat von hansstrobe
Mir wuerde gerne mal interessieren wie weit verbreitet Pruegelstrafe zu der Zeit war. Im Spiegel von 1964 beschreiben die Autoren "Schläge gelten auch heute bei 80 bis 85 Prozent aller Eltern als notwendiges Erziehungsmittel.". Ich bin nicht fuer koerperliche ....
So sehe ich das auch! Wenn man vom Rathaus kommt, ist man immer klüger. Abgesehen davon finde ich es sehr fragwürdig Urteile zu fällen, obwohl man die Fakten nicht kennt. Es scheint ja so zu sein, als ob man als schuldig angesehen wird, sobald man katholisch ist.

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Hannibal72 09.04.2010, 09:38
19. Gewagt....

Zitat von Chamseeo
Es gibt 2 Möglichkeiten. 1. Alle Anschuldigungen sind aus der Luft gegriffen. Dann ist es selbstredend normal, dass sich Herr Mixa wehrt und gegen die Anschuldigungen stemmt. 2. Die Anschuldigungen haben Bestand. ....
Das Sie einer der wenigen Mixa-Gegner sind, die wenigstens die Variante 1 erwähnen finde ich ja schonmal gut.
Aber auch Sie würde ich bitten, Ihre Äußerungen zu überdenken.

Zitat von Chamseeo
.... Da ich persönlich davon überzeugt bin, dass er geschlagen hat, ...
Ich empfinde diese Äußerungen, für jemanden der sich bis dahin so differenziert geäußert hat, als unwürdig. Aber vielleicht offenbaren Sie ja noch Faktenwissen, daß uns auch zu dieser Schlussfolgerung kommen läßt.

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